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Muriel und das teuflische Labor (eBook)

Eine magische Geschichte

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 2. Auflage
260 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7578-7483-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Muriel und das teuflische Labor -  Ingrid Kehle
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Tauche ein in die fantastische Welt der liebenswerten Hexe Muriel, die im Kampf gegen Tierfänger und den Teufel höchstpersönlich über sich hinauswächst! Es kann die netteste Hexe nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Teufel nicht gefällt. Da hat sich Muriel Krötenbein unauffällig durch die Jahrhunderte gemogelt, hat Inquisition und Hexenverfolgung unbeschadet überstanden und nun das: Der Herr der Finsternis persönlich trachtet nach ihrer Seele. Dabei hat die Hexe gerade ganz andere Sorgen. Sie ist einer Bande von Tierfängern auf der Spur. In einem geheimen Labor geschehen merkwürdige Dinge. Und nun soll sie es auch noch mit dem Teufel aufnehmen. Dabei ist es mit Muriels magischen Fähigkeiten nicht gerade gut bestellt. Zu lange hat sie angepasst mitten unter Menschen gelebt und ihr Können als Hexe sträflich vernachlässigt. Glücklicherweise erhält sie unerwartet Hilfe und findet neue Freunde. In letzter Sekunde erkennt Muriel, dass einer ihrer Verbündeten, Gevatter Tod, in ernsten Schwierigkeiten steckt und dass all die merkwürdigen Dinge, die ihr plötzlich widerfahren, miteinander verknüpft sind. Sie muss über sich selbst hinauswachsen. Aber ist sie dem Herrn der Finsternis gewachsen?

Das sagt die Autorin über sich selbst: Schon als ich noch jung war, sagte meine Mutter immer: Ingrid hat nur komisches Zeug im Kopf. Ich weiß nicht, vom wem das Kind das hat! Nun ja - als junger Mensch wusste ich vor allen Dingen meist, was ich NICHT wollte, nämlich in einem Büro arbeiten. Banklehre? Bloß nicht! Bürokauffrau (ja - so nannte man das damals) - um Himmelswillen! Dass ich letztendlich doch noch einen Beruf fand, lag an zwei Dingen. Erstens an der Hartnäckigkeit meiner Eltern und zweitens an meiner jugendlichen Naivität. Wie sich später herausstellte, liegt die Betonung bei dem Wort "Reisebürokauffrau" nicht auf Reise, sondern auf Büro, also jenem Ort, an den ich eigentlich nie wollte. Dennoch bin ich dabei geblieben, was ich hauptsächlich den vielen netten Menschen verdanke, die im Laufe der Jahre durch diesen Beruf meinen Weg gekreuzt haben. Und nebenbei habe ich gemalt, Schmuck designt, unzähligen Tieren eine Heimat geben und geschrieben, geschrieben, geschrieben. Denn das komische Zeug in meinem Kopf wollte (und will) unbedingt heraus. Und so gibt es inzwischen ein Sammelsurium an Notizen, Gedankenfetzen und kurzen Geschichten. Nach wie vor lebe ich in einer kleinen Stadt im vorderen Odenwald zusammen mit 3 Katzen, 2 Hunden und - sehr zum Leidwesen mancher Nachbarn - einer kleinen Hühnerschar. "Muriel und das teuflische Labor" ist der erste Band einer Reihe. Zur Zeit schreibe ich mit viel Spaß am zweiten Teil und wer weiß: vielleicht bleibt am Ende noch genug komisches Zeug für Band 3 übrig.

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Sokrates Hyronimus Moritz Leo Hector Allistair Cäsar Rambo Klaus


Muriel saß gemütlich in ihrem alten Schaukelstuhl und blickte versonnen über den Rand einer Teetasse aus dem Fenster. Eine leichte Decke schützte sie vor der morgendlichen Kühle und der Tee in ihrer Lieblingstasse verbreitete seinen aromatischen Duft. Melisse und Minze. Das passt zu der Stimmung dieser Tageszeit sinnierte die Hexe. Sie liebte diese frühe Stunde, ihre blaue Stunde, wie sie sie gerne nannte. Die Stunde, die nur ganz ihr allein gehörte, die Stunde, an der sie von ihrem Platz aus zusehen konnte, wie alles Leben um sie herum erwachte. Wie so oft um diese Zeit dachte sie darüber nach, wie die Welt sich doch im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hatte. Woher mochten diese Gedanken wohl kommen? Möglichweise war die leichte Melancholie daran schuld, die über allem lag, kurz bevor die ersten Sonnenstrahlen über den milchigen Horizont krochen. Aber eigentlich spielte das keine Rolle. Schon schweiften Muriels Gedanken weiter. Heute, da die natürlichen Biotope immer weniger wurden, musste eine Hexe mit dem Vorlieb nehmen, was sich ihr eben bot. Einsame Waldlichtungen waren so selten geworden, wie rosafarbene Drachen. Wenn man wirklich einmal einen idyllischen Flecken fand, an dem keine Autobahn die Landschaft mit lauten Getöse durchquerte, suchten oft ganze Horden von Wanderern die Wälder heim und Radfahrer in schreiend bunten Sportklamotten holperten mit ihren Mountainbikes über Wiesen, Wald und Feld. Ohne Rücksicht auf Verluste und erst recht ohne Rücksicht auf die Privatsphäre einer Hexe. Nirgends hatte man seine Ruhe, ständig musste man damit rechnen, dass ein schlammbespritzter Radler plötzlich an die Tür klopfte und das Klo benutzen wollte. Da war es schon besser, am Rande der großen Stadt in einem kleinen Schrebergarten möglichst unbehelligt sein Dasein zu fristen. Wobei – Muriel hätte es deutlich schlechter treffen können. Schließlich liebte sie ihren kleinen verwunschenen Garten, der durchaus das eine oder andere Geheimnis vor den neugierigen Augen ihrer Nachbarn verbarg. Und wirklich klein war er – nebenbei bemerkt – auch nicht. Wenn es anders wäre, hätte ich es hier nicht so lange ausgehalten grübelte sie. Schließlich lebte sie nun schon seit fast einem Jahrhundert auf diesem Fleckchen Erde und die meiste Zeit hatte sie es sich hier richtig gut gehen lassen.

Die Hexe seufzte wohlig, kuschelte sich ein wenig tiefer in ihre Decke und trank noch einen Schluck Tee. Der Morgen war frisch. Sie spürte deutlich, dass der Sommer sich seinem Ende entgegen neigte und der Herbst vor der Tür stand. Heute hatte sie zum ersten Mal seit Monaten ein Feuer in dem kleinen Holzofen geschürt, aber es würde noch ein wenig dauern, bis es die Kühle der Nacht aus ihrem Häuschen vertrieben hatte. Nur noch wenige Wochen, und das Laub der Bäume, das sich sein ein paar Tagen deutlich färbte, würde zu Boden rieseln wie herbstlich-buntes Konfetti. Aber noch war es nicht soweit. Muriels Gedanken begaben sich erneut auf Wanderschaft. Eigentlich konnte sie zufrieden sein. Sie hatte ihr Auskommen, das sie durch den Verkauf von selbst erzeugten Bioprodukten und durch ihre wunderbaren Tees mit den mehr oder weniger starken „Nebenwirkungen“ bestritt. Ihr Liebestrank zum Beispiel, war inzwischen ein zu einem Selbstläufer geworden. Offensichtlich bestand auf der Welt immer noch ein großer Bedarf an Liebe. Das ließ doch hoffen. Auch der Trank gegen Ängste jeder Art lief ganz gut (was natürlich dafür sprach, dass auch die Ängste zunahmen – weniger gut…). Die Kräuter dafür wuchsen in ihrem geheimen Garten, wurden bei Vollmond gepflückt und mit ganz speziellen Zaubersprüchen belegt. Aufgepimpt würde man heute wohl sagen, dachte die Hexe leicht amüsiert. Die Menschen, die zu ihr an den Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt kamen, hielten die Namen ihrer Waren für eine ausgeklügelte Marketingstrategie, nicht ahnend, dass sie genau das waren, was auf den Etiketten der kleinen bunten Packungen und den bauchigen Flakons stand – nämlich Zaubertränke und magische Tees.

Und dann war da noch ihr Haus, ihr Zuhause. Es hatte sich im Laufe der Jahrzehnte verändert und natürlich war es etwas ganz Besonderes. Von außen wirkte es bescheiden und klein mit einem geschindelten Dach und Holz an den Wänden. Rotblättriger Wein rankte an einem Spalier bis hinauf zum Dach und die leuchtenden Farben schufen einen schönen Kontrast zu den grünen Fensterläden. Innen aber war das Haus eindeutig das Heim einer Hexe. Auch wenn Muriel es vorzog, sich eher auf ihren wachen Verstand als auf ihre beschränkten magischen Fähigkeiten zu verlassen – in ein paar Dingen war sie eben doch ziemlich gut und was sie tat, machte sie richtig. Meistens jedenfalls. So hatte sie im Laufe der Jahre immer wieder neue Räume angebaut, aber eben nur innen. Außen sah ihr Häuschen mehr oder weniger genau so aus, wie viele andere rings herum. Übrigens - es ist natürlich ein Märchen, das Hexen in einem Lebkuchenhaus wohnen. Hexen, die überleben wollten, hatten gelernt sich anzupassen. Das galt für Ihre Kleidung und ihr Auftreten genauso, wie für die Art, wie sie wohnten. Und heute legte eine moderne Hexe in der Regel Wert auf ein ansprechendes modernes Design, eine gewisse Funktionalität und Platz. Viel Platz! Und Muriel Krötenbein mochte es außerdem gerne gemütlich. In ihren rund 1000 Jahren auf dieser Erde hatte sie schon so Einiges erlebt. Behaglich lehnte sie sich in ihrem Schaukelstuhl zurück und nahm einen Schluck Tee. Versonnen blickte sie auf das verblasste Rosenmuster ihrer Tasse. Sie fand, sie hatte sich ein wenig Gemütlichkeit durchaus verdient. Und wie sollte so etwas wohl in einem Lebkuchenhaus möglich sein? Eben. So etwas geht doch gar nicht! Nach jedem Regen hätte sie das aufgeweichte Dach nachbessern müssen und dazu hatte die Hexe nicht die mindeste Lust (einmal ganz abgesehen davon, was ihre sterblichen Nachbarn wohl davon halten würden). Nein, da werkelte sie lieber im Garten, las in ihren alten Büchern oder stellte neue Mixturen für Zaubertränke (beziehungswiese offiziell besser: Tees und Tinkturen) zusammen. Zaubertränke erfinden, war Muriels Lieblingsbeschäftigung, dabei konnte man so wunderbar kreativ sein! Zwar klappte nicht jedes Rezept auf Anhieb, aber wie sagte man heute doch so schön: Try and Error. Vor ein paar Tagen war ihr eine Mixtur vollkommen daneben geraten und hatte ein Loch in die Arbeitsplatte ihrer Küche geätzt. Überhaupt hatte ihre Küche danach ausgesehen, als hätte ein überambitionierter Siebenjähriger dort seinen Chemiebaukasten explodieren lassen. Zumindest stellte Muriel sich das Ergebnis so vor. Ehrlich gesagt hatte sie aber eher weniger Erfahrungen mit Siebenjährigen. Jedenfalls waren Wände, Schränke und Fenster ihrer Küche mit einer zähflüssigen, schleimigen grünen Masse bedeckt gewesen, die ziemlich eklige Schlieren hinterließ und sich zunächst auch hartnäckig allen Versuchen, sie zu beseitigen, widersetzte. Sie hatte einen ganzen Tag und mehrere Beschwörungen benötigt, um das Chaos zu beseitigen. Aber - mit Rückschlägen musste eine moderne Frau eben auch umgehen können. Im Großen und Ganzen machte sich Muriel keinerlei Illusionen über ihre magischen Fähigkeiten, das störte sie jedoch nicht im Mindesten. Sie hatte sich auch so - oder vielleicht genau deshalb - ganz gut durch die Jahrhunderte gemogelt, Hexenverfolgung und Inquisition unbeschadet überstanden und erfreute sich heute, in Ihren 985sten Lebensjahr, bester Gesundheit. 985 ist für eine Hexe kein Alter. Und sie sah gut aus. Jedenfalls war Muriel zufrieden mit ihrem Aussehen, was natürlich keine Kunst war, schließlich hatte sie als Hexe einen gewissen Einfluss auf ihre menschliche Hülle. Ein wenig Zauberglanz hier und da war dabei durchaus hilfreich. So zeigte sie sich als junge Frau mit einem sportlichen Körper und einer blonden, scheinbar nicht zu bändigenden Lockenmähne. Ihre Haut war makellos und meist leicht gebräunt, im Sommer zierte die eine oder andere Sommersprosse die vorwitzige Nase. Muriels Augen waren blau und wenn sich das Licht auf eine bestimmte Weise darin spiegelte, nahmen sie einen leichten Violett-Ton an. Im Moment konnte man sie auf Anfang dreißig schätzen, allerdings musste sie ihr Äußeres in den nächsten Jahren anpassen, sollte sie auch weiterhin unauffällig in diesem Schrebergarten leben wollen. Eine ewig Dreißigjährige unter lauter Menschen, die immer älter wurden, wäre auch in Zeiten von Botox und Hyaluronsäure zu auffällig. Und nebenbei bemerkt, die Nachbarn waren auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Seit einigen Monaten lebte da zum Beispiel eine ältere Witwe im Haus gegenüber, die mehr Interesse am Leben ihrer Mitmenschen zeigte, als Muriel lieb sein konnte. Die Hexe verscheuchte den Gedanken an Frau Kandelblum resolut und nahm einen Schluck ihres kälter werdenden Tees. Nun - das ließ sich mit zwei kleinen Worten und ein wenig Zauberglanz rasch ändern....

Erscheint lt. Verlag 30.6.2023
Reihe/Serie Muriel
Muriel
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte All Age Fantasy • All Age Fantasy buch • Fantasie Abenteuer • Fantastische Belletristik für Frauen • fantastisches Abenteuer • Fantasy • Fantasy Abenteuer Belletristik • fantasy abenteuer Teufel • Fantasy Action & Abenteuer • fantasy bücher mit hexen • Fantasy-Bücher über Zauberer & Hexen • Fantasy-Bücher über Zauberer & Hexen für junge Erwachsene • Fantasy Reihe Deutsch • Geheimnis • Geheimnisse • Geschenkidee für Hexen-Fans • Geschichten über Hexen für Erwachsene • Hexen & Magie • Hexen & Magier • Hexen & Zauberer • Hexen Buch Erwachsene • Hexengeschichten • Humorvoller Fantasy Roman • Magie • magie und zauberei buch • Magische Geschichten • Magische Wesen • Mystery • Pageturner • Spannung • Spannung pur • Übernatürliches • Übersinnliches & Okkultismus • Wicca Roman deutsch • Zauberei
ISBN-10 3-7578-7483-8 / 3757874838
ISBN-13 978-3-7578-7483-4 / 9783757874834
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