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Perry Rhodan 3293: Rhodans Vergangenheit (eBook)

Perry Rhodan-Zyklus 'Fragmente'
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
64 Seiten
PERRY RHODAN digital (Verlag)
978-3-8453-6293-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Perry Rhodan 3293: Rhodans Vergangenheit -  Michael Marcus Thurner
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Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Vielleicht kann Perry Rhodan, der als erster Mensch auf Außerirdische gestoßen ist, endlich sein großes Ziel erreichen: Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Doch ES weilt nicht mehr in der Milchstraße - das Geisteswesen ist in Fragmente zersplittert worden, die sich an verschiedenen Stellen im Kosmos befinden. Mehrere dieser Teile konnten gefunden und geborgen werden, aber nicht immer verlief alles nach Plan. Während nun in der Milchstraße eines nach dem anderen eintrifft, ist Perry Rhodan auf der Spur des letzten relevanten Fragments für eine erfolgreiche Re-Genese von ES: Sein Weg führt ihn in RHODANS VERGANGENHEIT ...

1.

Der Prophet

 

»Storr!«, rief einer der Gläubigen, hob die Rechte und ließ das weiße Tuch in seiner Hand im Wind flattern.

»Storr!«, nahmen zwei junge Frauen den Ruf auf und erhoben ebenfalls ihre Arme.

»Zeig uns den Weg!«

»Erleuchte uns!«

»Hilf uns, erlöse uns!«

»Storrstorrstorrstorr ...«

Erst hundert-, dann tausendfach wurde der Name des Dunkelmahners aufgenommen. Alt und Jung, Groß und Klein, sehnten den Auftritt des Sektenführers herbei. Sie alle wollten Balaga Storr sehen. Dessen Gemeinde hatte während der vergangenen Jahre enormen Zufluss genossen.

Diona Ferrante blieb ruhig und beobachtete. Sie sog die Stimmung auf, prägte sich Gesichter ein und überprüfte mit all ihrer Professionalität die Sicherheitsvorkehrungen, die in der Nähe des Podiums getroffen worden waren.

Es war wichtig, das Phänomen des Sektenführers zu verstehen. Die Solare Abwehr musste wissen, ob Storr eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellte. Und wenn ja, wie man ihr am besten begegnete.

Der Crest-Park füllte sich rasch, das Gedränge und Geschiebe wurde größer. Ferrante reckte ebenfalls den Arm in die Luft und filmte mit ihrem Multikom am Handgelenk über die Menschenmassen hinweg. Sie liebte das Gerät und hatte ihm sogar einen Namen gegeben.

Kassandra. Ein weiteres Meisterwerk, das unter der Leitung des »Kleinen Majors« entstanden ist.

Viele Aufnahmen waren unbrauchbar, weil viele weiße Tücher den Blick auf das Podium weitgehend verdeckten. Aber sie war nicht die einzige Agentin, die bei Storrs Rede vor Ort war. Auch Iso-Augen waren im Einsatz, kleine Roboter, die über der Menge schwebten. Die SolAb würde jede Menge Bild- und Tonmaterial zusammenbekommen und von den großen Positroniken auswerten lassen.

Links von Ferrante entstand Unruhe durch ein kleines Handgemenge. Unter die Zuseher hatten sich auch Gegner des Sektenführers gemischt. Es handelte sich um Angehörige einer anderen, konkurrierenden Sekte, der Spiegelgesichter. Sie verbargen sich hinter spiegelnden Masken, riefen Schmähgesänge und machten sich über die Anwesenden lustig.

Noch blieb alles im Rahmen, aber Ferrante musste darauf vorbereitet sein, Roboter zwischen die beiden Gruppen zu schicken.

Ruhe kehrte mit einem Mal ein. Ferrante ging auf die Zehenspitzen. Alle Arme senkten sich, die weißen Tücher wurden eingerollt. Jeder wollte den Mann sehen, der auf die Bühne kam und dem respektvoll Platz gemacht wurde.

Balaga Storr, der Dunkelmahner. Ein Prophet des Untergangs, der so ganz anders wirkte, als sie sich einen Guru vorstellte: 1,90 Meter groß, breitschultrig, selbstsicher. Die weißblonden Haare waren kurz geschnitten. Sie umrahmten ein kantiges Gesicht mit weit vorgerecktem Kinn.

Storr wirkte verkrampft. Die Halsmuskulatur angespannt, die Hände zu Fäusten geballt. Alles an ihm strahlte verhaltene Energie aus.

Hoffentlich entlädt sie sich nicht, dachte Ferrante. Er besitzt Macht über seine Jünger, wenn ich die Verzücktheit und das Lächeln in ihren Gesichtern richtig deute.

Storr hob abrupt beide Arme, öffnete die Fäuste und zeigte überraschend feingliedrige Finger. Er überkreuzte die Arme und reckte sie dann weit in die Höhe, der Sonne entgegen, die hoch am Himmel stand. So blieb er stehen, bis alle Stimmen verstummten. Selbst die seiner Spötter.

»Es ist die Ruhe vor dem Sturm«, sagte Storr mit sonorer Stimme und ließ die Arme wieder sinken. »Alles wird sich ändern. Bald.«

Ferrante mochte diese Stimme. Sie klang vertrauenswürdig und war kräftig, stockte aber manchmal. Wie die eines Mannes, der seine innere Überzeugung erst vor Kurzem entdeckt hatte und selbst davon am meisten überrascht war.

»Wir schreiben den 17. April 2466«, fuhr Storr fort. »Mehr als achtundzwanzig Jahre sind seit dem schrecklichen Überfall der Dolans auf Terra vergangen. Für uns Ältere, die wir die Beinahezerstörung der Erde miterleben mussten, sind traumatische Erinnerungen zurückgeblieben. Die Jüngeren unter uns kennen die schrecklichen Ereignisse aus Trivids und aus dem Schulunterricht.« Storr seufzte tief. »Vielleicht setzt irgendwann einmal ein kollektives Vergessen ein und es wird nur noch das Dolan-Memorial an diese schreckliche Zeit erinnern. Seit Jahren wird daran gebaut. Und obwohl es vor ein paar Tagen offiziell eröffnet worden ist, ist es noch lange nicht fertig. In Handarbeit werden die Namen von zwei Milliarden Menschen in den Basalt eingeritzt und mit Goldfarbe überzogen. Zwei Milliarden Tote. Ein Drittel aller Bewohner unserer wunderbaren Welt wurde uns genommen.«

Es war mit einem Mal so still, dass nur das Flattern vereinzelter Tücher im Wind zu hören war. Ferrante schaute sich um. Die Menschen waren allesamt in Gedanken versunken.

Es gibt wenige prägnante Erlebnisse in einem Menschenleben, an die man sich stets in absoluter Klarheit zurückerinnern kann. Was man zu diesem Zeitpunkt getan hat, wo man sich aufhielt. Was man damals gegessen, mit wem man geplaudert hatte. Der Angriff der Dolans, diese wenigen Tage, wird niemand vergessen, der damals mit dabei war. Ferrante fühlte eine Gänsehaut an ihren Armen hochkriechen. Ich war gerade mal elf Jahre alt. Ich spielte mit Freunden im Gianicolense Park Fußball. Ich trug das Shirt meines Jungmädchenschwarms Nanni Viodoro, der legendären Nummer 18 der Roma Calzio, als die Sirenen zu heulen begannen. Als sich der Himmel verdunkelte. Als ein Monstrum aus Fleisch und Metall aus den Wolken fiel, mit zwei Intervallkanonen das Feuer eröffnete und tiefe Schneisen durch die Straßen zog. Sturm fegte über mich hinweg. Ich hatte mit einem Mal eine Geruchsmischung in der Nase, die ich niemals vergessen werde ...

Ferrante schüttelte ihre Gedanken ab. So rasch wie möglich. Sie durfte nicht tiefer in der Vergangenheit versinken.

Es ging vielen der Anwesenden wie ihr. Die Menschen keuchten, seufzten und weinten, von Erinnerungen übermannt, die sie so rasch wie möglich wieder beiseiteschieben wollten.

»Es war eine schreckliche Zeit«, ertönte erneut Storrs Stimme. »Aber markierte sie auch den Tiefpunkt einer Epoche? – Ich glaube nicht.«

Wieder kehrte Stille ein. Diesmal war sie erwartungsvoll. Und bange.

»Ich befürchte, dass sich die Dinge noch weiter zum Schlechten entwickeln werden. Falsch: Ich befürchte nicht, sondern ich weiß. Die Engel der Düsternis sind um mich, sie reden durch mich.«

Dies war der Kipppunkt in Storrs Rede. Zu ihrer Genugtuung bemerkte Ferrante, dass viele der Anwesenden so reagierten, als würden sie aus einem schlechten Traum erwachen. Sie schüttelten die Köpfe, schnalzten mit den Zungen, seufzten tief oder verdrehten die Augen.

Die Märchenzeit begann. Storr erzählte von seinen Engeln. Wie er mit ihnen kommunizierte und was sie ihm zu sagen hatten. Geschickt verwob er Geschehnisse der vergangenen Tage und Wochen mit angeblichen Prophezeiungen. Die Reisernte in den ausgedehnten Marschen südlich Terrania Citys fiel schlechter aus als in den Jahren zuvor, weil die robotische Überwachung an einigen Tagen versagt hatte. Auf dem Asteroiden Kommo 363 hatte eine Luftpumpanlage versagt und 36 Prospektoren in den Tod geschickt. Ein traumatisierter Raumveteran war aus seinem Pflegeheim ausgebrochen und hatte wahllos Menschen in Crest Lake City getötet. Der Verlust von mehr als 20 Leben war zu beklagen gewesen.

»... wenn man den Fehler begeht und diese Ereignisse einzeln betrachtet, erscheinen sie als schreckliche Tragödien, aber eben als punktuelle, nun ja, Störungen, während sich unser Leben allmählich normalisiert. Die Regierung mit Großadministrator Rhodan an der Spitze will uns weismachen, dass es langsam wieder aufwärtsginge. Dass wir Menschen neue Räume im Weltall erobern würden. Dass die Aufräumarbeiten auf der Erde irgendwann einmal erledigt wäre und außer ein paar Narben nichts übrig bliebe.

Glaubt ihr das? Könnt ihr euch das wirklich vorstellen?« Storr schüttelte energisch den Kopf. »Die Glanzzeiten des Imperiums sind vorüber. Wir stehen am Beginn einer Abwärtsentwicklung. Wir alle werden unter Rezessionen zu leiden haben, deren Ausmaße wir noch nicht begreifen. Weitere Kolonien werden sich von uns abwenden, dringend benötigte Rohstoffe werden auf Terra nicht mehr verfügbar sein. So haben es mir die Engel der Düsternis erzählt.«

Terraner wandten sich ab, manche lachten ungläubig. Einige Spiegelgesichter, die nahe am Podest standen, verlachten Storr offen.

Der Prophet blieb unbeirrt. Er malte Weltuntergangsszenarien. Er prophezeite den Tod Sols und faselte von einer rasenden Galaxis, die in nicht allzu ferner Zukunft eintreffen und das Gefüge der Milchstraße und insbesondere das des Orion-Arms zerstören würde. Eine gewaltige Schiffsflotte, deren Schiffe wie Heuschrecken über bewohnte Welten herfallen würden. Ein totes, entleertes und entseeltes Terra und im Gegensatz dazu eine Roboterzivilisation, die sich rasend schnell ausbreitete und immer größere Teile des Imperiums vereinnahmte. Eine Sternenpest, die Körper und Geist aller Menschen befiel. Haluter, die nach der Errettung der Erde das Gegenteil bewirkten und sich gegen die Menschen stellten. Denn mit der Rettung käme der Untergang ...

»Nicht alles davon muss zwingend geschehen«, schloss Storr seine Litanei. »Die Engel der Düsternis meinen, dass dies mögliche, zukünftige Ereignisse wären. Weil Großadministrator Rhodan versagt hat und es immer noch tut. Seine Politik ist fatal. Er hat Terra in den Fokus dunkler Mächte gerückt und so etwas wie einen kosmischen Fluch...

Erscheint lt. Verlag 26.9.2024
Reihe/Serie Perry Rhodan-Erstauflage
Perry Rhodan-Erstauflage
Verlagsort Rastatt
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Neo • Perry Rhodan • Perryversum • Science Fiction
ISBN-10 3-8453-6293-6 / 3845362936
ISBN-13 978-3-8453-6293-9 / 9783845362939
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