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Weltenwanderer (eBook)

In der Klarheit des Nebels - Band I

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
694 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9730-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Weltenwanderer -  Artis Miril
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Der Kontinent Efferia, die Heimat der magischen Reiche, droht von Konflikten überwältigt zu werden - alte Streitereien flammen auf, die Magier sehen sich nicht länger an der Seite der Sterblichen und während die Reiche in Unruhen versinken, wandeln Schatten durch ihre Länder. In dieser Welt erwacht Iliphas, der letzte Spross eines Hauses von Magiern, einst Schüler eines der größten Helden des Kontinents. Ihm wird auf erschreckende Weise deutlich, dass diese Welt seit zwei Jahrhunderten nicht mehr die seine ist - seine Heimat zerfiel, sein Name wurde vergessen und nur noch ein Titel blieb für jenen, der einst alles vor dem Abgrund bewahrte: Zerstörer von Welten. Auf der Suche nach Antworten wandert Iliphas durch Licht und Schatten dieser Welt, nur um zu erkennen, dass Schrecken existieren, die nicht zwischen hell und dunkel unterscheiden und ihre Hände auch bald nach ihm ausstrecken - jenem, der im Nebel wandelt.

Das Schreiben war für den gebürtigen Berliner A.M. seit jeher eine Möglichkeit, die Fantasie zu bündeln und auf einem Blatt Papier freizusetzen. Aber erst nach seiner Schulzeit konzentrierte er sich auf das Schaffen einer eigenen, längeren Erzählung. Als begeisterter Fantasy-Leser neigt er sein Haupt in Anerkennung vor Autoren wie Tolkien, Markus Heitz und Robert Jordan, dennoch eifert er ihnen nicht nach, sondern erfreut sich daran, einfach seine eigene Geschichte erzählen zu dürfen.

Das Schreiben war für den gebürtigen Berliner A.M. seit jeher eine Möglichkeit, die Fantasie zu bündeln und auf einem Blatt Papier freizusetzen. Aber erst nach seiner Schulzeit konzentrierte er sich auf das Schaffen einer eigenen, längeren Erzählung. Als begeisterter Fantasy-Leser neigt er sein Haupt in Anerkennung vor Autoren wie Tolkien, Markus Heitz und Robert Jordan, dennoch eifert er ihnen nicht nach, sondern erfreut sich daran, einfach seine eigene Geschichte erzählen zu dürfen.

 

Prolog

 

Nebel. Alles, was ich sah, war Nebel.

Ich streunte in seinen Gefilden, trieb ziellos durch den Dunst. Ein Gedanke, der schwebte oder war dies ein Körper, der lief, oder nur ein Bild, das der Nebel mir gab?

Was ich auch war, wohin ich auch schwirrte, ich wusste es nicht. Ich sah nur den grauen Boden aus behauenem Stein, den Staub, der in Schichten auf ihm lag. Es knirschte laut, der Mahlstein der Gezeiten, das Abtragen eines Berges in einem einzigen Klang, während ich vorüberkam. Wind kreischte an mir vorbei, wie der Klagechor für einen innig Geliebten.

An meiner Seite trieb der Nebel sein eigenes Spiel. Er umgarnte Säulen, hoch wie drei Männer, mit Schnörkeln versehen und mit Rissen, die sie wie Narben zierten. Ihre Kanten waren glatt geschliffen von Sonne, Wind und Regen.

Einige strahlten stolz in hellstem Stein, andere waren zu traurigen Haufen aus Schutt verkommen. Ich erkannte Schönheit an diesem Ort. Großartige Handwerkskunst und feinstes Material. Aber alles davon schien schon lange gegangen.

Verging es durch mich? Ging es, als wir kamen?
Wir wollten es nicht, aber was brachten wir letztlich hierher? Weder Ruhe noch Erhabenheit. Wir brachten anderes, weil wir es mussten. Nur wer „wir“ waren, fiel mir nicht mehr ein und was wir bringen sollten floh ebenso hinaus in den wandelnden Brodem. Zurück blieb nur ich allein.

Der Nebel umspielte den Stein, sog ihn an und ließ ihn los. Er trieb vor und zurück, an Seiten über den Boden und in die Höhe. Er war überall und so war er letztlich auch bei mir. Mit dunstenen Fingern tastete er vor, bis er mich berührte. Dort wo wir zusammenkamen, war Nässe. Ich spürte Hitze, einen Atem, schwer und gehetzt: Meine eigene Hitze, mein eigener Atem. Plötzlich war ich mehr als ein Blick, mehr als ein schwebender Gedanke im Nebel. Und ich war nicht länger allein.

Vor mir lichtete sich der Brodem, zog sich zur Seite und schälte eine Gestalt aus sich heraus. Zwei Beine, zwei Arme, ein Kopf, ein Torso und das alles eingebettet in eine Robe aus grauen Stoff, nicht heller als der Nebel. Mit jedem Schritt wandte sich der Dunst, warf Zeichen auf, die mir vertraut erschienen.

Ich las sie und wollte sprechen. Aber mein Mund gehorchte nicht. Kein Schall erklang und die Stimme schwang stumm. Nicht einmal die Gedanken blieben bei mir. Sie jagten einander rundherum in jeder Ecke und jeden Winkel. Nur damit sie letztlich wieder zu ihrem Anfang zurückkamen, ohne jemals ein Ende zu finden. Alle Ideen flossen zusammen, formten einen dunklen Strudel, der mich zu der grauen Gestalt sog.

Langsam strich sie ihre Kapuze zurück. Der Nebel folgte, half mit grauen Fingern, als wäre die Last des Stoffes alleine nicht tragbar und ließ von ihm ab, sobald sich das Antlitz offenbarte.

Dem Nebel präsentierte ein sich ein Mann mit runden Zügen. Sein vormals schwarzes Haar wurde von Grau dominiert, die Stirn von tiefen Furchen umrahmt. Die Augen waren klein und dunkel.

Dennoch brannte in ihnen ein Feuer, das mich zu versengen drohte. Ein hitziger Wahnsinn, der auch auf dem schiefen Lächeln dünner Lippen lag. Der fremde Mund bewegte sich, warf Falten in die blassen Winkel. Dann fletschte er die Zähne und spie Worte aus. Aber ich hörte nichts, ich fühlte nichts. Nichts außer Bedauern.

Und während ich noch in Gedanken bei diesem Unbekannten war, stieß er vor. So plötzlich, dass es kein Schritt und kein Gang war. Einzig ein Auftauchen direkt vor mir, die Bewegung in nur einem Blinzeln. Ich riss die Arme nach vorne, hinauf zum Bauch. Es wirkte. Denn schon stoppte der Unbekannte.

Sein Leib bebte, das Grinsen fror ein und kurz darauf drangen rubinrote Flüsse zwischen seinen Zähnen hervor, flossen hinab, trafen auf meine Hände im Griff hungrigen Stahls. Warmfeuchte Fäden umsponnen mich.

Der Mann versuchte sich nicht zu entwinden, erst blieb er starr, reglos den Blick durch mich hindurch in die endlose Leere gerichtet. Doch als das Leben in ihm erwachte, wollte er es umso schneller abgeben. Er schritt vor, drückte sich weiter, noch tiefer in meine Klinge und nährte damit das eigene Ende.

Seine Augen sprachen in milderen Tönen, ihre Flammen wichen Wärme und sein Grinsen erstarb, bis nur schwaches Lächeln übrig blieb. In ihm sah ich Gefühle: Bedauern, Trauer. Jene, die ich einst trug, die wir alle trugen. Ich wusste nichts von „wir“. Aber das Herz schmerzte Mir bei diesen Gedanken.

Warum ließet ihr es so weit kommen? Hörte ich einen Schrei, der nur in mir erklang. Doch meine Antwort blieb die Leere und der röchelnde Mann vor mir.

Er zitterte heftiger, spuckte dunkles Rot aus. Ein Fluss, dessen Damm brach. Die tiefe Klinge hatte ihn gebrochen und so, hilflos der Flut Herr zu werden, fiel er vor, direkt gegen meine Schulter, weiter in den Stahl hinein. Ich spürte seine Wärme schwinden, als sie über meine Brust lief.

Damit kam ein Wispern, gleich dem Wind, weiter Ebenen. Die Lippen des Sterbenden bewegten sich. Nur im Hauch ohne Worte, sodass ich meine nicht länger still halten konnte.

„Verzeiht mir“ hörte ich mich sagen, schwach und unter Trauer erstickt, während meine Augen brannten. „Bitte, bitte verzeiht mir“.

Aber der Mann ließ sich nicht beirren, nicht verstummen. Er selbst formte Worte, die nur für mich waren. Und während er verging, der Nebel ihn und mich mit warmen Fängen umgarnte, den Rest der Säulen davon nahm, hörte ich ihn sprechen.

„Wach auf“ sagte er.

 

 

Der Eisige Wald war kein Wald wie die anderen. Sein Name ließ es zwar vermuten, aber hier regierten keine strahlenden Farben des Lebens, kein saftiges Moos, frohes Grün von Laub oder Nadel. Selbst Tiere waren hier nicht beheimatet.
Einzig der Schnee und das Eis. Und selbst diese führten einen unerbittlichen Krieg gegen das, was außer des Namens noch an Wald übrig war. Die Bäume, mächtige Pfeiler, die den Himmel trugen, in ihren Rümpfen so breit, dass mehr als drei ausgewachsene Männer nötig wären, um sie zu umgreifen, begehrten mit aller Kraft dagegen auf. Die schwarzen Stämme, die knorrigen blattlosen Äste und selbst das vertrocknete Werk von Busch und Kraut stemmten sich hinauf, gegen die Gewalten, die das Graue von oben unablässig hinabwarf. Wenngleich die Schneeflocken langsam fielen, als wehrten sie sich ebenfalls davor, hinab auf die Decke von Schnee zu fallen, so schien der Sieger hier gewiss. Der Himmel würde triumphieren und das Gehölz wäre lang genug Herr dieses Ortes. Der Eisige Wald würde nur noch als Eisiger zurückbleiben, wenn der Rest vergessen wurde.

 

Es wäre nur Erinnerung. Erinnerung von Wald und Bäumen, ehe auch das Übrige in seinen Totenschlaf gelegt werden würde. Seit zwei Jahrhunderten war dieses Bild kein anderes mehr. Und die Namen zweier großer Nationen teilten sich nun diesen Ort, der nur den Frost kannte.

Aber heute war er mehr als das. Mehr als eine Grenze und mehr als weißer Forst. Heute war der Wald aufgeregt. Der Schnee fiel, vom Wind getragen nicht hinab, sondern wehte an Ästen und Sträuchern vorbei. Er tobte und wanderte, riss kräftig an allem, was dem Eisigen noch nicht vollkommen zum Opfer gefallen war. Hinweg über weiße Lichtungen, vorbei an den Baumriesen und die verdorrten Büsche. Nur um an einen Ort zu kommen, der fern von all dem Tod und dem Starren wirkte, wenngleich er selbst nicht viel mehr Leben in sich trug. Aber hierher kam der Wind und hier blieb er, fuhr kreiselnd herum.

 

„Wach auf!“ Schien er heute zu flüstern.

Er streifte den Schnee zur Seite und fuhr weiter. Neben Holz und Geäst war er nun bei Stein angelangt. Blankem Gestein, das so fern von den großen Gebirgen verlassen schien. Aber doch waren sie hier: drei Findlinge, fünf Fuß hoch und zwei breit. Ihre Ecken waren glatt, nicht geschliffen, sondern behauen, keine Arbeit, die Gezeiten oder Wald verrichteten. Auf ihrer dunklen Oberfläche lag kein Schnee. Vielmehr suchten die Flocken heillos das Weite. Im Licht der Sonne, einer Sonne, die irgendwo hinter dichten Wolken grauen Schleiers verborgen war, erschienen sanfte Schnitzereien. Es waren Symbole von Monden und Sternen, Sonnen und anderen archaischen Zeichen, deren Sinn der Verstand deuten konnte, aber der Körper, der Geist, der so weit hinter aller Vernunft versteckt lag, fühlte sie sofort. Sie glühten, als hätte man sie erst vor kurzen aus flüssigem Kupfer gegossen. Seit jeher ruhten sie hier, unberührt vom Schnee, inmitten des Eisigen Waldes. Aber heute waren sie nicht allein.

 

„Bitte Wach auf!“

 

An einem von ihnen hatte der Wind etwas entdeckt, das nicht hierher gehörte. Nicht zu den vergessenen Steinen und nicht zu den Bäumen. Der Wind fuhr herum und umgarnte die Gestalt eines Menschen. Er lehnte am Stein, war in einen grauen Mantel gehüllt, so grau wie der Himmel über den Baumkronen. Der Wind machte sich einen Spaß daraus, durch die kleinen und großen Löcher zu fahren, vorbei an Säumen, die vor langer Zeit Riss und Schnitt abbekamen. Er kitzelte den Körper darunter, kühlte und biss ihn, aber dieser blieb reglos. Fast hätte man meinen können, er sei so tot wie alles in diesem Wald. Aber sein Atem verriet ihn. Ruhig und gleichmäßig trat er als warmer Dunst unter dem Stoff hervor.

 

Der Wind stob auf und nun wurden auch die Flocken mutiger. Schnee erkundete den hier so fremden Körper und so gut es dies konnte, legte sich das Weiß auf die Gestalt. Aber weder Mantel noch die...

Erscheint lt. Verlag 17.6.2023
Reihe/Serie In der Klarheit des Nebels
In der Klarheit des Nebels
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Dark • Elementar-Magie • Fantasy • Feudalismus • Geheimgesellschaften • Magier • MultiplePOV • Neuzeit • Phantastik • slowburn • Übernatürliches
ISBN-10 3-7549-9730-0 / 3754997300
ISBN-13 978-3-7549-9730-7 / 9783754997307
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