DNA (eBook)
385 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-8593-3 (ISBN)
Das Lesen von Büchern bedeutet für mich schon immer, das Eintauchen in fremde Welten. Ob es sich dabei um Biographien, Romane oder Fantasie handelt, ist dabei nebensächlich. Das Einlassen auf eine Geschichte, oder die Personen in einem Roman, waren mir oft auch Rettung vor einem, vielleicht im Moment, komplizierten Alltag. Eine willkommene, kurzzeitige Flucht. Ich hoffe, dass mein Roman, dem Leser ebenso viel Freude bereitet, wie es mir ein Genuss war, ihn zu schreiben.
Das Lesen von Büchern bedeutet für mich schon immer, das Eintauchen in fremde Welten. Ob es sich dabei um Biographien, Romane oder Fantasie handelt, ist dabei nebensächlich. Das Einlassen auf eine Geschichte, oder die Personen in einem Roman, waren mir oft auch Rettung vor einem, vielleicht im Moment, komplizierten Alltag. Eine willkommene, kurzzeitige Flucht. Ich hoffe, dass mein Roman, dem Leser ebenso viel Freude bereitet, wie es mir ein Genuss war, ihn zu schreiben.
EINS
DNA
DIVERGENT
Tödliche Abweichung
Ein Krimi
von
K. Krista
Ohne Abweichung von der Norm
ist Fortschritt nicht möglich.
Frank Zappa
***
Die Normalität ist eine gepflasterte Straße;
man kann gut darauf laufen, doch
es wachsen keine Blumen auf ihr.
unbekannt
Gedächtnisverlust.
Mein „Onkel“, der Professor, versuchte mir die zwei geläufigsten Arten zu erklären, damit ich besser mit meinem Zustand umgehen lerne.
Die am häufigsten auftretende Art des Gedächtnisverlustes ist demnach die medizinisch - retrograde (rückwirkende) Amnesie. Bei dieser Art von Amnesie tritt ein Gedächtnisverlust, vor dem schädigenden Ereignisses auf. Bilder, sowie Zusammenhänge können nicht mehr in das Bewusstsein geholt werden. Der Gedächtnisverlust ist fast immer eine Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, einer Gehirnerschütterung, zum Beispiel als Folge eines Unfalls, oder nach einem Hirnschlag. Der in meinem Fall aufgetretene Gedächtnisverlust muss laut des Professors, bei einem traumatischen Erlebnis, einer „Gehirnwäsche“ oder Hypnose aufgetreten sein und dabei ist es zu einer dissoziativen Amnesie gekommen. Medikamentös ist diese Art des Gedächtnisverlustes bisweilen auch durch Langzeitmedikamententherapien, mit Stoffen wie Morphin, Fentanyl oder Propofol, nachgewiesen worden. Letzteres ist auch bekannt als Narkosemittel bei Operationen.
Der Begriff – Dissoziation – wird in der Psychiatrie verwendet und beschreibt das teilweise bis vollständige Auseinanderfallen von zusammenhängenden Funktionen der Wahrnehmung, des Bewusstseins und des Gedächtnisses. In einzelnen Fällen wurden Störungen im Erkennen der eigenen Identität festgestellt.
Der Professor vermutet, dass in meinem Fall, mindestens eins dieser Medikamente, wahrscheinlicher aber alle drei, zusätzlich zu Drogen, wie LSD und Amphetaminen, Anwendung gefunden haben. Dr. Maikow hatte, meinem „Onkel“ zufolge, alle drei der genannten Medikamente benutzt um mein Gedächtnis zu löschen. Wohl einhergehend mit einer „Gehirnwäsche“ und dem Herbeiführen von mindestens einem traumatischen Erlebnis, anders kann sich der Professor die vollständige Löschung meiner Erinnerung nicht erklären. Meine Erinnerung besteht aus Sequenzen von Bildern, die immer wieder, oft nur für Sekunden, auftauchen. Das kurze Aufblitzen von bekannten und weniger bekannten Gesichtern, ist jetzt mein Leben, so sehen die letzten Wochen aus, seit ich wieder ich bin.
Doch wer bin ich?
Gemessen an den Bildern in meinem Kopf – ein Monster.
Prof. Dr. Juan Jintao, mein „Onkel“, es fällt mir immer noch nicht leicht, ihn so zu nennen, denn eine klare Erinnerung habe ich nicht an ihn.
Nur mein Gefühl sagt mir, dass ich ihm sehr nahe stehe, gestanden habe, ich kann in meinem Gehirn jedoch keine Bilder entdecken, so sehr ich mich auch anstrenge, auf intellektueller Ebene ist er einfach ein Fremder für mich. Wäre da nicht das Gefühl einer starken Nähe, woher dieses auch immer kommen mag, könnte ich ihm kein Wort glauben.
Der Professor, es fällt mir leichter, ihn so zu nennen, klärte mich in den letzten Wochen über unser Verhältnis zueinander auf, nicht zuletzt, in der Hoffnung, dadurch meiner Erinnerung, ein wenig, auf die Sprünge zu helfen. Demnach lernten wir uns kennen, als mein Vater mich vor sieben Jahren, ich war damals 16 Jahre alt, aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls, in eine Privatklinik nach Russland gebracht hatte, in welcher der Professor praktizierte. Bei dem Unfall hatte ich mir schwere Knochenbrüche zugezogen und auch mein Rückenmark so stark verletzt, dass Lähmungserscheinungen auftraten und zu befürchten stand, dass ich über Kurz oder Lang im Rollstuhl enden würde. Mir fehlt jede Erinnerung an meine Eltern und ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an ein solch traumatisches Ereignis, wie diesen Unfall erinnern. Die ganze Geschichte erscheint mir sehr unrealistisch und verwirrt mich sehr, aber es wird noch viel irrer!
Wie mir der Professor weiter erklärte, behandelte er mich damals mit tierischer DNA.
Was für ein Scheiß!
Mein Vater wäre eben aufgrund dieser Forschungen des Professors, tierische DNA bei Menschen in Anwendung zu bringen, auf diese Klinik gestoßen. Die einzige und letzte Möglichkeit, mich vor einer drohenden Lähmung meiner Beine zu bewahren.
Damals, wahrscheinlich ebenso wie heute, war diese Art der Behandlung selbstverständlich verboten und nicht nur das, sie war auch ausgesprochen teuer. Was, wie mir der Professor erläuterte, für meinen Vater aber kein Problem war, da er ein so genannter Internetmillionär war, der über fast unerschöpfliche Mittel verfügte.
Auf meine Nachfrage, wo sich mein Vater, bzw. meine Eltern heute aufhalten würden, vertröstet er mich. Er begründet sein, zugegeben seltsames Verhalten, mit meiner Amnesie, er dürfe mir nicht alles erzählen, es sei unerlässlich, dass ich große Teile meiner Erinnerung selbst wieder finde.
Klar ist mir aufgefallen, dass er von meinem Vater in der Vergangenheit spricht, da ich jedoch keinerlei Erinnerungen, keine Bilder, ja nicht einmal ein Gefühl verspüre, welches mit meinen Eltern zusammenhängt, belasse ich es erst einmal dabei. Nicht zu Letzt deshalb, weil der Professor mit seiner Erzählung noch nicht zu Ende ist und die Sache nun erst richtig in Fahrt kommt, oder treffender ausgedrückt, völlig abdriftet.
Er erzählte weiter, das ich nach meiner, ich nenne es mal „Behandlung“, tatsächlich vollständig genesen bin. Ich habe mit meinen Eltern in München gelebt und Sprachen studiert. Angeblich spreche ich neben Englisch, fließend Russisch und Chinesisch.
Zwei Jahre läuft alles super, bis sich Veränderungen bei mir einstellen. Mein Gehör steigerte sich um ein Vielfaches, erst unmerklich, mit der Zeit jedoch so ausgeprägt, dass ich kaum noch das Haus verlassen konnte. Da mich der alltägliche Straßenlärm, einfach alle Geräusche, die ein normaler Mensch kaum, oder nur unbewusst wahrnimmt, so sehr belasteten, ja zeitweise unerträglich wurden und mir körperlichen Schmerz bereiten, half er mir dabei die Mutation in den Griff zu bekommen.
Dasselbe geschah mit meinen Augen.
Ich wurde lichtempfindlich, konnte mich anfangs nur noch in abgedunkelten Räumen aufhalten. Ich sehe nachts ebenso gut wie bei hellem Tageslicht. Meine Reflexe sind wesentlich schneller als bei jedem lebenden Menschen, ich kann weiter springen und schneller laufen als jede andere Person auf diesem Planeten.
Als diese „Mutationen“, wie der Professor die Veränderungen nennt, auftraten, holte mein Vater ihn nach Deutschland. Der Professor brachte mir zunächst das Meditieren bei und schaffte es so durch verschiedenste Meditationstechniken, mit den „Mutationen“ klar zu kommen und nicht nur das, ich würde sie sogar beherrschen. Soll heißen, ich könnte sie ebenso willentlich unterdrücken, wie aktivieren.
Bis zur Erwähnung, bzw. Erklärung meiner Mutationen, habe ich den Professor wirklich für einen Spinner gehalten. Obwohl ich keinerlei Erinnerungen daran habe, wie mein Leben noch vor ein paar Wochen ausgesehen haben mag, so ist mir doch sehr wohl aufgefallen, dass ich ungewöhnlich gut sehe. Gespräche, die meine Mitbewohner in anderen Räumen führen, kann ich ohne Anstrengung durch geschlossene Türen oder Wände hören. Ich bin in ausgezeichneter Form, Kletterpartien in die nahe gelegenen Berge, lange und ausdauernde Läufe strengen mich kaum an.
Zugegeben alles Dinge, die mich in den zurückliegenden Wochen sehr verwirrt haben, eigentlich eher verängstigten. Vor allem im Vergleich zu den anderen Personen hier im Haus. Schon lange erscheinen mir meine Mitbewohner sehr langsam in ihren Bewegungen, ihre Stimmen sind zwar angenehm, aber doch sehr laut. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass ich, wenn wir uns im Freien bewegen, einfach viel langsamer gehen muss und ich viel weitere Strecken laufen kann, ohne zu ermüden. Auch habe ich mit der Zeit gelernt, mein Gehör abzuschirmen, wie der Professor es nennt. Allerdings war dies, in meiner Erinnerung, kein aktiver Akt, es ist einfach irgendwie passiert.
An meiner Angst und an meinen Zweifeln, haben die Erklärungen des Professors allerdings nichts geändert. Nur Eines, er lügt mich anscheinend nicht an.
Ich bin noch weit davon...
| Erscheint lt. Verlag | 21.2.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Tödliche Abweichung | Tödliche Abweichung |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | action • Freundschaft • Genmanipulation • Liebe • Mutation • Spannung • Superkräfte • Übersinnliches |
| ISBN-10 | 3-7541-8593-4 / 3754185934 |
| ISBN-13 | 978-3-7541-8593-3 / 9783754185933 |
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