Sam - Hunting the Devil (eBook)
322 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7579-2097-5 (ISBN)
Samira Wood ist das "Böse"-Ich der Autorin Alina Jipp. Die Bücher sind dunkler und dramatischer. Sie wurde 1981 in einem kleinen Ort im Harz geboren und lebt, nach einigen Jahren an der Nordsee, nun mit ihren Kindern wieder dort. Sie liebt beides, die See und die Berge und würde am liebsten ständig pendeln. Das Schreiben ist ihr Ausgleich vom oft sehr stressigen Alltag, auch wenn sie erst 2013 damit angefangen hat, nun kann sie nicht mehr damit aufhören.
Samira Wood ist das "Böse"-Ich der Autorin Alina Jipp. Die Bücher sind dunkler und dramatischer. Sie wurde 1981 in einem kleinen Ort im Harz geboren und lebt, nach einigen Jahren an der Nordsee, nun mit ihren Kindern wieder dort. Sie liebt beides, die See und die Berge und würde am liebsten ständig pendeln. Das Schreiben ist ihr Ausgleich vom oft sehr stressigen Alltag, auch wenn sie erst 2013 damit angefangen hat, nun kann sie nicht mehr damit aufhören.
Kapitel 1
Mia
In der Sekunde, in der mein Handy klingelte, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Mein Herz begann wie wild zu klopfen und ich traute mich kaum, dranzugehen, zumal ich die Nummer nicht kannte und es erst sechs Uhr früh war.
»Foster?«, meldete ich mich und konnte gerade noch ein Zittern in der Stimme unterdrücken.
»Guten Morgen, Mrs. Foster. Hier spricht Direktor Kelly vom Staatsgefängnis in San Diego. Entschuldigen Sie bitte die frühe Störung.« Ein Anruf um diese Uhrzeit war gar nicht gut, das wusste ich genau.
»Ist etwas mit Dick? Ich meine Richard.« Mir fiel es schwer, seinen richtigen Namen auszusprechen. Weder er noch unser Sohn Junior wurden je so genannt.
»Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass ihr Mann heute Nacht in eine Schlägerei geraten ist. Es ist noch unklar, wie die Gefangenen aus ihren Zellen gekommen sind. Aber auf jeden Fall wurde er dabei schwer verwundet und liegt nun im Mercy Hospital hier in San Diego.« Entsetzt keuchte ich auf, obwohl ich so etwas schon geahnt hatte. Warum sonst sollte der Direktor höchstpersönlich um diese Uhrzeit hier anrufen?
»Wie geht es ihm? Ist er sehr schwer verletzt?« Auch wenn ich die Antwort eigentlich gar nicht wissen wollte, musste ich fragen. Nur wegen einer leichten Verletzung wäre er nicht ins Krankenhaus überführt worden, sondern läge auf der Krankenstation im Gefängnis.
»Er ist nicht in Lebensgefahr, da kann ich Sie beruhigen, aber er wurde sehr schwer verletzt. Er hat eine Gehirnerschütterung und es besteht die Gefahr, dass er bleibende Hörschäden davonträgt.« Also wahrscheinlich Schläge auf die Ohren. Aber mir war es egal, Hauptsache er lebte und ich konnte ihn besuchen. Dann konnte ich vielleicht auch noch einmal persönlich mit ihm über die Scheidung sprechen. Er wollte die ja schon länger, dabei hatte ich mich bisher immer dagegen gesträubt. Warum? Das wusste ich selbst nicht mal so genau. Ich liebte ihn nicht mehr, aber eine Scheidung käme halt dem Eingeständnis meines Scheiterns gleich. »Darf ich zu ihm?« Der Direktor zögerte einen Augenblick, dann brummte er zustimmend.
»Aber nur Sie, sonst niemand und ganz sicher kein Mitglied seiner Gang. Ich gebe dem Beamten in der Klinik Bescheid, dass Sie zu ihm gelassen werden. Allerdings nur unter Aufsicht und für kurze Zeit.«
»Die Devil Agents sind ein Motorradclub und keine Gang«, verteidigte ich den Club automatisch, obgleich ich mit den Regeln leben konnte. Der Direktor ging aber nicht weiter darauf ein, sondern verabschiedete sich schnell von mir.
Obwohl ich am liebsten sofort ins Auto gesprungen wäre, tat ich das natürlich nicht. Schließlich musste ich erst einen Babysitter für die Kinder organisieren. Wie gut, dass Blue und Rahel nun gegenüber wohnten. Bestimmt konnte ich meine zukünftige Schwägerin bitten, auf die Kleinen aufzupassen und sie später in die Vorschule und den Kindergarten, der sich im gleichen Gebäude befand, zu bringen.
Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass meine drei Kleinen noch schliefen, rannte ich schnell über die Straße und klingelte gegenüber. Es dauerte auch gar nicht lange und mein verschlafen aussehender Bruder öffnete mir die Tür. Er trug leider nur Boxershorts und nichts weiter. Das gab mir nicht nur den Blick auf seine Tattoos frei, sondern auch auf sein Sixpack. So wollte ich ihn eigentlich überhaupt nicht sehen. Sein Haar stand in alle Richtungen ab und es sah aus, als hätte er die ganze Nacht durchgevögelt, von Rahel konnte ich keine Spur entdecken, schlief sie noch völlig erschöpft von …? Nur nicht darüber nachdenken. Er war mein Bruder und solche Bilder von ihm wollte ich nun wirklich nicht im Kopf haben. Als er mich entdeckte, wurde er augenblicklich wacher und sah sich aufgeregt um.
»Mia, ist irgendwas passiert? Brauchst du Hilfe? Ist etwas mit den Kindern?« Er sah aus, als wollte er sofort über die Straße stürmen und nach den Kleinen sehen. Beinah wäre ich deshalb in Tränen ausgebrochen. Was war heute nur mit mir los? Ich war doch sonst nicht so emotional. So lange hatte ich den Kontakt zu meinem Bruder gemieden und jetzt half er mir, ohne Wenn und Aber. Das hatte ich gar nicht verdient.
»Den Kindern geht es gut, sie schlafen noch. Nur Dick wurde heute Nacht in eine Schlägerei verwickelt und liegt nun schwer verletzt in der Klinik. Könntet ihr auf die Kleinen aufpassen, damit ich zu ihm fahren kann?« Blue nickte sofort.
»Gib mir eine Viertelstunde, um mich fertig zu machen, dann bin ich da und begleite dich natürlich nach San Diego. In welchem Krankenhaus liegt er? Rahel passt sicher so lange auf die Kinder auf.« Am liebsten hätte ich es abgelehnt, dass er mich begleitete. Aber meine Hände zitterten so sehr, dass es wahrscheinlich besser wäre, wenn er fuhr. Was war nur mit mir los? Das Letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte, war ein Unfall. Schließlich brauchten die Kinder mich.
»Danke, das ist total lieb von euch. Mit zu Dick darfst du aber nicht. Das hat der Direktor ausdrücklich am Telefon betont.« Schnell lief ich wieder zurück in mein Haus, noch bevor er etwas antworten konnte. Auf Diskussionen hatte ich jetzt wirklich keine Lust.
Als ich meine drei Kleinen weckte, waren die natürlich gar nicht so begeistert von der frühen Uhrzeit. Andere Eltern jammerten immer, dass ihre Kinder morgens so früh wach waren. Meine bekam ich oft abends kaum ins Bett und morgens nicht hinaus. Was besser war, wusste ich auch nicht, denn ab und zu hätte ich schon gern einen ruhigen Abend für mich gehabt.
Wie versprochen tauchte mein Bruder etwa zehn Minuten später angezogen bei mir auf. Doch zu meiner Verwunderung kam er allein.
»Kleine Planänderung. Rahel schreibt heute einen wichtigen Test und kann deshalb nicht die Schule schwänzen. Ich bleibe hier und passe auf die Kids auf und Sam begleitet dich nach San Diego. Er ist schon auf dem Weg hierher.« Am liebsten hätte ich abgelehnt. Natürlich konnte ich verstehen, dass Rahel, die gerade dabei war, ihren Abschluss nachzuholen, keine Prüfung verpassen durfte. Aber ausgerechnet Sam? Das musste doch echt nicht sein. Ihm ging ich meist lieber aus dem Weg. Allein der Anblick seines muskulösen Körpers mit den heißen Tattoos ließ mein Herz jedes Mal höherschlagen. Das verräterische Ding. Ich durfte nicht so auf ihn reagieren. Schließlich war ich eine verheiratete Frau.
Wenn Dick erfuhr, dass Sam mich begleitete, würde er ausrasten. Mein Mann hasste ihn, weil ich als Teenager mit ihm zusammen gewesen war. Dick hatte mir jeden Kontakt zu Sam verboten und obwohl es eine gefühlte Ewigkeit her war, hielt ich mich lieber dran, um Dick nicht zu provozieren. Männer waren manchmal komisch. Wahrscheinlich würde auch eine Scheidung nichts daran ändern, dass ich mich Dick immer noch verbunden fühlen würde. Er war schon so lange Teil meines Lebens. Schließlich war ich erst sechzehn, als wir zusammengekommen waren und siebzehn, als ich das erste Mal schwanger war.
Heute hatte ich allerdings keine andere Wahl, als mich darauf einzulassen. Denn meine Nerven lagen so blank, dass ich wirklich nicht in der Lage war, selbst zu fahren. Glücklicherweise waren es nur etwa dreißig Minuten mit dem Auto nach San Diego. Eine Stunde im Wagen mit Sam. Irgendwie würde ich das schon überstehen.
Zum Glück liebten meine Kinder ihren Onkel inzwischen. Sie kannten ihn zwar nicht so gut, da ich den Kontakt zu ihm abgebrochen hatte, nachdem mein Mann im Knast gelandet war, aber in letzter Zeit hatten wir uns wieder angenähert. Das war nicht zuletzt seiner Hartnäckigkeit und seiner neuen Freundin zu verdanken. Sie hatte mir gezeigt, dass nicht der Club schuld an meinen Problemen war. Inzwischen ließ mich auch das Jugendamt wieder in Ruhe, das mir nach der Verhaftung meines Mannes wirklich Ärger gemacht hatte. Warum sie mich nun nicht mehr belästigten, wollte ich gar nicht so genau wissen. Konnte mir jedoch gut vorstellen, dass die Devil Agents etwas damit zu tun hatten.
Junior, Lesley und Josy saßen wenig später mit ihrem Onkel am Tisch und löffelten alle vier Flakes aus Schüsseln mit verschiedenen Comic-Motiven in sich hinein. Wie ähnlich die Kinder ihm sahen, aber sie kamen auch alle drei sehr nach meiner Familie. Nur waren seine Haare dunkler als meine und die der Kids. Manchmal war mein Bruder halt auch noch ein kleines Kind. Wie er da mit seiner Spiderman-Schüssel saß. Trotzdem wusste ich, dass ich mich auf ihn verlassen konnte. Wahrscheinlich sollte ich ebenfalls irgendwas essen, aber im Moment würde ich nichts hinunterbekommen. Selbst auf Kaffee verzichtete ich heute freiwillig.
»Weißt du schon etwas Genaueres? Wer dahinter steckt?« Blue sah mich durchdringend an. Natürlich verstand ich, was er meinte. Aber das war kein Thema, das ich vor meinen Kindern besprechen wollte. Außerdem wusste ich ja auch wirklich nichts.
»Nein, ich weiß nur, dass er jetzt im Mercy Hospital ist. Mehr hat der Direktor am Telefon nicht gesagt.«
»Wer ist im Krankenhaus?«, mischte mein Sohn sich ein. Natürlich bekam er immer alles mit, was ich von ihm fernhalten wollte. Schnell bedeutete ich meinem Bruder mit einem Blick, das Thema zu wechseln. Das musste echt nicht vor den Kindern sein.
»Ein Freund hatte einen kleinen Unfall und ich besuche ihn deshalb im Krankenhaus. Das wird nicht lange dauern und ich bin heute Nachmittag auf jeden Fall wieder hier und nach der Schule für euch da.« Die Kinder wussten nicht, dass ihr Vater im Knast saß. Sie dachten, dass er nur woanders arbeitete. So weit weg, dass er im Moment nicht nach Hause kommen konnte. Wahrscheinlich war es nicht richtig, die Kids zu belügen. Aber ich wollte nicht, dass sie in der Schule ausgegrenzt wurden, wenn sie erzählten, wo ihr Vater...
| Erscheint lt. Verlag | 10.4.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Devil Agents M.C. | Devil Agents M.C. |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Biker • bikerliebesroman • Bikerromance • Erotik • Erotischer Liebesroman • Krimi • Liebesroman • m.c. • mcromance • Motorradclub • Sekte • Spannung • Thriller |
| ISBN-10 | 3-7579-2097-X / 375792097X |
| ISBN-13 | 978-3-7579-2097-5 / 9783757920975 |
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