Drachenaugen: Sammelband 1 (eBook)
323 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7579-0352-7 (ISBN)
Mit dem Buch Galdur - Mahou Akademie startete Jadelyn Kaya ihr Debüt. Dabei steht hinter dem Pseudonym Jadelyn Kaya ein Autorenduo. Gemeinsam erschaffen sie magische Welten, die mit einer Prise Abenteuer und viel Romantik gewürzt sind.
Mit dem Buch Galdur - Mahou Akademie startete Jadelyn Kaya ihr Debüt. Dabei steht hinter dem Pseudonym Jadelyn Kaya ein Autorenduo. Gemeinsam erschaffen sie magische Welten, die mit einer Prise Abenteuer und viel Romantik gewürzt sind.
Weiche Kissen und eine samtige, leichte Decke waren das Erste, was die junge Frau bemerkte, als sie benommen aufwachte. Ein sanfter Geruch von Lavendel stieg ihr in die Nase und ließ sie leise seufzen. Er wirkte beruhigend und entspannend.
Ihr Körper fühlte sich träge an, weshalb es ihr schwerfiel, ihre Augen zu öffnen. Sobald ihr das allerdings gelungen war, erblickte sie ein Gemälde an der Decke über sich. Ein roter Vorhang war auf der einen Seite am Bett zugezogen, sodass es etwas dunkel war, obwohl draußen die Sonne schien. Dennoch war das Bild eines Himmels mit Vögeln gut zu erkennen.
Zu ihrer anderen Seite war der Vorhang zurückgezogen und die junge Frau erblickte einen Mann, dessen Füße von einer Dienerin massiert wurden. Er saß auf einem Stuhl neben dem Bett und schien es zu genießen. „Wer seid Ihr?“, fragte die junge Frau mit lieblicher, aber verwirrter Stimme und richtete sich auf.
Der Mann mit den kurzen, schwarzen Haaren wandte ihr seinen Kopf zu. Seine geschlitzten, goldbraunen Augen richteten sich direkt auf sie und er wirkte nachdenklich. „Freyr Dragoi“, stellte er sich vor und gab der Frau, die seine Füße massierte, ein Zeichen, dass sie sich erheben und gehen sollte.
Diese folgte wortlos seiner Anweisung, verneigte sich und verließ dann rückwärts den Raum.
Die Frau im Bett runzelte die Stirn. Seinen Namen hatte sie noch nie gehört. Sie sah der Person, die den Raum verließ, nach und wandte sich dann wieder an den Mann. „Wo bin ich?“, fragte sie und rieb sich den schmerzenden Kopf.
„In Air Terjun“, erklärte der Mann mit ruhiger Stimme. „Genau genommen im Schloss.“ Während er sprach, musterten seine Augen sie genau.
Leise ächzend richtete sich die junge Frau auf und sah an sich herunter. Was trug sie da? So ein Kleid hatte sie noch nicht gesehen. „Wo ist Air Terjun?“, wollte sie wissen, während sie an dem weichen Stoff zupfte und dem Mann einen Blick zuwarf.
„Du befindest dich im Königreich Tir na Zaj“, erklärte der Mann, der sich scheinbar nicht von ihrer Verwirrtheit stören ließ. „Kannst du dich daran erinnern, was passiert ist?“
Sie wollte etwas sagen, als sie plötzlich stutzte und verwirrt aussah. „Nein“, gab sie mit gekrauster Nase zu. „Der Name klingt angenehm“, fand sie und sprach ihn langsam nach. Der Klang davon war faszinierend.
Freyr wirkte überrascht. „Weißt du noch, wie du heißt?“, fragte er und musterte die junge Frau.
„Ich …“, begann sie und wollte schon ihren Namen sagen, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein“, gestand sie verwirrt. Er konnte ihr ansehen, wie sie nachdachte. Hatte sie jemals einen Namen besessen? Woher kam sie überhaupt? Es war, als wäre alles irgendwie leer. Sie verstand seine Worte, doch sie selbst schien nicht mehr zu wissen, wie man sie richtig nutzte. Nach was sie suchen musste, um ihm zu antworten.
Freyr runzelte die Stirn. „Verstehe. Dann hast du dich wohl schwer verletzt“, meinte er beruhigend. „Du warst ohnmächtig, als ich dich gefunden habe.“
Die junge Frau schlug die Decke ein kleines Stück zurück und sah, dass es sogar zwei waren. Eine dünne, die oben drüber lag und eine weitere, etwas Dickere. Das Bett, indem sie lag, hatte eine Art Gestell drum herum, an dem der rote Vorhang angebracht war. Mit großen Augen und sichtlich fasziniert davon folgte sie mit ihren Augen dem Vorhang und streckte sogar ihre Hand danach aus, um zu testen, ob er wirklich so weich war, wie er aussah. Sie konnte den Dingen in ihrer Umgebung Namen geben, aber warum sich selbst nicht?
Ihre Finger berührten den Stoff. Tatsächlich war dieser weich wie Samt. Ein Lächeln auf ihren Lippen erschien, als sie den Kopf zu Freyr wandte. „Wo war ich denn? Und warum war ich verletzt?“, wollte sie wissen, während ihre Finger die weiche Matratze abtasteten, als hätte sie so etwas noch nie gesehen.
„Ich weiß es nicht“, gestand er. „Ich habe dich draußen gefunden. Du warst ohnmächtig“, erklärte er und reichte ihr eine Hand, damit sie aufstehen konnte, falls sie das Zimmer genauer betrachten wollte.
Die junge Frau nahm die erstaunlich warme Hand des Mannes, um sich gleich darauf zu erheben. „Es ist ein schönes … wie nennt man das hier?“, wollte sie nachdenklich wissen. Ihr fiel das Wort nicht ein, dabei hatte sie das Gefühl, dass sie es einmal gewusst hatte. So, wie sie auch die anderen Wörter wusste.
„Das ist ein Schlafzimmer“, erklärte Freyr, der scheinbar nicht ganz so verwundert darüber war, dass sie es nicht wusste. Wahrscheinlich hatte sie etwas auf den Kopf bekommen und ihr Gedächtnis verloren. „Oder meinst du das Himmelbett?“, fragte er nach, da sie noch immer das Bett bewunderte.
„Das alles“, erwiderte sie und drehte sich im Kreis. Dabei fiel ihr auf, dass sie ein schlichtes Leinenkleid trug, das an ihrem Hals geschlossen war und ihre Arme bedeckte. Der Rock ging ihr bis zu den Knöcheln und sie runzelte die Stirn. „Das ist ein hübsches Kleid“, meinte sie, obwohl es aus einem beigen Stoff geschneidert worden war und keinerlei Verzierungen aufwies.
„Das hier ist ein Schlafzimmer.“ Freyr machte eine Bewegung, welche den Raum einschloss, bevor er auf das Bett deutete. „Das da ein Himmelbett und wir befinden uns im Schloss“, erklärte Freyr und führte sie durch den Raum.
Ihr fiel auf, dass das Bett auf einer Art Podest stand, das mit einem roten, weichen Teppich ausgelegt war. Das fühlte sie sofort mit ihren nackten Füßen. Davor standen kleine Hocker, die in der gleichen Farbe gehalten waren und gemütlich aussahen.
In der Mitte des Raumes hing ein Kronleuchter, der ein warmes Licht ausstrahlen würde, sobald man diesen zum Leuchten brachte. Glitzernde, kristallähnliche Steinen hingen daran und spiegelten das Sonnenlicht, das durch die Fenster fiel, wider. Dadurch wurde an den Wänden des Zimmers alle möglichen Farben projiziert.
Bilder von unbekannten Menschen hingen an den Wänden und die junge Frau ging darauf zu, um diese zu betrachten. Beim Erkunden war ihr aufgefallen, dass viel Gold in diesem Zimmer verarbeitet war. „Wer ist das?“, fragte sie neugierig und zeigte auf das große Gemälde.
„Das sind meine Eltern“, erklärte Freyr. „Der ehemalige König von Tir na Zaj“, sagte der junge Mann ruhig, während er das Bild nicht ganz so fasziniert wie sie ansah.
Die junge Frau betrachtete die beiden Personen auf dem Gemälde und lächelte. „Sie sehen wunderschön aus“, gestand sie und setzte ihre Erkundung fort. Dabei hielt sie die Hand des Mannes fest. „Also seid Ihr ein Prinz?“, wollte sie schließlich wissen, als sie am Fenster stand und hinaussah.
Die Natur, die sich ihr bot, raubte ihr den Atem. Viel Grün und Wasser waren zu erkennen. Als würde ein Fluss um das Gebäude fließen. Die riesigen Bäume wirkten wie mächtige Statuen, denen man nichts antun konnte.
„Genau genommen bin ich der neue König“, meinte der Mann nüchtern, schien aber geduldig mit ihr zu sein.
Irgendeine Ahnung trieb sie dazu an, seine Hand loszulassen und tief vor ihm zu knicksen. „Eure Hoheit, verzeiht mein Missgeschick“, bat sie höflich und mit gesenktem Kopf.
Freyr tätschelte ihr Haupt. „Du bist hart gefallen und erinnerst dich nicht einmal an deinen eigenen Namen. Dir sei verziehen.“
Wenn sie wüsste, warum und wo sie gefallen war, könnte es möglich sein, dass sie sich wieder erinnerte. Ein Grund, warum Freyr ihr das im Moment noch verheimlichte.
„Wie kann ich dienen, Eure Hoheit?“, fragte die junge Frau höflich und mit gedämpfter Stimme. Fenrir ging davon aus, dass sie hier schon einmal gewesen und wohl eine seiner Dienstmägde war. Wahrscheinlich hatte sie sich verletzt. Warum sonst sollte er sie hierherbringen?
Er machte eine wegwerfende Handbewegung und griff dann sanft ihr Kinn, um es zu heben. „Erst einmal werde ich dir helfen, dich wieder zu erinnern“, sagte er ruhig. „Bis dahin bist du hier Gast“, erklärte er und streichelte sanft über ihre Wange. Damit wollte er sie etwas beruhigen.
Sie war eine schöne, junge Frau, das konnte er nicht leugnen. Gerade ihre Augen faszinierten ihn.
Diese wanderten nach oben zu seinen goldbraunen und sie wirkte für einen kurzen Moment fassungslos. Diese Augen waren anders als sie es normalerweise kannte. Doch warum waren sie anders? Sie waren leicht geschlitzt und die Augenfarbe war besonders. Auch überraschte sie, dass seine Hand so warm und sanft war.
„Ich danke für Eure Freundlichkeit, Hoheit“, erwiderte sie mit einem Knicks. Ihr war gar nicht bewusst, dass er sie schon die ganze Zeit so eindringlich ansah.
Dass er seine eigenen Gründe hatte, warum sie hier war, konnte sie nicht ahnen. „Es wird sich schon noch die Gelegenheit ergeben, in der du dich dafür bedanken kannst“, erklärte er abwinkend. „Und jetzt komm, lass mich dir das Schloss zeigen.“
„Schloss?“, fragte sie verwundert und tadelte sich gleich darauf selbst. Natürlich lebte ein König in einem Schloss und sie erinnerte sich schwach, dass er das auch schon einmal erwähnt hatte. Alles andere war unzumutbar. „Wenn ich nur meinen Namen wüsste …“
Irgendwie hing ständig etwas in ihrem Hinterkopf, doch wenn sie versuchte, danach zu greifen, verschwand es komplett.
Sanft fuhr er ihr mit dem Finger über die Wange. „Ich nenne dich Fenrir“, sagte er und klang dabei leicht belustigt. „Was hältst du davon?“ Der Name war nach einem Wesen aus Legenden und Sagen gewählt und Freyr fand ihn passend für die junge Frau.
Leise wiederholte sie den Namen und nickte dann zufrieden. „Er klingt schön. Hat er eine Bedeutung?“, wollte sie...
| Erscheint lt. Verlag | 16.3.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Drachenaugen-Sammelband | Drachenaugen-Sammelband |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Dark • Drachen • düster • Fantasy • Harem • Hass • König • Liebe • Liebesroman • männliche Dominanz • Romance • Romantasy • Romantik • weibliche Dominanz |
| ISBN-10 | 3-7579-0352-8 / 3757903528 |
| ISBN-13 | 978-3-7579-0352-7 / 9783757903527 |
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