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Maybe it's a new home (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023
via tolino media (Verlag)
978-3-7579-2130-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Maybe it's a new home - Sam Jones
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Nick liebt sein Leben und vor allem seinen Oliver. Als dessen Tante einen komplizierten Beinbruch erleidet, ist es daher keine Frage, dass er seinen Schatz in sein Heimatdorf in den Tiroler Bergen begleitet. Dort angekommen wird jedoch bald klar, dass nicht nur Tante Anna Hilfe benötigt, sondern auch ihr in finanzielle Schwierigkeiten geratenes kleines Berghotel.
Während Oliver nun überlegt, ihren Aufenthalt zu verlängern, sieht Nick dem Leben auf der Alm eher skeptisch entgegen. Zusätzlich hat das Paar mit der Einstellung der konservativen Dorfbewohner zu kämpfen. Und bald stellt sich die Frage, ob es möglich ist, die neue Herausforderung zu meistern, ohne sich selbst oder gar einander zu verlieren ...
Die Maybe Reihe besteht aus in sich abgeschlossenen Romanen. In jedem Teil geht es um ein anderes Paar und es kann jedes Buch unabhängig von den anderen gelesen werden.

Ich bin Gay Romance Autorin aus Leidenschaft. Durch das Schreiben hole ich mir die Freiheit in andere Leben einzutauchen, Dinge zu hinterfragen und Situation zu durchleben, die ich ansonsten nie kennengelernt hätte. Und das bereichert mein Leben ungemein!<br><br> Ich hoffe, meinen Lesern mit meinen Büchern eine Auszeit zu schenken. Ich möchte sie träumen lassen, mit mir und meinen Protagonisten! Das wünsch ich mir vom ganzen Herzen. Denn nur wer träumt sieht die ganze Welt!<br>

1. Kapitel

 

Mir ist kalt! Nein! Eigentlich erfriere ich!

Meine Lider – nein, um bei der Wahrheit zu bleiben, ist es nur ein Lid – schiebt sich langsam höher, bis ich eine verschwommene Version meines persönlichen Himmels erkennen kann. Warum Oliver hier allerdings mit entblößtem Hintern schläft, ist mir schleierhaft. Aber wenigstens ist so das Rätsel um meine Rund-um-den-Gefrierpunkt-Problematik gelöst. Der Wahnsinnige hat doch tatsächlich die Decke abgestrampelt, und weil wir uns – der Romantik geschuldet – eine teilen, lieg ich jetzt ebenfalls ohne da.

Grimmig knurrend öffne ich auch das zweite Auge. Da ist sie ja. Feinsäuberlich an das Ende dieses Albtraums von einem Bett getreten. Ein Knäuel, angeschmiegt an dunkelbraunes Holz, das ganz nebenbei dafür sorgt, dass ich mit angewinkelten Beinen zu schlafen habe. Tatsache – vor mir müssen hier ausschließlich Gnome geschlafen haben.

Ein Griff – Daunen, eingepackt in schneeweiße Baumwolle landen wieder auf mir –, doch warm wird mir immer noch nicht. Also rücke ich meinem Schneckchen zu Leibe, das natürlich prompt im Schlaf auf jammert. Gut, wenn meine Zehen auch nur halb so viel Kälte ausstrahlen, wie sie sich für mich anfühlen, dürfte mein Lover sich gerade wie eine Cocktailkirsche im Crash Eis fühlen.

Mein Schlafbedürfnis ist wohl vor der Kühle des Zimmers geflohen. Ich schiele durch die Dunkelheit hinüber zum Kamin – das verdammte Holz glost nicht mal mehr. Entweder mein Traumprinz ist nicht halb so talentiert im Feuermachen, wie er behauptet, oder es ist später, als ich denke.

Um diese Vermutung zu prüfen, gleitet mein Blick zum Fenster, was sich als sinnlos herausstellt. Denn da hängt ein dicker Vorhang davor und verbirgt, was da draußen los ist. Ich strecke mich ein wenig, das hilft mir allerdings kaum weiter. Oliver brummt erneut. Diesmal klingt er dabei jedoch munterer. Um sein Ruhebedürfnis kann ich mich nur leider im Moment nicht kümmern. Stattdessen schiebe ich mich halb über ihn und versuche, zum anderen Fenster – dem neben der Terrassentür – zu sehen. Hier ist ein kleiner Spalt zwischen den Vorhängen zu entdecken, der tatsächlich etwas Tageslicht hereinlässt – verdammt helles sogar.

»Warum bist du denn schon wach?«, mault Oliver gegen meine Brust, die ja bekanntlich über seinem Gesicht liegt.

Ich gebe ihm ein wenig Platz, rücke tiefer und lege mich wieder neben ihn. »Du hast beschlossen, ohne Decke zu schlafen und mich so dem Tod durch Erfrieren ausgesetzt«, berichte ich großzügig.

Er grinst. »Aber wie ich sehe, hat mein tapferer Prinz es geschafft, uns erneut in Daunen zu hüllen.«

»Tja.« Ich grinse ebenfalls. »Man tut, was man kann.«

»Hast du gut geschlafen?«, erkundigt er sich vorsichtig. Natürlich ist ihm mein vorabendlicher Rumpelstilzchen Auftritt in bester Erinnerung. Was wohl auch den tastenden Tonfall erklärt.

»Bis zu dem Moment mit der verschwundenen Decke, ja«, gebe ich zu.

»Ich dachte nur, weil du gestern so schlecht drauf warst, also, weil ich dich eben überredet habe, hierher zu kommen und nun noch länger bleiben möchte.«

»Das hast du wieder gutgemacht. Also zumindest vorerst.« Ich wackle anzüglich mit den Augenbrauen. Die gestrige Nummer, die unserer kleinen, aber hitzigen Diskussion gefolgt war, hatte mich tatsächlich für einiges entschädigt.

»Heißt das, du gibst dem hier eine Chance?« Er setzt diesen Hundeblick auf, von dem er nur zu genau weiß, wie er auf mich wirkt.

»Das ist noch nicht raus«, maule ich, lächle jedoch.

Ein Telefonanruf - damit hat dieser ganze Irrsinn angefangen. Von der fernen, fremden, rätselhaften Tante Anna. Das fremd und rätselhaft dient natürlich nur der Dramatik der Situation – selbstverständlich kenne ich Tante Anna, immerhin sind mein Schneckchen und ich seit mittlerweile fünf Jahren ein Paar. Und mir ist längst bekannt, wie wichtig ihm seine Verwandtschaft ist, schon allein, weil sie wirklich spärlich ist. Blutsverwandtschaftsmäßig gibt es da nur mehr seine Mutter, die jedoch, dank des Berufes ihres Lebenspartners, elf von zwölf Monaten im Jahr auf Reisen ist. Ansonsten ist da eben nur Tante Anna, die eigentlich seine Großtante ist. Ich habe sie erst vor etwa drei Jahren bei einer improvisierten Weihnachtsfeier bei Lilian, meiner Schwiegermutter in spe, und Anton, ihrem Partner, kennengelernt. Eine kleine alte Lady, die seit dem Tod ihres Mannes eine Pension in Tirol in 2.200m Höhe führt – daher das vorhin erwähnte Attribut fern! Doch ich muss zugeben, trotz anfänglicher Verständnisprobleme mochte ich sie sofort, und sie mich anscheinend auch – zumindest hat sie umsichtig auf Hochdeutsch umgeschaltet, als klar wurde, dass ich mit ihrem Dialekt so meine Problemchen habe.

»Warum starten wir den Tag nicht mit einem vom Herzen kommenden ›Guten Morgen‹?« Oliver küsst meine Nasenspitze und nimmt mich danach in den Arm. Das tut gut, und Wärme bringt es auch. Dankbar schmiege ich mich näher, endlich bereit, meinen Part des Grußrituals zu erfüllen. »Guten Morgen.«

Zu großen Enthusiasmus möchte ich nicht aufkommen lassen, immerhin bin ich noch mit Schmollen beschäftigt. Wegen gestern, und auch aufgrund des Kälte-Attentats, von dem sich zumindest meine Zehen nicht mal ansatzweise erholt haben.

So skeptisch ich diesem seltsamen Spontanurlaub gegenübergestanden bin, so wenig erfreut mich nun die Aussicht, ihn zu verlängern. Mal ehrlich, nur weil Tante Anna sich das Bein gebrochen hat, muss ich ja schließlich nicht zum Hüttenwirt mutieren. Beziehungsweise er, also Oliver, oder – noch schlimmer – wir beide! Warum kann sie sich keinen verdammten Alm-Öhi suchen, der sie hier vertritt?

So habe ich gedacht, jedenfalls, bevor ich hier gelandet bin und mitbekommen habe, dass Oliver und ich die Einzigen sind, die im Moment als Unterstützung für das arme Tantchen zur Verfügung stehen. Der Urlaub entpuppte sich somit rasch als Krankenbesuch mit Berghotelleitungsvertretung, die Oliver zwar sichtlich Spaß macht, mir aber eher nicht. Was jedoch nicht mit der Arbeit an sich zu tun hat, sondern mit der seltsamen Art, mit der die Leute hier auf mich reagieren. Oliver ist geoutet, das weiß ich, also sollten rein theoretisch alle hier Bescheid wissen. Trotzdem flackerte da hin und wieder dieser Ausdruck über ihre Mienen, der gleiche, der sich auch zeigte, kaum, dass mein Schneckchen mich als seinen Lebensgefährten vorgestellt hat. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Homophobie eher nicht so gut oder nur mit äußerst bissigem Sarkasmus zurechtkomme, und nur weil Oliver meint, ich darf das nicht zu eng sehen, wird die Sache nicht besser.

Natürlich hat der Aufenthalt auch etwas Positives. Und das ist Tante Anna. Habe ich sie nach unseren kurzen Treffen, die wir bis jetzt immer wieder mal hatten, gemocht, hat sie sich in den paar Tagen, die wir hier sind, unweigerlich in die Tiefen meines Herzens katapultiert. Und das sag ich nicht nur, weil ihr Bruch furchtbar kompliziert ist und ihr neben enormen Schmerzen, zumindest kurzfristig, ihre gesamte Mobilität geraubt hat. Bei jedem Besuch im Krankenhaus wird meine Zuneigung zu ihr größer, und sie mag mich auch. Das zeigt und sagt sie mir!

»Wann fahren wir heute ins Spital?«, erkundige ich mich schließlich, um zu verhindern, dass der neben mir immer leiser atmende Oliver nicht wieder einschläft.

»Erst Frühstück, oder?«, brummt er, und ich brumme zustimmend zurück. Mein Magen meldet nämlich bereits seit einigen Minuten nahrungstechnischen Nachschub-Bedarf.

»Okay, dann raus aus den Federn.«

»Auf keinen Fall«, quietsche ich auf. »Erst machst du den verdammten Kamin wieder an.«

 

~ * ~

 

Zwei Stunden später bin ich mit meinem Schneckchen auf dem Weg, um beim Nachbar-Bauern Milch und frisches Brot zu holen. Wobei die Bezeichnung Nachbar ein Hohn ist. Dieser Hof ist nämlich gut drei Kilometer entfernt, die wir natürlich zu Fuß zurücklegen müssen. Warum auch immer. Das wäre doch mal eine Marketingidee – Milch-Lieferservice! Sogar in dieser schwindelerregenden Höhe sollte es möglich sein, sich Lebensmittel liefern zu lassen. Beziehungsweise eben einkaufen zu fahren. Nur dass diese Variante natürlich ebenfalls einen riesigen Haken hat. Oder eigentlich zwei – nämlich die Schneemassen und die unpassierbaren Straßen hier oben. Deshalb braucht man, laut meinem ursprünglich von hier stammenden Schneckchen, eines der zwei unheimlich interessanten Dinger, welche im Schuppen stehen. Wie ich mittlerweile weiß, tragen sie den klingenden Namen Ski-doo, und selbige sehen aus, wie ein aus der Form geratenes Motorrad mit Kufen, angetrieben von einem furchtbar lauten Motor. Hinter dem länglichen Sitz ist so eine kleine Kiste montiert, in der man etwas transportieren kann. Unser Gepäck zum Beispiel, als wir vor vier Tagen hier angekommen sind. Ich schwöre, ich weiß immer noch nicht, wie ich diese Fahrt überleben konnte, und mein Schneckchen fand und findet diese Mutantenschlitten natürlich MEGA!

Apropos Schneckchen, ich bin ja immer noch ein wenig fassungslos. Wie einfach er sich meine Zusage zu diesem eisgekühlten Wandertag erschlichen hat. Ein bisschen könnte man es auf die Höhenmeter schieben. Soweit ich im Bilde bin, ist Sauerstoff ab einer bestimmten Höhe ja Mangelware. Wahrscheinlich liegt es daran!

»Ist das nicht wunderschön?« Olivers verträumte Stimme weckt mich aus meiner verzweifelten Überlegung. »Traumhaft schön«, ätze ich, vermeide jedoch jeden Blickkontakt. Im Moment will ich den Vorwurf nicht sehen, der jetzt sicher in seiner Miene Einzug gehalten hat.

...

Erscheint lt. Verlag 11.4.2023
Reihe/Serie Maybe Serie
Maybe Serie
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte gay romance • Humor • LGBTQ • Österreich • Romance
ISBN-10 3-7579-2130-5 / 3757921305
ISBN-13 978-3-7579-2130-9 / 9783757921309
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