Geliebte Erben (eBook)
908 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7565-6322-7 (ISBN)
Hinter Billy Remie versteckt sich eine scheue Person, Baujahr 1992. Lebt zurückgezogen in einem friedvollen Waldgebiet (das ist Kein Scherz), und bedient eine junge, verrückte Hündin von vorn bis hinten, meidet die Öffentlichkeit, wird nicht auf Sozialenmedien oder Messen zu finden sein, und will einfach nur schreiben um des Schreibens willen. Alle meine Bücher sind mein geistiges Eigentum und wurden nur von mir allein geschrieben und von Neobooks vertrieben. Billy Remie ist nur ein Pseudonym.
Hinter Billy Remie versteckt sich eine scheue Person, Baujahr 1992. Lebt zurückgezogen in einem friedvollen Waldgebiet (das ist Kein Scherz), und bedient eine junge, verrückte Hündin von vorn bis hinten, meidet die Öffentlichkeit, wird nicht auf Sozialenmedien oder Messen zu finden sein, und will einfach nur schreiben um des Schreibens willen. Alle meine Bücher sind mein geistiges Eigentum und wurden nur von mir allein geschrieben und von Neobooks vertrieben. Billy Remie ist nur ein Pseudonym.
Kapitel 1
Es war ihm gleich, dass es mitten in der Nacht war. Es war ihm gleich, dass die Schiffe gegeneinanderprallen könnten, als er befahl, ihn hinüberzulassen. Es war ihm egal, dass er vielleicht herrisch oder unliebsam erschien, als seine Stimme immer schneidender wurde, während er all jenen Konsequenzen androhte, die ihn daran hinderten, auf das andere Schiff zu kommen. Sie. Sollten. Gehorchen.
»Es ist mir gleich, welche Gefahren den Schiffen bei Dunkelheit drohen. Wenn ihr so gute Kapitäne seid, wie uns angepriesen wurdet, dann dürfte es doch kein Problem sein, die Schiffe eng nebeneinander zu manövrieren und mit ein paar Planken zu verbinden«, konterte er der dem Kapitän seines eigenen Schiffes, während sie in dessen Kabine saßen.
Der Mann hatte zu schwitzen begonnen. »Herr Kacey, die Segel-«
»Prinz«, musste er korrigieren. Normalerweise hätte er auf jedwede Anrede und jedwedes Arschkriechen verzichtet, es war dem echten Kacey nicht wichtig, aber ein Teil von ihm kochte so sehr vor Wut, dass es ihm nur willkommen war, den Mann noch mehr zu verunsichern. Kaceys schlanke Finger umklammerten die Stuhllehnen, sodass seine Knöchel weiß wie der Schaum auf den Wellen waren. Ein schwerer Tisch trennte ihn vom Kapitän und verhinderte, dass Kacey ihn ansprang.
Sofort neigte der Kapitän den Kopf. »Verzeiht, Eure Majestät, aber die Segel-«
»Dann holt sie ein!« Er war aufgestanden, so schnell, dass der Mann zuckte. »Werft die Anker. Mir egal. Aber tut, was ich sage, und zwar gleich!«
Der Kapitän blickte verwundert auf. »Wir fahren mit-«
Kacey wirbelte wieder herum. »Wenn Ihr es wagt, mir die verdammte Anzahl Knoten zu nennen, schwöre ich, dass ich in die See springe und eigenhändig rüber schwimme. Mal abgesehen davon, dass Riath Euch die Haut abzieht und kopfüber an den Maßt hängt, weil Ihr zuließt, dass ich mich in Gefahr begebe, was denkt Ihr, würden die Drachenreißer mit Euch machen, solltet Ihr gezwungen sein, mir nachzuspringen, um Euren verdammten Kopf zu retten?«
Mit offenem Mund sah der Kapitän zu ihm auf, da er noch mitten im Satz gewesen war. Das breite Gesicht des Mannes war ein Ausbund an Unbehagen und offensichtlichem Ärger, den er nicht preisgeben durfte. Nach ein paar Herzschlägen klappte er endlich die Lippen wieder zu. Und nickte.
»Wir verstehen uns.« Kacey drehte sich um und verließ die Kabine.
Draußen nahmen die Leibwachen Haltung an. Zwei Magier der Elkanasai warteten ebenfalls auf ihn, dick eingepackt in mehrlagige Roben aus dunkelblauem Samt, auf den goldene Sichelmonde und Perlweiße Vollmonde bestickt waren. Kaceys hatte die Idee dazu gehabt, sie sahen aus wie der Nachthimmel.
Kacey selbst trug gefütterte Hosen, einen Mantel und einen Umhang – und fror trotzdem.
»Magister…«, begann einer der beiden Elkanasai und fummelte nervös an seinen Fingern, als sie sich seinem Schritt anschlossen. »Könnten wir Euch einen Moment sprechen…«
»Nicht jetzt«, presste Kacey durch die Zähne. Die beiden waren jung, jünger als er, so wie die meisten Magier aus Elkanasai, die keine große Wahl gehabt hatten, als zu dem einzigen Wappen zu fliehen, das ihnen in diesen Zeiten noch Schutz versprach. Riaths Banner. Der purpurne Drache auf schwarzem Grund, das Wappen des Hexenprinzen.
Er spürte die Enttäuschung der beiden, als er sie abwies und sie stehen bleiben mussten, vielleicht war es sogar ein Hauch Verzweiflung, der sie umgab.
Damit konnte er sich jetzt nicht befassen.
Seinem Willen entsprechend holten sie zum Flaggschiff auf. Und siehe da, wenig später eskortierten sie ihn hinüber auf das weitaus größere Schiff mit den purpurnen Segeln.
Zwei Gardisten in geschwärzten Rüstungen wollten ihm den Zutritt versperren. Ihm! Er schritt auf die dunkle Tür zu und fegte ihnen die Stangenwaffen mit einem lockeren Winken aus den gepanzerten Händen, woraufhin die Waffen in die Wand schlugen und schwingend steckenblieben.
Kacey streckte die Hand vor und stieß die Tür zur Kabine mit einer leichten Druckwelle auf. Krachend schlug sie gegen die Wand »Wo sind sie?«, blaffte er und trat durch den offenen Rahmen. Die Luft knisterte durch seine wütend wallende Aura.
Riath fuhr kerzengerade auf, als hätte er gerade geschlafen, doch er hatte noch Stiefel, Hemd und Hosen an, sodass er wohl eher nur auf dem Bett geruht hatte. »Wie bitte?«
»Spar dir dein dummes, charmantes Grinsen.« Kacey machte eine Handbewegung über die Schulter, sodass die Tür zurück in den Rahmen knallte. »Wo sind sie?«
Riath lehnte sich genüsslich wieder zurück, winkelte ein Bein lässig an und musterte Kacey von Kopf bis Fuß, während er noch charismatischer grinste. Ein Lausbub, mit allen Gewässer gewaschen, und ein Verführer, der einen allein durch Blicke auszog. »Ich bin charmant, sagst du?«
»Riath!« Kacey musste sich davon abhalten, wütend mit dem Fuß aufzustampfen. »Ich meine es ernst!« Er ging auf ihn zu. »Wo sind die Drachenreißer?«
Sein Geliebter schaute drein, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. »Sie sind draußen und fliegen oder schwimmen.«
Kaceys Nasenflügel blähten sich wütend. »Verkauf mich nicht für dumm, Riath. Ich weiß genau, dass ein paar fehlen.«
Sie starrten sich an, drei, vier Herzschläge lang. Dann endlich ließ Riath die Schultern hängen und setzte sich seufzend auf. »Es sind so viele, wie konnte dir das auffallen?«
Fassungslos starrte Kacey ihn an und verfolgte ihn mit Blicken, als Riath aufstand und sich das Gesicht reibend an ihm vorbei zu seinem Tisch ging.
»Wolltest du es mir nicht sagen?«
»Wozu?«, fragte Riath und hob eine gläserne Kugel aus der Öffnung eines Krugs, um sich Wein einzugießen. »Wir hätten uns nur unnötig gestritten.«
»Wir streiten jetzt«, knurrte Kacey durch die Fänge.
Wieder ein mattes Seufzen aus Riaths Kehle, der seinen Pokal anhob und davon trank. Sein strohblondes Haar fiel offen über seinen breiten Rücken, wie ein Vorhang bewegte es sich, als er den Kopf zurücklehnte und in einem Zug austrank, als müsste er sich Geduld antrinken.
»Wo sind sie?« Kacey wusste es. Er wusste es ganz genau und hoffte doch, dass er sich täuschte.
Riath stellte den Pokal wieder ab. »Ich habe ein paar von ihnen mit Marks entsandt. Er wird sie brauchen.«
Kacey konnte nicht einmal in Worte fassen, wie wütend er war. Und wie hintergangen er sich fühlte; ein Schwert mitten ins Herz hätte weniger geschmerzt. »Du hättest mich fragen müssen!«, herrschte er ihn an.
Riath drehte sich um und seine Gleichgültigkeit ließ Kacey beinahe den Verstand verlieren. »Ich muss dich nicht um Erlaubnis bitten, du bist nicht mein Vater. Und auch nicht der Vater dieser Tiere.«
Ihm klappte der Mund auf. »Ich habe sie erweckt!«, erinnerte er Riath, tippte sich dabei auf die eigene Brust, auf sein verdammtes Herz, und ging auf ihn zu. »Meine Magie hat Xais Eier entsteinert. Meinetwegen leben sie.«
»Sie sind eine Waffe, Kacey.« Jetzt sprach er so ruhig und verständnisvoll, als wäre Kacey ein verdammtes Kind. »Was hast du geglaubt, was wir mit ihnen machen?«
»Sie sind mehr als das! Du hast sie einfach ohne einen von uns ins Ungewisse geschickt! Sie könnten sterben!«
»Ich weiß, dass du sie gernhast, aber du verschließt die Augen vor der Wahrheit. He! He, komm schon!« Riath griff nach seiner Hand. »Du wusstest, wofür du sie erweckt hast. Was hat sich geändert?«
Ja, er wusste es, aber er wollte es nicht mehr wissen. Auch wenn das keinen Sinn ergab. Jetzt, da sie lebendig waren und er eine Verbindung zu ihnen aufgebaut hatte, war einfach alles anders.
Und es verletzte ihn, dass Riath genau das wusste und sie trotzdem in Gefahr brachte.
Kacey entzog ihm seine Hände energisch und stierte zornig zu ihm auf. »Du hattest kein Recht dazu, Riath! Sie gehören dir nicht!«
»Sie gehören auch dir nicht!« Mit zuckersüßer Stimme legte Riath die Hände um Kaceys Gesicht. »Sie sind nicht deine Schoßhündchen! Sie sind Bestien, keine Haustiere! Das weißt du.«
Zischend schlug Kacey seine Hände weg. »Gilt das auch für Xai?«
Riath legte den Kopf schief und hob eine Augenbraue. »Selbstverständlich gilt das auch für sie, sie ist ihre Mutter! Und ich habe nie den Fehler gemacht, sie zu vermenschlichen.«
»Vermenschlichen?«, echote Kacey. Die Wut erstickte ihn beinahe. »Ich vermenschlich sie also?«
Riath hob die Hände in einer Geste, als wollte er sagen. »Was soll ich tun, es ist Fakt.«
Der Knoten aus Wut in Kaceys Magen zog sich heiß zusammen. »Du Scheißkerl.« Er stieß ihm vor die Brust. »Du weißt genau, was sie mir bedeuten, nachdem dein Bruder mir das Licht gestohlen hat!«
Riath taumelte nicht einmal, er packte sanft Kaceys Handgelenke und riss ihn an sich. »Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir uns einig waren, sie gegen unsere Feinde einzusetzen, Kacey. Es sind Bestien, sie wurden zum Töten geboren, nicht um gekuschelt zu werden.«
Kacey wehrte sich zornig. »Lass mich los!«
»Du wusstest, wofür du sie erweckt hast! Du warst derjenige, der sie zu einem einzigen Zweck aus der Versteinerung befreite!«, sprach Riath auf ihn ein.
Kacey funkelte warnend zu ihm auf. »Du. Tust. Mir. Weh.« Er betonte jede Silbe mit einem gefährlichen Flüstern.
Riath wirkte gelangweilt, als er demonstrativ die Finger öffnete, um ihn loszulassen.
Kacey riss die Arme nach unten. »Du weißt genau, was du falsch gemacht hast. Deshalb bist du auf dein eigenes Schiff zurückgegangen. Feigling!«...
| Erscheint lt. Verlag | 30.8.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Chroniken der Bruderschaft 7 | Chroniken der Bruderschaft 7 |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | epische • Fantasy • High • Homosexuell • LGBTQ • Queer |
| ISBN-10 | 3-7565-6322-7 / 3756563227 |
| ISBN-13 | 978-3-7565-6322-7 / 9783756563227 |
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