Übergekocht! (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-2233-5 (ISBN)
Liebe ist kein Beinbruch! Oder doch? Wades Gipsbein ist schuld daran, dass Laura bei ihm als Haushälterin jobbt. Beharrlich ignoriert er, wie heftig es zwischen ihnen knistert. Bis Laura sich mit einem anderen verabredet! Plötzlich brennt Wade vor Eifersucht ...
1. KAPITEL
Gleich von dem Moment an, wo sie zum ersten Mal sein Haus betrat, war Wade Ryder klar, dass die absolute Katastrophe eingetreten war. Seine beiden dämlichen Cousins ließen zu allem Überfluss auch noch ihre Augenbrauen tanzen und grinsten wie blöde, während sie dem blonden, blauäugigen Rasseweib, das vorübergehend Wades Köchin und Haushälterin auf der Ranch werden sollte, hinterherstolzierten.
Die Göttin in Designerjeans und engem rosafarbenem Pulli lächelte höflich. Als ihn ihr himmelblauer Blick traf, zog sich in ihm alles zusammen – wie mit einem Ruck am Sattelgurt –, und sämtliche Alarmglocken schrillten in seinem Schädel. Im Stillen fluchte er über die starke Anziehung, die er sofort verspürte. Sie war die vollkommene Verkörperung von Stil, Klasse und raffinierter Eleganz. Ein Vollweib mit verlockenden Kurven und wohlproportionierten Wölbungen. Kurz gesagt – gefährlich.
Aus schmerzlicher Erfahrung wusste Wade: Je attraktiver die Frau, desto schwieriger war es für einen Mann, sie zufriedenzustellen. Oh Mann, diese Frau war in Jeans verpacktes pures Gift. Sie würde Ärger machen, das war klar!
Ärger stieg in Wade auf, während er von den Launen des Schicksals gestraft an seinen Sessel gefesselt saß. Er sah zerknittert und runzlig aus, sie dagegen wirkte so ungemein frisch, gesund und todschick, dass er ihr am liebsten das Haar zerwühlt hätte, nur um sich besser zu fühlen. Das jedoch verstärkte nur noch seinen Frust, und deshalb richtete sich sein ganzer Groll gegen sie. Es war ein absoluter Teufelskreis, aus dem es keinen Ausweg gab.
Wade fühlte sich genauso schlecht, wie sein Anblick vermuten ließ. Sein linkes Bein steckte vom Knie abwärts in Gips. Schlinge und Armschiene drückten sein pochendes linkes Handgelenk gegen seine geprellten Rippen. Sein Haar war zerzaust, da er mit seiner gesunden Hand durch die schwarze Mähne gefahren war, die schon längst ein Friseur hätte zurechtstutzen sollen. Ein dunkelvioletter Schatten umkränzte sein linkes Auge. Er fühlte sich zerschlagen und wie von einem wilden Bullen zertrampelt – was er im buchstäblichen Sinn auch war. Außerdem kam es ihm vor, als könne nun jeder, insbesondere jedoch auch dieser weibliche Eindringling in sein männliches Refugium, in ihm lesen wie in einem offenen Buch: Als wären all seine Unsicherheiten, Schwächen und Verwundbarkeiten der ganzen Welt preisgegeben.
Wade ließ seinen Blick von der lächelnden Göttin zu seinen treulosen, ständig zu Schandtaten aufgelegten Cousins gleiten. „Überlass alles uns“, hatten sie gesagt. Er hatte einzig und allein in ihre brillante Idee eingewilligt, weil er vor lauter Schmerzen nicht mehr aus noch ein gewusst hatte. Was für ein Riesenfehler.
Dabei war seinen Cousins Vance und Quint Ryder nur allzu klar, dass er seit sechs Jahren den Frauen abgeschworen hatte – und zwar aus triftigem Grund. Doch die mitleidlosen Mistkerle hatten es offensichtlich lustig gefunden, ihm noch einen reinzuwürgen, wo er schon am Boden lag. Verrotten sollten sie! Die beiden hatten sich hinter der Göttin aufgebaut, dieser real gewordenen Männerfantasie, und machten weder den leisesten Versuch, sich ihr dämliches Grinsen zu verkneifen, noch auch nur ein wenig Mitgefühl für seinen jämmerlichen Zustand zu zeigen. Na, sobald er wieder auf den Beinen wäre, würde er es seinen Cousins heimzahlen, und zwar saftig!
Quint Ryder, der legendäre Frauenschwarm der Familie, warf noch einen letzten Blick auf den wohlgeformten Po der Göttin, bevor er vortrat, um die Vorstellungsrunde zu eröffnen. „Laura Seymour, das ist unser Cousin, Wade Ryder.“ Er wandte sich an Wade und grinste, was das Zeug hielt. „Vance und ich haben die perfekte Köchin und Haushälterin gefunden, die dich versorgt, solange du krank bist. Sie ist die Antwort auf all deine Gebete.“
Quints Grinsen war so breit wie der Oklahoma Panhandle, und Wade hätte seinem Cousin diesen Ausdruck am liebsten aus seinem Gesicht geprügelt. Diese Frau war keineswegs die Antwort auf all seine Gebete – sie war sein allerschlimmster Albtraum. Eine blitzschnelle Wunderheilung war alles, was er sich wünschte, und nicht eine verführerische Frau, die ihm auf der Pelle säße.
Als Wade nach einigem Zögern eingewilligt hatte, sich vorübergehend Hilfe ins Haus zu holen, hatte er eher an eine moderne Version von Alice, der Haushälterin aus der Fernsehserie Drei Mädchen und drei Jungen, gedacht. Stattdessen stand nun Miss Juni aus dem Playboy-Magazin vor ihm. Zum Teufel! Er steckte bis zum Hals in Schwierigkeiten.
Wade biss die Zähne zusammen, die ihm beim Ranchunfall fast aus dem Kiefer geschmettert worden wären. Der Unfall hatte ihn zu völliger Hilflosigkeit verdammt – ein Gefühl, das er hasste. Jetzt auch noch sie im Haus zu haben, verstärkte dieses Gefühl nur noch um ein Vielfaches. Wade war stolz auf seine Arbeit, seine Unabhängigkeit und sein Selbstbewusstsein. Doch dieses Selbstbild war angeknackt wie seine Knochen, und er musste sich auf einen Stock stützen, um überhaupt sein Gleichgewicht halten zu können.
Zum Teufel mit diesem schwarzen Angusbullen, der ihn einfach umgerannt und versucht hatte, Hackfleisch aus ihm zu machen. Dieses Vieh war fällig!
Die Venus mit ihrer makellosen Samthaut – nicht die kleinste Schramme schmälerte die Schönheit ihres bezaubernden Gesichts – trat auf ihn zu und reichte ihm die Hand. „Es tut mir leid, dass Ihnen dieser Unfall passiert ist. Schön, Sie kennenzulernen, Mr. Ryder.“
„Tatsächlich? Was soll daran schön sein?“ Wade starrte auf ihre perfekt manikürte Hand, als ob sie ihm einen drei Tage alten, toten Fisch andrehen wollte. Jeglichen Körperkontakt würde er strikt vermeiden, da er nicht beabsichtigte, sie dazubehalten. Er würde sie weder anfassen noch wiedersehen – niemals.
Ihre Hand verharrte einen Moment lang in der Luft, bevor der Frau klar wurde, dass es kein Händeschütteln geben würde. Wade bedachte sie mit seinem finstersten Blick und starrte sie so lange unverwandt an, bis ihr Lächeln starb und sie unsicher zurückwich. Sein Gewissen versuchte, ihn grün und blau zu schlagen, weil er sich dermaßen unhöflich benahm, doch was machte ein weiterer blauer Fleck auf seinem übel zugerichteten Körper schon aus, fragte er sich.
Vance Ryder, der Scherzbold der Familie, beeilte sich, das betretene Schweigen zu überspielen, aber Wade hatte keine Lust, seinem Cousin leichtes Spiel zu gewähren.
„Wie Sie sehen, Laura, ist unser Cousin nicht gerade in allerbester Verfassung. Seine starken Schmerzen machen ihn griesgrämig. Geben Sie einfach nichts auf Wade. Wenn es ihm besser geht, wird er sich schon wieder freundlicher zeigen“, sagte Nance.
„Nein, werde ich nicht“, widersprach Wade grimmig. „Freundlicher als jetzt wird sie mich ganz bestimmt nicht erleben.“ Zur Bekräftigung schoss er einen weiteren tödlich-finsteren Blick zu Miss Verbotene Versuchung hinüber. Ihr Lächeln verschwand, und sie musterte ihn argwöhnisch. Ein wenig schüchtern war sie. Gut! Er würde sie in null Komma nichts in die Flucht treiben. Sie war ihm gegenüber im Nachteil, denn sie befand sich von lauter Unbekannten umgeben in seinem Haus und versuchte ihr Bestes, höflich zu sein.
Vances gekünsteltes Lachen zerschnitt die Stille. „Wade macht nur Spaß.“ Er blickte Wade mit zusammengekniffenen Augen warnend an. „Nicht wahr, Cousin?“
„Genau“, erwiderte Wade mit grimmiger Miene. „So wie jetzt bin ich, wenn ich nur Spaß mache. Wenn ich wirklich schlecht gelaunt bin, sollten Sie lieber nicht in meiner Nähe sein. Also, warum ziehen Sie nicht lieber Leine, Lady, damit ich mal mit meinen Cousins ein privates Wörtchen reden kann.“
Laura reckte das Kinn, ihre Augen funkelten. Sie öffnete den Mund, doch dann schien sie sich eines Besseren zu besinnen, denn sie presste die Lippen zusammen und schwieg. Offensichtlich gekränkt, stürmte sie zur Tür hinaus.
Nun wurde Wade klar, warum Vance und Quint sich immer hinter Laura postiert hatten. Ihre Designerjeans schmiegte sich so perfekt an ihren Po, als wäre die Hose eigens für ihre Kurvenfigur maßgeschneidert worden. Der hypnotisierende Schwung ihrer Hüften hielt Wades Blick gefangen. Er musste seinen Blick gewaltsam fortreißen, um seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Cousins zu richten.
„Haben wir nicht für dich einen ganz großen Fang gemacht?“, murmelte Quint, während er Laura schmachtend hinterherblickte, bis sie verschwand. Er seufzte theatralisch. „Das ist mal ein echt gut aussehendes Exemplar Frau von absoluter Premiumqualität, Wade. Da wünschte ich doch glatt, der Bulle hätte mich umgerannt, damit Laura sich um mich kümmert.“
„Ich will, dass sie von hier verschwindet, aber plötzlich“, zischte Wade. „Du weißt, ich habe den Frauen abgeschworen, und ich will sie hier nicht so auf Tuchfühlung sitzen haben.“
„Ach, komm schon“, versuchte Vance ihn zu beschwichtigen. „Laura ist perfekt für den Job. Sie wird ihre neue Stelle als Mathe- und Computerlehrerin an der Highschool von Hoot’s Roost erst im Herbst antreten. Den Sommer über hat sie deshalb Zeit, den befristeten Job bei dir zu übernehmen. Sie kann dir sogar noch deine Zucht- und Buchhaltungsprogramme updaten. Außerdem hat sie noch keinen Platz gefunden, wo sie wohnen kann, also wird sie rund um die Uhr ein Auge auf dich haben können. Sie tut dir einen Gefallen, und du hilfst ihr, indem du ihr Kost und Logis stellst.“
„Wie bitte?“, rief Wade ungläubig. „Ihr erwartet von mir, dass ich die Frau hier...
| Erscheint lt. Verlag | 22.4.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Linda Cadenberg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Arbeitsplatz-Romanze • Autor • Belletristik • beste • brennende • Buch • bücher für frauen • Chicklit • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • Deutsch • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Eifersucht • Erfolgsautor • erhebend • Feinde • Frauenroman • Geschichte • Geschichten • Glücklich • Haushälterin • häusliche • Komödie • Langsam • liebenden • Liebesgeschichte • Liebesroman • Literatur • Roman • romantisch • Romantische • Romantische Bücher • Romanze • Top • Top-Titel • unterhaltsame • Wohlfühl • Zeitgenössische • zu |
| ISBN-10 | 3-7515-2233-6 / 3751522336 |
| ISBN-13 | 978-3-7515-2233-5 / 9783751522335 |
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