Decisions of Love - Band 1 und 2 (eBook)
775 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7579-4746-0 (ISBN)
Ehe David es sich versieht, ist er gefangen in einem Wirrwarr aus Verantwortungsbewusstsein und Sehnsucht. Der Wunsch seines Herzens kämpft gegen seine Vernunft! Darf er egoistisch sein, oder muss er diese gefürchtete Entscheidung tatsächlich treffen?
Eine Entscheidung aus Liebe, aber gegen sein Herz?
Die Decisions of Love Reihe besteht aus vier Bänden. Dieser Sammelband enthält Band 1 und 2, womit die Kennenlerngeschichte von David und Eric abgeschlossen ist. Die Folgebände 3 bis 4 erzählen von ihrem weiteren Leben und sind ebenfalls als Sammelband erhältlich.
Ich bin Gay Romance Autorin aus Leidenschaft. Durch das Schreiben hole ich mir die Freiheit in andere Leben einzutauchen, Dinge zu hinterfragen und Situation zu durchleben, die ich ansonsten nie kennengelernt hätte. Und das bereichert mein Leben ungemein!<br><br> Ich hoffe, meinen Lesern mit meinen Büchern eine Auszeit zu schenken. Ich möchte sie träumen lassen, mit mir und meinen Protagonisten! Das wünsch ich mir vom ganzen Herzen. Denn nur wer träumt sieht die ganze Welt!<br>
Ich bin Gay Romance Autorin aus Leidenschaft. Durch das Schreiben hole ich mir die Freiheit in andere Leben einzutauchen, Dinge zu hinterfragen und Situation zu durchleben, die ich ansonsten nie kennengelernt hätte. Und das bereichert mein Leben ungemein!
Ich hoffe, meinen Lesern mit meinen Büchern eine Auszeit zu schenken. Ich möchte sie träumen lassen, mit mir und meinen Protagonisten! Das wünsch ich mir vom ganzen Herzen. Denn nur wer träumt sieht die ganze Welt!
(1) Begegnung im Park
Sobald er die Augen schloss, sah David den viel zu kleinen Sarg vor sich. Darüber gebreitet ein Tuch. Samtige Schwärze, dafür da, das unglaubliche Entsetzen zu verdecken, das sie alle weder zu erfassen und noch weniger zu verstehen in der Lage waren. Rundum, wie es schien, tausende Blumen. Ein Kontrast, so riesig, so unfassbar wie die Sache selbst. Sabrina, gebrochen vor Trauer, ihr Leben auseinandergerissen von einem grünen Audi mit einem viel zu müden Mann am Steuer. Kein bösartiger Mörder, keine menschenverachtende Bestie – nein. Einfach ein Mann auf dem Heimweg von der Arbeit –, trotzdem hatte er in einer einzigen unachtsamen Sekunde ein Leben ausgelöscht.
»Papa!«, tönte es über den Spielplatz, David hob unter Aufbietung seiner gesamten Kräfte den Kopf. Max, sein Sohn, hing kopfüber an der obersten Sprosse des Klettergerüstes. Seine viel zu langen, braun gelockten Haare wurden von der leichten Frühlingsbrise durcheinandergewirbelt, und seine Wangen leuchteten rot.
»Kann ich ein Eis haben?« Der Zeigefinger erhob sich aus seiner kleinen Hand, um Richtung Norden zu zeigen.
David folgte dem stummen Hinweis mit seinen müden Augen und entdeckte zu seiner Überraschung auf dem Weg hinter der Wiese eine kleine Verkaufsbude mit einer so lächerlich großen Eistüte auf dem Dach, dass ihm ein Schmunzeln entkam. Der Budenbesitzer hatte eindeutig einen guten Riecher, denn es war einer der ersten warmen Tage dieses Jahres. David schickte Max ein Nicken, erhob sich und zupfte sein Hemd zurecht, das unter dem Jackett an seiner Brust klebte. Der Stoff war eindeutig zu dick für so einen warmen Tag! Sein Haar, ebenso Opfer seines Schweißes, schimmerte fast Schwarz statt Dunkelbraun.
»Schokolade und Erdbeere«, rief Max ihm hinterher.
David hob seine Hand, ohne sich umzudrehen, streckte lediglich den Daumen in die Höhe. Knirschender Kies unter seinen Sohlen – er blickte auf seine Schuhe. Verdammt – es waren die gleichen, die er bei der Beerdigung getragen hatte. Der Gedanke schickte einen Blitz in seinen Kopf, der ein dumpfes Dröhnen hinterließ. Er kämpfte damit, es zu verdrängen, und sah blinzelnd hoch in die Sonne.
Zwei Tage. Es war erst zwei Tage her, dass er seine Tochter zu Grabe getragen hatte. Er hasste diesen Ausdruck. Zu Grabe getragen. Welcher schwachsinnige Vollidiot hatte diese Formulierung kreiert?
Bilder der Trauerfeier tanzten durch seinen Kopf. Die endlose Ansprache des Pfarrers, die leeren Worte der Gebete, zumindest leer für ihn. Er hatte nie daran geglaubt, Trost im Glauben zu finden. Wie konnte dieser Sadist von Gott erwarten, dass er sich gerade von ihm trösten lassen würde, wo doch er aus einer Laune heraus dafür gesorgt hatte, dass sein Mädchen nicht einmal neun Jahre alt werden durfte?
Ein nerviger Ton riss ihn aus seinen Gedanken, er stoppte abrupt, fuhr herum und erblickte einen etwa vier oder fünf Jahre alten Jungen auf einem mit Stützrädern abgesicherten, blitzblauen Rad. Er sah ungeduldig zu ihm hoch, während er gleichzeitig auf die kleine, rote Tröte drückte, die am Lenker angebracht war. Wieder tutete es, und David verzog schmerzhaft das Gesicht. Sein Kopf wurde seit dem Anruf, der ihn über Susannas Tod informiert hatte, von stetig an– und abschwellenden Schmerzattacken gepeinigt, und zwar von der Art, die gegen sämtliche Medikamente resistent waren.
Erneut erklang das nervtötende Getute, dessen Echo in Davids Kopf zu explodieren schien. Mit zusammengepressten Augen setzte er an, weiterzugehen, doch noch bevor er seinen Fuß vom Boden gelöst hatte, ertönte abermals das Tröten, und nur den Hauch einer Sekunde später fuhr ein scharfer Schmerz durch sein Schienbein. Ein bitterböses »Verdammt!« löste sich von seinen Lippen, gleichzeitig beugte er sich nach unten, um sein schmerzendes Bein zu umfassen. »Kannst du nicht aufpassen?« Sein Blick erfasste den kleinen Verkehrsrowdy, und sofort war seine Wut wie weggeblasen.
Zwei strahlend blaue Augen starrten ihn an. Erst wurden sie weit, dann schimmerten sie feucht, und als auch noch die Unterlippe des Jungen zu beben begann, spürte David, wie sich sein Magen zusammenzog. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein, dass er seine miese Laune an einem unschuldigen Kind ausließ!
Zerknirscht presste er ein leises »Scheiße« hervor, ließ sich auf die Knie fallen und griff sanft nach dem Arm des Jungen. »Entschuldigung«, murmelte er beruhigend.
Der Kleine schniefte noch einmal und sah ihn traurig an.
Davids Unbehagen vergrößerte sich im gleichen Maße, wie der Schmerz an seinem Schienbein schwächer wurde. »Ich wollte dich nicht anschreien, es ist nur …«, begann er, kratzte sich etwas verlegen an der Stirn und versuchte sich an einem Lächeln. Nun entspannte sich der Kleine sichtlich, also sprach David erleichtert weiter. »Das hat wehgetan, als du mich angefahren hast.«
»Ich hab ganz oft gehupt. Und du warst im Weg!«, erklärte ihm sein Gegenüber mit weinerlicher Stimme.
David fuhr sich durch die Haare und legte die Hand in seinen Nacken. »Trotzdem hättest du warten müssen, bis ich zur Seite gehe, bevor du losfährst«, belehrte er das Kind, was zur Folge hatte, dass sich dessen Unterlippe schmollend nach vorn schob.
»Ich dachte, ich habe genug Platz, und dann war dein Bein auf einmal da. Ich wollte dich nicht treffen, aber du hast mich trotzdem angeschrien«, raunzte der Kleine.
David wurde klar, dass er als Älterer wohl dazu angehalten war, nachzugeben, also lenkte er ein: »Okay. Da hast du recht. Also, noch mal. Es tut mir leid.« Er richtete sich wieder auf und trat zur Seite. »So. Nun ist der Weg frei.«
Der Junge blickte immer noch zu ihm auf, nun wieder vorsichtig grinsend. »Kaufst du ein Eis?«, fragte er.
David nickte. »Ja. Für meinen Sohn. Er spielt dort drüben.« Sein Finger deutete zum Spielplatz.
Der Kleine drehte sich um. »Welcher ist dein Sohn?«
David hob seine Hand und winkte. Max, der gerade zu ihm hinübersah, erwiderte diese Geste. Er saß nun auf dem Klettergerüst und ließ die Beine durch das mittlere Loch hinunter baumeln.
»Der Braunhaarige. Der, der winkt«, erklärte David leise. Für einen Moment sah er vor sich, wie Susanna um das Klettergerüst lief und nach Max rief, dann war das Bild verschwunden und zurück blieb ein Abbild der Aufbahrungshalle voller Menschen und mittendrin der Sarg. Die Erinnerung ließ ihn erschauern, dann wurde ihm bewusst, dass der Kleine etwas gesagt hatte, also fragte er nach. »Was?«
»Ob du mir auch ein Eis kaufst?« Der Junge stand nun neben dem Rad, seine Miene war irritiert.
»Warum sollte ich das tun?«, erkundigte sich David verwundert.
Sein Gegenüber zog die Nase kraus. »Weil du mich erschreckt hast.«
»Aber du hast doch mich erschreckt und außerdem angefahren.« Jetzt musste David schmunzeln. Er konnte sich nicht erinnern, sich schon einmal so lange mit einem Kind unterhalten zu haben – außer natürlich seinen eigenen.
»Aber ich hab doch gesagt, ich hab es nicht absichtlich getan«, erklärte der Junge so bestimmt, dass David nun wirklich leise lachen musste.
»Na, dann schulde ich dir wohl ein Eis«, stimmte er zu und holte seine Geldbörse aus der hinteren Hosentasche.
»Ich will eines mit Schokostreusel. Kaufst du mir so eines?« Der Junge näherte sich dem Stand und linste über den Rand in die Kühlvitrine. Er hatte dichte blonde Engels–Locken, fast weiß glänzend in der Sonne.
»Okay«, sagte David, trat ebenfalls näher und bestellte ein Schoko–Erdbeer–Eis für Max und eines mit Streusel für seinen neuen Freund.
»Wie heißt du überhaupt?«, erkundigte er sich, als er dem Kleinen seine Tüte reichte.
»Maurice«, erwiderte der Kleine ernsthaft, nahm jedoch sofort eine Kostprobe vom Eis.
»Hallo, Maurice. Ich bin David. Schön, dich kennenzulernen.«
»Ich muss jetzt zurück. Sonst bekomm ich Schimpfe.« Maurice kletterte wieder auf sein Rad, sorgsam bemüht, die Eistüte so zu balancieren, dass auch kein Stück Streusel verloren ging.
»Na dann. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.«
»Tschüss. Und danke für das Eis.« Maurice trat in die Pedale, die Hand mit der Eistüte konzentriert betrachtend.
»… und immer schön auf die Straße achten!«, rief ihm David amüsiert hinterher, doch Maurice war zu sehr auf den sicheren Transport seines Eises bedacht und reagierte daher nicht mehr darauf.
Lächelnd machte David sich auf den Rückweg zu Max, welcher ihm jedoch bereits auf halbem Weg entgegenkam. »Wer war der Junge, mit dem du gesprochen hast?«, fragte er misstrauisch, während er das Eis entgegennahm. Seit seine Schwester verunglückt war, schien er ständig misstrauisch zu sein.
»Er heißt Maurice«, erklärte David bereitwillig.
»Woher kennst du ihn?« Er leckte eine Runde und griff nach Davids Hand.
Ein wenig verwundert sah der auf ihre verbundenen Hände und seufzte. Früher hätte Max das nicht getan. Irgendwie hatte sich ihre ganze Welt um hundertachtzig Grad gedreht, seit – nein, er kappte den Gedanken. Er konnte und wollte nicht daran denken. »Ich kenne ihn nicht. Er hat mich fast mit seinem Rad umgefahren. Ich hab etwas überreagiert und ihm dafür als Trost ein Eis gekauft.«
»Papa?« Max‘ Zunge drehte eine weitere Runde über das bereits schmelzende Eis, bevor er seitlich zu David hochsah, der etwas abwesend »Hm?« brummte.
»Warum trägst du eigentlich immer diesen Anzug? Ich meine, seit der Beerdigung von Susanna hast du ihn jeden Tag an.«
David blieb stehen. Sein Atem beschleunigte sich und sein Kehlkopf bewegte sich ruckartig rauf und runter. Allein ihren Namen zu hören,...
| Erscheint lt. Verlag | 17.7.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Decisions of Love | Decisions of Love |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | gay romance • LGBTQ • Liebesroman • M/M Romance |
| ISBN-10 | 3-7579-4746-0 / 3757947460 |
| ISBN-13 | 978-3-7579-4746-0 / 9783757947460 |
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