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Die Dornen der Rose (eBook)

Historischer Liebesroman aus einer Zeit voller Gefahr und Leidenschaft

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Aufl. 2023
400 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7517-5034-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Dornen der Rose - Joanna Bourne
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Die einzige Person, der sie ihr Leben anvertrauen kann, ist der Mann, der niemandem traut.

Frankreich, 1794. Die Revolution hat die ganze Gesellschaft auf den Kopf gestellt. Die schöne Französin Marguerite de Fleurignac schmuggelt Aristokraten außer Landes. Sie begegnet dem attraktiven britischen Spion William Doyle, der eigentlich nach ihrem Vater sucht, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. Gemeinsam machen sie sich auf den gefährlichen Weg nach England. Dabei wollen sie sich vor allem eins nicht eingestehen: die Gefühle, die sich zwischen ihnen entwickeln ...

Joanna Bourne entführt ihre Leserinnen und Leser in düstere Gassen und Tavernen, wo Spione sich treffen und Gefahr und Leidenschaft Hand in Hand gehen.

Band 1: Die Geliebte des Spions
Band 2: Eine riskante Affäre
Band 3: Die Dornen der Rose

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



<p>Joanna Bourne lebt mit ihrer Familie in den Blue Ridge Mountains. Ihre Begeisterung für die Zeit der Napoleonischen Kriege führte zur Entstehung ihrer ersten historischen Romane, mit denen sie sofort große Erfolge feierte. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Jacqueline Carey, Dorothy Dunnett und Lois McMaster Bujold.</p>

2


Ihr war ein bisschen schwindelig, deshalb blieb sie noch ein Weilchen sitzen und betrachtete die Furche, die das Kaninchen bei seinem Verschwinden durchs Gras gezogen hatte. Sie fragte sich, ob es wohl ein hohes Alter erreichen und das Oberhaupt einer großen Familie mit Enkelkindern auf dem Schoß werden würde oder umgehend von einem Fuchs verspeist wurde.

Dann glitten plötzlich Stimmen wie Nattern durch das monotone Rauschen des Regens. Männerstimmen.

Sie raffte ihre Röcke und rannte los.

Die Zeit reichte nicht, um es noch bis zum Wald zu schaffen. Sie rannte aufs Château zu. Auf dem langen Weg durch den Blumengarten haschten Lavendel, Fingerhut und Ringelblumen nach ihr. Die Kieselsteine knirschten unter ihren Holzpantinen. Sie machte Lärm. Zu viel Lärm.

Das waren keine Männer aus dem Dorf, die über den rückwärtigen Weg kamen. Männer aus Voisemont würden nicht so spät am Tag bei Regen herkommen. Sie würden besseres Wetter abwarten, um das Château zu plündern. Sie würden mit quietschenden Karren anrücken, die man schon aus hundert Metern Entfernung hörte. Der Bote von Krähe würde, wenn er sie denn aufsuchen wollte, leise sein.

Sie rannte über den Hof zur offen stehenden Stalltür und schlüpfte hinein. Ihre Holzschuhe klapperten auf der Stallgasse, als sie an den Boxen vorbeiging, deren Fenster alle geöffnet waren und das trübe Grau von draußen hereinließen. Kein Wiehern ertönte und auch kein Hufgeklapper. Nur das trockene Rascheln der Schwalben, die unter den Sparren nisteten, war zu hören. Unter dem hohen Dach des Stalls herrschte gähnende Leere. Mit den Pferden war auch die Seele daraus entwichen.

Die praktisch denkenden Dörfler waren gekommen und hatten mit gierigem Blick alles in Augenschein genommen. Nichts, was noch irgendeinen Wert gehabt hätte, war zurückgeblieben: weder Decken noch das kleinste Stück eines Reithalfters, Zügels oder geflochtenen Seils. Nicht ein Fitzelchen gegerbten Leders war noch da. Sie hatten sogar die Futtertröge in Säcke entleert und den Hafer weggeschafft, sodass nur noch ein kümmerlicher Rest übrig geblieben war. Die Hühner in Voisemont würden diesen Sommer gut zu essen haben.

An der letzten Box blieb sie neben der Leiter stehen, die zum Heuboden hinaufführte. Sie stand tief im Schatten bis zu den Knöcheln im Stroh. Alle Läden waren offen und schwangen im leichten Wind knarrend hin und her. Die Feuchtigkeit, die sich auf den Brettern gesammelt hatte, bildete Tropfen. Es hätte nur drei Minuten gedauert, sie alle zu schließen, aber keiner hatte sich die Mühe gemacht. Vielleicht gehörte es ja zu den Prinzipien der Revolution, dass gutes Stroh im Regen vergammeln sollte.

Der ganze Hof war von hier aus zu überblicken. Sie würde sich überzeugen, dass es nicht der Bote von Krähe war. Dann würde sie sich durch die Hintertür davonmachen und die Plünderer sich selbst überlassen.

Draußen im Hof konnte sie das tiefe Brummen einer schweren Person von einer leichteren, höheren Stimme unterscheiden. Mindestens zwei Männer also.

Möglicherweise waren es Durchreisende auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen für die Nacht. Vielleicht auch Philosophen oder Gelehrte, fahrende Ritter, Pilger, verkleidete Helden oder Bänkelsänger. Oder aber echte Edelleute, die – voll fürstlichen Wohlwollens – danach strebten, Gutes zu vollbringen.

Mittlerweile war sie skeptisch, was Wohlwollen anging.

Die vereinzelt und planlos fallenden Regentropfen ließen die hohen Büsche am Wegesrand verschwimmen. Dann traten die beiden in ihr Blickfeld. Ein großer Mann in der Kleidung eines wohlhabenden Händlers, jedoch so braungebrannt wie ein Bauer, stapfte voraus. Sein Dienstjunge hinkte hinterher, da er seine liebe Not mit einem Paar Eseln hatte.

Der Große blieb mit dem Rücken zu ihr in der Mitte des Platzes stehen und legte den Kopf in den Nacken, um die schwarz-grau gestreifte Fassade des Châteaus zu betrachten. Gewiss war er kein eleganter Herr, aber auch kein heruntergekommener Vagabund. Seine Kleidung bestand aus festem Stoff und war zweckmäßig: ein schlichter Mantel und hohe Stiefel, genau das Richtige für strapaziöse Reisen. Die Hände steckten schwer und regungslos im Bund seiner Hose. Breitbeinig stand er da und verströmte nachdenkliche Ruhe.

Er hätte ein Soldat sein können, der den Blick über die eingenommene Stadt schweifen ließ, die er dem Erdboden gleichmachen wollte. Oder ein Bauunternehmer, der die Reste einer römischen Villa begutachtete und das Gewicht der Marmorblöcke abschätzte, die er wegzuschaffen und zu verkaufen gedachte. Während sie ihn beobachtete, zog er den Hut vom Kopf und klatschte damit gegen den Oberschenkel – eine Geste, die große Entschlossenheit ausstrahlte. Ein Ausdruck gewaltiger Kraft, die er ohne Probleme im Griff hatte.

Das gefällt mir ganz und gar nicht.

Er trug nichts, an dem sie ihn als Boten von Krähe hätte ausmachen können. Ein rotes Band mit einem Knoten oder irgendein Stück verknoteten roten Stoffs hätte schon genügt. Er war lediglich ein fremder Eindringling, der für sie ohne Bedeutung war.

Ihr habt hier nichts zu suchen. Verschwindet.

Das tat er natürlich nicht. Er setzte seinen Hut wieder auf, zog ihn tief ins Gesicht und schlug den Mantelkragen hoch. Dann drehte er sich langsam um, wobei sein Blick über Meierei und Wagenschuppen glitt. Aus dieser Entfernung konnte sie seine Gesichtszüge nicht erkennen. Im trüben Grau des Tageslichts war sein Gesicht mit den hohen flachen Wangenknochen, dem von Bartstoppeln verdunkelten Kinn und der ausgeprägten Nase nur zu erahnen. Sein Haar war braun und hing ihm zottig bis in den Nacken.

Wäre er einem Märchen entsprungen, dann als Riese und nicht als Prinz. Riesen waren gefährlicher als Prinzen.

Das hatte man nun davon, wenn man wie feuchtes Moos an den Steinen des Châteaus klebte. Sie hatte sich nicht aufgemacht, um den Gefahren auf der Straße nach Paris zu trotzen, und so war die Gefahr jetzt zu ihr gekommen und hatte sie bis vor ihre eigene Tür verfolgt. Sie war wie der Mann, der in seinem verzweifelten Bestreben, dem Tode zu entrinnen, den ganzen Weg von Bagdad bis nach Samarkand gerannt war. Am Ende hatte der Tod ihn trotzdem ereilt, weil sein Schicksal es so gewollt hatte.

Der Fremde drehte eine Runde um die Nebengebäude. Als er den Stall erreichte, schien er sie einen Moment lang direkt anzusehen. Die Intensität seines Blickes raubte ihr den Atem. Wohl wissend, dass man sie nicht sehen konnte, dass die Schatten sie verhüllten, verharrte sie in absoluter Regungslosigkeit.

Sein aufmerksamer Blick wanderte weiter. Zur Steinmauer, hinter der sich der Garten mit dem Fischteich verbarg. Zu dessen hoher, offen stehender Gittertür. Zu den Gemüsepflanzen des dahinterliegenden Gartens, dessen Tor ebenfalls offen stand. Vielleicht gab es beim Pöbel und unter Plünderern ja irgendein ungeschriebenes Gesetz, dass man Türen nicht hinter sich schloss.

Unter einem endlosen Schwall von Flüchen band der Dienstjunge die Esel an einen Pfosten. Ein verräterischer Wind trug die Worte zu ihr. »Eselshaxen in Butter. Esel en croûte. Eselsuppe. Ihr wartet hier einfach.«

Er sprach mit dem Akzent der Gascogne. Außerdem sah er mit den dunklen Haaren und der glatten, dunklen Haut Südfrankreichs aus wie jemand, der von dort stammte. Ein Diener, der meilenweit weg von zu Hause war.

Da Herr und Diener mit ihren eigenen Anliegen beschäftigt waren, könnte sie sich durch die Hintertür aus dem Stall Richtung Gartenhaus stehlen, indem sie so tat, als wäre sie etwas, dem Beachtung zu schenken sich nicht lohnte. Ein Igel vielleicht. Sie könnte aber auch einfach abwarten. Vielleicht würden die beiden, sobald sie endlich damit fertig waren, das Château anzustarren, sich trollen und nach einem wärmenden Feuer und trockenen, bequemen Betten im Dorf Ausschau halten. Sie könnte aber auch auf den Heuboden klettern und sie von da aus beobachten. Denn es bestand ja immer noch die Möglichkeit, dass die beiden sich durch eine der Parolen zu erkennen gaben.

Sie könnte aber auch weiterhin einfach wie ein Trottel dastehen. Die Möglichkeiten, die in ihrem Innern miteinander fochten, hätten ein ganzes Schlachtfeld füllen können.

»Hier liegen überall Glasscherben herum«, sagte der Große. »Pass auf deine Füße auf. Und lass die Esel draußen.« Eine bretonische Stimme. Dieser Mann stammte aus der ältesten, der am wenigsten kultivierten Provinz Frankreichs.

Er machte sich nicht daran, die Ruinen zu durchstöbern, sondern dachte gründlich über das nach, was er da sah. Sie legte keinen Wert auf die Begegnung mit einem Mann, den mehr als nur Plünderungsabsichten hergeführt hatten.

William Doyle, britischer Spion, stand im französischen Regen und dachte über Zerstörung nach.

Decorum und Dulce scheuten vor dem Tor und weigerten sich mit angelegten Ohren, auch nur einen Huf auf die losen Kiesel im Hof zu setzen. Der Brandgeruch missfiel ihnen. Vielleicht witterten sie Tod. Auf alle Fälle etwas, das sie nicht mochten.

Schlau wie Katzen, diese Biester. Der Junge hatte sie noch nicht zu schätzen gelernt.

Nirgends waren sterbliche Überreste zu sehen. Ebenso wenig hingen Leichen wie reifes Obst an den Bäumen. Dennoch war es möglich, dass in irgendeiner Ecke jemand lag. Tot.

Dulce machte einen langen Hals, um Hawker zu beißen. Und verfehlte ihn um Haaresbreite. Der Junge wurde immer flinker.

»Modernder Bastard eines …«, fluchte Hawker, während er sich mit einem Sprung zur Seite...

Erscheint lt. Verlag 1.9.2023
Reihe/Serie Meister der Spione und Liebhaber
Meister der Spione und Liebhaber
Meisterspione
Übersetzer Firouzeh Akhavan-Zandjani
Sprache deutsch
Original-Titel The Forbidden Rose
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Abenteuer • England • Frankreich • Französische Revolution • Gassen • Gefahr • Historische Liebesromane • Historischer Roman • Leidenschaft • Liebesroman • Napoleon • Napoleonisch • Roman für Frauen • Romantik • Romantischer Roman • Spannung • Spion • Spionage • Spionin • Tavernen
ISBN-10 3-7517-5034-7 / 3751750347
ISBN-13 978-3-7517-5034-9 / 9783751750349
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