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Kommissar Schmelzle ermittelt (eBook)

Das Geheimnis des Seidentuchs
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
222 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9138-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kommissar Schmelzle ermittelt -  Corinna Friedel
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Zwei Mordfälle im beschaulichen Heilbronn innerhalb kürzester Zeit. Polizeikommissar Manfred Schmelzle, seit kurzem Leiter seiner eigenen Dienststelle, muss sich beweisen! Die Zeit drängt, die Bundesgartenschau steht vor der Tür. Der Polizeichef beobachtet die Fortschritte der Ermittlungen mit zunehmendem Missfallen. Mama Lore versucht bei jeder Gelegenheit eine passende Frau für Manfred zu finden und die Gefühle, die sein neuer Kollege Alex in ihm auslöst sind schwer zu deuten.

Corinna Friedel, geboren 1984 in Heilbronn, ist eine deutsche Autorin. Sie lebt mit Mann und Kindern im Stuttgarter Umland. Sie arbeitet unter anderem als Foodbloggerin und entwickelt eigene Rezepte. Ihr Debütroman 'Endlich richtig angekommen' wurde 2021 veröffentlicht. Corinna Friedel verarbeitet in diesem Kriminalroman viele Eindrücke aus Heilbronn und dem Heilbronner Umland. Meinen Foodblog findet ihr unter umami-kreativ.de Auf Instagram findet ihr mich @umami.kreativ.food

Corinna Friedel, geboren 1984 in Heilbronn, ist eine deutsche Autorin. Sie lebt mit Mann und Kindern im Stuttgarter Umland. Sie arbeitet unter anderem als Foodbloggerin und entwickelt eigene Rezepte. Ihr Debütroman "Endlich richtig angekommen" wurde 2021 veröffentlicht. Corinna Friedel verarbeitet in diesem Kriminalroman viele Eindrücke aus Heilbronn und dem Heilbronner Umland. Meinen Foodblog findet ihr unter umami-kreativ.de Auf Instagram findet ihr mich @umami.kreativ.food

Zwei



„Wo genau soll er sich aufhalten, Alex?“ Manfred sah sich suchend in der Fleiner Straße um. Der Tag hatte sich als verregnet, grau und ungemütlich erwiesen. Die Menschen eilten mit dicken Mänteln und Regenschirmen durch die Straßen und waren froh, wenn sie sich im Innenbereich aufhalten konnten.

„Er sagte, er sitzt in der kalten Jahreszeit immer zwischen der Bäckerei „Brot & Weckle“ und der Bankfiliale. Laut seiner Aussage hat man dort den wärmsten Platz mit den meisten milden Gaben.“

„Ist er das?“ Manfred deutete mit dem Kopf in Richtung eines Mannes, der am Boden saß.

„Das muss er sein. Hallo Herr Leger?“ Alex begrüßte ihn als er auf ihn zuging.

„Psst!!! Sind sie von allen Elfen und Feen verlassen, Mann! Ich heiße Jimmy Joe! Sie wollen doch nicht meine Identität verraten und mich in Gefahr bringen?“ Mit strengem Blick schaute er die beiden Ermittler an.

„Tag, Jimmy Joe“, lässig grüßend schlenderte jetzt auch Manfred näher. Dieser Jimmy Joe war auf jeden Fall eine Erscheinung, ohne Frage. Er trug ein Weihnachtsmannkostüm und auf dem Kopf ein Plüschgeweih mit großen goldenen Kugeln, die bei jeder Bewegung mitbaumelten. Sein Bart war lang und zottelig. Manfred fragte sich, was er wohl im Sommer tragen würde.

„Was ist Ihnen denn heute Nacht aufgefallen?“, erkundigte er sich bei ihrem obdachlosen Zeugen.

„Ja, wo soll ich anfangen…Da liefen drei jüngere Leute, so um die zwanzig will ich mal meinen. Angezogen waren sie wie es die Jugend halt heute so ist. Nicht mein Stil… Die sind mit der Stadtbahn Richtung Schwaigern gefahren. Dann noch diese ältere Frau mit Hund, ein komischer Hund. Kein Pudel, aber so ähnlich. Allerdings viel zu groß für einen Pudel, aber...“

„Moment, Moment“, Manfred unterbrach den Redeschwall. „Uns interessiert nur, was Sie in direktem Zusammenhang mit dem Mordopfer beobachtet haben. Wann ist Ihnen die Leiche aufgefallen? Haben Sie jemanden vom Tatort fliehen sehen, oder etwas gehört?“

„Junger Mann, junger Mann“, kopfschüttelnd musterte Jimmy Joe Manfred von oben nach unten.

„Sie mögen toll gekleidet sein und etwas von Ihrer Arbeit verstehen, aber wer sagt denn, dass die jungen Leute oder die alte Frau unschuldig sind? Mmmhhh? Sehen Sie, da fällt Ihnen nix ein. Mein Rat, überprüfen Sie die!“ Er fuhr sich mit der Hand durch den Bart.

„Über die Leiche gestolpert bin ich gegen Viertel nach Zwölf. Es war dunkel und ich hab ihn leider nicht gesehen. Es liegt sonst eigentlich niemand einfach auf der Straße rum in der Nacht. Aber ich habe vorher kein Geräusch oder ähnliches gehört. Vielleicht fragen Sie nochmal den „Langen Paul“. Das is ein Kumpel, der immer in meiner Nähe schläft. Vielleicht weiß der noch mehr. Den finden Sie vermutlich morgen früh wieder am Neckar unten, an der Aussichtsterrasse. Da macht der seinen Frühsport oder was weiß ich.“

Damit war für den Obdachlosen alles geschwätzt und er wandte sich wieder den Passanten zu, um nach einer milden Gabe zu fragen.

„Komm Alex, mehr werden wir hier nicht erfahren. Lass uns im Juwelierladen fragen, ob sie Kameras außen installiert haben, die eventuell etwas aufgezeichnet haben könnten.“

Manfred wandte sich Richtung Kilianskirche. Am Kiliansplatz, hier beim Bäcker mit seinen Lieblingsbrezeln, deckten sie sich vorsichtshalber für den Nachmittag ein.

„Dingdongdongdingdongdingdon.“

Mit diesem Türklingelton fühlte sich Manfred direkt in seine Kindheit zurückversetzt. Damals gab es diese Türglocke mit der unverkennbaren Melodie in vielen der kleineren Lädchen, die er mit seiner Mutter oft besucht hatte.

Genauso nostalgisch wie die Glocke war der Verkaufsraum. Alex und Manfred sahen sich aufmerksam um. Alte, imposante Holztresen mit glitzerndem Schmuck, wohin man auch sah. Manfred war kein Experte, aber das Sortiment machte einen recht modernen Eindruck.

„Guten Tag, womit kann ich Ihnen helfen?“, erkundigte sich eine junge Frau, die eben in den Verkaufsraum trat. Sie war modern und chic gekleidet, was einen schönen Kontrast zur historischen Einrichtung bildete. Sie betrachtete die beiden aufmerksam durch die Gläser ihrer Brille.

„Ist der Chef oder die Chefin zu sprechen?“, erkundigte sich Manfred.

„Steht vor Ihnen“, sie lächelte die beiden freundlich an.

„Frau Hock“, las Manfred an ihrem Namensschild ab „mein Name ist Kommissar Manfred Schmelzle, das ist mein Kollege Merts. Vor Ihrem Geschäft wurde heute Nacht eine Leiche gefunden.“

„Was?“, entsetzt blickte sie nach draußen. „Aber das ist ja furchtbar, das wusste ich nicht!“ Ihr akkurat gebundener blonder Pferdeschwanz wippte hin und her als sie abwechselnd den Blick zwischen draußen und den beiden Ermittlern drinnen hin -und her- schweifen ließ.

„Die Kollegen der Spurensicherung haben vor Geschäftsöffnung alle Spuren beseitigt, um keine unnötige Unruhe aufkommen zu lassen. Gibt es an Ihrem Außenbereich Kameras, mit denen dieser Teil des Fußweges abgedeckt ist?“, erkundigte sich Alex, während er mit den Armen auf die besagte Stelle deutete.

„Nun, eigentlich ist die Kamera außen auf die Eingangstür gerichtet.“ Noch immer sichtlich verschreckt, knetete Frau Hock ihre Hände und sah immer wieder nach draußen. Manfred musste feststellen, dass sie ausgesprochen hübsch war, mit ihren feinen Gesichtszügen und den grünen Augen.

„Dürften wir uns das mal geschwind angucken?“

„Ja, sicher, Herr Kommissar, bitte folgen Sie mir in den Aufenthaltsraum.“

Sie führte die beiden einen engen, dunklen Flur entlang. Der Aufenthaltsraum bestand im Wesentlichen aus einem kleinen Tisch mit zwei Stühlen, einem Schreibtisch und einer kleinen Küchenzeile.

„Hier, ich schalte Ihnen alles ein, dann können Sie in Ruhe gucken.“

Sie drehte den beiden den Laptop zu und verließ den Raum.

„So, dann wollen wir mal sehen, ob wir nicht etwas Verdächtiges entdecken können.“ Alex klickte sich durch die Videosequenzen der Überwachungskamera zum ungefähren Tatzeitpunkt.

„Da! Stopp mal schnell!“ Manfred deutete auf die weißhaarige Person, die beladen mit einem Rucksack, durchs Kamerabild lief.

„Das ist Jimmy Joe. Aber sein Schlafplatz und somit der Fundort der Leiche ist in einem für die Kamera nicht sichtbaren Winkel.“ Manfred zuckte bedauernd die Schultern.

„Gut, komm Alex, einen Versuch wars wert.“

Manfred war enttäuscht, er hatte sich etwas mehr von den Videoaufnahmen erhofft.

„Frau Hock, danke für Ihre Mühe“, Manfred lächelte ihr lässig zu „leider ist auf der Kamera nichts, was uns weiterhilft. Falls wir noch etwas benötigen, würden wir uns melden.“

Frau Hock strahlte den Kommissar an und ruckte ihre Brille gerade. Ihre Wangen waren leicht gerötet.

„Äh, Herr Kommissar, eine Frage hätte ich…“

„Ja, immer frei heraus Frau Hock!“

„Würden Sie mal etwas mit mir trinken gehen, nach dem Geschäft versteht sich. Das heißt“, verlegen senkte sie den Blick „falls Sie überhaupt Interesse haben und nicht vergeben sind“.

Es war spürbar, wieviel Überwindung diese Frage Frau Hock gekostet haben musste. Die Schamesröte schoss ihr ins Gesicht. Manfred war überrascht, so viel Mut hätte er der doch sehr schüchtern wirkenden Frau Hock gar nicht zugetraut. Im Normalfall sprach doch eher er die Frauen an.

„Ja, sehr gerne. Ich lass Ihnen meine Karte da, und Moment…so, da habe ich Ihnen meine Nummer notiert. Dann telefonieren wir.“

Charmant verabschiedete sich Manfred von der Besitzerin des Juwelierlädchens und Alex winkte ihr zum Abschied zu.

Keine drei Meter vor der Tür feixte Alex „Mensch Manfred, Respekt! Du hast ganz schön Eindruck hinterlassen bei – Lena.“ Er wedelte mit ihrer Visitenkarte vor Manfreds Gesicht herum.

„Ich habe doch nichts gemacht“. Manfred winkte ab.

„Wie organisierst du nur deine zahlreichen Frauenverabredungen?“, grinsend knuffte er Manfred beim Gehen in die Seite.

„Ha, ha. Wirklich lustig. Du tust gerade so, als würde ich jeden Abend mit einer anderen Dame um die Häuser ziehen. Das ist nicht der Fall! Es war bisher nicht die Richtige dabei, leider.“

Manfred war sich bewusst, dass er einen guten Eindruck auf die Damenwelt machte. Er war nicht hässlich, wusste sich zu kleiden, war charmant und zudem Kriminalkommissar. Polizeioberkommissar, der Vollständigkeit halber, aber das waren Nuancen, die keine Rolle spielten. So genau wollten es die meisten nicht wissen. Das war nicht die schlechteste Kombination, wenn es darum ging Eindruck bei den Damen zu hinterlassen. Er genoss die Aufmerksamkeit die ihm zuteilwurde, zweifelsohne. Allerdings hatte es bisher nicht klappen wollen mit der großen Liebe. Er war keineswegs ein Aufreißer, im Gegenteil, war er doch meist sehr zurückhaltend. Immer wieder grübelte er, warum er noch nicht die große Liebe getroffen hatte, mit der er bis in alle Ewigkeit glücklich war. Ein kitschiger Gedanke, aber auch schön. Eine Ex- Freundin meinte einmal zu ihm, er sei bindungsunfähig und außerdem wäre es komisch, dass er noch bei Mama daheim wohnen würde.

Dabei war es nicht so. Die Unfähigkeit sich zu binden als Grund zu nennen, das hielt er für Quatsch. Die Sache mit seiner Mutter – sie wohnte bei ihm, nicht umgekehrt. Als sein Vater verstorben war, fühlte Manfred sich einfach verpflichtet, ihr anzubieten, bei ihm zu wohnen. Seine Mutter war durch die Trauer damals unfähig gewesen allein zu bleiben und sie war seine Familie. Er hatte genug Platz in seinem Haus, da war es doch...

Erscheint lt. Verlag 23.2.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7549-9138-8 / 3754991388
ISBN-13 978-3-7549-9138-1 / 9783754991381
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