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ENDSTATION (eBook)

3 1/2 schaurig-spannende Geschichten um Leben und Tod
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
236 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-10416-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

ENDSTATION -  Ruben Schwarz
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
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Ob bei einer außergewöhnlichen Busfahrt, während einer Ehekrise, in der Zirkusmanege oder in einer Geisterstadt im mittleren Westen der USA, überall stellt sich die Frage nach dem Leben und dem Tod, nach der Welt dazwischen und dem, was uns jenseits des weißen Lichts erwarten könnte. Ruben Schwarz lässt uns in mehr oder weniger kurzen Geschichten die Luft anhalten, bringt uns zum Schaudern und Bangen, aber auch zum Nachdenken. Die Angst vor dem Ende ist möglicherweise vollkommen unbegründet, denn vielleicht ist unsere Welt nur eine von vielen. Prädikat: Spannung garantiert.

Ruben Schwarz wurde 1955 im Herzen des Ruhrpotts geboren und ist seiner Heimatstadt Essen sechzig Jahre lang treu geblieben. Heute lebt der ehemalige Medienkaufmann im Bergischen Land. Inspiriert durch Werke großer schreibender Vorbilder fühlte er sich irgendwann bereit dazu, selbst seine Geschichten aufzuschreiben. Von ihm wurden mittlerweile eine ganze Reihe Thriller und einige Science-Fiction-Romane veröffentlicht.

Ruben Schwarz wurde 1955 im Herzen des Ruhrpotts geboren und ist seiner Heimatstadt Essen sechzig Jahre lang treu geblieben. Heute lebt der ehemalige Medienkaufmann im Bergischen Land. Inspiriert durch Werke großer schreibender Vorbilder fühlte er sich irgendwann bereit dazu, selbst seine Geschichten aufzuschreiben. Von ihm wurden mittlerweile eine ganze Reihe Thriller und einige Science-Fiction-Romane veröffentlicht.

Liebes (-) Tagebuch

Ruben Schwarz (2023)

Guten Morgen Schatz! Musste schon los und wollte dich nicht wecken. Hoffe, du bist mir nicht mehr böse. Du brauchst nur den Knopf an der Kaffeemaschine drücken, dann sprudelt dein Latte auch schon los. Küss dich, bis heute Abend. Jochen

Joachim Dienel faltet das DIN-A4-Blatt aus dem Abreißblock, der üblicherweise auf der Anrichte des Küchenschranks liegt, und in dem Carla immer die Einkaufslisten notiert, ein Mal und geht in die Diele. Er lauscht kurz an der Schlafzimmertür, hört aber von drinnen keine Geräusche. Dann bückt er sich und schiebt die Nachricht, die er in sorgfältiger Schönschrift verfasst hat, unter der Tür durch. Er wartet einen Moment, lauscht weiter, zuckt die Schultern und geht wieder in die Küche, wo er den inzwischen kalt gewordenen Rest Kaffee austrinkt.

Streit kommt in den besten Familien vor, und so schlimm fand er es gestern Abend gar nicht. Klar, er sollte sich ein bisschen mit dem Bier zurückhalten, aber es war ein relativ milder Septemberabend gewesen, und da schmeckt es halt gut. Aber Carla vertritt wohl eine andere Meinung. Sie hat sich sogar im Schlafzimmer eingeschlossen, und offenbar schläft sie heute länger.

Joachim Dienel zieht sich in der Diele die Schuhe an, streift die Anzugjacke über und verlässt das Haus. Die Vögel zwitschern, und es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden. Frauen können manchmal empfindlich reagieren, das weiß er natürlich, aber heute Abend hat sie sich bestimmt wieder beruhigt. Wahrscheinlich schon, wenn sie heute Morgen aufwacht.

Liebe Carla, ja, ich weiß, ich war ein Arschloch. Aber Montag war ein harter Tag für mich, und wenn du sauer bist, wegen der paar Flaschen Bier … ja, du hast recht, ich gebs zu. Es tut mir wirklich leid, also lass uns das Kriegsbeil begraben, bitt! Gestern der Abend war einfach doof ohne dich, und ich bin mir über so einiges klar geworden. Muss jetzt leider zur Arbeit. Ich bring abends was vom Chinesen mit, okay? Liebe dich, Kuss, Jochen

Joachim Dienel hat den Dienstagabend allein im Wohnzimmer verbracht. Beim Chinesen vorbeizufahren, hat er vergessen. Unbewusst hat er wohl gehofft, Carla hätte etwas gekocht. Der Fernseher war eingeschaltet, aber er hat nicht auf das Programm geachtet. Es war eine dieser Krankenhausserien gelaufen. Danach hat irgendeine Talk-Show angefangen, aber er hat umgeschaltet. Aber auch den düsteren Schwedenkrimi hat er nicht richtig verfolgt. Er bekam noch nicht mal mit, wer umgebracht worden war, geschweige denn, was die Ermittler anstellten, um den Täter zu fassen. Viel zu sehr hat er sich mit seinem Ehekrach beschäftigt.

Jetzt muss er los und fühlt sich ein bisschen benebelt, weil es wieder nicht bei einer Flasche geblieben ist. Dass Carla sich immer noch nicht blicken lässt, ist mehr als ungewöhnlich. In der Nacht hat er so tief geschlafen, dass er nichts davon mitbekommen hat, als sie im Bad war.

Mittwoch, 14. September

Liebes Tagebuch! Ich komme mir zwar ein bisschen bescheuert vor, aber ich habe mir eine von den alten DIN A5-Kladden aus dem Schrank im Flur genommen und schreibe dir jetzt hier hinein. Dann kannst du das später alles nachlesen, und der Quatsch mit der Zettelwirtschaft unter der Tür entfällt. Offensichtlich hast du dir jetzt vorgenommen, mich richtig zu bestrafen. Soll ich dir was sagen? Ja, es klappt. Ich fühle mich scheiße. Dass du dich, immer wenn ich zu Hause bin, im Schlafzimmer einschließt, finde ich ein bisschen kindisch. Aber bitte, wenn du das brauchst. Scheint ja ein bisschen länger zu dauern, deine Strafaktion. Mal sehen, wie viele von den Seiten im Buch ich vollkriege. Ich werde mir also heute Abend wieder irgendeinen Schwachsinn im Fernsehen allein ansehen und mir eine schöne Flasche Bier gönnen. Wenn du nicht dabei bist, ist es ja sowieso egal. Ich mach auch die Wohnzimmertür zu, dann kannst du ins Bad gehen, ohne dass ich dich mit meinem Anblick belästige. Jochen

Als er von der Arbeit nach Hause gekommen ist, konnte Joachim eine Ecke seines Zettels vom Vortag in dem Spalt zwischen Tür und Laminat sehen. Die doofe Kuh hat es also nicht mal für nötig befunden, seine Nachricht eines Blickes zu würdigen. Mal sehen, wenn sie wieder auf trautes Eheglück machen will, vielleicht stellt er sich dann mal zur Abwechslung bockig. Soll sie mal sehen, was für ein Gefühl das ist.

Donnerstag, 15. September

Liebes Tagebuch! Ach, Blödsinn, ich rede hier mit einer alten abgegriffenen Kladde mit kariertem Papier, als ob die sich dafür interessieren würde. Ich schreibe hier schließlich für dich. Also, liebe Carla! Gestern Abend – oder sagen wir gestern Nacht – ist es doch etwas später geworden. Mir brummt der Schädel, aber was hilfts, ich muss sehen, dass ich zeitig in der Bank auftauche, sonst kriegt der Bloch wieder seinen Anfall. Ich wollte dir nur schnell sagen – oder schreiben – dass ich dich sehr liebe, und dich sehr vermisse. Bitte vergib mir. Ich hab´s wirklich nicht so gemeint. Kuss, bis heute Abend.

*****

Der Bloch hat sie nicht alle, meinte ich hätte eine Fahne. Dabei hab ich mir gründlich die Zähne geputzt und Mundspülung benutzt. Er würde mich im Auge behalten, meint er. Der Arsch. Carla, willst du nicht endlich aus dem Schlafzimmer kommen? Hast du nicht gehört, dass ich an die Tür geklopft habe? Mit den Fingernägeln habe ich daran gekratzt, wie ein reuiger Büßer. Was soll ich denn noch machen, mehr als entschuldigen kann ich mich doch nicht. Im Fernsehen kommt heute Abend auch nichts Gescheites. Wahrscheinlich werde ich mir die alten CDs von Element of Crime raussuchen, die du auch so gern magst. Weißes Papier, weißt du noch? Unser Lied damals. Küsschen, Jochen. P.S. Schlaf gut.

Joachim denkt an das Konzert der Band, damals vor drei oder vier Jahren im Düsseldorfer Stahlwerk. Damals waren sie noch nicht verheiratet gewesen. Tatsächlich sucht er nach der CD und spielt sie ab, allerdings nur leise, um Carla nicht zu stören. Vielleicht sollte er ihr morgen Blumen kaufen und die Vase vor die Schlafzimmertür stellen. Die wird sie ja dann entdecken, wenn er aus dem Haus ist. Aber was für Blumen? Überrascht stellt er fest, dass er gar nicht Carlas Lieblingsblumen kennt. Vielleicht hat sie gar keine. Der Brautstrauß damals hatte aus kleinen Röschen und – wie hießen die bloß? – irgendwas mit weißen Blüten, aber darum hatte sich Carlas Schwester gekümmert.

Freitag, 16. September

Liebe Carla! Ich hab die ganze Nacht kaum geschlafen. Hab dein Handy angerufen, aber das liegt im Flur auf der Kommode. Der Akku ist übrigens fast leer. Heute Abend werde ich es für dich aufladen. Trinkst du eigentlich grundsätzlich keinen Kaffee mehr, oder nur, weil ich es bin, der die Maschine einschaltet und Wasser nachfüllt? Langsam müsstest du das selbst ein bisschen affig finden. Ich weiß zwar nicht, was du den ganzen Tag über so treibst, während ich nicht da bin, aber auch für dich wird es sicher langweilig sein im Schlafzimmer. Die meisten Bücher im Regal neben dem Kleiderschrank kennst du doch eh schon. Außerdem krieg ich langsam Rückenschmerzen vom Sofa im Wohnzimmer. Das ist ungerecht. Die Ehebetten haben wir schließlich gemeinsam gekauft. Was ist mit deinen Untersuchungsterminen? Bist du mit dem Auto gefahren, oder mit dem Bus? Wir wollten das doch zusammen machen, soweit es terminlich geht. Ist doch schließlich auch mein Baby. Ich hoffe, dir geht’s einigermaßen gut. In letzter Zeit ist dir ja morgens nicht mehr schlecht geworden. Also, wenn du was brauchst, wenn ich irgendwas mitbringen soll, sag gerne Bescheid. Ich bin immer für dich da. Ich liebe dich so sehr und vermiss dich unheimlich. Schatz, bitte, treib es nicht auf die Spitze. So ein dummer Streit ist es nicht wert, der kommt in den besten Familien vor. Mist, jetzt bin ich spät dran, die Küche räum ich heute Abend auf, okay? Nicht sauer sein. Kuss, Jochen

Am Freitagabend ist Joachim ein bisschen früher zu Hause. Er hat einen Strauß aus kleinen roten Rosen und Freesien mitgebracht. Als er die weißen Blüten im Blumengeschäft neben dem Aquaristik-Laden, nicht weit entfernt von der Sparkassen-Filiale in der Curiestraße, gesehen hat, war ihm der Name wieder eingefallen. Heute ist er sich ziemlich sicher gewesen, dass Carla ihn erwartet, dass er sie in den Arm nehmen und zärtlich auf die Wange küssen kann. Vielleicht hat sie sogar was gekocht.

Aber im Haus ist es nach wie vor still. Er nimmt eine passende Porzellan-Vase aus dem hohen Schrank im Flur und füllt sie in der Küche mit Wasser. Dann stellt er die Blumen hinein – Carla hätte sie wahrscheinlich ein bisschen netter arrangiert, aber das kann sie ja später nachholen – und platziert die Vase so neben der Schlafzimmertür, dass Carla nicht versehentlich mit dem Fuß dagegen stößt, wenn sie herauskommt.

Zum Kochen hat er keine Lust, ein paar Brote tun...

Erscheint lt. Verlag 1.1.2024
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Grusel • Mystery • Nachdenkliches • Spannung • Thriller
ISBN-10 3-384-10416-1 / 3384104161
ISBN-13 978-3-384-10416-8 / 9783384104168
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