Western Doppelband 1007 (eBook)
300 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-7902-2 (ISBN)
Im Schatten der Mörder-Ranch
Western von Pete Hackett
Der Umfang dieses Buchs entspricht 136 Taschenbuchseiten.
Copyright
Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von
© Roman by Author
© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.
Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.
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1
Brad Winslow senkte die Axt, als er den Reiter wahrnahm, der sich langsam der kleinen Ranch näherte. Der Reiter kam von Osten. Die Sonne stand im Westen. Der Stern auf der linken Brustseite des Ankömmlings reflektierte das Sonnenlicht.
Brad wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Eine Wolke von kleinen Stechmücken schwirrte um seinen Kopf herum. Es war heiß. Brads bloßer Oberkörper glitzerte feucht vom Schweiß.
Brad war ahnungslos. Dennoch fragte er sich, was den Sheriff veranlasste, zu ihm zu kommen. Er lehnte die Axt an den Hackklotz und ging zum Brunnen in der Hofmitte. Die Winde knarrte, als er einen Eimer voll Wasser in die Höhe hievte. Brad trank aus einer Schöpfkelle, die an einem Nagel am Gerüst der Winde hing. Dann warf er sich einige Hände voll Wasser in das Gesicht, prustete und strich sich die nassen Haare aus der Stirn.
Indes lenkte der Sheriff sein Pferd in den Ranchhof. Er wirkte angespannt und wachsam, seine Miene war seltsam verschlossen, und als er zwei Pferdelängen vor Brad anhielt, sagte er hart und ohne jede Freundlichkeit: „Man hat mir heute Tom Ballard in die Stadt gebracht, Winslow. Er war kalt und steif. Jemand hat ihm in der vergangenen Nacht ein Stück Blei zwischen die Schulterblätter geknallt.“
Durchdringend musterte er, während er sprach, Brad. In dessen Gesicht zuckte es. Er zeigte Betroffenheit, schluckte hart und trocken. „Tom Ballard – tot?“, entfuhr es ihm. „Gütiger Gott. Von hinten erschossen. Wie - wie hat es Nancy aufgenommen?“
Der Sheriff legte die Hände übereinander auf den Sattelknopf. „Sie fand ihn. In den Bergen westlich ihrer Ranch. Er ritt gestern Nachmittag fort, um Rinder, die sich im Felsgewirr verlaufen hatten, zurückzutreiben. Als er heute morgen noch immer nicht zurück war, suchte Nancy ihn. Sie brachte ihn auch in die Stadt.“
Brad blickte versonnen zu Boden. Er schüttelte den Kopf, als wollte ihm die Eröffnung nicht in den Sinn.
Der Sheriff fuhr fort. Seine Stimme klirrte wie zerspringendes Glas. „Nancy hält dich für den Mörder, Brad. Und nicht nur sie. Auch ich bin der Meinung, dass du als Mörder Toms in Frage kommst.“
Brad japste nach Luft wie ein Erstickender. Seine Augen hatten sich ungläubig geweitet. Er stand beim Brunnen wie vom Donner gerührt. Die Worte des Sheriffs hallten durch seinen Verstand wie höllisches Geläut. Seine Gedanken wirbelten, er ächzte, seine Lippen bewegten sich, aber seine Stimmbänder versagten.
Knarrend schwang die Haustür auf und eine junge, blonde Frau von etwa fünfundzwanzig Jahren trat ins Freie. Verwundert und fragend fixierte sie den Sheriff, dann ließ sie ihre Stimme erklingen: „Hallo, Mister Wagner. Was führt Sie zu uns auf die Ranch?“ Und ohne eine Antwort abzuwarten, sprach sie sogleich weiter: „Ich bereite gerade das Abendessen. Wenn Sie unser Gast sein möchten ...“
Ein blondhaariges, sommersprossiges Mädchen von etwa vierzehn Jahren und ein Junge von ungefähr zwölf drängten hinter der jungen Frau aus dem Haus. Das Mädchen lächelte unbefangen. Der Junge jedoch schaute verunsichert von Brad auf den Sheriff, und von diesem wieder auf Brad, als spürte er instinktiv, dass etwas nicht in Ordnung war.
Der Sheriff kniff kurz die Lippen zusammen, wie ein Mann, der sich nicht wohl fühlte in seiner Haut, dann presste er fast widerwillig hervor: „Tut mir leid, Virginia. Tom Ballard wurde ermordet, und es spricht viel dafür, dass es euer Bruder war. Ich muss ihn mit in die Stadt nehmen und arretieren, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Sollte sich seine Unschuld herausstellen, wird er bald wieder bei euch sein. Wenn nicht, nun ...“
John Wagner brach vielsagend ab und zuckte mit den Achseln. In seinem Schweigen lag eine düstere Verheißung.
Das freundliche Lächeln des Mädchens erstarb. Virginias Herz übersprang einen Schlag, ihr Atem ging schneller, eine Bruchteile von Sekunden andauernde Blutleere im Gehirn ließ sie taumeln. Aus der Kehle des Jungen brach ein erschreckter Ton, maßloses Erschrecken prägte das Knabengesicht. Fassungslosigkeit griff um sich.
„Du bist verrückt geworden, John!“, würgte Brad endlich hervor. „Ich - ich ...“
„Was?“, peitschte die Stimme des Gesetzeshüters.
Brad knirschte mit den Zähnen. Er duckte sich, und seine Haltung erinnerte an ein sprungbereites Raubtier. „Ich habe Ballard nicht erschossen, Wagner“, rief er rau, und in seinem Tonfall lag jetzt erzwungene Festigkeit. „Sehe ich vielleicht aus wie ein Mörder? Traust du mir einen Mord zu?“
„Meine Meinung ist unmaßgeblich“, murmelte John Wagner. „Es zählen nur die Fakten. Fakt ist, dass du hinter Nancy her bist wie der Teufel hinter der armen Seele. Seit Monaten versuchtest du, Tom die Frau abspenstig zu machen. Tom kam dir auf die Schliche und verprügelte dich. Jetzt ist er tot, und eine Menge spricht dafür, dass du ihn auf dem Gewissen hast. Also zieh dir ein Hemd über. Dann sattelst du dir ein Pferd und reitest mit mir nach Middle Well. Du bist verhaftet, Brad. Im Namen des Gesetzes.“
Brad schien den Worten hinterherzulauschen. Er starrte den Sheriff verständnislos an, es gelang ihm nicht, irgendeinen Gedanken zu formen oder sich auf irgendeine Weise zu artikulieren. Es hatte ihm die Sprache verschlagen. Sein Hals war wie zugeschnürt, wie Fieber rann es durch seine Adern, es überstieg sein Begriffsvermögen.
Brad spürte die Augen seiner Geschwister auf sich gerichtet. Entsetzen und Angst wühlten in ihnen. Nachdem ihre Eltern vor zwei Jahren an einer Infektionskrankheit gestorben waren, hatten er und Virginia die Verantwortung für Benny und Mary Ann übernommen. Doch nun ...
„Sheriff ...“ So kam es brüchig von Virginia. „Mister Wagner! Brad war den ganzen Tag auf der Ranch und hat Holz gehackt. Er kann es nicht gewesen sein.“
Sie knetete ihre Hände, ihre Nasenflügel vibrierten, erregt pochte die Schlagader an ihrem schlanken Hals.
„Tom wurde in der vergangenen Nacht ermordet, Virginia“, versetzte John Wagner eisig, und plötzlich zog er den Colt, schlug ihn auf Brad an, mit dem Daumen spannte er den Hahn.
Das metallische Knacken riss Brad aus der Betäubung. Er schaute den Sheriff an, als erwachte er aus einem Alptraum. Er fing sich und murmelte erstickt: „Ich bin unschuldig. Allerdings ist es wohl so, dass tatsächlich alles gegen mich spricht. Und darum wird dich meine Behauptung nicht interessieren, John. Du kannst den Ballermann wegstecken. Ich komme freiwillig mit dir. Denn meine Unschuld wird sich herausstellen. - Virginia, reite zu Hunter und berichte ihm alles. - Du - du glaubst doch an meine Unschuld, Virgy?“
Virginia nickte. In ihren blauen Augen sammelten sich Tränen. Ihr war das Flehen in seiner Stimme nicht entgangen. „Ja, Brad. Ich - ich weiß, dass du unschuldig bist. Und wir werden alles daransetzen, um deine Unschuld zu beweisen.“
Aufweinend warf sich Mary Ann herum und rannte zurück ins Haus. Benny klammerte sich an seine große Schwester und kämpfte tapfer gegen die Tränen an. Seine schmalen Schultern erbebten wie unter einem inneren Krampf.
„Okay, John.“ Brad nickte entschlossen, ein Ruck durchfuhr ihn. „Du bist der Sheriff, und du erfüllst deine Pflicht. Keine Sorge. Ich mache dir keine Schwierigkeiten.“
„Das möchte ich dir auch nicht geraten haben“, versetzte John Wagner grimmig und unversöhnlich. In Situationen wie dieser schaltete er jegliches persönliche Gefühl aus. Es ging um gemeinen Mord - und er hatte dem Gesetz Geltung zu verschaffen.
Seine Unversöhnlichkeit berührte Brad wie eine eiskalte Hand. Sekundenlang blickte er in das willensstarke, hartkantige Gesicht des Sheriffs, in dessen dunkle, fordernde Augen, und er verspürte jähe Beklemmung. Von einer Minute zur anderen schien sein Schicksal sich in einer Sackgasse verfahren zu haben. Alles in ihm lehnte sich dagegen auf, er wollte seine Unschuld hinausschreien, aber die Erkenntnis, dass die...
| Erscheint lt. Verlag | 12.6.2023 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| ISBN-10 | 3-7389-7902-6 / 3738979026 |
| ISBN-13 | 978-3-7389-7902-2 / 9783738979022 |
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Größe: 955 KB
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