Nur ein ferner Traum von Liebe? (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-1902-1 (ISBN)
Eine eigene Ranch im idyllischen Miracle Harbour! Corrine sollte sich freuen über ihr unerwartetes Erbe. Doch die Sache hat einen Haken: Bedingung ist, dass sie innerhalb eines Jahres heiratet. Bloß wen? Zwar weckt ihr gut aussehender neuer Nachbar Matt Donahue bald ungeahnte Sehnsucht in ihr. Doch kaum gibt sie sich seinen Zärtlichkeiten hin, fürchtet sie, dass er mehr an ihrem Land als an ihr interessiert ist. Verletzt muss sie sich fragen: Hat Matt sie nicht aus Liebe, sondern aus purer Berechnung verführt?
<p>Cara Colter hat Journalismus studiert und lebt in Britisch Columbia, im Westen Kanadas. Sie und ihr Ehemann Rob teilen ihr ausgedehntes Grundstück mit elf Pferden. Sie haben drei erwachsene Kinder und einen Enkel. Cara Colter liest und gärtnert gern, aber am liebsten erkundet die begeisterte Reiterin auf ihrer gescheckten Stute Dakota die kilometerweiten Waldwege, die direkt an ihrem Haus vorbei- und in die freie Natur führen. Als Autorin von insgesamt 40 Büchern wurde Cara Colter mehrfach ausgezeichnet. 2006 erhielt sie von der Romantic Times einen Sonderpreis für ihre humorvollen Romane, 2007 kam sie erstmalig auf die Bestellerliste von Waldenbooks.</p>
1. KAPITEL
Einige Monate später …
Mein Geschenk! Corrie schob die Hände in die Gesäßtaschen ihrer Jeans, und wippte auf den Fersen vor und zurück, während sie ihre Hütte betrachtete, die sich klein, aber solide gebaut unter den imposanten Ästen eines riesigen roten Ahorns duckte. Sie gehörte tatsächlich ihr.
Ihr war es egal, dass die Verandabretter durchhingen, die Dachschindeln mit einer dicken Moosschicht bedeckt waren und die Fenster so dreckig, dass sie nicht hineinlinsen und sicher noch weniger herausschauen konnte. Genauso wenig interessierte es sie, dass die zweite Treppenstufe eingebrochen war und offenbar einzelne Ziegel von der Schornsteinumrandung fehlten.
Mit einem leisen Seufzer ließ sie es zu, dass sich ein kleines Glücksgefühl in ihr ausbreitete. Nie zuvor hatte irgendetwas nur ihr allein gehört.
Natürlich besaß sie ihre Kleidung und ihren alten geliebten Jeep, der an einigen Stellen sogar seine ursprüngliche grüne Farbe aufwies. Doch sie wohnte immer noch in einer Mietwohnung in Minneapolis, trotz ihres Erfolgs mit Brandy – einem Kinderbuch, in dem es um ein ebenso mutiges wie temperamentvolles und findiges Waisenmädchen ging, das es mit der gesamten Welt aufnahm.
Warum habe ich mir von dem Geld kein Haus gekauft? Vielleicht, weil ich das Schicksal nicht versuchen oder besser nicht herausfordern will, indem ich es wage, an etwas Gutes zu glauben? Selbst ihre gedämpfte Freude über diese baufällige Hütte beunruhigte sie, da Positives in ihrem Leben bisher nie von Dauer gewesen war.
„Tja, und was Brit betrifft, bist du tatsächlich weit davon entfernt, ein Volltreffer zu sein“, teilte sie ihrem baufälligen Cottage-Verschnitt mit.
Ihre Schwester Brittany war entsetzt gewesen, als sie die winzige Hütte zu Gesicht bekommen hatte. Das Gebäude war umgeben von verwilderten Weiden, deren Gras und Unkraut die morschen Zäune überragte.
„Du kannst bei mir und Mitch wohnen“, hatte Brit angeboten, kurz nachdem Corrie endlich in Miracle Harbor angekommen war.
„Auf keinen Fall! Ihr beide seid doch frisch verheiratet!“
Die Hochzeit war gerade mal eine Woche her. Brit und Mitch hatten kaum lange genug die Hände voneinander lassen können, um ihre Eheversprechen abzulegen.
Corrie wollte nicht vorgeführt bekommen, dass Träume tatsächlich wahr werden konnten und Wunder geschahen, selbst wenn man nicht daran glaubte. Ihre Schwestern waren der Beweis dafür. Ihr Hals wurde eng, wenn sie daran dachte, dass beide inzwischen ihr Glück in Miracle Harbor gefunden hatten.
„Wir kommen und helfen dir beim Ausmisten und Aufräumen“, hatte Abby tapfer versprochen, mit Blick auf die riesigen Spinnweben in der kleinen Hütte. Dabei war sie schrecklich blass um die Nase gewesen.
Es hatte Corrie erstaunt, dass nicht nur Abby, sondern ihre beiden Schwestern grässliche Angst vor Spinnen hatten – genau wie sie selbst. Gleichzeitig spürte sie, wie sich ein seltsam weiches Gefühl in einer Ecke ihres zu Eis erstarrten Herzens einnistete.
Allein schon deshalb hatte sie die Hilfsangebote dankend abgelehnt. Aber auch aus anderen Motiven. Zum einen ertrug sie es nicht, anderen etwas zu schulden. Außerdem fühlte sie sich überfordert von der offen gezeigten Begeisterung und Zuneigung ihrer Schwestern, die doch nichts über sie wussten.
Und es gab noch einen weiteren Grund. Indem sie sich allein um alle Räumarbeiten und notwendigen Reparaturen kümmerte, beanspruchte sie ihr Geschenk ganz für sich. Damit gehörte es ihr auf eine Art und Weise, die ihr niemand wegnehmen konnte.
Corrie atmete tief durch und schaute um sich. Überall gab es Arbeit. Ihre Hütte war baufällig, Hofplatz und Garten im Grunde nicht existent. Aber irgendwo musste sie schließlich anfangen.
„Los, Corrie!“, rief sie sich zur Ordnung. „Jetzt geh in dein Häuschen und leg los. Sonst musst du heute Nacht womöglich im Freien schlafen.“ Instinktiv überlegte sie, wo es wohl mehr Spinnen geben mochte, drinnen oder draußen.
Ein letztes Mal atmete sie tief durch, dann übersprang sie die kaputte Stufe und verpasste der Tür einen Stoß. Sie öffnete sich mit einem quietschenden Protestlaut.
Das Innere der Hütte war denkbar schlicht. Ein großer Raum diente gleichzeitig als Küche und als Wohnzimmer. Die Trennung zwischen den beiden Bereichen markierte ein schwarzer bauchiger Kaminofen. Die Küchenzeile bestand aus einer Schrankreihe, die dringend nach frischer Farbe verlangte, und einer schäbigen Arbeitsplatte, die entweder neu beschichtet oder – besser noch – ausgetauscht werden musste. Kühlschrank und Herd waren glücklicherweise neu und intakt.
Von der kombinierten Wohnküche führte ein Durchgang ohne Tür in ein Schlafzimmer, das aussah, als wäre es nachträglich angebaut worden. Auch das winzige Bad musste später entstanden sein, denn die Hütte hatte mindestens achtzig oder neunzig Jahre auf dem Buckel, das Bad hingegen war modern, hell und sauber.
Corrie mochte die grauen Holzwände und das riesige, fast bodentiefe Fenster in dem unmöblierten Wohnraumteil. Nach dem Fensterputzen musste das Licht in diesem Raum spektakulär sein. Zuerst würde sie ihre Staffelei auspacken und genau hier aufstellen, von wo aus sie auf das wilde wuchernde Gras, die Fülle unterschiedlichster Blumen, die Baumgruppe und die schiefe Scheune schauen konnte. Und zwar in dem Wissen, dass alles, was sie sah, ihr gehörte … ihr allein.
Corrie stellte sich in den Sonnenstrahl, der durchs Fenster ins Innere fiel, wischte mit der Schuhspitze den fingerdicken Staub von den Bodendielen und lächelte zufrieden, als sie den warmen, goldenen Ton der Holzbohlen sah. In Gedanken versunken malte sie sich bereits leuchtend gelbe Vorhänge an den Fenstern aus, Teppiche auf dem Boden, rote Tulpen in einem Glas auf dem Küchentisch …
„Jemand zu Hause?“
Sie keuchte und wirbelte herum. Ein angeborener Instinkt trieb sie dazu, nach einer Waffe zu suchen … nach etwas, um sich zu schützen. Ihre Gedanken rasten. Ihr neues Heim lag weit entfernt vom nächsten Nachbarn. Hier würde niemand ihre Hilfeschreie hören.
Dann schaltete sich ihr Verstand wieder ein, und sie erinnerte sich. Die Möbelpacker! Es mussten die Umzugsleute sein. Schließlich wartete sie dringend darauf, dass ihre spärlichen Habseligkeiten angeliefert wurden.
Der Mann füllte nahezu den Türrahmen aus. Einen Moment lang sah sie nur seine Silhouette im Gegenlicht und erkannte sofort, dass es kein Möbelpacker war. Trotzdem hielt sich ihre Angst in Grenzen. Und je mehr sie von ihm sah, desto mehr entspannte sie sich.
Beigefarbener Cowboyhut, weißes T-Shirt, schmale Jeans an langen muskulösen Beinen, Boots und sehr breite Schultern. Auch ohne Hut trug er das unsichtbare Etikett: handsome Cowboy.
Ihr wäre nie in den Sinn gekommen, dass es in dieser Gegend Cowboys geben könnte. Aber was wusste sie schon von Oregon, außer dass das Klima hier freundlicher zu sein schien als in Minnesota.
„Entschuldigung, ich wollte Sie nicht erschrecken.“
„Sie haben mich nicht erschreckt“, gab sie kühl zurück.
Inzwischen hatten sich ihre Augen an das reduzierte Licht gewöhnt, sodass sie ihn noch besser ins Visier nehmen konnte. Braune Augen, der Blick unerschütterlich, ruhig und stark. An den Augen eines Menschen ließ sich viel ablesen. Es war eine Überlebenstechnik, die Corrie perfektioniert hatte, ein Überbleibsel aus ihrer Kindheit.
Seine Wangenknochen waren ausgeprägt, die Nase schien irgendwann gebrochen zu sein, doch seltsamerweise machte ihn dieser Makel anziehender, als es reine Perfektion vermocht hätte.
Dafür hatte er einen absolut perfekt geschnittenen Mund, stellten ihre Künstleraugen fest. Die sinnliche Fülle der Unterlippe korrespondierte perfekt mit der feingemeißelten Kurve seiner Oberlippe und …
Er machte mit ausgestreckter Hand einen Schritt auf sie zu, und Corrie wich instinktiv zurück und presste die Lippen zusammen.
Regel Nummer drei: Lass dir nie deine Angst ansehen!
Es spielte keine Rolle, dass sie nicht einmal wusste, warum sie Angst hatte und alles in ihr schrie, dass es gefährlich sei, diese ausgestreckte Hand zu ergreifen. Zumal sie genau wusste, wie sie sich anfühlen würde: trocken, kräftig und fest.
Ein warmer, fester Händedruck würde sie dazu verführen, in ein Paradies zu schauen, in dem die Menschen nie allein waren. Nur ein kurzer verlockender Blick, bevor er seinen Griff lösen und sich wieder zurückziehen würde. Verzweifelt wehrte Corrie sich gegen eine gefährliche Sehnsucht, die sich ungefragt in ihr breitmachte und mit allen Mitteln bekämpft werden musste.
„Was kann ich für Sie tun?“, fragte sie mit eisiger Stimme, der nicht die geringste Regung zu entnehmen war. Doch sie wusste, dass er verstand, obwohl seine Reaktion kaum wahrnehmbar war. Das Zucken eines Muskels im Mundwinkel, ein leichtes Zusammenkneifen der Augen, das den unglücklichen Effekt hatte, die Dichte seiner nachtschwarzen, für einen Mann viel zu langen Wimpern noch zu betonen.
„Ich bin Matt Donahue“, stellte er sich vor, wobei er den anfänglich warmen Ton ihrer deutlich kühleren Stimme anpasste. „Ihr nächster Nachbar.“ Zu welcher Seite, präzisierte er mit einem Nicken in die entsprechende Himmelsrichtung.
Corrie schwieg, wartete ab und verschränkte nach einem Moment die Arme vor der Brust.
„Ich bin schon länger...
| Erscheint lt. Verlag | 23.12.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia | Julia |
| Übersetzer | Gudrun Bothe |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Amerikanisch • Autor • Belletristik • beste • Buch • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • Cowboy • Cowboys • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • Ehefrau • Emotional • Erbe • Erfolgsautor • Fiktion • Frauen • Frauenliteratur • Frauenroman • Freundin • für • Gemütlich • Geschichte • Geschichten • Heirat • herzergreifend • herzerwärmend • Kleinstadt • Landleben • Landromanze • Leidenschaft • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebhaber • Mädchen • Mama • Mutter • Muttertag • Nachbarn • Ranch • ranch-romanze • Roman • romantisch • Romantische • Romantische Bücher • Romanze • SIE • Täuschung • Top • Top-Titel • Verführung • Werden • Westen • Western • Western-Romanze • Wilder • Zeitgenössische |
| ISBN-10 | 3-7515-1902-5 / 3751519025 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-1902-1 / 9783751519021 |
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