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der wolf und das morgenrot (eBook)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
328 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-02951-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

der wolf und das morgenrot -  Jeanette Y. Hornschuh
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Eine wundervoll illustrierte Ausgabe von Band 4 der außergewöhnlichen Buchreihe 'der dämon und die lethargie' - aus der Feder der Künstlerin Jeanette Y. Hornschuh. Dämonen töten Menschen - Jäger töten Dämonen. Doch Fior will sich diesem scheinbar unumstößlichen Grundsatz nicht fügen. Zu lange schon haben Dämonen sich in ihrer Rolle als Beute gefügt - es wird Zeit, das Verhältnis umzukehren. Warum sollten ausgerechnet schwächliche Menschlein über Dämonen stehen? Doch als Fior bereits dabei ist, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, trifft er auf eine offensichtlich vollkommen verrückte Menschenfrau. Sie muss einfach verrückt sein, denn sie äußert eine Bitte an Fior, die kein Mensch je stellen würde...

Jeanette Y. Hornschuh lebt mit ihrer Familie umgeben von goldenen Feldern und malerischen Wiesen. Schon als Kind zeichnete sie gern Geschichten und betrachtete die Welt hierbei auf ihre ganz eigene Weise. Später studierte sie Finance / Accounting / Controlling / Taxation in Eberswalde; seit 2012 ist sie im Bereich Transfer Pricing tätig und arbeitet außerdem als freischaffende Illustratorin und Autorin. Jeanette bewegt sich in einem interessanten Umfeld zwischen Zahlen und Farben - was für eine Mischung! Sie zieht einen einzigartigen Humor hieraus und verarbeitet ihn zu lebendigen und mitreißenden Geschichten. Ihre Jugendromane schaffen eine Welt, die den Leser vom ersten Augenblick an verschlingen.

Jeanette Y. Hornschuh lebt mit ihrer Familie umgeben von goldenen Feldern und malerischen Wiesen. Schon als Kind zeichnete sie gern Geschichten und betrachtete die Welt hierbei auf ihre ganz eigene Weise. Später studierte sie Finance / Accounting / Controlling / Taxation in Eberswalde; seit 2012 ist sie im Bereich Transfer Pricing tätig und arbeitet außerdem als freischaffende Illustratorin und Autorin. Jeanette bewegt sich in einem interessanten Umfeld zwischen Zahlen und Farben - was für eine Mischung! Sie zieht einen einzigartigen Humor hieraus und verarbeitet ihn zu lebendigen und mitreißenden Geschichten. Ihre Jugendromane schaffen eine Welt, die den Leser vom ersten Augenblick an verschlingen.

1.

Meine Finger gleiten über ihre Wange, so sacht, als würde ich über ein zartes Blütenblatt streichen. Sie ist von solch einer Sanftheit… Strahlend, nahezu weiß und so kühl… Nicht der kleinste Makel stört dieses ebenmäßige Bild. Mir ist, als würde ich in dieser Vollkommenheit ertrinken…

Ihre Wange nimmt eine rosafarbene Nuance an. Die plötzliche Wärme lässt meine Fingerspitzen vibrieren… Widerwillig ziehe ich meine Hand zurück. Mein Blick verfängt sich in ihren Augen. Das helle Kirschrot darin funkelt mir missbilligend entgegen.

„Entschuldige…“ murmle ich, obgleich mich meiner Ansicht nach keinerlei Schuld trifft. Sie ist mir so nah… es ist einfach zu verführerisch…

Nun wippt sie hin und her und lässt ihre Füße dabei jedes Mal weiter nach hinten über den Boden gleiten, jedes Mal entfernt sie sich ein kleines Stück mehr… Eine geschickte Art, auf Abstand zu gehen, ohne die Zurückweisung offen kundzutun…

Ihr süßer Mund verzieht sich zu einem schiefen Grinsen, während sie tänzelnd über den sandigen Weg schwebt: „Du kannst dich glücklich schätzen!“ Die anmutige Bewegung lässt ihre weißen Haare um sie herumwirbeln. „Immerhin…“, führt sie weiter aus, „…darfst du einem überaus witzigen, charmanten, gutaussehenden und geduldigen Exemplar unserer Gattung Gesellschaft leisten!“

Das kann ich wohl… Ich kann mich glücklich schätzen…

„Also…“, erhebt sie und lässt das Kirschrot nochmals einen Ton dunkler strahlen, „…solltest du dich lieber benehmen, mein lieber Fior.“

Ja… ich kann mich glücklich schätzen, eine Gefährtin wie sie zu haben…

Der Klang meines Namens hallt noch lange im tiefen Grau nach. Auf das schönste Licht folgt der längste Schatten… Ein Rascheln ertönt unter mir - keine Notwendigkeit, mich dem zu widmen. Ich bin mir auch so vollends bewusst, dass es keine Gefahr für mich birgt. Bedächtig reibe ich über meine Augen und versuche wieder Klarheit über meine Gedanken zu bekommen. Kurz ist ein leises Fiepen zu vernehmen, dann zieht ein Wolf an der Kiefer vorbei, in dessen Krone ich mich versteckt halte, und bringt seine Beute in Sicherheit. Der Duft von Blut strömt vom Boden zu mir herauf. Obgleich es nur tierisches Blut ist, reagieren meine dämonischen Instinkte augenblicklich darauf und ein angenehmes Brennen flutet meine Nerven. Meine Lungenflügel pumpen sich auf, um die Note, die in der nassen Luft liegt, in sich aufzunehmen. Eine gefährliche Anspannung durchzieht mich, alle Sinne stellen sich scharf.

Ein wohliges Seufzen entfährt mir: „Mhhhhaaa…“

Zu schnell schon ist dieser Moment vorbei, der leichte Nieselregen wäscht den Duft fort und das Hochgefühl verblasst. Missmutig wische ich mir eine schwarze Strähne aus der Stirn. Meine klammen Sachen hängen mir am Leib, es ist Tage her, dass ich das Gefühl von trockener Kleidung auf der Haut spürte. In dieser Gegend scheint es um diese Jahreszeit unablässig zu regnen. Der Regen ist nicht einem tosenden Strom gleich, der auf die Erde niedergeht. Es ist vielmehr ein nicht enden wollender, seichter Nieselschauer, der sich bis in jede Pore niederzulegen scheint und dort eine raue Kälte hinterlässt. Eine wahre Monotonie der Nässe…

Mein Blick gleitet über die Landschaft, noch erspähe ich nichts von Interesse. Doch da ist dieses leise rhythmische Klopfen, das zwischen dem Tröpfeln mitschwingt… Ich wische mir über das triefnasse Gesicht. Vermutlich liegt es an den geografischen Gegebenheiten, dass sich die Wolken so ungewöhnlich lange hier halten. Dieses Gebiet ist gezeichnet von einer felsigen, groben Landschaft, die sich in asymmetrischen Formen, kantig, zerklüftet und ohne jegliches Feingefühl für harmonische Übergänge oder Farbverläufe emporhebt. Umschlossen von grauen Steinwänden bleibt der aufsteigenden Feuchtigkeit wohl nicht viel Raum, um in andere Gefilde weiterzuziehen. Warum es das niedere Menschenvolk dennoch hier hält, ist mir ein Rätsel. Vermutlich, weil sie meinen, in für sie schwer erreichbaren Gegenden besseren Schutz vor Meinesgleichen zu finden. Wie töricht sie doch allesamt sind… Sie lassen sich zuhauf in Städten nieder, umringen sich mit Wällen, mit Brettern oder Pfählen, sie suchen Schutz in Hütten und sie halten sich menschliche Hunde, die sie verteidigen sollen.

Wieder lasse ich meine Augen über die Landschaft gleiten. Abermals entfährt mir ein Seufzen, doch dieses Mal ist es der Ungeduld geschuldet. Statt dem nassen Grau weiter entgegenzublicken, gönne ich meinen Augen abermals ein paar Sekunden Ruhe und konzentriere mich auf die Geräuschkulisse. Das Klopfen, das zu Beginn noch recht entspannt wirkte, wird nun, da es sich mir weiter nähert, stetig unruhiger. Es ist der Instinkt, genau wie bei meiner Gattung… Nur der Auslöser ist ein anderer. Das, was das Klopfen so klingen lässt, ist meine Anwesenheit, meine dämonische Präsenz. Und doch nähert es sich so entsetzlich langsam… Würde es sie doch nur schneller hertragen - die Hündin, die auf der Suche nach mir ist. Es kostet mich einiges an Willenskraft, meine vorteilhafte Position hier oben in der Kiefer nicht aufzugeben, um ihr entgegenzustürmen. Doch ich zwinge mich, hier zu verharren und versuche, mich weiter mit belanglosen Gedankengängen abzulenken. Allzulange sollte es nicht mehr dauern, bis sie den Felskamm erreicht, auf dem sich die Kiefer zwischen einer lichten Gruppe von weiteren Bäumen behauptet…

Oft frage ich mich, wie es wohl um den Selbsterhaltungstrieb bei ihnen bestellt ist. Einen guten Hund zeichnet es wohl aus, in Bezug auf diesen Urinstinkt eine möglichst geringe Ausprägung vorzuweisen. Anderenfalls würden sie sich nicht auf derartige Verfolgungsjagden einlassen, die sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihr Leben kosten. Einem Dämon gegenüberzutreten, ja gar ihn noch zu jagen, geht wohl weit über das hinaus, was andere Sterbliche bereit wären, zu riskieren. Ein Leben… als Preis für was? Anerkennung im gemeinen Volk, Stellung, Jubel? Dabei haben die Hunde nicht einmal ein gutes Auskommen, für das es sich lohnen würde. Sie werden gefüttert und gepflegt, Geld oder Reichtümer erhalten sie für den Einsatz ihres Lebens jedoch nicht. So viel ist den Sterblichen der Schutz durch den Hund dann doch nicht wert… Tse… Da sind mir jene Jäger, die die Jagd des Jagens wegen feiern, lieber. Sie sind uns ähnlicher, sie gieren ebenso nach Blut wie wir.

Mittlerweile dröhnt das Klopfen brüllend laut in meinen Ohren, doch immer noch erklingt es im Gleichklang. Die Hündin ist recht geschickt, bis auf das Klopfen ertönt kaum ein weiteres Geräusch von ihr. Ihre Atmung hat sie der Situation perfekt angepasst: langgezogene Atemstöße strömen nahezu stumm in ihren Körper ein und wieder hinaus. Die dicken Sohlen ihrer Schuhe gleiten über den nassen Kiesboden hinweg, als würden sie in der Luft schweben und die Erde kaum berühren. Sie meidet jede unnötige Bewegung und versucht, perfekt mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Ich lasse die Augen geschlossen und richte meine volle Konzentration auf das harmonische Klopfen, das aus ihrem Brustkorb erklingt. Die Sterbliche muss jetzt ungefähr den schmalen Grat passieren, neben dem sich eine weitläufige Schlucht erstreckt. Doch ihre Atmung ändert sich nicht. Nur noch wenige Meter trennen sie von ihrem Ziel. Noch immer kann sie mich nicht sehen, doch das kochend pulsierende Blut in ihren Adern meldet ihr, dass ich mich in der unmittelbaren Nähe befinden muss. Wirbel und Muskeln arbeiten, während sie das letzte Stück des Pfades erklimmt, der zu meiner Position führt. Ein metallenes Geräusch erklingt leise, kaum vom hellen Prasseln des Regens unterscheidbar. Bald sollte sie mich doch erreicht haben? Aber es klopft immer noch gleichmäßig in ihrer Brust…

So harmonisch…

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bmmbmm.

Bm.

Jetzt! Sie hat mich entdeckt, endlich! Noch in dem Moment, in dem dieser Gedanke durch mein Bewusstsein schießt, lasse ich mich von der Kiefer direkt auf sie zu fallen. Sie stößt einen überraschten Laut aus und rollt sich schnell zur Seite, doch ich lasse ihr keine Zeit, auf Abstand zu gehen. Meine Hand saust auf ihre Brust zu. Ihre Klinge nähert sich meiner Hand, gleichzeitig schwingt sie sich nach hinten in den Stand. Während ich einen Satz nach vorn mache, fällt mein Blick einen Herzschlag lang auf ihr Gesicht - eine plötzliche Verwunderung überkommt mich… Ihr...

Erscheint lt. Verlag 1.11.2023
Reihe/Serie der dämon und die lethargie
der dämon und die lethargie
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Dämon • Dämonenjäger • enemies to lovers • Fantasy • Fantasybuch • Jäger • Kunst • Rache • Roman
ISBN-10 3-384-02951-8 / 3384029518
ISBN-13 978-3-384-02951-5 / 9783384029515
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