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Dear Dolly. Die besten Antworten auf die wichtigsten Fragen im Leben (eBook)

Alle Highlights aus der berühmten Sunday-Times-Style-Kolumne
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
256 Seiten
Atlantik Verlag
978-3-455-01635-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dear Dolly. Die besten Antworten auf die wichtigsten Fragen im Leben -  Dolly Alderton
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»Dolly Alderton auf der Höhe ihrer Weisheit, ihres Humors und ihrer Klugheit« Red Der neue Bestseller der Erfolgsautorin aus Großbritannien Dolly Alderton gibt in ihrer berühmten Kolumne Dear Dolly  als sogenannte Agony Aunt - als Kummerkastentante - kluge, feinsinnige und warmherzige Ratschläge zu Problemen aus allen Bereichen des Lebens: Dating, Freundschaft, Beziehung, Familie, Sex, Trennung und Spiritualität. Sie hat für ihre Leser*innen ein offenes Ohr, behandelt die Fragen mit Wertschätzung, Einfühlungsvermögen und einer gesunden Portion Humor. Dolly findet für uns alle genau die richtigen Antworten auf die wichtigsten Fragen. Und das Schönste: Sie gibt uns das Gefühl, niemals allein zu sein.

Dolly Alderton ist eine preisgekrönte Bestsellerautorin, Journalistin und Podcasterin. The High Low hatte Millionen Hörer*innen und stand regelmäßig auf Platz 1 der Charts. Dolly Alderton ist Starkolumnistin der Sunday Times und tritt als Jurorin und Speakerin zu Themen aus Popkultur, Literatur, Film und Musik auf. Ihre Bücher Alles, was ich weiß über die Liebe, Gespenster und Dear Dolly sind große internationale Bestseller.

Dolly Alderton ist eine preisgekrönte Bestsellerautorin, Journalistin und Podcasterin. The High Low hatte Millionen Hörer*innen und stand regelmäßig auf Platz 1 der Charts. Dolly Alderton ist Starkolumnistin der Sunday Times und tritt als Jurorin und Speakerin zu Themen aus Popkultur, Literatur, Film und Musik auf. Ihre Bücher Alles, was ich weiß über die Liebe, Gespenster und Dear Dolly sind große internationale Bestseller.

Cover
Verlagslogo
Titelseite
Widmung
Einleitung
Dating
Freundschaft
Beziehungen
Familie
Sex
Trennungen
Körper & Seele
Danksagung
Biographien
Impressum

Einleitung


Als ich beschloss, die Probleme anderer Leute zu lösen, befand ich mich am Tiefpunkt meines Lebens. In meinem Kopf herrschte Chaos, mein Herz war gebrochen. Ich machte eines dieser Jahre durch, in denen jeder Monat einen neuen Kummer bringt – ich glaube, man nennt so etwas ein annus horribilis. Und wie durch einen bösen Schachzug des Schicksals fiel mein persönlich schlimmstes Jahr mit dem schlimmsten Jahr überhaupt zusammen – 2020. Das horribiliste aller annusse.

Damals bewarb ich mich bei meiner Redakteurin von der Sunday Times Style als Kummerkastentante. In meinen Zwanzigern hatte ich für das Magazin eine wöchentliche Dating-Kolumne geschrieben – ein Umstand, der manchmal mitten in der Nacht die Tore zu meinem Unbewussten aufstößt und mich in kaltem Schweiß gebadet aufwachen lässt. Trotzdem war es eine der größten beruflichen Chancen, die mir je eingeräumt wurden, und die Zeit zwischen sechsundzwanzig und achtundzwanzig ist wahrscheinlich das perfekte Alter, um sich zu Unterhaltungszwecken selbst bloßzustellen; eine Art exhibitionistischer Kipppunkt, wenn mangelnde Selbsterkenntnis für hauptfigurentaugliche Kapriolen sorgt, diese Selbsterkenntnis aber schon so weit ausgeprägt ist, dass man sich über sich selbst lustig machen kann. Später gab ich die Kolumne auf, schrieb ein Memoir über meine Zwanziger und zog dann, was die serielle Verwertung meines Privatlebens betraf, einen Schlussstrich. Ich hatte genug preisgegeben.

Was mich vorübergehend in ein journalistisches Niemandsland verfrachtete. Weil ich ein Memoir veröffentlicht hatte, erwarteten die Leute von mir, dass ich mich auch weiterhin in meinen Geschichten selbst thematisierte, sogar wenn ich persönlich rein gar nichts mit dem Thema zu tun hatte. Ich wurde als vermeintlich neutrale Beobachterin angeheuert, die über bestimmte Menschen, Orte und Dinge schreiben soll, doch anschließend bat man mich jedes Mal, wie mit einer Brechstange Lücken im Text zu schaffen und Bezüge auf mein Privatleben einzufügen. Hätte ich in jener Zeit beispielsweise Barack Obama interviewt, hätte es in den Anmerkungen meiner Redakteurin geheißen: »VIELLEICHT KÖNNTEST DU HIER BESCHREIBEN, INWIEFERN EURE GESCHICHTEN SICH GLEICHEN?? GIBT ES IN DEINER DATING-VERGANGENHEIT PARALLELEN ZU SEINER AMTSZEIT? ERINNERT ER DICH AN IRGENDEINEN DEINER EXFREUNDE

Wofür ich natürlich Verständnis hatte. Schließlich war ich diejenige gewesen, die darauf bestanden hatte, die ganze Welt an ihrem Leben teilhaben zu lassen; anfangs hatte niemand mich darum gebeten. Zwar hatte ich versucht, eine Kolumne in der ersten Person zu schreiben, die ohne aktuelle, intime Einzelheiten aus meinem Privatleben auskam. Aber was eine persönliche Kolumne interessant macht, ist nun einmal die Offenlegung der eigenen Schwächen, Fehler und Katastrophen, was das Ganze, um es vorsichtig auszudrücken, zu einer Herausforderung machte. Zudem war ich keine Meinungskolumnistin. Ich habe eine zu dünne Haut, zu wechselhafte Ansichten und erbärmlich wenig Mut. Da mir also weder mein Privatleben noch eine öffentliche Meinung als Material zur Verfügung standen, blieb wenig übrig, worüber ich hätte schreiben können, abgesehen von Jubeltexten über Dinge, die ich mochte, und handzahme, durch verlegene Haftungsausschlüsse abgemilderte Fast-Tiraden über Dinge, die ich nicht mochte. Eine Freundin nennt diese weichgespülten, wenig erinnerungswürdigen Kolumnen Ich-habe-die-Batterien-in-meiner-Fernbedienung-gewechselt-Journalismus. Ich wollte keinesfalls, dass so mein Vermächtnis aussieht.

Aber eine Kummerkastentante wollte ich immer schon sein. Wenn ich als Jugendliche ein Teenie-Magazin in die die Hände bekam, blätterte ich sofort zu den Problemseiten weiter. Meine Eltern sprachen durchaus über Sex, wahrscheinlich offener als die meisten Boomer (die letzten Opfer der viktorianischen Erziehung), doch nie gingen sie ins Detail. Stattdessen redeten sie über das Risiko ungewollter Schwangerschaften, dieses »kribbelnde« Gefühl und den Moment, wenn man merkt, dass man »einen anderen Menschen sehr gern hat«. Mir reichte das nicht. Ich brauchte mehr, und die Problemseiten waren meine Rettung. Mein lüsterner Blick jagte über die Seiten und blieb an den Schlüsselbegriffen hängen: »Jungfräulichkeit«, »Masturbation«, »Erguss«. Ich sammelte die Tipps, gab sie als eigene Weisheiten weiter und wurde zum Sex-Yoda des Pausenhofs. Mit meinen eigenen Erfahrungen übertrieb ich maßlos, damit ich nicht nur gleichaltrige, sondern auch ältere Mädchen beraten konnte.

Am meisten bereue ich wahrscheinlich, dass ich meine Kindheit und Jugend als demütigenden Zustand empfand. Wenn ich heute meine Teenie-Tagebücher lese, erkenne ich, wie oft ich beim Schreiben gelogen habe, bloß weil ich mich dafür schämte, so jung zu sein. Ich hatte noch nicht einmal jemanden geküsst, redete aber so blasiert über Sex, als wäre ich davon gelangweilt. Wie eine abgestumpfte Geschiedene notierte ich die Anzahl meiner täglich konsumierten Kalorien und Zigaretten. Ich verwünschte mein Leben und machte mir nicht bewusst, dass ich im Besitz einer Sache war, die wertvoller ist als Gold: Jugend. Doch meine ganze Kindheit lang wollte ich nichts damit zu tun haben. Möglicherweise ging meine Idee, mich als Kummerkastentante zu bewerben, auf diesen verzweifelten Wunsch zurück: Ich wollte kein trampeliger Teenie sein, der auf seinem Bett liegt und Ratschläge liest, sondern eine lebenskluge Frau, die anderen ebendiese Ratschläge erteilt.

Als ich dann erwachsen wurde, zog es mich zu einer ganz bestimmten Sorte von Mentorin hin. Ich wollte mir von Frauen in schwarzen Kaschmirpullovern erklären lassen, wie ich mein Leben zu leben hätte, vorzugsweise in drastischen Worten. Welche Rezepte ich nachkochen, welche Männer ich daten, welche Frisur ich ausprobieren sollte. Auch aus diesem Grund wurde Nora Ephron zu meiner Lieblingsschriftstellerin und meinem ewigen Lebensguru. Ihre journalistischen und persönlichen Essays sind auf geradezu militante Weise konkret (Gib nicht zu viel für eine Handtasche aus, niemals nur das Eiweiß essen, immer etwas mehr Butter in die Pfanne und mehr Badeöl in die Wanne geben als nötig.) Ich brauche keine fröhlichen Lifestyle-Influencerinnen mit weißen Zähnen und modellierten Gesichtern, die jedes Video mit »Hey, guys« beginnen und mir dann erklären, ich solle unbedingt diese Süßkartoffelbrownies probieren, »die es auch in der nicht-veganen Variante gibt, falls ihr das mögt«. So etwas brauche ich kein bisschen. Ich brauche eine gebieterische Dame, die mir sagt, ich solle mich mal zusammenreißen. Eine lustige, clevere, »mir doch scheißegal«-Frau mit einer Liste scheinbar willkürlicher Regeln, die mein Leben besser machen, effizienter, leichter und vor allem vergnüglicher. Sie soll mir sagen, dass ich, wenn ich diese Regeln nicht befolge, dumm bin. Von einem Mann würde ich mir so etwas niemals anhören, aber wenn eine weise ältere Frau mit Statement-Ohrringen mir erzählt, was sie vom Leben gelernt hat, hänge ich an ihren Lippen. Falls ich auf einer Hochzeitsfeier abtauche und weder am Käsebüfett noch an der Bar zu finden bin, sitze ich wahrscheinlich zu Füßen einer Großmutter oder Großtante und lasse mich von einer Wolke Shalimar und traurigen Liebesgeschichten berauschen.

Es gibt nur einen einzigen Mann, den ich jemals um Rat gefragt habe. In einer von vielen schlaflosen Nächten während meines annus horribilis schrieb ich eine Mail an Nick Cave. Er versendet einen Newsletter, The Red Hand Files, in dem er als mystischer und poetischer Kummerkastenonkel auf die Zuschriften seiner Fans reagiert. Während meiner Jahre als eifrige Leserin von Problemseiten hatte ich niemals einer fremden Person geschrieben und sie um Rat gebeten. Aber da saß ich nun in der Dunkelheit zwischen Mitternacht und Morgengrauen auf meinem Bett und bat Nick Cave um Hilfe. Ich werde nicht verraten, was ich ihn gefragt habe, weil es zu peinlich wäre, außerdem hat er nicht geantwortet. Aber das macht nichts. Meinen intimsten Schmerz einem semiprofessionellen Problemlöser zu offenbaren, hat mich etwas gelehrt: Andere um Hilfe zu bitten, ist der Beginn der Heilung. Es war, als hätte ich mich im Schutz der Dunkelheit zum Hafen geschlichen und eine Flaschenpost ins Wasser geworfen, und nun malte ich mir aus, wer sie finden würde. Indem ich meine Sorgen aufschrieb, schuf ich eine Möglichkeit, dass ein anderer Anteil daran nehmen und ganz ohne mich zu kennen das Richtige antworten könnte. Was ich fühlte, hatten schon viele andere vor mir gefühlt, und plötzlich war ich nicht mehr die einsamste und traurigste Frau auf der Welt.

Einige Jahre zuvor hatte ich eine andere Redakteurin um eine Ratgeberkolumne angefleht (um welche, werde ich nicht verraten, aber sie erschien in der Vogue) und war abgelehnt worden. Es war ganz fraglos besser so, denn inzwischen sehe ich ein, wie schwierig es für viele Leute ist, Rat von einer Mittdreißigerin anzunehmen, geschweige denn von einer Mittzwanzigerin. Doch im Alter von einunddreißig Jahren gelang es mir dann endlich, meine wundervolle Style-Redakteurin davon zu überzeugen, dass dieses Medium wie für mich gemacht war. Es war der Ort, an dem ich mich ganz offen an die Leserschaft wenden konnte, ohne notwendigerweise offen über mich zu sprechen. Wo ich meine Meinung über die...

Erscheint lt. Verlag 4.9.2023
Übersetzer Eva Bonné
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Bestseller • Beziehungen • Booktok • BookTok Germany • Dating • dolly alderton • Freundschaft • Lebensfragen • Liebe • Millennials • Ratschläge • Selbstfindung • TikTok • TikTokBooks • TikTok Germany • Trennung
ISBN-10 3-455-01635-9 / 3455016359
ISBN-13 978-3-455-01635-2 / 9783455016352
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