Die Magie der Steine: Sammelband 1 (eBook)
725 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7579-0377-0 (ISBN)
Mit dem Buch Galdur - Mahou Akademie startete Jadelyn Kaya ihr Debüt. Dabei steht hinter dem Pseudonym Jadelyn Kaya ein Autorenduo. Gemeinsam erschaffen sie magische Welten, die mit einer Prise Abenteuer und viel Romantik gewürzt sind.
Mit dem Buch Galdur - Mahou Akademie startete Jadelyn Kaya ihr Debüt. Dabei steht hinter dem Pseudonym Jadelyn Kaya ein Autorenduo. Gemeinsam erschaffen sie magische Welten, die mit einer Prise Abenteuer und viel Romantik gewürzt sind.
Eine Windböe wehte den Sand der Straßen auf, als die Magier durch den Torbogen von Narune schritten. Durch die langanhaltende Dürreperiode im Sommer waren die Felder um das Dorf vertrocknet und die Menschen hatten große Probleme, ihre Familien zu ernähren.
Tiere wurden notgeschlachtet, weil sie nicht mehr gefüttert werden konnten und die Übriggebliebenen mussten irgendwie durch den Winter gebracht werden. Daher kam das Erscheinen der Magier nicht gerade zu einem günstigen Zeitpunkt. Zum Glück musste man sie nicht verpflegen.
Sobald die Magier erkannt wurden, ließen die Menschen ihre Arbeiten fallen und sammelten sich auf dem kleinen Marktplatz in der Mitte des Dorfes. Sie wussten, was dieser Zug bedeutete. Die halbjährliche Auswahl stand an und die meisten Familien hofften, dass der magische Stein auf ihre achtzehnjährigen Kinder reagierte. Nur dann wurden diese in der Akademie für Magie und magische Steine aufgenommen.
Eine große Ehre und Auszeichnung, aber auch eine Entlastung für manche, da sie weniger Familienmitglieder durchfüttern mussten. Es machte die Eltern immer stolz, wenn ihre Kinder aufgenommen wurden. Somit bekamen sie eine Zukunft, die sicher und weniger arbeitsreich war als das Dorfleben.
Dieses Halbjahr waren vier Kinder achtzehn Jahre alt geworden und diese würden die Magier heute prüfen.
Die drei Männer, die sich vor den Menschen aufstellten, nickten ihnen freundlich zu. Schon seit vielen Jahren durchzogen sie zweimal pro Jahr die Dörfer und Städte der Welt, um neue Anwärter aufzunehmen.
Kinder und Erwachsene versammelten sich in einem Halbkreis auf dem Marktplatz und nicht wenige waren nervös. Jeder hoffte, dass sein Kind eines Tages die Akademie besuchen durfte. Das war eine große Ehre und brachte der Familie nicht nur Ansehen, sondern auch Wohlstand. Für viele die einzige Möglichkeit, aus diesem Leben zu entfliehen. Gleichzeitig hieß es für die Familie aber auch Abschied auf Zeit.
Wie jedes Jahr begann der älteste Magier einige Worte zu sprechen und die Auswahl zu erklären. Was eigentlich überflüssig war, denn mittlerweile wusste jeder, wie sie ablief. Es war immer und immer wieder das gleiche Ritual.
Sein leicht ergrautes Haar zur Seite schiebend, las er die vier Namen derjenigen vor, die sie dieses Jahr prüfen wollten. Erst dann nickte er dem Magier auf seiner rechten Seite zu, der ihm einen unscheinbaren Stein reichte. Er war etwa handgroß, grau und sah aus, als würden Wolken darin umherziehen. So etwas fand man nicht einfach auf der Straße und er besaß auch einen beträchtlichen Wert.
„Freya Delacour!“, rief der Mann laut, wobei seine Stimme wohl mit Magie verstärkt war, so klar, wie sie über den Marktplatz getragen wurde, und ein unscheinbares Mädchen mit weißem Haar trat hervor. Eine gängige Haarfarbe im Gebiet von Severno, das nördlich auf Tir Na Magica lag.
Ihre Hände sittsam vor sich gefaltet und den Kopf gesenkt, kam sie näher. Sie wollte nicht von ihrer Familie weg, da ihr Vater kürzlich krank geworden war und nun jede Hand gebraucht wurde. Selbst, wenn sie dadurch vielleicht an Geld kommen würde.
Wie der Rest der Dorfbewohner war sie in einem Leinenkleid gekleidet, das schon bessere Tage gesehen hatte. Das Dorf kämpfte darum, den Winter zu überleben und neue Kleidung hatte keine Priorität. Was nur dafür sorgte, dass sie sich gegenüber den Magiern noch wertloser fühlte.
Ihre blauen Augen waren auf den Boden gerichtet, als sie sich vor den drei Gesandten aufstellte. Sie traute sich nicht, diese anzusehen, wusste aber, dass sie es musste. Also zwang sie sich, ihren Kopf zu heben. Der Magier in der Mitte, der sie aufgerufen hatte, hielt den Stein auf seiner Hand und nickte ihr auffordernd, aber freundlich zu. Im Allgemeinen kannte man die Magier als hilfsbereit, freundlich und zuvorkommend. Es gab sogar reisende Magier, die Dörfern in Not halfen. Doch ihr Dorf lag nur selten auf dem Weg dieser Reisenden. Da es weit nördlich lag, verwirrten sich diese nur selten hierher.
Zögerlich hob Freya die Hand und zitterte leicht, als der Stein begann, zu leuchten. So etwas hatte sie noch nie gesehen und sie fragte sich, ob er nicht mehr funktionierte.
Als sie ihre Hand ganz auf den kühlen Stein legte, veränderte er plötzlich die Farbe. Erst leuchtete er leicht rötlich, dann wurde er blau und schließlich grün. Es sah aus, als würden die Wolken darin explodieren.
Überrascht wich Freya zurück und betrachtete ihre Hand, doch dort war nichts zu sehen. Sie hatte geglaubt, dass der Stein gleich explodierte und ihr Herz hämmerte heftig in ihrer Brust, während sie um Atem rang.
„Bitte noch einmal“, erklang die ruhige Stimme des Magiers.
Freya hob den Kopf und blickte ihn mit großen, ungläubigen Augen an. Was war das gewesen? War das normal? Warum sagte er nichts dazu?
Noch einmal streckte sie zögerlich die Hand nach dem Stein aus, der erneut genauso reagierte und in Freya weitere Angst hervorrief.
Sie bemerkte, dass der Magier zufrieden wirkte, doch das half ihr nicht, ihre eigenen Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Sein Blick lag auf dem Stein und schließlich nickte er, ehe er dem Mann neben sich Freyas Namen zu murmelte.
Aus den Augenwinkeln versuchte die junge Frau in der Menschenmenge ihre Eltern auszumachen, denn sie wagte es nicht, direkt zu ihnen zu sehen, solange sie vor den Magiern stand. Das wäre unhöflich. Trotzdem gelang es ihr, die bekannten Gesichter ausfindig zu machen.
Sie konnte ihre Familie zwischen den anderen Dorfbewohnern sehen und erkannte an ihren Gesichtern die Überraschung. Ihr war, als würde sie auch das Schluchzen ihre Mutter vernehmen. Ob vor Freude oder Trauer konnte Freya im Moment nicht sagen. Sie selbst wusste nicht, was sie davon halten sollte. War sie aufgenommen? Hieß die Reaktion des Steines, dass sie magisch war? Es gelang ihr einfach nicht, sich das vorzustellen. Alles, was sie fühlte, war Verwirrung und Angst darüber, aus ihrem Leben gerissen zu werden.
Ihre Beine fühlten sich an, als würden sie jeden Moment unter ihr nachgeben. Warum hatte der Stein angeschlagen? Sie konnte ihre Familie jetzt nicht allein lassen! Die Möglichkeiten, die sich ihr damit boten, sah sie nicht. Konnte sie nicht einmal erahnen, denn sie hatte keinerlei Kontakt mit Magiern. In ihrem Dorf war schon seit Ewigkeiten keiner mehr auf die Akademie gegangen.
Ihre jüngeren Geschwister hielten sich an dem Rock ihrer Mutter fest und blickten mit großen Augen auf das Geschehen.
Das löste bei Freya nicht gerade Freude aus. Stattdessen wurden ihre Beine weich und sie begann zu zittern.
Wenn sie das alles gerade richtig verstand, dann war sie ausgewählt. Oder nicht? Warum sagte ihr niemand etwas? Das konnte doch gar nicht sein!
Freya konzentrierte sich wieder auf die Magier und erwartete, dass sie gehen durfte, wie es die letzten Jahre bei den anderen Kindern der Fall gewesen war. Allerdings bat der jüngere Mann, der ihren Namen in eine Liste eingetragen hatte, sie mit ihm zur Seite zu kommen. Dort würde er ihr alles erklären, während man die nächsten Kinder testete.
Nervös darüber, ob etwas nicht stimmte, nestelte sie an ihrem Leinenkleid herum und war versucht, sich umzudrehen und zu ihrer Familie zurückzukehren. Damit würde sie den Magiern jedoch nicht den erwarteten Respekt entgegenbringen und das wollte sie nicht. Ihre Familie hatte sie immerhin Respekt und Höflichkeit gelehrt.
Die Stimmen der Dorfbewohner drangen nicht zu ihr vor, als sie dem jüngeren Magier folgte.
Dieser führte sie nur ein kleines Stück von den anderen weg, bevor er leise seine Stimme erhob.
„Freya. Du bist seit einigen Generationen eines der Kinder, welche die Magie in sich trägt“, sagte er, wobei seine Worte feierlich klangen. Sein, für einen Magier typisch langer Umhang, wehte im starken Wind und das schwarze Haar fiel ihm in die Augen, sodass er es immer wieder aus dem Gesicht wischen musste. Zusammen mit seinen Worten gab es ihm etwas Erhabenes, das Freya nur noch unsicherer und unruhiger machte. Wie sie neben ihm wohl mit ihrem Leinenkleid aussehen musste? Wahrscheinlich wie eine Obdachlose ohne Geld. Hätten sich die Magier angekündigt, würde sie jetzt wenigstens ihr gutes Kleid und nicht dieses Arbeitskleid tragen.
Freya senkte den Blick schnell wieder und beobachtete ihn nur noch aus den Augenwinkeln, da sie sich nicht traute, ihm direkt in seine Augen zu sehen.
„Durch diese Gabe wirst du dieses Jahr auf der magischen Akademie angenommen“, verkündete er weiter und reichte ihr feierlich eine Schriftrolle. Ohne ihre Reaktion abzuwarten, fuhr er fort, sodass Freya die Worte herunterschlucken musste, die sie eigentlich sagen wollte. Es war unhöflich, jemanden zu unterbrechen. Auch in ihrem Vorhaben, die Schriftrolle zu greifen, hielt sie inne, damit er sprechen konnte. „Dieses Schreiben mit deinem Namen wird dir Zugang zur Akademie gewähren. In den nächsten Tagen kommt jemand, der dich abholen wird“, erklärte er mit noch immer feierlicher Stimme.
Mit zitternden Händen nahm Freya die Schriftrolle nun entgegen. Bisher hatte sie es nicht geschafft, ihre Worte hervorzubringen und würde es wohl auch nicht. Selbst jetzt, wo sie eigentlich sprechen konnte, fiel es ihr schwer, weil alles so ungewohnt und seltsam war. Was sagte man in einer solchen Situation?
Freya ließ sich die ganzen Informationen noch einmal durch den Kopf gehen. In den nächsten Tagen … das waren so ziemlich die einzigen Worte, die sie verstanden hatte, denn das hieß, dass sie schon bald ihre Familie verlassen musste. Das wollte sie aber nicht! Dennoch wusste sie, dass sie keine andere Wahl hatte.
Konnte sie nicht...
| Erscheint lt. Verlag | 19.2.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | KAMMS-Sammelband |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Dark • düster • Elemente • Fantasy • Krieg • Liebe • Liebesroman • Magie • Romance • Romantasy • Romantik • Schule • weibliche Dominanz • Zauberin |
| ISBN-10 | 3-7579-0377-3 / 3757903773 |
| ISBN-13 | 978-3-7579-0377-0 / 9783757903770 |
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