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Mord im Weissen Haus (eBook)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
243 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9603-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mord im Weissen Haus -  Jean-Pierre Kermanchec
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Der 15-jährige Sven kam von der Schule nach Hause und wollte sich schnell für sein Basketballtraining am Nachmittag umziehen. Vor der Einfahrt parkte das Auto seines Vaters und die Haustür stand überraschenderweise offen. Er betrat das Haus und rief nach seinem Vater, aber sein Vater antwortete nicht. Er entdeckte ihn im Wohnzimmer, in einer Blutlache liegend. Schritte auf der Treppe versetzten ihn in Panik. Er rannte aus dem Haus und sah im Fliehen gelb-weisse Senkers und die schwarze Hose eines Mannes, der die Treppe herunterkam. Er verbarrikadierte sich im Auto seines Vaters. Da die Schlüssel steckten liess er den Motor an und raste los.

Jean-Pierre Kermanchec ist 1947 geboren. Aufenthalte in USA, Frankreich, Deutschland und Luxemburg. Nach dem Studium der Biologie lange Jahre Tätigkeit in der Industrie. Seit der Pensionierung Autor von Kriminalromanen, Kinderbüchern und einem historischen Roman. Lebt und schreibt in Luxemburg und in der Bretagne. Aufnahme in das Verzeichnis der luxemburgischen Autoren und vertreten in den Nationalbibliotheken von Luxemburg und Deutschland.

Jean-Pierre Kermanchec ist 1947 geboren. Aufenthalte in USA, Frankreich, Deutschland und Luxemburg. Nach dem Studium der Biologie lange Jahre Tätigkeit in der Industrie. Seit der Pensionierung Autor von Kriminalromanen, Kinderbüchern und einem historischen Roman. Lebt und schreibt in Luxemburg und in der Bretagne. Aufnahme in das Verzeichnis der luxemburgischen Autoren und vertreten in den Nationalbibliotheken von Luxemburg und Deutschland.

Kapitel 11




Tudal Huelvan war zufrieden. Seit Monaten hatte er sich nicht mehr so glücklich gefühlt. Er war wieder gefragt und geachtet.

Was hatte Alain Keribin zu ihm über den Nachbarn gesagt, den mit den 1000 Kühen? Hatte er nicht gemeint, Dupont sollte sich eher den riesigen Hof ansehen, als sich um seinen kleinen Betrieb zu kümmern? Er würde diese Agrarfabrik besuchen und sie genau unter die Lupe nehmen. Für den Hof war zu seiner aktiven Zeit keine Genehmigung ausgesprochen worden. Es wurde schon geraume Zeit darüber gesprochen, aber der Verwaltungsakt zur Prüfung des Genehmigungsantrags hatten sich lange hingezogen.

Tudal packte seine Gummistiefel ins Fahrzeug und nahm seine Schreibmappe. Von der hatte er sich nicht getrennt und auf ein iPad verzichtet. Er holte im Amt seinen neuen Ausweis ab, der ihm die Türen wieder öffnete und fuhr dann nach Saint-Yvi.

Phine Le Naour sah von ihrer Arbeit auf. Tudal, der neue alte Chef, betrat das Büro.

«Bonjour Monsieur Huelvan, wir haben Sie nicht so schnell zurückerwartet», lachte sie.

«Bonjour Madame Le Naour, die Arbeit hat mir tatsächlich gefehlt. Nun benötige ich auf die Schnelle einen Ausweis.»

«Ich habe ihn schon beantragt. Sicher ist er bereits fertiggestellt. Ich rufe in der zuständigen Abteilung an und bitte die Kollegen, ihn mir zu bringen. Sie können sich schon mal in ihrem Büro einrichten», meinte Phine Le Naour und griff zum Hörer.

Tudal betrat sein neues altes Büro und sah auf den großen Schreibtisch, auf dem verschiedene Akten lagen. Er hatte den Tisch immer aufgeräumt, die Papiere gehörten seiner Meinung nach in die Schränke unter Verschluss. Er setzte sich und sah sich die Akten an. Obenauf lag der Bericht von Alain Keribin. Er las ihn durch. Dann änderte er den Abschnitt mit der Bemerkung über das verbotene und gefundene Pflanzenschutzmittel. Die Schlussbemerkung, dass die Ernte des Bauern Keribin nicht zum Verkauf zugelassen sei, strich er und unterschrieb. Den Bericht legte er in den Ausgangskorb und griff zur nächsten Akte. Es war die von Gweltaz Kerhat. Es handelte sich um den Besitzer des 1000 Kühe Hofs, diese Agrarfabrik. Ihm fiel die Bemerkung auf, die Dupont an den Rand geschrieben hatte: Unregelmäßigkeit bei der Milcherzeugung? Dringend erneut besuchen. Beurteilung nicht möglich.

Hatte Keribin nicht gesagt, dass dieser Hof eher zu kontrollieren sei? Nur weil er die Kühe nicht auf einer Weide gesehen hatte, war der Hof nicht zwangsläufig schlecht geführt. Es gab viele Bauern, die ihre Tiere nur im Stall ließen, mit ordentlichem Futter, Stroh und ausreichendem Platz für die Kühe. Zugegeben, es waren keine Biobauern.

War es möglich, dass Duponts Tod mit dieser Agrarfabrik im Zusammenhang stand? Diese Überlegung war vielleicht weit hergeholt, aber auszuschließen war sie nicht. Falls sie zutraf, musste er sich vorsehen.

Es klopfte an der Tür und Phine Le Naour betrat den Raum.

«Monsieur Huelvan, hier habe ich den neuen Ausweis», sagte Sie, trat an den Schreibtisch und händigte Tudal die scheckkartengroße Karte aus.

«Vielen Dank Madame Le Naour, dann mache ich mich sofort an die Arbeit. Ich sehe, dass Monsieur Dupont den riesigen Hof besucht hat», sagte Tudal und legte die Mappe zur Seite.

«Oh ja, Monsieur Dupont hat gesagt, dass eine ganze Kompanie nötig sei, um diese Anlage ordentlich zu überprüfen. Er plante, weitere Male zu dem Anwesen zu fahren.»

«Ich werde mir den Hof sogleich vornehmen. Mir scheint, dass es dringend geboten ist, eine solche Anlage genauer in Augenschein zu nehmen», antwortete Tudal.

Madame Le Naour räusperte sich und sah ihn fragend an.

«Wollen Sie noch etwas anmerken?»

«Nun ja, es geht mich ja nichts an, aber ich glaube, dass eine solche Anlage verboten gehört. Wie kann man 1000 Kühe ordentlich füttern, melken und sauber halten», sagte Madame Le Naour.

«Das sehe ich genauso wie Sie, aber verbieten kann man ein solches Unternehmen nur, wenn der Betreiber gegen Vorschriften verstößt. Solange das nicht der Fall ist, dürfen die den Hof betreiben. Schließlich haben die Behörden dem Betreiber ihr Okay gegeben.»

Madame Le Naour nickte und verließ das Büro. Er verstand die Frau. Es war unbegreiflich, dass man einen solchen Betrieb zugelassen hatte. Tudal steckte den Ausweis in die Brusttasche seines Hemdes, so wie es seine Gewohnheit war, und fuhr nach Saint-Yvi.

Schon am Ortseingang fiel ihm die Hinweistafel auf den Hof auf. Mit großen Buchstaben stand, dass Saint-Yvi auf seiner Gemarkung den größten Milchbetrieb Frankreichs beherbergte. Für die Gemeinde war der Hof eine Einnahmequelle, auf die sie nicht zu verzichten vermochte. Tudal erinnerte sich, dass Guy Cotten aus Saint-Yvi stammte, der sein auf Ölzeug spezialisiertes Unternehmen in Trégunc, vor den Toren von Concarneau, errichtet hatte und nicht in seinem Geburtsort.

Tudal folgte den Hinweisschildern und kam schnell an das Eingangstor zum Hof. Ein hoher Zaun begrenzte den Zugang zum Hof. Am Tor sah er die Kamera der Videoüberwachung, darunter war eine Klingel angebracht. Das Gelände schien gesichert zu sein. Tudal stieg aus seinem Fahrzeug und näherte sich dem Tor, drückte auf den Klingelknopf und wartete.

«Sie wünschen?», fragte es aus dem Lautsprecher.

«Tudal Huelvan von der DGAL, wenn Sie mir bitte das Tor öffnen», antwortete Tudal. Er stieg wieder in sein Auto und fuhr zum Gebäude, über dessen Eingangstür mit großen Buchstaben Verwaltung stand.

Eine Angestellte nahm ihn vor der Tür in Empfang.

«Bonjour Monsieur, darf ich bitte ihren Ausweis sehen?», bat sie.

«Aber sicher», antwortete Tudal und zeigte seinen brandneuen Ausweis.

Sie sah ihn an und reichte ihn dann zurück.

«Mein Name ist Cloé Mazé. Wir kennen uns noch nicht. Von der DGAL war bis jetzt ein anderer Herr hier», stellte die Frau fest und wartete, was Tudal zu kontrollieren beabsichtigte.

«Ja, Monsieur Dupont hat sich bis jetzt um die Fabrik gekümmert», antwortete Tudal und realisierte, dass die Frau bei diesem Wort ihre Stirn in Falten legte und ihn fragend ansah.

«Fabrik?», fragte sie.

«Wie nennen Sie eine solch riesige Anlage? Bauernhof kann man dazu nicht sagen», erwiderte er und beschrieb mit seinem rechten Arm einen Kreis.

Madame Mazé reagierte nicht weiter auf Tudals Bemerkung, sondern fragte ihn nach dem Grund seines Besuchs.

«Ich möchte mir zuerst ein Gesamtbild der ganzen Anlage machen und danach einen Blick in ihr Lager werfen», antwortete Tudal.

«Die Stallungen wollen Sie nicht näher besuchen?», fragte die Dame.

«Ich sagte doch gerade, ich möchte mir zuerst ein Bild von der ganzen Anlage machen, dazu gehören doch auch die Ställe», antwortete Tudal wirsch.

«Wenn Sie bitte kurz warten, dann hole ich die Schlüssel für das Lager und wir können alles ansehen.»

«Sie brauchen mich nicht zu begleiten, ich sehe mir die Anlage in aller Ruhe gerne alleine an. Schließlich erwartet man von mir einen ausführlichen und abschließenden Bericht. Sie möchten mit der Bewertung doch bestimmt Werbung machen? Falls sie gut ausfällt», fügte Tudal hinzu.

«Ich darf Sie nicht allein gehen lassen, wir haben strikte Anweisungen, dass wir alle Besucher begleiten.»

«Besucher? Das würde ich verstehen, aber ich bin kein Besucher. Ich kontrolliere im Auftrag der Gesundheitsbehörde. Da habe ich das Recht, mir alles genau anzusehen.»

«Sicher, das dürfen Sie auch, aber das ändert nichts an meinen Anweisungen.»

Tudal wurde hellhörig. Er kannte nicht, dass man er auf Schritt und Tritt begleitet und nicht aus den Augen gelassen wurde. Hatten die Leute etwas zu verbergen? War es ihm nicht erlaubt, alles anzusehen?

«Dann lassen Sie uns losgehen», sagte Tudal, nachdem er seine Stiefel angezogen hatte und Madame Mazé mit einem Schlüsselbund zurückgekommen war. Seinen Ärger über ihre Begleitung verbarg er...

Erscheint lt. Verlag 16.5.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Beschreibungen • Bretagne • Bretagne-Krimi • Close • Concarneau • Finistère • Quimper • ville
ISBN-10 3-7549-9603-7 / 3754996037
ISBN-13 978-3-7549-9603-4 / 9783754996034
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