Auf der griechischen Insel der Hoffnung (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-1864-2 (ISBN)
Wie kann er es wagen! Monatelang hat Isla versucht, den mächtigen Tycoon Theo Karalis zu erreichen, und wurde jedes Mal eiskalt abgewiesen. Dabei wollte sie ihm doch nur sagen, dass ihre Urlaubsaffäre süße Folgen hatte. Und nun steht Theo im verregneten London vor ihr, als sei nichts gewesen? Und besteht auch noch darauf, dass sie sofort ihre Sachen packt und ihn auf seine griechische Privatinsel begleitet? Es könnte die Erfüllung ihres größten Traums sein - aber wie soll sie Theo nach seiner kaltherzigen Abweisung jemals wieder vertrauen?
<p>Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...
1. KAPITEL
Isla zog den Schal enger um den Hals und schob die Hände tief in die Manteltaschen. Die Kälte des Winters drang durch ihre Kleidung, während sie die Straße entlangging. Sie konnte kaum glauben, dass es erst vier Monate her war, dass sie …
Ein scharfer Schmerz erfasste sie, eine Mahnung daran, dass sie an diese Zeit nicht mehr denken durfte. Sie atmete tief ein und tat das, was sie immer machte, wenn ihre Stimmung sank: Sie konzentrierte sich auf das Positive und dachte an fünf Dinge, die gut waren. Es war eine Methode, die sie bereits als Kind gelernt hatte und die jedes Mal half.
Auch wenn es an manchen Tagen schwer war.
Manchmal hatte sie das Gefühl, sie würde sich etwas vormachen, aber sie hielt durch. Irgendwann würde sich das Leben wieder besser anfühlen.
Also gut, fünf Dinge.
Nummer eins. Nach zwei Wochen englischen Nieselregens schien endlich wieder die Sonne. Das blasse Blau zwischen den Wolken lud zu Optimismus ein.
Nummer zwei. Rebecca hatte versprochen, Brownies für die morgendliche Teepause zu besorgen, denn sie wusste, dass Isla sie liebte.
Nummer drei. Ihre Chefin und Freundin Rebecca war Grund genug für sie, Dankbarkeit zu empfinden. Die Wolle könnte eingetroffen sein. Neue Ware auszupacken machte immer Spaß. Isla konnte sich vollkommen in den Farben und der Beschaffenheit der Knäuel verlieren, wenn sie die Regale damit auffüllte.
Nummer fünf …
Als sie an einem Mann vorbeiging, der eine Schaufensterauslage betrachtete, stieg ihr beißender Zigarettenrauch in die Nase. Sofort begann ihr empfindlicher Magen zu rebellieren, und sie geriet kurz ins Schwanken. Der Fremde warf ihr einen flüchtigen Blick zu, drückte sein Telefon ans Ohr und ging auf die andere Straßenseite.
Isla atmete tief ein. Diesmal nahm sie den Geruch von nassem Pflaster und den Geschmack des Pfefferminzbonbons, den sie sich eilig in den Mund geschoben hatte, wahr. Zum Glück beruhigte sich ihr Magen wieder.
Sie blickte dem Mann hinterher. Kannte sie ihn? Sein Gesicht, das sie nur flüchtig gesehen hatte, sagte ihr nichts, aber etwas an seinen kurzen grauen Haar und der rundlichen Gestalt kam ihr bekannt vor.
Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken.
Sie eilte weiter. Wenn sie den Laden pünktlich öffnen wollte, durfte sie keine Zeit verlieren. Doch als sie sich der Hauptstraße näherte, verspürte sie noch immer Unbehagen, ein Gefühl, das sie die ganze Woche schon hatte. Als ob jemand sie beobachtete.
Als sie ihr Ziel erreichte, verdrängte sie diesen Gedanken. Sie hatte Glück, dass sie diesen Job hatte, und war entschlossen, ihn zu behalten.
Isla hatte ihr Studium geliebt und es nicht abbrechen wollen, aber es war nicht anders gegangen. Erst einmal war ein festes Einkommen wichtiger als ihre Leidenschaft für die Antike und ihren Traum, eines Tages als Archäologin zu arbeiten.
Die Zeit flog nur so dahin, während sie Kunden bediente, Lieferungen überprüfte und sich um die Onlinebestellungen kümmerte. Nachdem die Freitagvormittag-Strickgruppe im Hinterzimmer geendet hatte, räumte Isla dort für Rebeccas Patchworkgruppe am Nachmittag auf.
Weder sie noch Rebecca hatten Zeit für Tee mit Brownies gehabt, und so knurrte ihr Magen jetzt vernehmlich, als sie unter den großen Tisch in der Mitte des Zimmers kroch, um ein entwischtes Wollknäuel aufzulesen.
„Isla?“
„Hier hinten! Ich bin gleich fertig.“
Sie nahm das graue Knäuel und richtete sich wieder auf.
„Hier ist Besuch für dich.“
Isla hielt inne. Keine ihre Freundinnen würde mitten am Tag hierherkommen. Außerdem irritierte sie etwas an Rebeccas Tonfall. Ablehnung war es nicht. Isla krauste die Stirn. Ihre Chefin war ein freundlicher Mensch, nicht bloß zuvorkommend zu ihren Kunden, sondern aufrichtig warmherzig. Sie würde nichts dagegen haben, wenn jemand ihre Angestellte im Laden besuchte.
Isla drehte sich zur Tür um, die ins Geschäft führte.
Im Rahmen stand Rebecca, ihr grauer Zopf fiel ihr über die Schulter. Doch anstatt wie üblich zu lächeln, war ihre Miene undurchdringlich.
Isla ging auf sie zu. „Was ist? Stimmt etwas nicht?“
Dann nahm sie eine Bewegung hinter ihrer Chefin wahr. Eine hochgewachsene Gestalt tauchte in ihrem Blickfeld auf, doch im Gegenlicht war sie kaum mehr als ein Schatten, bis sie hinter Rebecca trat.
Isla blinzelte, als der Schatten sich in jemanden verwandelte, den sie kannte.
Den du zu kennen geglaubt hast.
Ihre Augen weiteten sich, und sie umklammerte das Wollknäuel, als wäre es ein Rettungsring. Sie wollte etwas sagen, doch kein Wort kam über ihre Lippen. Hitze durchflutete sie, und der Tisch schien sich plötzlich zu bewegen. Dann wurde es dunkel um sie her.
„Isla, wach auf.“
Rebeccas beruhigende Stimme drang wie durch einen Nebel zu Isla hindurch. Mit einem kühlen feuchten Lappen betupfte ihre Chefin ihr Wangen und Stirn.
„Rebecca. Es tut mir leid, ich …“
Isla verstummte und versuchte, sich zu erinnern, was eigentlich passiert war. Dann schlug sie die Augen auf und sah Rebecca an, deren Lächeln von ihrem besorgten Gesichtsausdruck Lügen gestraft wurde.
„Da bist du ja wieder. Wir haben uns Sorgen um dich gemacht.“
Wir?
In diesem Moment kehrte plötzlich die Erinnerung zurück, und als würde eine ganze Armee von Ameisen über sie herfallen, begann Islas Haut zu kribbeln. Mit großen Augen sah sie sich im Zimmer um. Sie und Rebecca waren allein, die Tür war geschlossen.
„Er ist im Laden und ziemlich ungeduldig.“ Rebecca beobachtete Isla, die auf dem alten Sofa an der Wand lag und deren Anspannung sich allmählich löste. „Er wollte draußen zwar nicht warten, scheint aber ein Mann zu sein, der bekommt, was er will. Ich musste ihm mit der Polizei drohen, damit du hier drinnen deine Ruhe hast.“
„Mit der Polizei?“ Isla sah sie ungläubig an.
„Nötig war es nicht. Aber nach deiner Reaktion auf ihn wollte ich sichergehen, dass du ihn auch wirklich sehen möchtest.“ Rebecca hielt Isla ein Glas Wasser an die Lippen. „Hier, trink einen Schluck, dann geht es dir bestimmt schon besser. Ich hätte darauf bestehen sollen, dass du dir Zeit für eine Tasse Tee nimmst.“
Gehorsam tat Isla, was Rebecca sagte. „Es ist nicht deine Aufgabe, auf mich achtzugeben. Ich bin erwachsen und mündig.“ Dabei fühlte sie sich im Moment eher, als wäre sie mit Watte ausgestopft.
Sie setzte sich auf und schwang die Beine über die Sofakante. Einen Augenblick lang war ihr schwindelig, doch es hielt nicht lange an. Erleichtert stieß sie den Atem aus. „Es geht mir schon viel besser.“
„Bin ich froh, das zu hören“, hörte sie in diesem Moment eine tiefe Stimme sagen.
Sofort erstarrte Isla. Ihre Knöchel färbten sich weiß, als sie die Finger in den Samtbezug des Sofas grub.
Diese Stimme erschütterte sie zutiefst. Sie beschwor Erinnerungen an unbeschwertes Lachen und magische Mondscheinnächte in ihr herauf. An tief empfundenes Glück.
Rebecca sprang auf, ihr Gesichtsausdruck war entschlossen. „Ich muss Sie bitten, sofort zu gehen, wenn Sie Islas Recht auf Privatsphäre nicht respektieren können.“
Obwohl sie kaum größer als einen Meter fünfzig war, hatte Rebecca keinerlei Probleme damit, es mit einem kräftigen Mann aufzunehmen, der sie um zwei Köpfe überragte.
Isla ging das Herz auf. Was für ein Glück, dass sie eine solche Freundin hatte! Dass sich jemand für sie einsetzte, war selten. Bereits als Kind verwaist, war sie nie adoptiert worden und ihr Leben lang allein gewesen.
„Es ist schon in Ordnung.“ Vorsichtig stand sie auf. „Ich rede mit ihm.“
Rebecca sah von ihr zu dem Mann, der mit seinen breiten Schultern den gesamten Türrahmen auszufüllen schien. „Ich setze inzwischen Teewasser auf.“
„Nicht nötig, Ms. Burridge. Ich kümmere mich darum.“ In diesem Moment erklang die Türglocke, als die Tür des Ladens geöffnet wurde. „Sie haben Kundschaft.“
Rebecca musterte ihn mit kühlem Blick, bevor sie sich Isla zuwandte. „Wenn du mich brauchst … ich bin ganz in der Nähe.“
Isla nickte und ging in die kleine Kochnische am anderen Ende des Zimmers.
„Setz dich, Isla, du brauchst Ruhe.“
Als ob ihr Wohlergehen ihn interessieren würde! Und doch war da wieder dieser prickelnde Schauer, der ihr heiß über den Rücken lief. Isla ignorierte das Gefühl und schaltete den Wasserkocher an.
„Was ich jetzt brauche, ist eine Tasse Tee.“
Als sie sich umdrehte, um zwei Becher aus einem Schrank zu holen, blickte sie plötzlich auf ein markantes Kinn und einen Mund, der im Schlaf so sinnlich war. Und wenn dieser Mund lächelte, verschlug es ihr den Atem.
Isla versuchte, sich zu beruhigen, indem sie tief einatmete. Dabei stieg ihr ein subtiler Duft in die Nase, der sie an Strand, Pinien und die warme Haut dieses Mannes erinnerte.
Sie ließ den Blick einen Moment auf dem makellos weißen Hemd und der karmesinroten Seidenkrawatte ruhen und ihn dann über den maßgeschneiderten Kaschmirmantel gleiten, der breite Schultern umhüllte. Er war so ganz anders gekleidet als früher, wo er Jeans und kurzärmelige Hemden getragen hatte.
Dieser Mann strahlte Reichtum aus und ein Selbstvertrauen, das damit einherging.
Wieso nur hatte sie das damals nicht gesehen?
Weil du eine rosarote Brille aufgehabt...
| Erscheint lt. Verlag | 11.7.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia | Julia |
| Übersetzer | Anja Görgens |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Arbeitsplatzromanze • Autor • Belletristik • beste • Buch • bücher für frauen • Chance • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • Erfolgsautor • Frauenliteratur • Frauenroman • Geschichte • Geschichten • Griechenland • griechische • Inseln • leidenschaftliche • Liebesgeschichte • Liebesroman • London • Milliardär • Privatinsel • Roman • Romantik • Romantische Bücher • Romanze • Schwangerschaft • Sommer • Sommerromanze • Strandlektüre • Top • Top-Titel • Tycoon • ungeplante • Urlaubsliebe • Urlaubsromanze • Vertrauen • Zeitgenössische • Zweite |
| ISBN-10 | 3-7515-1864-9 / 3751518649 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-1864-2 / 9783751518642 |
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