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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 651 (eBook)

Des Lebens Seligkeit
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Aufl. 2023
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-7517-4610-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 651 - Gitta van Bergen
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Die zukünftige Erbin eines großen, angesehenen Unternehmens aus Bremerhaven kennt den Zirkusartisten aus Argentinien erst seit wenigen Stunden, da gibt sie ihm ihr Wort, ihn nach Hamburg zu seinem nächsten Engagement zu begleiten und seine Frau zu werden. Juttas Mutter schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, als sie davon erfährt, aber ihre Tochter lässt sich nicht umstimmen. Juttas Großvater war Seemann, und sie hat die Rastlosigkeit ihrer Vorfahren geerbt. Das abenteuerliche Leben an der Seite eines Artisten lockt sie. Doch dem liebenden Paar ist nur eine kurze Spanne des Glücks vergönnt, dann beendet es ein tragischer Unfall jäh.
Jutta bleibt allein zurück - ohne Trauschein, mit einem Kind unter dem Herzen und dem unruhigen Blut ihrer Ahnen, das ihr erneut zum Verhängnis wird ...


Des Lebens Seligkeit

Ein zu Herzen gehender Schicksalsroman

Die zukünftige Erbin eines großen, angesehenen Unternehmens aus Bremerhaven kennt den Zirkusartisten aus Argentinien erst seit wenigen Stunden, da gibt sie ihm ihr Wort, ihn nach Hamburg zu seinem nächsten Engagement zu begleiten und seine Frau zu werden. Juttas Mutter schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, als sie davon erfährt, aber ihre Tochter lässt sich nicht umstimmen. Juttas Großvater war Seemann, und sie hat die Rastlosigkeit ihrer Vorfahren geerbt. Das abenteuerliche Leben an der Seite eines Artisten lockt sie. Doch dem liebenden Paar ist nur eine kurze Spanne des Glücks vergönnt, dann beendet es ein tragischer Unfall jäh.

Jutta bleibt allein zurück – ohne Trauschein, mit einem Kind unter dem Herzen und dem unruhigen Blut ihrer Ahnen, das ihr erneut zum Verhängnis wird ...

»Lassen Sie bitte das Fenster offen, Herr von Rudeck. Man muss die schönen Tage hier genießen. Es sind nicht viele.«

Rolf von Rudeck wandte sich lächelnd seiner Chefin zu.

»Die Nordsee ist ganz anders als die Seen im Sauerland, Frau Herwart!«

»Ich weiß, junger Mann. Hier in Bremerhaven weht der Atem der Weltmeere.«

Der junge Prokurist der Firma Herwart betrachtete voller Verständnis seine Chefin.

»Ich verstehe Ihre Liebe zu Ihrer Heimatstadt sehr gut. Mit ähnlicher Wärme sprechen meine Eltern von unserer verlorenen Heimat im Osten. Sie werden sich denken können, dass ich das nicht empfinde. Ich kenne meine Heimatstadt nicht. Niemals habe ich das Gut kennengelernt, auf dem ich geboren wurde.«

Magda Herwart wurde ernst und nickte.

»Das kann ich gut nachempfinden. Ich stamme von einem Bauernhof. Den Hof meiner Eltern können Sie sich einmal ansehen! Mein Bruder hat ihn gut in Ordnung.«

Die Chefin klopfte mit dem Bleistift auf den Schreibtisch. Ihre hellen Augen sahen an ihrem Prokuristen vorbei durch das Fenster.

Draußen auf dem Hof herrschte das geschäftige Treiben, das der nahende Feierabend immer auslöste. Das weitläufige Gelände ließ auch für einen fremden Beobachter erkennen, dass die Firma Herwart mit Isoliermitteln und Spezialfarben für Außenanstriche handelte. Tankbehälter, Lagerhallen und das Bürogebäude, an das sich ein Flachbau für das Labor anschloss, säumten den Platz, der bis zum Hafenbecken hinunterreichte.

Frau Magda stand auf und trat an das geöffnete Fenster. Sie blickte über das weite Hafengebiet mit seinen zahlreichen Kränen und Masten auf die untergehende Sonne.

Rolf von Rudeck folgte mit den Blicken den Rauchfahnen aus den Schornsteinen der Industriebetriebe, die der Westwind davontrieb und in der Ferne am Himmel auflöste.

»So etwas gibt es natürlich nicht im Sauerland«, meinte Rolf lächelnd.

Seine Chefin schüttelte leicht den Kopf.

»Aber die Landschaft dort ist wunderschön. Daran gibt es nichts zu deuteln. Mein Mann verbrachte mit mir einen Urlaub dort. Nur möchte ich nicht in dieser Gegend wohnen. Ich brauche nun einmal die endlose Weite des Meeres und das Rauschen der Wellen.«

»Man muss wohl am Meer geboren sein, um es zu lieben«, murmelte der junge Mann.

Die Frau drehte sich brüsk um.

»Man muss Kraft genug haben, um sich nicht ganz in diese Liebe zu verlieren«, sagte sie.

Rolf von Rudeck schwieg.

Er kannte die Geschichte der Herwarts, denn die alte Bremerhavener Patrizierfamilie war ihm bekannt, und seit er in der Handelsstadt lebte, war ihm diese Geschichte oft erzählt worden ...

Nach dem Abitur war Rolf als Volontär in die Firma Herwart eingetreten und hatte sich schnell das Wohlwollen seines Chefs erworben.

Ewald Herwart war ein bedächtiger, schweigsamer Mensch gewesen. Ein Mann wie ein Baum, zuverlässig und voller Energie.

Rolf wusste aber auch, welch unruhiges Blut Ewald Herwart durchpulst hatte. Ewalds Vater war Seefahrer gewesen, Kapitän. Und es hatte Ewald fast das Herz zerrissen, als sein jüngerer Bruder, der die Firma übernehmen sollte, verstorben war.

Es war nicht nur der Schmerz um den Bruder gewesen, sondern auch die Qual, für immer an Land gehen zu müssen, damit die goldenen Buchstaben des Namens Herwart weiter an den Lagerhäusern der väterlichen Firma glänzen konnten.

Ewald hatte auf dem Stuhl des Vaters im Kontor gesessen und mit Umsicht das Erbe zusammengehalten.

»Ein Glück, dass ich wenigstens segeln kann«, hatte er oft zu Rolf gesagt, der in der Firma bald unentbehrlich geworden war.

Und so hatte Ewald Herwart mit Rolf von Rudeck in jeder freien Minute sein Boot benutzt. Und in dem Boot hatte Rolf eines Tages seinen toten Chef heimgebracht.

Ein Mann wie ein Baum. Und wie ein Baum gefällt vom Herzschlag, den niemand erwartet hatte.

Frau Magda war mit ihrer einzigen Tochter allein zurückgeblieben. Das Mädchen hatte gerade das Abitur bestanden.

Vier Jahre war das nun her.

»Werden Sie an Ihrem Platz bleiben, Herr von Rudeck?«, hatte Magda Herwart den jungen Prokuristen gefragt.

Rolf hatte stumm genickt.

»Dann machen wir weiter – für Jutta«, hatte die neue Chefin der Firma gesagt. »Wie ist Ihre Antwort?«

»Meine Antwort kennen Sie schon, Frau Herwart. Wie könnte ich Sie gerade jetzt verlassen? Es wird schwer für Sie werden.«

»Danke, Herr von Rudeck. Von der Firma verstehe ich zwar nichts, aber ich werde es lernen. Für die Leitung eines Geschäftes wird wohl das Gleiche gelten wie für einen ordentlichen Haushalt: die Pfennige zusammenhalten, billig einkaufen, nie die Übersicht verlieren und alle, die dazu gehören, unter einen Hut bringen.«

Von Rudeck hatte lächeln müssen.

»Man könnte es nicht besser ausdrücken. Und da Sie eine gute Hausfrau sind, werden Sie es schaffen!«

»Wir werden es schaffen. Wir zusammen!«

Sein kräftiger Händedruck hatte das Versprechen besiegelt.

Die Firma hatte sich nicht nur gehalten, sondern sogar noch erweitert.

Aber Reichtum schützte nicht vor Sorgen ...

»Gehen wir noch einmal über das Betriebsgelände?« Frau Herwart ging zur Tür. Der junge Prokurist folgt ihr. Er wusste, dass Frau Magda diesen letzten Rundgang am Abend liebte.

Stille herrschte ringsum. Nur vom Hafen her dröhnte ab und zu der dumpfe Ton einer Schiffssirene, und auf dem schmalen Kanal am Ende des Platzes tuckerte eine Barkasse daher.

Vom Hauptgebäude her kam der heisere Ton eines Hornsignals. Drei kurze Töne.

»Das gilt Ihnen, Frau Herwart. Ein Telefongespräch«, sagte Rolf von Rudeck.

♥♥♥

Magda Herwart hob den Telefonhörer ab.

Sie klopfte ungeduldig mit dem Fingernagel gegen die Sprechmuschel, während sie wartete.

»Hallo, Jutta? Wie geht's? Habt ihr gut gespielt?«

Rolf von Rudeck trat leise vom Halleneingang, an dem er gewartet hatte, zurück auf den Platz. Das war ein Privatgespräch. Frau Herwarts Tochter.

Er steckte die Hände in die Hosentaschen und schlenderte zum Wasser hinunter.

Der junge Mann freute sich auf den Abend. Wenn er sich beeilte, konnte er noch ein wenig rudern. Zum Bootshaus an der Geeste-Mündung war es ja nicht weit.

Hinter sich hörte er Schritte. Er drehte sich um. Frau Herwart kam heran. Rolf nahm die Hände aus den Taschen. Gut gelaunt sah die Chefin nicht aus. Da war wohl etwas schiefgegangen.

Frau Magda achtete nicht auf ihn. Sie setzte stumm ihren Rundgang fort.

Von Rudeck schwieg, als er wieder an ihre linke Seite trat. Sicher hatte Jutta der Mutter Ärger bereitet.

Rolf atmete schwer. Er konnte sich nicht beklagen, dass die Mädchen ihn vernachlässigten. Im Gegenteil! Er konnte sich vor Bewunderinnen kaum retten.

Aber ihn hatten zwei blitzende blaue Augen verzaubert. Das verbarg er tief in seinem Herzen. Er würde sich hüten, Jutta Herwart wissen zu lassen, wie sehr er sie verehrte.

Nach der Lehre hatte sie sich nicht mehr um die Firma gekümmert. Wenn irgendjemand sein Leben genoss, dann war es Jutta Herwart.

Rolf zuckte die Schultern. Das war ihre Sache oder die ihrer Mutter. Aber dass sie keinen Blick für ihn übrig hatte, bekümmerte ihn.

Er war für sie der Herr Prokurist, der Freund der Eltern. Sie war kameradschaftlich. Aber Rolf hätte es gern gesehen, wenn er Jutta mehr bedeutet hätte.

Musste er sich an so einem schönen Abend die Stimmung verderben? Jutta war eben nicht für ihn bestimmt. Damit musste er sich abfinden.

Aber welches Herz lässt sich befehlen?

Auf der Treppe des Bürogebäudes drehte sich Frau Herwart noch einmal um und sah nachdenklich auf ihren Besitz. Sie seufzte.

»Und das alles ist ihr gleichgültig«, brach es aus ihr heraus. Sie schüttelte den Kopf. »Und dabei erbt sie alles. Was wird sie damit anstellen?«

»Fräulein Jutta ist noch jung«, murmelte Rolf entschuldigend.

»Sie ist jetzt zweiundzwanzig Jahre alt, und Sie sind knapp sieben Jahre älter, wenn ich mich nicht irre.«

»Fast acht!«

»Also acht Jahre. Ist das ein so...

Erscheint lt. Verlag 21.3.2023
Reihe/Serie Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2018 • 2019 • Adelsromanze • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7517-4610-2 / 3751746102
ISBN-13 978-3-7517-4610-6 / 9783751746106
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