Das Lachen, das die Lüge versteckt (eBook)
122 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7583-7808-9 (ISBN)
Michael F. Gruber ist ein Pseudonym eines Mannes, der Mitte der 1960er-Jahre geboren wurde. Nach einem damals guten Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Handwerkslehre, absolviert er ein Techniker-Studium über den zweiten Bildungsweg, dass er mit Abschluss absolvierte. Er lebt heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Deutschland. Seit rund 15 Jahren verbringt er seine Zeit in der Hauptsache mit intensiven Selbststudien. Dabei versucht er den Problemen auf den Grund zu gehen, die unseren Alltag und unsere Zukunft bestimmen. Als Moderator konnte er diese Zeit nutzen, mit kompetenten Menschen zu reden. Dabei wurden interessante Gespräche, Diskussionen und Interviews produziert, die einen interessanten Wissensschatz bedeuten. Mit seinen Veröffentlichungen versucht er zu verdeutlichen, wo wir alle möglicherweise die Wahrheit ignorieren. Er zeigt damit Wege auf, die Konsequenzen unserer möglichen Ignoranz zu erkennen. Seine Vorstellung ist, dass wir viele Probleme, die wir aktuell haben, allein durch das Ausschalten der Ignoranz verhindern können.
Susi & Karl-Gustaf Von und Zu
Es liegt schon ein paar Jahre zurück, als ich die beiden kennengelernt habe. Logischerweise sind die Namen geändert, denn alles, was ich schreibe, entspricht dem, wie ich es erlebt habe.
Ich lebe seit nunmehr 15 Jahren in einem großen alten Einkaufszentrum aus den mittleren 1960er-Jahren auf Gran Canaria. Es stammt aus den Anfängen des kanarischen Tourismus. Jedoch sind seit dem viele Centro Commercial, wie sie hier genannt werden, entstanden. Deshalb ist es schon lange her, dass hier ein reger Handel betrieben wurde. Eine kleine Cafeteria, ein kleiner Supermarkt, ein kleines Restaurant, zwei Nachtbars und einige wenige, meist handwerklich orientierte Selbstständige, sind die letzten. Am Anfang waren es mehrere Dutzend Geschäfte, die auf 3 Etagen mit Rolltreppen verbunden waren. Aber die Rolltreppen sind schon vor Jahrzehnten demontiert worden. Selbst habe ich sie nicht mehr erlebt. Auch ich habe hier 3 kleine Lokale, die ich als Lager und Werkstatt benutze. Aber ich habe hier auch ein kleines Apartment zusammen mit meiner Freundin. Zumindest hat man es seitens der Gemeinschaftsverwaltung mit viel Geduld und Engagement geschafft, dass hier kein sozialer Brennpunkt entstanden ist.
Im oberen Geschoss hat sich eine einfache Apartmentanlage ausbreiten können. Dabei liefert das augenscheinliche Durcheinander der Apartmentnummern deutliche Indizien, die die Geschichte und Entstehung dieser Anlage versuchen zu erzählen. Die sonnigen Gänge unter freiem Himmel, über die alle Apartments erreichbar sind, verleihen dieser Anlage einen besonderen Charme. Dabei fühlt man sich beim ersten Betreten wie in einem Labyrinth, aber das vergeht recht schnell. Solange ich die Anlage kenne, ist sie besonders bei Langzeiturlaubern beliebt. Menschen, vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, die mehrere Monate im Jahr oder ganzjährig hier ihren Lebensabend oder die Wintermonate verbringen möchten, trifft man hier vorwiegend.
Aber immer wieder trifft man hier auch Menschen, die saisonal mit dem Tourismus zu tun haben. Zudem ist vieles in den dauerhaft vermieteten Apartments in die Jahre gekommen. Und genau an der Stelle wird es für mich interessant, denn ich orientiere mich nicht an einem maximalen Profit und repariere viele Dinge für kleines Geld, die die meisten wegwerfen und neu kaufen würden. Mein Idealismus ist ReUse orientiert und diesbezüglich habe ich einiges an Material in meinem Lager, was andere Menschen wegwerfen wollten. Schließlich kann man aus vielen Schranktüren wenigstens noch brauchbare Regale machen. Oder man verwandelt ein altes klobiges Sideboard in Küchenoberschränke. Mit etwas Geschick lassen sich diese auch noch eindrucksvoll in Szene setzen. Aber auch für besondere Konstruktionen aus Holz, Metall oder Kunststoff bin ich für einige Menschen der erste Ansprechpartner. Durch deutschen Perfektionismus und kanarische Menschlichkeit und Freundlichkeit, habe ich mir einen guten Ruf geschaffen, auf den ich auch ein wenig stolz bin. Die Menschen freuen sich, wenn sie mich sehen, haben immer ein paar nette Worte auf den Lippen und die meisten schätzen mein Engagement und meine Hilfsbereitschaft. Zumindest ist es das, was man mir sagt.
Auch für den Betreiber der Apartmentanlage habe ich viele Löcher in Türen geflickt. Dabei haben die Löcher mir immer wieder die Geschichten ihrer Entstehung erzählt. Ob ungeschickt mit einem Koffer, ein durchgedrehter, vielleicht sogar alkoholisierter Partner, ein augenscheinlicher Notfall oder nur weil die Tür regelmäßig mit geduscht wurde, die Löcher in einer Tür verraten einfach alles. So konnte ich viele kleinere Arbeiten im Laufe der Zeit erledigen. Auch gab es einzelne größere Herausforderungen, aber für mich gilt: „Geht nicht, gibts nicht“; „Wo ein Wille, ist immer ein Weg“ und „Nichts ist unmöglich“. Und so wurden auch die Brandflecken auf Esstischen, kleinen Beistelltischchen und Nachtschränkchen beseitigt. Ich kann davon nicht reich werden, jedoch reicht es, um zu leben. Auch wenn viele Menschen damit maximal vegetieren könnten, wir sind zufrieden und was interessiert mich, was andere denken.
So bin ich ab und an in der Apartmentanlage unterwegs und kenne einige der Bewohner. Einige sprechen mich wegen ihrer Fragen an, wenn ich vorbeikomme, oder sie sehen mich Kaffee trinken und sprechen mich dort an. Selten und vor allem nachmittags sitzen wir gerne in dem kleinen Restaurant bei einem Kaffee. Ansonsten sitzen wir seit Jahren, also Angelika und ich, morgens in der kleinen Cafeteria zum Kaffee. Jeder weiß, dass man uns nur sehr selten dort nicht antrifft. Es sei denn man schläft lange, denn wir haben doch noch andere Dinge zu tun. Aber auf meinen Wegen bekomme ich oft auch mit, wenn Apartments neu bezogen werden oder Menschen abreisen.
So war es auch mit dem Apartment 83. Es ist ein Eckapartment, klein, mit einer Kochgelegenheit und einem Doppelbett. Viele Menschen kommen auch an diesem Apartment vorbei, weil der Weg zu den meisten Apartments hier vorbei führt. Aber auch Nachbarn, deren Apartment davor liegt, kommen hier vorbei, wenn sie den Aufzug oder den Snackautomaten nutzen wollen. Auch war zu dieser Zeit noch ein Computer vorhanden, der entgeltlich einen Zugang zum Internet ermöglichte. Mit mehr oder weniger Münzen konnte man entscheiden, wie lange man im Netz surfen will. Also viele Gründe an diesem Apartment vorbeilaufen zu müssen. Auf der anderen Seite allerdings auch wieder besonders interessant, wenn man ein kontaktfreudiger Mensch ist. Und eben eine derartige Kontaktfreudigkeit wird eine bedeutende Rolle im weiteren Verlauf spielen.
Dabei vielen Angelika und mir ein älteres Pärchen auf, als wir an einem Morgen beim Kaffeetrinken saßen. Diese beiden älteren Menschen fallen jedem sofort auf. Sie war eine fein angezogene Frau, die bei ihm eingehakt war. Er war zwei Köpfe größer, extrem schlank, mit einem grau melierten Haarkranz. Aufgrund seiner äußeren Erscheinung machte er einen eher schlaksigen Eindruck. Mich erinnerte der Mann an die zeichnerische Darstellung von Cäsar in den Comics von „Asterix und Obelix“.
Sie schienen alles genau zu inspizieren, wie man das eben so macht, wenn man sich in einer neuen Umgebung bewegt. Wir haben uns zwar gegenseitig wahrgenommen, aber mehr eben noch nicht. In den folgenden Tagen begegneten wir diesem Pärchen öfter und sie haben dieses besagte Apartment 83 bezogen.
Je öfter wir uns begegneten, umso weicher wurde das Eis. Man merkte förmlich, wie er sich um einen Kontakt bemühte. Dabei war ich ja auch ein Mensch, der Kontakten zu anderen immer sehr aufgeschlossen ist. Außerdem war ich immer aktiv und ich schien in seinen Augen hier eine Aufgabe zu haben, weshalb er einen sehr neugierigen Eindruck machte.
So kam es logischerweise zu den ersten Begrüßungen und zu den ersten oberflächlichen Gesprächsfetzen. Auch hatte ich sehr schnell den Eindruck, dass mit ihm etwas nicht ganz richtig war. Er zog immer alles ins Lächerliche, provozierte und vor allem lachte er in einer ganz besonderen Art und Weise. Damals konnte ich allerdings noch nicht wissen, was mich gestört hat. Auffällig war jedenfalls, dass er die Meinung von anderen nicht akzeptierte und grundsätzlich versuchte, sie ins Lächerliche zu ziehen. Offensichtlich war ihm damit nicht klar, dass er der Einzige war, der sich lächerlich machte. Sie hingegen war eher still. Aber auch sie wusste sich bemerkbar zu machen. Entgegen seinem Verhalten war sie augenscheinlich ein konsequent anderer Charakter. Denn sie behielt immer den Mindestrespekt und Anstand, was für ihn vollkommen fremd zu sein schien. Sein Auftreten ist dabei eher besserwissend, überheblich, prahlerisch und vor allem rechthaberisch.
In einem der ersten Gespräche erzählt er mir, dass sie mit einem Wohnmobil auf der Insel seien. Aufgrund ihres Alters seien sie jetzt an einem Punkt angekommen, wo man doch eher mal eine feste Unterkunft bevorzugen würde. Und so saßen sie morgens nach dem Aufstehen vor dem Apartment beim Frühstücken und gerade die Bediensteten und Mitarbeiter mussten da vorbeilaufen. Für ihn perfekt. Denn er konnte nun intensiv alle Kontakte knüpfen, die er als wichtig ansah. Denn eines wurde sehr schnell deutlich, er wollte immer über alles und jeden, die alleinige Kontrolle haben.
Im Laufe der nächsten Tage war sein Wohnmobil das wichtigste Thema, weil er einen Abstellplatz suchte. Er wollte von den öffentlichen Parkplätzen weg, und er suchte etwas zum Unterstellen, wo es auch geschützt war. Ich kannte das Wohnmobil nicht. So war eine Spekulation, die Tiefgarage im Haus. Aber der Traum platzte schnell aufgrund der Abmessungen und weil es dort keine Sonne gab. Es hatte doch Fotovoltaik und die sollte möglichst nicht ohne Nutzung stehen. Auch auf sein Nachfragen erklärte ich ihm, dass die Gesetzgebung für Fahrzeuge, die sich länger als 6 Monate auf der Insel aufhalten, eine Ummeldung vorsieht. Er schien seine Bemühungen, wenigstens einen Standplatz auf einem Privatgrundstück zu bekommen, zu intensivieren. Ansonsten war schnell klar, für ihn galten die Gesetze im Allgemeinen nicht. Gesetze sind dafür da, umgangen zu werden. Für ihn war das augenscheinlich ein Sport. Wo es ihm jedoch gelegen kam oder zu seinem...
| Erscheint lt. Verlag | 11.10.2023 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| ISBN-10 | 3-7583-7808-7 / 3758378087 |
| ISBN-13 | 978-3-7583-7808-9 / 9783758378089 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Größe: 308 KB
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich