Ilumina Cornen (eBook)
900 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9469-6 (ISBN)
Ich schreibe um zu unterhalten und ich liebe es zu sehen, wie eine von mir erdachte Geschichte gedeiht und dabei neue Handlungsstränge entstehen, die mich selbst immer wieder überraschen.
Ich schreibe um zu unterhalten und ich liebe es zu sehen, wie eine von mir erdachte Geschichte gedeiht und dabei neue Handlungsstränge entstehen, die mich selbst immer wieder überraschen.
Sie wirft Istar einen herausfordernden Blick zu, den dieser mit einem milden Lächeln erwidert. Dann stellt Destriel ihren Bruder und sich vor und übergibt den Brief von Elferisa, ihrer Königin. Stille legt sich über den Thronsaal, während Lithuen liest. Nachdem der Elbenfürst die Botschaft zur Kenntnis genommen hat, erhebt er sich von seinem Platz und bittet Destriel und Dornwall, ihm in ein Nebenzimmer zu folgen. Hier setzen sie sich gemeinsam wie alte Bekannte auf die am Boden liegenden Kissen. Er entlässt die bereitstehende Dienerschaft und wartet.
Lithuen Sapheniel hat kurzes, hellblondes Haar und wirkt wie ein Mann von dreißig Jahren. Wachsam blicken seine braunen Augen unter den schmalen Brauen hervor. Das langgezogene Gesicht wirkt nachdenklich. Kaum sichtbar bewegen sich die Wangenknochen des Elben. Seine Zähne mahlen unsichtbare Gedanken. Als der letzte Diener die Räumlichkeit verlassen hat, richtet Lithuen das Wort an seine Gäste.
„Königin Elferisa bittet uns um Hilfe beim Kampf gegen das Reich Uzrazar.“, beginnt er den Inhalt der Botschaft zu erläutern. „Sie möchte eine Allianz zwischen den drei Völkern schließen. Elben, Zwerge und Menschen sollen Seite an Seite kämpfen. Weiter schreibt die Königin von dem Erstarken einer alten Macht, die sich im Süden ausbreitet und irgendwann ihren Blick nach Norden richten wird.“ Er nimmt einen Schluck aus der Schale, welche vor ihm auf dem Tisch steht. „Goran von Grudaur ist in der Bibliothek von Trasar, um nach Hinweisen zu suchen. Es kann Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, ehe er zurückkehrt. Zeit, die wir unter Umständen nicht haben.“
Dann beugt er sich nach vorne und schaut Destriel in die Augen. „Deine Königin hat dich und deinen Bruder als Abgesandte geschickt. Sie schreibt, ihr beide seid sehr klug, gewissenhaft und immer loyal. Ihr sollt hier bleiben und mich unterstützen, bis sie euch abberuft.“
Verblüfft reißt Destriel die Augen auf. Mit solch einer Nachricht hat sie nicht gerechnet. Die Kriegerin muss sich sammeln. Was bezweckt die Königin und wem nutzt dieser Befehl? Ihr Blick sucht den des Bruders, der ihr wie so oft das Gespräch überlässt und schweigt.
Lithuen erhebt sich plötzlich von seinem Platz und begibt sich zum Ausgang des Zimmers. Vorsichtig öffnet er die Tür und spät in den Thronsaal. Weit und breit ist kein Diener zu entdecken. Zufrieden kehrt der Fürst zurück und sinkt wieder in die Kissen.
„Und jetzt erzählt ihr mir was genau geschehen ist! Wie ich die Sache sehe, wollte eure Königin die wirklich wichtigen Nachrichten auf keinem Fall Papier anvertrauen.“
Dornwall macht noch immer keine Anstalten, sich zu äußern. Daher übernimmt es Destriel abermals, ihrem Gastgeber zu antworten. Die Kriegerin macht es sich noch bequemer und streckt ihre Beine aus. Für einen Elb geziemt sich so etwas nicht, aber sie ist ja nur halb von diesem Blut.
Alles, was sich in den letzten Monaten zugetragen hat, teilt sie Lithuen mit. So erfährt der Fürst von der Geburt des Kindes, der Botschaft Nofratus sowie den Orks in Halbur. Sie verschweigt allerdings wohlweislich den Fund des Medaillons in Vastamar. Warum sie dies tut, darüber ist sich Destriel selbst nicht im Klaren. Zum einen vielleicht, weil das Schmuckstück für ihre Ausführungen nicht wichtig genug erscheint und zum anderen, weil sie die Suche nach der Herkunft gerne selbst vorantreiben würde und nicht denkt, hier in Elbenhain vorerst Antworten zu finden. Ebenso wie die Erwähnung des Medaillons unterlässt es Destriel aber auch, von der magischen Verbindung zwischen Elferisa und dem Kind zu erzählen. Doch tut sie dies aufgrund des Versprechens, welches ihr die Königin abnahm und nicht aus eigenem Interesse. Es würde nicht zu Elferisa passen, solch ein Geheimnis zuerst im Verborgenen zu wünschen, um es später aufgrund einer Botschaft offenbaren zu lassen.
Nachdem der Fürst seinen Wissensdurst gestillt hat, erzählt er von den jüngsten Ereignissen die sein Reich betreffen. Dabei erfahren die Geschwister von zahlreichen Angriffen der Orks, die sich in letzter Zeit häufen. Die südliche Grenze, wo Elbenhain schmal ist, ist das vorrangige Ziel des Feindes. Doch nicht nur da. Immer wieder versuchen Orks über den Erolsee zu setzen, um die ufernahen Siedlungen zu überfallen.
So vergeht Stunde um Stunde, während sie sich angeregt unterhalten und als Destriel mit ihrem Bruder den Palast verlässt, ist es bereits spät in der Nacht.
Müde und geschafft fällt sie wenig später in die Kissen. Ihr Blick ist zur Decke gerichtet. Für die Zeit ihres Aufenthaltes, hat Istar den Geschwistern seine Gastfreundschaft angeboten. Das Haus des Fürstensohns ist groß und bietet viel Platz. Destriel und Dornwall haben das Angebot angenommen. Der Kriegerin ist bei dem Gedanken an die Nähe des Elben nicht unwohl. Das Wissen um seine Gegenwart lockt in ihr noch immer ein unbekanntes Gefühl hervor. Leicht, wie der Tanz einer Feder, fühlt es sich an. Steif liegt Destriel in ihrem Bett. Verharrend in der Stille der Nacht. Sanft wiegt sich der Wind in den Schleiern an den Fenstern und lässt sie wie von unsichtbarer Hand berührt auf und ab schweben. Destriels wiederholt in Gedanken noch einmal das Gespräch mit dem Fürsten. Ihr Bruder soll während ihrer Zeit in Elbenhain seine Kampfkunst bei diversen Ausbildungen der Elben erweitern. Ihm obliegt dabei die Aufsicht der Gdurg, deren Anwesenheit nicht mehr länger geheim gehalten werden muss.
Istar und Destriel hingegen werden durch Lithuens Reich reisen, damit die Kriegerin die Sitten und Bräuche dieses alten Volkes besser kennen lernen kann.
„Istar.“, flüstert Destriel plötzlich. In Gedanken erscheint er vor ihr. Sie erkennt seine stattliche Figur, den geraden Gang und die breiten Schultern. Schnellen Schrittes kommt der Elb auf sie zu und überquert rennend er eine Wiese. Die dünnen Halme knicken unter dem Druck der Sohle. Schmetterlinge steigen auf. Wie eine Ranke bohren sie sich in den Himmel. Eine frische Prise streift über Destriels Gesicht.
Ist es wirklich oder nur ein Traum? Sie versucht die Augen zu öffnen. Da spürt sie die Wärme von Istars Haut auf der ihren. Seine Lippen nähern sich. Sanft berührt er sie. Destriel bäumt sich auf vor Lust und ihre Finger krallen ins Lacken, während ihre Gedanken tiefer mit dem Traum verschmelzen.
Kapitel 3
Von Alanus und Trasar
Ilumina Cornen
Mittelcornen, Hügelschlag
Winterende 9032
Das kleine Dorf liegt inmitten einer Talsenke umgeben von Hügeln, an deren Hängen sich Büsche und kleinere Bäume des kargen Lebens erfreuen. Hügelschlag nennen die Einheimischen diesen Ort, der einsam und verlassen, umgeben von rauer Wildnis, so manchem Reisenden Sicherheit und Schutz zu schenken vermag.
Auch jetzt, da sich das Licht des weichenden Tages in den Mantel der Dunkelheit hüllt, sucht ein einsamer Reiter Geborgenheit vor der Kälte der Nacht. Selbst wenn dem Winter langsam der frostige Atem ausgeht, so ist es doch besser die Finsternis geschützt an einem Feuer zu verbringen, als unter freiem Himmel auf dem hart gefrorenen Boden.
Schmatzend graben sich die Hufe des Pferdes ins angefrorene Erdreich. Der Reiter lenkt sein Ross direkt auf das größte Haus des Dorfes zu. Müde steigt er ab und führt das Tier die letzten Schritte zum angrenzenden Stall. Niemand ist zu sehen. Hügelschlag scheint ausgestorben, wäre da nicht der Lärm einer Wirtschaft. Der Reisende bindet sein Pferd an einen Pfeiler, schultert die Satteltaschen und macht sich auf den Weg zum Eingang des Gasthauses. Vor dem Gebäude stehen einige beladene Wagen, die offensichtlich demselben Besitzer gehören. Gerade als er an den Fuhrwerken vorüber geht, erklingt eine Stimme. „Halt!“
Der Reisende bleibt stehen. „Ich suche nur ein Lager für die Nacht!“
Zwischen den Wagen taucht ein Mann auf und dann noch einer und noch einer. Insgesamt drei Krieger, denen es offensichtlich unterliegt über die Habe eines Händlers zu wachen, treten vor ihn hin. „An diesem Ort gibt es keinen Platz für dich. Nimm dein Pferd und reite weiter!“
Plötzlich wird die Tür von dem Gasthaus geöffnet. Angelockt vom Lärm der Stimmen erscheint die hagere Gestalt eines Mannes auf dem Vorbau. „Was ist los?“, ruft er in südländischem Akzent über den Platz.
Der Wortführer der drei Wächter deutet auf den Reisenden. „Dieser Mann will sich unserem Befehl wiedersetzen weiter zu ziehen, Herr.“
„Kennt ihr den Mann?“
Verdutzt schaut der Wächter seinen Auftraggeber an, dessen Körper unter edlen Stoffen verborgen ist. „Wir kennen ihn nicht. Aber ich halte es für besser ihn...“
„Deine Aufgabe und die deiner Brüder ist es auf mein Hab und Gut zu achten. Mehr nicht.“ Der Mann auf dem Vorbau winkt dem Reisenden zu sich. „ Verzeiht ihnen ihr Benehmen. Tretet ein und seid mein Gast.“
Der Fremde folgt der Aufforderung und verschwindet im Inneren des Hauses. Der Schankraum ist leer und wirkt sehr ordentlich, was man nur von sehr wenigen Schenken behaupten kann, die sich entlang der großen Straße nach Süden befinden.
„Sind wir allein?“, will der Reisende wissen, während er sich seine Handschuhe von den Fingern zieht. Sein Gastgeber führt ihn zu einem der Tische.
„Bisher habe ich niemanden außer der Magd und einen jungen Mann zu Gesicht bekommen.“ Er zieht einen Stuhl zurück. „Bitte nehmt Platz und verzeiht nochmals das Benehmen meiner Wachen!“.
Seine Hand fährt durch die Luft, woraufhin die bezeichnete Magd erscheint. Beim Anblick des Fremden entfährt ihr ein kurzer Schrei. Sie schlägt die Hände vor den Mund....
| Erscheint lt. Verlag | 20.4.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Ilumina Cornen | Ilumina Cornen |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Drachen • Elben • Fantasy • High • Magie • Magier • Orks • Zwerge |
| ISBN-10 | 3-7549-9469-7 / 3754994697 |
| ISBN-13 | 978-3-7549-9469-6 / 9783754994696 |
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