Miles - Unzertrennlich Held (eBook)
312 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7578-6549-8 (ISBN)
Thomas Schneider: Tommy Taylor, Jahrgang 1977, hat sich mit Miles seinen Kindheitstraum vom eigenen Superhelden erfüllt. Neben seiner Leidenschaft für Leinwandfilme verbringt der Deutsch-Franzose seine Freizeit mit Freunden und Familie im Großraum Baden.
1. Israel – Berg Tabor
Zwei Stunden, nachdem Thomas den Ort der ausgestrahlten Botschaft Adils verlassen hatte, versammelten sich noch immer hartnäckig einige hundert Stammesvertreter auf dem geschichtsträchtigen Berg. Wieder und wieder hörten sie sich die Nachricht Adils an, die sie zuvor mit ihren Handygeräten aufgenommen hatten. Sie war genau das Gegenteil zu der Nachricht, die er ihnen versprochen hatte. Waren seine Worte nur leere Versprechen gewesen? Adil sprach von Vergeltung und einem vereinten Volk, während der Fremde, der sich als Miles zu erkennen gegeben hatte, nur die Völker befrieden wollte. Seine Anwesenheit blieb er allerdings schuldig. Er zeigte sich während der kleinen Ansprache nicht ein einziges Mal. Diese Tatsache war es, die die Zurückgebliebenen nicht akzeptieren wollten. Sie misstrauten der Stimme Thomas Martins.
»... ER wird EUCH auf die Probe stellen! Darum sage ich euch: Wankt nicht! Er wird euch helfen. Er wird uns erlösen, denn er zieht mit uns in den Krieg! GLAUBET! Dann wird euch geholfen! – Meine Freunde des einzigen und wahren Glaubens! Mein Name ist Adil.«
Ratlos, aber auch zunehmend wütend, standen sich die Volksvertreter gegenüber. Bevor sich ihre erhitzten Gemüter jedoch unkontrolliert entladen konnten, ergriff jemand aus der Gruppe das Wort:
»Ich will das nicht wahrhaben! Erst füttert man uns wie gewöhnliches Schlachtvieh an, um dann von dieser sprichwörtlichen Stimme des Miles aus heiterem Himmel gesagt zu bekommen, dass wir wieder verschwinden sollen. Das ist ehrlos und entwürdigend.« Die Umstehenden nickten zustimmend. »Ich bin aus dem gleichen Grund gekommen wie ihr alle. Ich werde doch jetzt nicht die Zelte abbrechen und mit leeren Händen zu den Meinen zurückkehren! Was sagte dieser Adil gleich nochmal?
Er wird euch auf die Probe stellen! Glaubet! Dann wird euch geholfen! Genau das werde ich tun. Ich werde bleiben und daran glauben! Ich werde nicht wanken! Hörst du, Miles? Ich werde NICHT wanken!«, rief die Person zwischen den Wartenden gen Himmel.
»WIR werden euch helfen. Wir werden euch erlösen, denn ich führe euch in den Krieg! Vertraut mir ganz und gar! GLAUBET! Dann werde ich euch helfen!«
Erschrocken schauten sich die Männer an. So schnell und unverhofft hatten sie nicht mit einer Reaktion des Fremden gerechnet. Vor Angst erstarrt, hielten sie ihre Blicke erneut in den Himmel gerichtet, um nach der neuerlichen Stimme Ausschau zu halten.
Zunächst sah man nur einen winzig kleinen, schwarzen Punkt, der sich mit großer Geschwindigkeit näherte. Zusehends verwandelte er sich in eine von Feuer und Rauch hervorgerufene Wolke, die den glasklaren, blauen Himmel in Windeseile verdunkelte. Schwarz und unheilverkündend breitete sich der Schleier über mehrere Quadratkilometer aus. Der Tag wurde zur Nacht. Der schwarze Vorhang senkte sich über die gesamte Region.
»Seht doch! Da ist ein Schwarm Sternschnuppen, der direkt auf uns zukommt!«
Padre Tulo, der das Geschehen von einem Nebengebäude der christlichen Basilika aus beobachtete, ahnte Schlimmes:
»Und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen (Markus 13:25).« Tulo eilte in die Kirche und warf sich hilfesuchend vor den Altar.
»Mein Herr und mein Gott! Ich verstehe das nicht. Warum schickst du mir diesen jungen Mann erst, wenn sowieso schon alles verloren ist? Ist es nur eine weitere Probe? Ich weiß, ich sollte dir immer vertrauen, aber ich habe solche Angst. Du verlangst zu viel von mir.«
Der von Panik erfüllte Padre schaute auf ein Bildnis von Maria. Aufmunternd und zugleich tröstend schaute sie auf ihn herab.
»Du hast recht«, sagte er schließlich. »Ich muss keine Angst haben. Der Herr hilft mir. Ich werde stattdessen für diese Menschen da draußen vor den Toren deiner Kirche beten.«
»Alles, was Adil euch mitgeteilt hat, ist wahr. Wir werden euer Volk vor der Ausbeutung westlicher Mächte schützen. Mehr noch: WIR werden euch helfen, sie zu besiegen!«
Der Himmel über dem Berg Tabor versank in ein schwarzes Kugelmeer, das scheinbar lauernd um seine Zuhörer kreiste. Viele der Anwesenden warfen sich daraufhin vor Ehrfurcht zu Boden und baten um Vergebung.
Unbemerkt hatte sich ein abhörsicheres Netz für Funk und Fernsehen über den Berg gesenkt, so dass die Außerirdischen ihre nächsten Schritte einleiten konnten.
»Ihr werdet sie besiegen! Mit unserer Macht, durch eure Hand! Alles, was ihr dazu tun müsst, ist uns euer bedingungsloses Vertrauen auszusprechen.«
Die Anwesenden wussten mit dieser Aussage nichts anzufangen. Der Legat dagegen bereitete seine Wirtskörper auf die bevorstehende Übernahme vor. Dazu war es nötig, das Vertrauen der armseligen Geschöpfe zu gewinnen. Wie schon zuvor an einem kleinen Eingeborenenstamm getestet, waren die Menschen unkooperativ, sobald man ihre Körper gegen ihren Willen übernahm. Deshalb nutzte der Legat die Gunst der Stunde und bat die Gruppe um ihr Vertrauen.
»Ihr werdet mit Kräften ausgestattet, die euch zu Halbgöttern macht. Vereint mit unserer Hilfe, werdet ihr euren Gegnern überlegen sein. In euren Dörfern wird man über euch von Helden sprechen. Losgelöst von Leid und Unterdrückung.« Aus dem kreisenden Vorhang löste sich eine der Kugeln und senkte sich vorsichtig zur Mitte ab. »Habt keine Angst. Um diese Kräfte zu erlangen, statten wir euch mit einem intelligenten Gewebeband aus, das sich mit eurem Neokortex ganz ohne Schmerzen verbindet. Das Band wird sofort beginnen, eure Knochenstruktur zu stärken. Auch das Muskelgewebe wird um ein Vielfaches verstärkt. Zusätzlich werden eure Reflexe sowie euer gesamter Bewegungsapparat modifiziert. Das ist unser Geschenk an euch, um einen gerechten Krieg zu führen.«
Ein aufgeschlossener junger Araber näherte sich der knapp über den Köpfen schwebenden, fußballgroßen, schwarzen Kugel.
»Auf einen selbstlosen Akt folgt in aller Regel immer eine Forderung. Welche ist das bei euch?«
»Keine. Es ist die aufrichtige Bitte um Hilfe.«
Damit hatte keiner der Zuhörer gerechnet. Es wurde angeregt getuschelt, bis der Vorsprecher der Versammelten sich erneut der Kugel zuwandte.
»Wie kann es sein, dass ihr unsere Hilfe benötigt? Bei eurem technologischen Stand dürfte das doch überflüssig sein.«
»Euch dürfte nicht entgangen sein, dass man versucht hat, uns zu vernichten. Es sind auch diejenigen, die euch in dieses Leben trieben. Sie suchen eine Waffe, mit der sie dieses Ziel erreichen können.«
»Den Miles wollten sie töten! Bist du denn Miles? Warum zeigst du dich nicht?«
»Ich bin auf einer Mission und schicke euch meine Armee. Ist das nicht genug? Sie steht euch zur Verfügung, oder soll ich sie wieder abziehen?«
Es entstand eine Pause. Die Versammelten warteten auf ihren Sprecher. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie Vertrauen zu einem der Ihren gefunden.
»Damit schwächst du dich nur selbst. Oder sehe ich das falsch?«
»Man kann einen Krieg nur mit Verbündeten gewinnen, niemals mit einem Zwangsbündnis. Amerikaner, Chinesen, Russen, Europäer und inzwischen auch Inder und Japaner; alle sind sie mehr oder minder einem Metall auf der Spur, das wir zum Überleben benötigen. Vor Tausenden von Jahren überfielen uns unzählige außerirdische Intelligenzen. Sie alle wollten nur eines: unser Metall. Unsere Fähigkeit besteht darin, mithilfe eines Geräts jedwede Materie in Roclam umzuwandeln. Die Möglichkeiten, die durch sachgerechtes Anwenden bestehen, übersteigt eure Vorstellungskraft. Wer es besitzt, dem liegt die Welt zu Füßen.«
»Wo sind denn all die Aliens abgeblieben, wenn euer Metall der Heilige Gral ist?«, unterbrach ihn ein Zuhörer. Dafür erntete er von allen Seiten viel Zuspruch. »Warum kannst du nicht einfach dieses Gerät herstellen? Stattdessen benötigst du uns!«
»Vor vielen tausend Jahren ereilte uns aufgrund der Schattenkriege eine unvorstellbare Katastrophe. Das Schicksal der Malcorianer schien für immer besiegelt zu sein. Unser Planet Malcors wurde dabei zerstört. Nur wenige haben überlebt. Nur meine Soldaten und ich sind die letzten, verbliebenen Überlebenden.«
»Warum erscheinst du erst jetzt? Nach so langer Zeit?«
»Ich wurde von einem der Euren aus dem Hyperschlaf geweckt.«
Es entstand eine Pause, in der niemand so recht von den Anwesenden wusste, was er als Nächstes sagen sollte. Es war dieser Augenblick, der die Lüge des Legats zur perfekten Falle für die Stammesvertreter werden ließ.
»Es ist nicht mehr viel übrig von meinem Volk, das auf diesem Planeten gestrandet ist. Seit Wochen bin ich auf der Suche nach Hinweisen. Es war wohl ein Fehler Adils, mich um Hilfe zu bitten. Ihr scheint meine Hilfe nicht zu wollen.«
Die schwarze Kugel kehrte langsam zu ihrem Verband zurück.
»Es ist gut, Miles. Ich wollte eben zum...
| Erscheint lt. Verlag | 7.3.2023 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7578-6549-9 / 3757865499 |
| ISBN-13 | 978-3-7578-6549-8 / 9783757865498 |
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