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Sehnsuchtsort Korallenatoll Pukapuka -  Markus Krenn

Sehnsuchtsort Korallenatoll Pukapuka (eBook)

Eine herzerwärmende Geschichte über Verlust, Familie und die Liebe

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
382 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7578-4352-6 (ISBN)
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8,99 inkl. MwSt
(CHF 8,75)
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Tiefer Schmerz, eine neue Liebe, ein unerwarteter Neubeginn: Ben Richter, Familienmensch, begeisterter Segler und Facharzt für Kinderchirurgie, erlebt nach dem plötzlichen Herztod seiner Ehefrau Emilia eine schicksalhafte Reise. Zusammen mit seinem sechsjährigen Sohn Tim segelt er die Cookinseln an, wo er vor der Geburt seines Sohnes schon einmal als Missionsarzt arbeitete. Auf dem Korallenatoll Pukapuka angekommen, lernt er Paloma, eine Ökolandbaustudentin aus Auckland, kennen. Ben verliebt sich in Paloma auf den ersten Blick. Auch Paloma fühlt sich zu Ben hingezogen, doch ihre Sommersemesterferien enden bald und sie muss wieder zurück nach Neuseeland. Die herzensgute Paloma hilft Ben aus der Patsche, indem sie als Tims Aushilfskindermädchen einspringt. Tim ist von seinem neuen Kindermädchen regelrecht begeistert. Er hofft insgeheim darauf, dass Paloma mehr als nur sein Kindermädchen sein könnte. Als Paloma schließlich Bens Gefühle erwidert und seinem Werben nachgibt, wähnt sich der kleine Tim am Ziel seiner Träume. Doch es bleibt die brennende Frage: Hat das junge Familienglück eine Zukunft? Ein Roman zum Wohlfühlen für Jung und Alt, der das Herz erwärmt und die Seele berührt.

Markus Krenn, geboren 1980 in Kösching, wuchs in der Nähe von Ingolstadt auf, wo auch seine Karriere als Osteuropaexperte begann. Er arbeitete zuerst mehrere Jahre im Vertriebsinnendienst Export, bevor er in den Vertriebsaußendienst wechselte. Markus bereiste fast ein Jahrzehnt als Area Sales Manager und Senior Key Account Manager das Vertriebsgebiet Osteuropa, bevor er seine heimliche Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf gemacht hat. Wenn er mal nicht schreibt, frönt er seinen Lieblingsbeschäftigungen: Schach spielen, Schwimmen, Sprachen lernen und Reisen. Sein Lieblingsreiseziel ist Zypern. Markus ist ledig und lebt in Ingolstadt.

II
Flucht vor dem Rampenlicht


Donnerstag, 14. November 2024
Little-Oneroa-Beach, Waiheke Island, Neuseeland


George stürmte nach draußen, um nach der Joggerin und dem kleinen Mädchen zu sehen. Er folgte der kurzen Bremsspur zur Beinahe-Unfallstelle. Der Porsche stand mit laufendem Motor am Straßenrand, am Steuer ein gedrungener glatzköpfiger Mann von etwa sechzig Jahren, der sichtlich unter Schock stand. Da dem Fahrer offensichtlich nichts passiert war, wandte sich George in Richtung der Böschung und suchte sie mit seinen Augen ab. Er entdeckte das Kind und dessen Lebensretterin im Sand. Die beiden waren augenscheinlich wohlauf und unverletzt. George sah, wie die Joggerin neben dem kleinen Mädchen kniete. Sie nahm das Kind in den Arm und redete auf es ein.

Eine Blondine in einem knallroten Rüschen-Bikini tauchte aus dem Nichts auf und rannte auf die beiden zu. Auf dem Gesicht der Frau spiegelte sich eine Mischung aus Sorge und Panik wider.

»Sophie, Sophie, Sophie!«, schrie die Blondine unaufhörlich.

Das Mädchen löste sich aus der Umarmung der Joggerin und wirbelte herum.

Sie rief laut »Mama!«, rannte auf die Frau zu und fiel ihr in die Arme.

Die Joggerin stand auf und lief weiter. Sie verschwand um die nächste Kurve des gewundenen Strandes. Fünf Minuten später klingelte ihr iPhone. Die junge Frau blieb stehen, griff in ihren Laufgürtel und holte ihr Smartphone hervor. Sie sah auf das Display, bevor sie den Anruf entgegennahm. Es war Meilani, ihre beste Freundin.

Die Joggerin lächelte und begrüßte Meilani auf Pukapukanisch: »Kee-ah-oh-rah-nah, liebe Meilani!«

Ihre Freundin erwiderte den Gruß auf Spanisch: »¡ˈOla, liebe Paloma!«

Die junge Frau kicherte schwer atmend in den Lautsprecher ihres iPhones.

»Du klingst etwas außer Atem!«, stellte Meilani fest. »Was machst du gerade?«

Paloma ächzte unter der Mittagshitze. Sie wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn, bevor sie antwortete. »Ich bin gerade auf dem Nachhauseweg. Ich war joggen und bin total durchgeschwitzt.«

»Also wirklich, heute ist es doch viel zu heiß, um Sport zu machen!«, sagte Meilani missbilligend. »Warum joggst du verrücktes Huhn ausgerechnet während der schlimmsten Mittagshitze?«

Paloma war zu Scherzen aufgelegt: »Weil ich gerade Freigang habe!« Dabei kicherte sie in den Lautsprecher ihres iPhones.

»Ist dies der Auftakt zu einem deiner berühmt-berüchtigten Scherze?«, fragte Meilani belustigt.

»Vielleicht?«, antwortete Paloma schelmisch.

»Wieso fragst du mich nicht einfach, warum ich gerade Freigang habe?«, neckte Paloma ihre beste Freundin.

Meilani tat Paloma den Gefallen und spielte mit. »Na gut! Warum hast du gerade Freigang, liebe Paloma?«

»Mein putziges Katerchen macht gerade Siesta! Ich habe ihn ausgetrickst. Er hat nicht gemerkt, dass ich mich heimlich davongeschlichen habe, um ein wenig Sport zu treiben«, antwortete Paloma mit ihrer süßesten Stimme.

»Wieso erlaubt dir dein Kätzchen nicht, das Haus zu verlassen?«, fragte ihre Freundin.

»Weil er unter starker Trennungsangst leidet«, erklärte Paloma besorgt.

»Ach, wie schrecklich, wie äußert sich das?«, wollte Meilani wissen.

»Mein Katerchen folgt mir wie ein Hund auf Schritt und Tritt!«, erzählte Paloma und grinste dabei. »Hijo hat sich sehr schnell an mich gewöhnt. Er ist zu meinem vierbeinigen Schatten geworden!«

Beide lachten herzlich.

Paloma schwieg einen Moment, dann fuhr sie fort: »Sobald er merkt, dass ich Anstalten mache, ohne ihn das Haus zu verlassen, beginnt er damit, laut und herzerweichend zu miauen.«

Paloma hörte Meilani schadenfroh lachen.

Sie schmunzelte. »Hijo hat es faustdick hinter den Ohren! Er döst tagsüber am liebsten vor der Haustür, um mich am Fortgehen zu hindern. Er weiß ganz genau, dass ich die Haustür meines Tiny-Hauses nicht unbemerkt aufziehen kann, ohne ihn dabei aufzuwecken.«

»Ich glaube, dein Kätzchen klammert, weil es ein traumatisiertes Findelkind ist. Es fürchtet sich bestimmt davor, wieder verlassen zu werden«, meinte Meilani.

Paloma stimmte ihrer Freundin zu: »Da hast du recht! Der gleiche Gedanke kam mir auch schon.«

»Kopf hoch, Paloma, das wird sich mit der Zeit bestimmt legen«, sagte Meilani nachsichtig.

»Ja, das glaube ich auch«, erwiderte Paloma gutherzig.

Sie geriet beim Gedanken an ihr putziges Kätzchen ins Schwärmen: »Hijo hat auch seine guten Seiten. Er ist sehr anhänglich und er liebt es, mit mir Zeit zu verbringen. Hijo ist ein verschmuster Kuschelkater!«

Meilani war hingerissen: »Oh mein Gott, wie süß ist das denn?«

Paloma lächelte wie eine stolze Mutter.

Ihre Freundin fragte voller Neugierde: »Sag mal, was bedeutet der Vorname Hijo?«

Paloma weihte Meilani ein, was es mit dem Namen ihres Kätzchens auf sich hatte:

»Streng genommen ist Hijo gar kein Vorname. Hijo ist Spanisch und bedeutet Sohn

»Ah, verstehe!«, sagte Meilani.

Paloma setzte zu einer kurzen Erklärung an: »Für mich ist mein Katerchen wie ein Sohn! Und weil ich die menschliche Ersatzmama des putzigen Kerlchens bin, habe ich ihn kurzentschlossen Hijo genannt!« Palomas Stimme klang warmherzig.

»Du bist goldig!«, hörte sie Meilani sagen.

»Danke!«, murmelte Paloma geschmeichelt.

Meilani wurde ironisch. »Ich beneide dich nicht, Paloma. Du hast mit deinem anhänglichen Kätzchen wirklich ein schweres Los gezogen!«

Paloma ging auf Meilanis Scherz ein: »Da gebe ich dir recht!« Sie meinte vollkommen ernst: »So ein verschmuster Kuschelkater kann auf Dauer ganz schön anstrengend werden!«

Paloma und Meilani lachten herzlich.

Meilani nahm das Gespräch wieder auf.

»Und apropos Katzenadoption, hast du dich heute wieder in ein neues Abenteuer gestürzt?«

Paloma schrak schuldbewusst zusammen. Panik ergriff sie. Wusste Meilani, was sie soeben getan hatte? Palomas Gedanken sausten hin und her – wie ein Tischtennisball bei einem hart umkämpften Ballwechsel. Kannte Meilani ihr kleines Geheimnis? Nein, das konnte nicht sein! Paloma ermahnte sich, ruhig zu bleiben, und atmete tief durch.

»Was sollte ich denn schon Außergewöhnliches erleben, liebe Meilani?«, fragte sie wie ein kleines Mädchen, das etwas ausgefressen hatte.

Ihre Freundin wurde hellhörig. Ihr entging nicht, dass in Palomas Stimme ein schuldbewusster Unterton mitschwang.

Meilani klopfte auf den Busch. »Versuch gar nicht erst, mich anzuschwindeln, Paloma Rodríguez Sánchez! Überspringe den Teil und rück gleich mit der Wahrheit heraus!«

»Du tust ja gerade so, als wenn ich mich von einem Abenteuer ins Nächste stürzen würde!«, sagte Paloma mit gespielter Empörung.

Meilani ermahnte Paloma: »Muss ich dich wirklich daran erinnern, dass du vorgestern beim Joggen im Stadtpark ein zurückgelassenes Kätzchen gefunden und vom Fleck weg adoptiert hast?«

Meilani unterdrückte ein boshaftes Lachen und wartete die Wirkung ihrer Worte ab. Paloma verstummte. Sie rieb sich verlegen über die Nase.

»Ähm ...«, stammelte Paloma, nach Worten ringend. »Der Vergleich hinkt, und zwar gewaltig!«, protestierte sie eindeutig schuldbewusst. Ihre Stimme klang alles andere als überzeugend.

Meilani kicherte wie ein Schulmädchen, obwohl sie bereits zwanzig Jahre alt war.

»Ich kann nichts dafür!«, beteuerte Paloma scheinheilig ihre Unschuld. »Ich bin nichtsahnend durch den Stadtpark gejoggt, als unmittelbar vor mir ein putziges Katerchen aus dem Gebüsch hervorsprang! Dieser durchtriebene Kater muss mir aufgelauert haben, um mich abzupassen!«, sagte Paloma mit vorgespielter Ernsthaftigkeit.

Meilani lachte schallend.

Palomas Augen glänzten plötzlich, sie erinnerte sich: »Hijo tapste mit seinen winzig kleinen Pfötchen auf mich zu. Er begrüßte mich mit einem sanften und sehr kurzen Miauen und strich mir schnurrend und schwanzwedelnd um die Beine. Als er mich dann auch noch mit seinen smaragdgrün leuchtenden Katzenaugen anschmachtete, brachte er mein Herz glatt zum Schmelzen!«

Meilani seufzte gerührt.

Palomas Mimik veränderte sich plötzlich, sie wurde auf einen Schlag ernst. »Der eigentliche Grund, warum ich Hijo adoptiert habe, hat gar nichts damit zu tun, dass er ein putziges Katerchen ist.« Paloma bemerkte, dass ihre Stimme belegt klang. Sie räusperte sich.

»Es ist okay, du musst nicht darüber reden, wenn du noch nicht dazu bereit bist«, sagte Meilani verständnisvoll.

»Möchtest du nicht wissen, was mich dazu bewogen hat, Hijo zu adoptieren?«, fragte Paloma.

»Doch, ich möchte es wissen, aber nur, wenn es dir recht ist?«, sagte Meilani empathisch.

Paloma holte tief Luft, bevor sie der Freundin ihr Herz ausschüttete: »Ja, das ist es. Ich habe mich in Hijo wiedererkannt. Wir teilen das gleiche Schicksal. Hijo und ich, wir sind beide Vollwaisen! Der kleine Racker war ganz alleine unterwegs. Hijo wirkte so verloren, so verlassen. Ich habe seine Katzenmama überall im Stadtpark verzweifelt gesucht, konnte sie jedoch nirgendwo finden!«

Paloma blieb einen Moment stehen. Sie schloss die Augen für ein paar Sekunden, um sich zu sammeln. Dann fuhr sie fort, sich alles von der Seele zu reden: »Du musst wissen, ich habe als Kind sehr darunter gelitten, dass ich meine Eltern auf so tragische Weise verloren habe. Mir tat das arme Katerchen so schrecklich leid, da habe ich ihn einfach vom Fleck weg adoptiert.«

Meilani wartete geduldig, bis Paloma ausgeredet...

Erscheint lt. Verlag 19.7.2023
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7578-4352-5 / 3757843525
ISBN-13 978-3-7578-4352-6 / 9783757843526
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