Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Literaturpreistexte (eBook)

und die Sache mit Molli
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
104 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-91171-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Literaturpreistexte -  Akono Schmidt
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Eingebettet in eine moderne Adaption der Liebesgeschichte 'Frühstück bei Tiffany' finden sich drei Kurzgeschichten, die der Autor zu verschiedenen Literaturpreis-Wettbewerben eingereicht hat: Eine herzliche, eine abgedrehte und eine futuristische. So gibt es auf 80 (Hardcover) bzw. 100 Seiten (Taschenbuch) viel zu erlesen.

Akono Schmidt ist ein schräger Vogel: Immer bester Dinge rudert er Zeit seines Lebens gegen den Strom. Nicht aus Prinzip, sondern aus einem tiefsitzenden Gerechtigkeitswahn. Der 1951 in Hamburg geborene Autor ist halt in einer Zeit groß geworden, in der viele junge Leute Vieles infrage stellten. Erste Protestform: Haare bis zu den Schultern. Auch gegen alle Widerstände der Chefs in seinem Lehrberuf Schifffahrtskaufmann, der ihn oft an die Hamburger Kaianlagen führte. (Buch: "Als das im Hafen noch Säcke gab".) Dann die Entdeckung der Sprengkraft von Reichtum versus Armut. Sie führte in mehrere Musikgruppen, die sich diesem Spannungsfeld in deutschsprachigen Texten widmeten. Akono verfasste viele Song-Texte selbst, schrieb für sozial engagierte Magazine und Bürgerinitiativen, moderierte zahlreiche Veranstaltungen und produzierte im eigenen Ton- und Videostudio etliche CDs und Filme für Freundinnen und Freunde. Für seinen nächsten Beruf, als Werbeleiter eines Elektronikkonzerns, verfasste er zeitgleich jede Menge Artikel, Drehbücher und Broschüren. Tagsüber im Sakko als Schamakko im Einsatz für den Aktienkurs der Firma, abends als Prediger des sozialen Ausgleichs auf den Bühnen der Republik. (Buch: "70 Jahre im Wilden Westen".) Das Schreiben von Literatur begann er im ersten Jahr der Corona-Pandemie im Alter von 69 Jahren. (Buch: "Von Ziegen, vom Fliegen, vom Scheitern und vom Siegen".) Sein viertes Buch 'Das fast wahre Märchen vom ganz großen Frieden' erzählt die Geschichte von Franklin und Eleanor Roosevelt, die als Präsidentenpaar der USA versucht haben, einen globalen Frieden herbeizuführen. Leider starb Franklin zu früh, sodass er im Buch genesen musste, um sein schönes Werk erfolgreich vollenden zu können. - Es ist halt ein Märchen. 2023 hat Schmidt die Liedertexte zusammengetragen, die er und seine Musikerfreunde in den Jahren zwischen 1969 und 2019 verfasst haben. (Buch: "Politische Liedertexte mit wann und warum".) Es ist ein punktuelles Geschichtsbuch aus den Sozial- und Friedensbewegungen in 50 Jahren Bundesrepublik. Eine geschickte Zusammenstellung und verbindende Zwischentexte machen die 232 Seiten fast durchgängig lesbar wie einen Fließtext. PS. 2021 belegte Akono Schmidt Platz drei (von 48) eines lokalen Literatur-Wettbewerbs.

Akono Schmidt ist ein schräger Vogel: Immer bester Dinge rudert er Zeit seines Lebens gegen den Strom. Nicht aus Prinzip, sondern aus einem tiefsitzenden Gerechtigkeitswahn. Der 1951 in Hamburg geborene Autor ist halt in einer Zeit groß geworden, in der viele junge Leute Vieles infrage stellten. Erste Protestform: Haare bis zu den Schultern. Auch gegen alle Widerstände der Chefs in seinem Lehrberuf Schifffahrtskaufmann, der ihn oft an die Hamburger Kaianlagen führte. (Buch: "Als das im Hafen noch Säcke gab".) Dann die Entdeckung der Sprengkraft von Reichtum versus Armut. Sie führte in mehrere Musikgruppen, die sich diesem Spannungsfeld in deutschsprachigen Texten widmeten. Akono verfasste viele Song-Texte selbst, schrieb für sozial engagierte Magazine und Bürgerinitiativen, moderierte zahlreiche Veranstaltungen und produzierte im eigenen Ton- und Videostudio etliche CDs und Filme für Freundinnen und Freunde. Für seinen nächsten Beruf, als Werbeleiter eines Elektronikkonzerns, verfasste er zeitgleich jede Menge Artikel, Drehbücher und Broschüren. Tagsüber im Sakko als Schamakko im Einsatz für den Aktienkurs der Firma, abends als Prediger des sozialen Ausgleichs auf den Bühnen der Republik. (Buch: "70 Jahre im Wilden Westen".) Das Schreiben von Literatur begann er im ersten Jahr der Corona-Pandemie im Alter von 69 Jahren. (Buch: "Von Ziegen, vom Fliegen, vom Scheitern und vom Siegen".) Sein viertes Buch "Das fast wahre Märchen vom ganz großen Frieden" erzählt die Geschichte von Franklin und Eleanor Roosevelt, die als Präsidentenpaar der USA versucht haben, einen globalen Frieden herbeizuführen. Leider starb Franklin zu früh, sodass er im Buch genesen musste, um sein schönes Werk erfolgreich vollenden zu können. – Es ist halt ein Märchen. 2023 hat Schmidt die Liedertexte zusammengetragen, die er und seine Musikerfreunde in den Jahren zwischen 1969 und 2019 verfasst haben. (Buch: "Politische Liedertexte mit wann und warum".) Es ist ein punktuelles Geschichtsbuch aus den Sozial- und Friedensbewegungen in 50 Jahren Bundesrepublik. Eine geschickte Zusammenstellung und verbindende Zwischentexte machen die 232 Seiten fast durchgängig lesbar wie einen Fließtext. PS. 2021 belegte Akono Schmidt Platz drei (von 48) eines lokalen Literatur-Wettbewerbs.

Die Hüpf-Schweinchen
von Haslohfurth-Kampmoor

Frank wohnte zum Jahreswechsel 1969/70 noch bei seiner Mutter in Hamburg. Er war im dritten Lehrjahr einer kaufmännischen Ausbildung und erhielt 360 D-Mark monatlich. Zusammen mit den 1.000 D-Mark seiner Freundin Beate war das genug Geld, um sich eine gemeinsame Wohnung mieten zu können.

Dachten sie.

Wenn aber in den beliebten Hamburger Stadtteilen überhaupt bezahlbare Räume angeboten wurden, standen meist mehr als 30 Leute im Treppenhaus. Da war mit ihren finanziellen Möglichkeiten kaum ein Rankommen. Deshalb packten sie die Gelegenheit beim Schopfe, als ein Kollege von Beate umziehen wollte, und übernahmen dessen Wohnung für rund 500 D-Mark warm.

Per 1. Februar 1970.

In Norderstedt.

Von Hamburg nach Norderstedt?

Das klingt wie der Umzug von einer Stadt in eine andere, war vor 50 Jahren aber der Wechsel von einer Großstadt ins ganz Große Nichts:

Die Wohnung lag am nördlichsten Ende Norderstedts, Ulzburger Straße 691, „kurz vor dem Norderpol“, wie Beate ironisch bemerkte. Dort standen und stehen zwei dreigeschossige Rotklinker-Mietshäuser, in damals weitgehend unbewohnter Wildnis. Außer dem unbedingten Wunsch endlich zusammen wohnen zu können, gab es keinen, aber auch nicht den geringsten Grund, warum man damals da hinziehen sollte.

Sie zogen trotzdem - der Liebe wegen.

Und machten es sich richtig fein.

Nett und ordentlich.

Doch schon bald stand Frank, der junge Mann aus der Mitte Hamburgs, mit leerem Blick und schwerem Herzen am rückwärtigen Dachfenster der Liebeslaube und blickte ins neue Nichts mit dem großen Kornfeld und einem kleinen Umspannwerk in dessen Mitte. Vermutlich lieferte es den Strom für die (geschätzt) 32 Haushalte in der weiteren Umgebung. Die Überlandkabel des Werks liefen direkt über die Dachwohnung der Beiden. In der Stille manch Nord-Norderstedter Nächte hörte man sie knistern und singen.

Erste Opfer dieser wenig zentralen Wohnlage wurden drei Meerschweinchen. Beate hatte sie gleich nach dem Umzug in der Hamburger Innenstadt gekauft. Die Tierchen sollten sicher mehr Leben ins Leben bringen, als das Umspannwerk. Frank hielt sie während der U-Bahn-Fahrt in einem Käfig, unter einer Decke, auf dem Schoß. Wenn die Bahn mal leicht schlingerte, spürte er, wie die Tierchen auf dem Sägemehl hin und her rutschten, das den spiegelglatten Plastikboden des Käfigs bedeckte.

An der damaligen Endstation Garstedt hieß es dann umsteigen in einen alten rot-braunen Schienenbus, ein klappriges Gefährt der AKN, das durch ganz Norderstedt bis nach Kaltenkirchen ratterte.

Die beiden setzten sich in die hinterste Reihe und sprachen beruhigend auf die Decke ein, unter der ihre neuen Hausgenossinnen mit Sicherheit auf das Reiseende hofften.

Zischend schlossen sich die Türen der Museums-Bahn und sie rumpelte mit dröhnendem Motor hinein in die dunkle Winternacht des vor wenigen Wochen gegründeten Norderstedt. Mit zunehmender Geschwindigkeit schwankte das Gefährt immer heftiger nach links und rechts. Auf müde Menschen bei der Heimfahrt konnte das so belebend wirken wie heute Rüttelplatten-Heimtrainer - auf hellwache Meerschweinchen, auf gestreutem spielglattem Plastik, wirkte es traumatisierend. Die Tierchen verloren jeglichen Halt und schossen in ihrem Stall von links nach rechts. Frank hob die Behausung leicht an, um die Querschläge der Bahn mit den Armen auszugleichen. Was ihm leider nicht gelang. Also zurück auf den Schoß: links und rechts und links und rechts. Die Meer- wurden zu Luftschweinchen: sie begannen zu hüpfen wie die Flöhe.

Dem jungen Paar kam es wie eine Ewigkeit vor, bis der Fahrer nach etwa 15 Minuten die obligatorische Frage durch den Waggon rief: „Haslohfurth-Kampmoor, jemand aussteigen?“

„Wir!“, rief Beate als Einzige.

Sie waren immer die Einzigen.

Niemand wollte Haslohfurt-Kampmoor aussteigen, schon gar nicht an einem dunklen Winterabend.

Der Triebwagen hielt quietschend an einer schummrigen Laterne, die im Dunst des Nieselregens einen übergroßen Lichthof hatte. Sie stiegen auf ein paar Betonplatten, die eine Art Bahnsteig symbolisierten. Das Museums-Gefährt ratterte wieder los und unsere Beiden standen mit ihren Hüpf-Schweinchen mitten im finsteren Walde. Auf einer teilweise geteerten Geisterbahn mussten sie dann etwa fünf sehr lange Minuten zwischen zahlreichen Pfützen Richtung Ulzburger Straße Slalom laufen.

Der Weg war nur schwach beleuchtet und aus dem Wald gab es eine Menge Geräusche, die man aus Hamburg nicht kannte und die Franks Fantasie auf ungute Weise beflügelten.

Zu seiner Erleichterung erreichten sie auch diesmal die „Ulze“ ohne von Wegelagerern überfallen oder von herrenlosen Kampfhunden zerfleischt worden zu sein. Jetzt waren es nur noch fünf weitere Minuten entlang der Straße, die, dank einiger Einzelhäuser, schon einen Hauch zivilisatorischer Sicherheit vermittelte.

Wieder war eine Abenteuerfahrt heil überstanden.

Für Frank jedenfalls.

Und für Beate auch.

Nur die Tierchen …

Das junge Paar blickte voller Mitgefühl auf die zoologischen Raritäten, mit denen sie die nächsten Jahre verbringen würden:

Die ersten Norderstedter Hüpf-Schweinchen derer zu Haslohfurth und Kampmoor.

Tja, und dieser Text ist unter 44 Einsendungen tatsächlich mit Platz 3 prämiert worden. Die Jury war klassisch besetzt, mit einer Schriftstellerin, einem Verleger, einer Lektorin, einem Buchhändler und ähnlichem Fachpersonal. Meine Laudatorin war eine Ingrid Weißmann, eine Autorin, die ehemals auch einen kleinen Verlag geführt hatte. Sie hielt bei der Preisverleihung eine Rede, bei der ich nicht sicher war, ob sie nicht auch ironische Passagen enthielt, denn sie erklärte meinen Stil für Literaturnobelpreis-verdächtig.

Wie sie zu dieser Beurteilung kam weiß ich nicht, aber ich weiß, dass diese Belobigung mich motiviert hat, weiter zu schreiben. Ich schreibe gern, habe keinerlei kommerziellen Druck von innen oder außen und lasse keinen Lektor an meinen Texten rumfummeln. Eine Lektorin auch nicht. Ich kann in meinem Timing einem Teil meiner Gedanken eine Form geben und erleben, wie das bei Leserinnen und Lesern ankommt.

Nämlich gar nicht.

Niemand erfährt, dass es unter den fast 200.000 Neuerscheinungen der Jahre 2021 und 2022 auch meine Bücher gibt. Ich tue aber auch nichts dafür. Habe weder einen klassischen Verlag, noch eine Agentur, noch eine Homepage, noch einen Blog und vor den Reaktionen in den unsozialen Medien behüte mich Literazius.

Bei Molli klingelt es bereits zum dritten Mal an der Tür.

Ein neuer Herr während der Morgengast noch in der Wohnung ist? Das wäre neu. Ist die Anzahl der Ölscheichs so stark gestiegen?

Klingeling!

Sie will offenbar nicht öffnen.

Es klingelt Sturm und jemand wummert mit der Faust an ihre Wohnungstür „Mach auf du Schlampe und komm mit mir nach Hause!“, hört man eine Männerstimme durch das ganze Treppenhaus dröhnen.

„Ich kenne Sie nicht. Lassen Sie mich in Ruhe oder ich hole die Polizei!“

„Wenn du das nicht machst, mache ich das. Du bist meine Frau und ich habe ein Recht darauf, dass du mit mir nach Hause kommst!“ Wieder trommelt der Mann gegen die Tür.

„Ako!“ ruft Molli mich bei meinem Spitznamen, „Ako, bitte hilf mir!“

Gut, die Frau ist mir eigentlich ziemlich egal, aber wenn ich als Ritter gefragt bin, rette ich auch eine Nachbarin. Vielleicht ergibt sich neue Buch-Idee daraus. Ich lege meinen Brötchenrest aus der Hand, ziehe den Gürtel meines Bademantels stramm, trete ins Treppenhaus und marschiere festen Schrittes nach oben, jedenfalls so fest, wie meine Hausschlappen es zulassen. Ein dicker Mann, der seine besten Jahre seit einigen Jahren hinter sich hat, sieht mir mit hochrotem Kopf entgegen: „Was wollen Sie denn?!“

„Ich will, dass Sie Frau Brunnhuber in Ruhe lassen!“, entgegne ich, zu meiner eigenen Überraschung schon deutlich unentspannter als vorgesehen.

„Das ist meine Frau und ich hole sie zurück nach Hause.“

„Ich wohne seit 12 Jahren mit Frau Brunnhuber unter einem Dach und weiß daher, wo ihr zuhause ist!“ Ich drücke mein Kreuz durch, um einen Respekt einflößenden Auftritt hinzukriegen, was angesichts meiner Bekleidung nicht ganz einfach ist.

„Nichts wissen Sie, gar nichts ….“ Er wendet sich von mir ab und der Haustür zu, die er mit zwei wütenden Fußtritten malträtiert. Eine Aktion, deren Ausführung man sich...

Erscheint lt. Verlag 30.3.2023
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Abwechslung • Humor • Liebe • Literaturmarkt
ISBN-10 3-347-91171-7 / 3347911717
ISBN-13 978-3-347-91171-0 / 9783347911710
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von Iris Wolff

eBook Download (2024)
Klett-Cotta (Verlag)
CHF 9,75
Radiosendungen nach Deutschland | Neuausgabe mit einem Vorwort und …

von Thomas Mann

eBook Download (2025)
Fischer E-Books (Verlag)
CHF 18,55