Nach dem Wassertag
Elisabeth Schneider in Hamburg geboren und aufgewachsen, studierte an der FU Berlin Literatur und Politik, arbeitete in der Folge als Redakteurin für die taz und als Autorin literarischer Essays für den Hörfunk. Nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten lebte sie in Hamburg und seit 1992 bis heute wieder in Berlin. Sie übersetzte Jugendbücher, schrieb Kurzgeschichten, Erzählungen und Gedichte. In Hamburg gründete sie das gemeinnützige „Radio Korah“ mit, in Berlin wagte sie sich mit „Lyricals“, ihren vertonten Gedichten, auf Berliner Kleinkunstbühnen. Jetzt legt sie ihren Roman Nach dem Wassertag der Öffentlichkeit vor.
Seite für Seite sorgfältig recherchiert und toll erzählt: Die Geschichte einer Frau, die um ihr Recht auf Bildung und ein eigenes Leben kämpft. Vor über 100 Jahren in Bosnien-Herzegowina - das scheint weit weg und ist uns doch beklemmend nah. Selten habe ich aus einem spannenden Roman so viel gelernt. - Irene Stratenwerth, Autorin, Journalistin, Kuratorin
Seite für Seite sorgfältig recherchiert und toll erzählt: Die Geschichte einer Frau, die um ihr Recht auf Bildung und ein eigenes Leben kämpft. Vor über 100 Jahren in Bosnien-Herzegowina — das scheint weit weg und ist uns doch beklemmend nah. Selten habe ich aus einem spannenden Roman so viel gelernt.
– Irene Stratenwerth, Autorin, Journalistin, Kuratorin
Ihr hatte der Vater vergeben. Aber würde Maria ihm vergeben können? Die vielen Prügel, die vielen Lügen? Was ihr das Liebste war, hatte er ihr verwehrt: erst die Freundschaft mit Josefina und dann das Lernen. Dem Vater, davon war Maria überzeugt, waren die Lernfreude und der Bildungshunger seiner Tochter schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Was brauchte er eine gelehrte Tochter? Arbeitsam und gottesfürchtig sollte sie sein! Stets mussten sie beten bei Tisch und Gott danken für das Brot, das doch sie mit ihren eigenen Händen geformt und im Ofen gebacken hatte. „Warum dankst du nicht mir oder dem Johann?“, hatte sie einmal aufbegehrt. „Der Johann hat das Korn eingeholt und gedroschen und ich habe das Brot gebacken. Der Herrgott ist uns dabei nicht zur Hand gegangen.“ Eine Tracht Prügel hatte sie sich dafür eingefangen, und der Vater hatte dem Herrn für die Prüfungen gedankt, die er ihm auferlegte. Sie selbst hatte diese Prüfungen nicht bestanden, hatte sich gegen die Glaubenssätze der Kirche gestellt, war heimlich vom Hof gegangen. Sie hatte den Vater dort getroffen, wo es ihn am meisten schmerzen musste. Sollte er doch sehen, wie er allein mit Gottes Hilfe zurechtkam!
| Erscheinungsdatum | 07.07.2023 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 125 x 210 mm |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Schlagworte | 1866-1912 • Auswanderung • Bosnien • deutsch-protestant • Drina • multikonfessionell • serbia • Überschwemmung |
| ISBN-10 | 3-96258-145-6 / 3962581456 |
| ISBN-13 | 978-3-96258-145-9 / 9783962581459 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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