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Der Präsident bin ich! (eBook)

Science-Fiction-Polit-Satire
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
212 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-03723-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Präsident bin ich! -  H. W. Blattner
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Der frisch gewählte amerikanische Präsident Jefferson T. Haramsag hatte bei Amtsantritt mit vielem gerechnet: Terroranschläge, kleine militärische Abenteuer ... Sogar bei einem Atomkrieg hätte er gewusst, was zu tun sei: Schlüssel für die Codes rumdrehen, roten Knopf drücken, die Welt in Schutt und Asche legen. Das alles war klar vorgegeben. Kein Problem. Das bekäme er schon hin. Bis dahin wollte er seine Amtszeit mit Golfen verbringen, denn Arbeit war nicht sein Ding. Und dann das: Die NASA meldet die Ankunft eines außerirdischen Raumschiffs! Das war DIE Chance, in die Geschichtsbücher einzugehen. Das konnte sich ein Jefferson T. Haramsag nicht entgehen lassen! Er und nur er würde die Verhandlungen mit den Außerirdischen führen und der ganzen Welt, ja dem ganzen Universum zeigen, dass sie sich allesamt glücklich schätzen konnten, einen wie ihn zu haben. Die Russen, Chinesen und seine innenpolitischen Widersacher würden vor Ehrfurcht niedersinken! Leider sahen die das völlig anders und auch die heikle Sache mit dem Erstkontakt wollte nicht so laufen, wie der bestaussehendste Präsident aller Zeiten sich das vorgestellt hatte. Eine ziemlich überdrehte und mitreißend schräge Science-Fiction-Polit-Satire.

Kapitel 1

In einer nahen Zukunft

Jefferson T. Haramsag, der 49. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, lümmelte entspannt in seinem überdimensionierten Präsidenten-Chefsessel. Mit einem selbstgefälligen Gesichtsausdruck begutachtete er das stattliche Präsidentenbüro und konnte sich nicht sattsehen. Ein Gefühl der grenzenlosen Genugtuung stieg in ihm auf. Sein Blick wanderte über die prächtigen Holzvertäfelungen mit ihren polierten Oberflächen.

Bis hierher ins Weiße Haus hatte er es geschafft! Ganz nach oben. Er war nun der mächtigste Mann der Welt, der Führer der freien Nationen. Er lächelte zutiefst zufrieden.

Es war jetzt 11.00 Uhr am Vormittag und er hatte bisher keinen Finger gerührt. Aber warum auch? Arbeit war nicht sein Ding. Stattdessen hatte er sich für den Nachmittag eine Partie Golf mit der Gouverneurin von North-Carolina vorgenommen. Der Gedanke daran verdarb ihm allerdings die Stimmung. Die Gouverneurin von North-Carolina … Er hasste sie! Er musste sich stets im Zaum halten, ihr nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine abgrundtiefe Verachtung entgegenzubringen. Schon allein bei dem Gedanken an sie bekam er Ausschlag. Diese aufgetakelte Karrierefrau in ihren spießigen Kostümen und dem übertrieben roten Lippenstift. Dieser aufdringlich rote Lippenstift! Haramsag verzog angewidert das Gesicht.

Aber er hatte Sie gebraucht, besonders während seines Wahlkampfs. Sie hatte die Anhänger hinter ihm geschart, die Reihen geschlossen und ihn zum Sieg geführt. Er selbst hatte dies nicht für möglich gehalten! Dafür war er ihr etwas schuldig. Und das forderte sie nun ein – zu seinem großen Missfallen.

»Nun gut, dann spiele ich eben Golf mit ihr«, grummelte Haramsag vor sich hin. Aber auf dem Green würde er keine Gnade walten lassen! »Da fege ich die Alte, diese Gouvernante vom Platz, und zwar ganz präsidial!« Ein gehässiges Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.

Mit einer Handbewegung wischte er seine abfälligen Gedanken beiseite.

Seit drei Monaten hatte er das Präsidentenamt inne. Er war jetzt der Führer der freien Welt. Das gefiel ihm.

Jefferson T. Haramsag schnaufte vor sich hin. Er fühlte sich auserwählt. Auserwählt von der Vorsehung, die großartigste Nation der Welt anzuführen.

Aber er war unzufrieden mit seinem Äußeren. Klar, er befand, er sei sportlich und in Form, aber seine geringe Körpergröße ließ ihn gehörig an sich selbst zweifeln. Gut, Napoleon war auch kein Riese. Und doch, allein mit der Kraft seines überlegenen Intellekts hatte er Europa fast bis in den letzten Winkel unterworfen. Haramsag betrachtete Napoleon stets als sein Vorbild. Schließlich übertraf auch er all seine Gegner und Verhandlungspartner mit seinem außergewöhnlichen Geist, wie er meinte.

Die Macht des reinen Intellekts! Haramsag liebte es, sich in diesem Gedanken zu suhlen. Allerdings hatte er nicht vor, so dämlich zu sein und Kriege zu verlieren, nur um den Rest seines Lebens auf irgendeiner verdammten, von Möwen vollgeschissenen Insel zu fristen. Dafür genoss er sein Amt mit all seinen Annehmlichkeiten viel zu sehr. Kein Krieg, kein erfolgreicher Feldzug konnte sein Ansehen mehren.

Er musterte sich im Ganzkörperspiegel, vor dem er sich stolz aufbaute. Seine hellhäutige Erscheinung und sein wasserstoffblondes Haar, das in kleinen Löckchen auf seinem Kopf herumwirbelte, missfielen ihm. Aber es gefiel offensichtlich seinen Wählern! Vor gerade mal drei Monaten hatte er die Wahl gegen den vermeintlich beliebten Amtsinhaber im ersten Wahlgang haushoch gewonnen. Gegen alle Erwartungen. Nur das zählte! Und wenn es seinen Wählern gefiel, was solls, dann gefiel es ihm eben auch.

Er warf sich schwungvoll in seinen Präsidentensessel, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sog die frische Frühlingsluft, die durch das weit geöffnete Fenster strömte, tief in seine Lungen.

Was für ein Morgen!

Haramsag streichelte liebevoll die glänzenden Fotos und Fotomontagen auf seinem Schreibtisch. Sie zeigten ausschließlich ihn zusammen mit berühmten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Haramsag wähnte sich auf Augenhöhe mit den großen Namen seiner Zeit. »Ich bin ganz oben … ich … ich …«, murmelte er selbstverliebt vor sich hin.

Mit einem donnernden Schlag flog die Tür zum Vorzimmer auf und knallte gegen die Wand. Scheppernd fiel das Foto, das Elvis Presley und Haramsag gemeinsam singend auf der Bühne zeigte, zu Boden.

Haramsags Herz schlug ihm gegen die Unterkante seines Kinns. »Fischinger, was in aller Welt … Ich habe Sie schon unzählige Male angewiesen …«

»Mister President!«, schrie Fischinger mit hochrotem Kopf. »Es gibt Neuigkeiten … wichtige Neuigkeiten …« Fischingers Stimme überschlug sich. Der Mann war völlig fertig!

»Fischinger! Um Himmelswillen …« Haramsags Herz pochte im Stakkato, während er nach passenden Worten für seine Entrüstung rang.

»Mister President!«, schrie Fischinger wieder, »wichtige Neuigkeiten …«

Kenny S. Fischinger war Jefferson T. Haramsags offizieller Präsidentenberater. Er war nicht irgendein Berater, nein, er wurde in einem von den Geheimdiensten CIA und NSA gemeinsam erarbeiteten, hochkomplexen Auswahlverfahren unter über 20.000 Bewerbern ausgewählt. Ihm wurde ein außerordentlich hoher Intelligenzquotient zugeschrieben. Fischinger war in der Lage, am schnellsten komplexe Situationen und Aufgaben zu erfassen und dabei die besten und schlüssigsten Lösungen zu präsentieren. Weiß der Teufel, in welcher Disziplin er sonst noch gegenüber seinen Mitbewerbern hervorstach. Er schlug sie alle!

Bei dem Bestreben, sich nur mit den besten der besten Köpfe seiner Nation zu umgeben, hatte der neue Präsident mit der Auswahl Fischingers begonnen. Die Halbaffenberater seines Vorgängers hatte er ohne großes Zögern in die Wüste geschickt. Das Gleiche galt für sein präsidiales Team. Er würde noch jeden Einzelnen von ihnen von eigener Hand auf geeignete Fähigkeiten hin abklopfen. Eine Aura des Elitären hatte ihn zu umgeben. Daher grämte ihn besonders die mangelnde Qualität seiner Regierungsmannschaft. Seinen Wahlerfolg schuldete er zugegeben dem Einsatz vieler Wahlhelfer. Da waren zu viele Ministerposten an verdiente, seiner Meinung nach unterqualifizierte Unterstützer zu vergeben. Das würde er im Laufe der Zeit nach und nach korrigieren. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut!

»Fischinger, was sind das für Neuigkeiten?« Haramsag starrte noch immer auf Fischinger, als wäre dieser gerade vom Himmel gefallen.

Auf Fischingers korpulenter Figur thronte ein immenser Schädel, umrahmt von kurzem schwarz gelocktem Haar, einem düsteren Heiligenschein gleich. Sein natürlich brauner Teint gab ihm trotz seiner Korpulenz ein gesundes, fast schon sportliches Aussehen. Auf seiner wuchtigen Nase balancierte eine obszön dicke, schwarze Hornbrille und erzeugte rote Druckstellen, die er beim Nachdenken unbewusst massierte. Als Präsidentenberater hatte er viel nachzudenken und es gab folglich viel zu massieren. Er liebte es, sich klassisch, ganz im Stile der Präsidentenberater der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zu kleiden: schwarzer Anzug, weißes Hemd und schwarze Krawatte, wie er es von den alten Fotoaufnahmen eines John F. Kennedys und Richard Nixons im Weißen Haus her kannte. Heftig nach Atem ringend, setzte er zu einem Erklärungsversuch an: »Mister President …« Er rang weiter stark nach Luft. Es war offensichtlich, dass er quer durch das gesamte Weiße Haus geeilt kam.

Ein bisschen Sport würde dem auch ganz guttun. Haramsag musterte ihn von oben bis unten.

Fischinger japste wie ein Fisch an Land. Hektisch nestelte er an seiner Krawatte, um diese zu öffnen, in der Hoffnung, dies würde ihm das Atmen erleichtern.

Haramsag löste sich aus seinem pompösen Ledersessel, ging auf den keuchenden Fischinger zu und klopfte ihm väterlich auf die Schulter. »Na, Fischinger raus damit, bevor Sie mir hier noch tot auf den Teppich fallen!« Haramsag lachte laut. »Worauf warten Sie?« Haramsag genoss es bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Fischinger herablassend zu behandeln. Der Präsident bin schließlich ich!, rechtfertigte er stets sein schamloses Verhalten.

»Die NASA … die NASA …« Mehr wollte Fischinger nicht über die Lippen kommen. Er litt jetzt heftig unter Atemnot und keuchte laut.

»Sie meinen also die NASA!«, betonte Haramsag ausdrücklich gelassen. »Unser allseits geschätztes Raumfahrtzentrum?« Haramsag sah Fischinger an und hob fragend die Augenbrauen. »Und was wollen die? Hat der Mond Keuchhusten?« Haramsag sann kurz darüber nach, ob sein Scherz...

Erscheint lt. Verlag 3.10.2023
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte deutsche Science Fiction Ebook E-Book Kindle • lustige humorvolle Science Fiction SciFi Sci-Fi SF Glosse ironisch UFO • Politische Satire Comedy Humor • Science Fiction Roman Satire Donald Trump US-Praesident • Science Fiction Roman Satire Glosse • Science Fiction Unterhaltung Aliens Ausserirdische Erstkontakt Satire
ISBN-10 3-384-03723-5 / 3384037235
ISBN-13 978-3-384-03723-7 / 9783384037237
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