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Blaubeermuffins (eBook)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
315 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9051-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Blaubeermuffins -  Nicola Sabine Patsis
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Leopold ist seit 20 Jahren Reiseleiter im Westen der USA. Einst Hals über Kopf aus Deutschland geflohen, lebt er dort ein einsames und tristes Dasein. Eines Tages trifft er die wunderschöne Mara auf einer seiner Reisen und verliebt sich unsterblich in sie. Mara, frisch geschieden, verliebt sich ebenso unsterblich in Leopold. Doch wie soll es nach der zweiwöchigen Reise weitergehen und welches Geheimnis verbirgt sich hinter den traurigen, tiefschwarzen Augen von Leopold?

Nicola Patsis, 1983 geboren in Stuttgart Bad-Cannstatt, aufgewachsen im Baden-Württembergischen Ludwigsburg, lebt mit ihrem Ehemann im fränkischen Fürth. Die gelernte Bankkauffrau schreibt seit ihrer Kindheit Kurzgeschichten und Gedichte. Veröffentlicht hat sie bisher noch nichts. Ihre große Leidenschaft ist die Literatur und eine gute Tafel Schokolade. Sie glaubt fest an die eine große Liebe, die es für jeden irgendwo gibt.

Nicola Patsis, 1983 geboren in Stuttgart Bad-Cannstatt, aufgewachsen im Baden-Württembergischen Ludwigsburg, lebt mit ihrem Ehemann im fränkischen Fürth. Die gelernte Bankkauffrau schreibt seit ihrer Kindheit Kurzgeschichten und Gedichte. Veröffentlicht hat sie bisher noch nichts. Ihre große Leidenschaft ist die Literatur und eine gute Tafel Schokolade. Sie glaubt fest an die eine große Liebe, die es für jeden irgendwo gibt.

Kapitel 3 Mara




Der Flug war angenehm. Keine Turbulenzen, zum Leid der Zwillinge, die gerne ein Abenteuer erlebt hätten. Das Essen war annehmbar. Huhn mit Gemüse und zum Nachtisch einen Blaubeermuffin, der extrem gut war. Ständig wurden Wasser und Säfte verteilt und zum Jubel der Kinder gab es zwei Stunden vor der Landung noch Twix und Chips für jeden. Zu dieser Zeit konnte man vom Flugzeug aus schon die Ausläufer der riesigen Stadt Los Angeles erkennen. Später erkannte Mara Häuser mit riesigen Pools - war das Beverly Hills? Bestimmt. Ihre Aufregung wuchs. Sie wollte endlich aus dem Flieger und Kalifornien auf der Haut spüren.

Im Flughafengebäude war die Hölle los. Massen an Menschen aller erdenklicher Nationen und zwischen ihnen Sicherheitsbeamte mit riesigen Hunden und schweren Pistolen. Es war fast zum Fürchten. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Familie ihr Gepäck zusammen hatte und das Flughafengebäude verließ. Nun hieß es auf den Transfer zu warten, der sie ins Hotel bringen würde. Mara freute sich auf eine erfrischende Dusche und frische Kleidung, auf ein kühles Bier und etwas Richtiges zu essen. Die Sonne brannte. Der Transfer ließ auf sich warten. Mittlerweile hatten sich noch andere Deutsche zu ihnen gesellt. Zwei Rentnerpaare und zwei Männer, die zusammen reisten. Wie sich herausstellte, waren alle auf dieselbe Reise gebucht.

Die Fahrt zum Hotel dauerte nur 20 Minuten und Mara entdeckte schon vom Bus aus direkt gegenüber dem Hotel einen riesigen Supermarkt und ein Fast Food Restaurant, das Wendys hieß. Na bitte, der Abend war gerettet. Der Shuttle hielt direkt vor dem enorm großen Hotel. Der Fahrer öffnete die Türen, stieg aus und lud die Koffer und Reisetaschen aus. Tanja und Max schnappten sich die fünf riesigen Koffer zusammen mit ihren Kindern und begaben sich geradewegs in die Hotellobby, um beim Reiseleiter die Zimmerschlüssel und die restlichen Unterlagen zu bekommen. Mara hingegen ließ sich Zeit. Sie schaute sich um, versuchte die Umgebung in sich aufzunehmen und atmete die Luft. Einige Fotos machte sie mit ihrer Spiegelreflexkamera und stellte dabei fest, dass diese Aussicht hier nicht viel mit dem zu tun hatte, was sie sich als das kalifornisches Paradies vorgestellt hatte. Hauptsächlich sah sie unendlich breite Straßen, Häuser und den riesigen Supermarkt. Bis auf die Palmen also nicht sehr einladend. Die Luft roch auch eher nach Abgasen als nach Meer und Strand, der laut Stadtplan im Reiseführer doch nur fünf Blocks entfernt sein sollte. Doch dies waren in Los Angeles anscheinend andere Dimensionen als in Deutschland.

Luna kam aus dem Hotel angerannt und riss Mara aus ihren Gedanken. „Tante komm, wir haben schon unsere Schlüssel und wir haben den Reiseleiter kennen gelernt. Er heißt Leopold. Er sitzt da gleich am Empfang.“ „Bin schon da. Komm wir gehen rein. Ist er denn nett?“ „Ja, total.“

Mara betrat die Hotellobby. „Schau, da ist er“, sprach ihre Nichte und zeigte in Richtung Rezeption auf einen Schreibtisch.

Da saß er. Mara war sprachlos, sie bekam weiche Knie, schien sich nicht bewegen zu können. Sie konnte auch keinen klaren Gedanken fassen. Sie sah nur einen Mann, der so unaussprechlich bezaubernd war, dass sie keine Luft mehr bekam und zu schweben schien. Sie spürte keinen Boden mehr unter ihren Füßen und hörte nichts mehr um sich herum. Verschwunden waren die Menschen, die überall herumschwirrten und verschwunden war das Hotel um sie herum. Sie sah nur den Schreibtisch und denjenigen, der dahinter saß. Tiefbraune wunderbare Augen, so tief wie das Universum, schwarz glänzende Haare, so ein makelloses Gesicht, zart wie Porzellan. Doch nicht nur das Aussehen war es, jede Bewegung die er tat, der Blick, das ganze Wesen.

„Tante, du musst zu ihm und unterschreiben, dann bekommst du deine Schlüsselkarte und einen Umschlag mit lauter Unterlagen drin“, wurde Mara von ihrer Nichte wieder in die Realität geholt. In dem Moment sah er auf. Sah ihr in die Augen und schien ebenso zu erstarren wie sie noch vor einigen Sekunden. „Tante warum gehst du nicht hin zum Unterschreiben?“ Doch dann wurde auch Luna still. Sie bemerkte, dass irgendwas vor sich ging, etwas, das sie nicht verstand.

Langsam, sehr langsam bewegte sich Mara auf den Schreibtisch zu und begrüßte den Reiseleiter mit einem „Hallo“, dass eher gehaucht als gesprochen war. Er antwortete mit einem ähnlichen „Hallo“ und blickte ihr in die Augen. „Ähm, ich, äh sagst du mir deinen Namen?“ stammelte er. „Was? Ach ja Mara äh Kaufmann.“ „Ok. Deine Zimmernummer ist die 4008.“ „Leopold!“ rief Luna, „muss meine Tante denn nicht unterschreiben so wie Papa?“ „Äh, ach ja, das hatte ich völlig vergessen“, antwortete er. Weder Mara noch Leopold brachten ein anständiges Wort heraus. Sie starrten sich gegenseitig in die Augen, jeder dem Anderen als könnten sie das, was aktuell geschah nicht glauben und nicht verarbeiten. Mara bekam ihren Schlüssel und da meldete sich Luna wieder zu Wort: „Leopold, bekommt die Tante denn keinen Umschlag mit so schönen Unterlagen wie wir?“ „Ach, das hatte ich auch vergessen, tut mir leid, ich war gerade etwas neben mir“, schien er sich in dem Moment wieder zu fassen. So bekam Mara auch noch den Umschlag, winkte etwas unbeholfen zum Abschied und lief rückwärts gegen ihren Koffer. Zum Glück fing sie ihn aber rechtzeitig, dass er nicht kippen konnte und verließ die Lobby. Tanja stand da. Schüttelte lächelnd den Kopf. „Als ich den sah“, sie zeigte in Richtung Leopold, „wusste ich, dass der was für dich ist.“ „Was?“ antwortete Mara einige Tonlagen zu hoch und stieg, gefolgt von der Verwandtschaft in den Aufzug.

Die Zimmer befanden sich im vierten Stock. Mara öffnete die Tür und trat ein. Setzte ich einen Moment aufs Bett und dachte an das was eben geschehen war. Was war das nur für ein Mann. Sie konnte sich kaum noch an ihn erinnern. Er war so unbeschreiblich, so traumhaft, wie ein Nebel, der schon wieder aus ihrem Gedächtnis wich. Ob er ein Geist war? So ein Schwachsinn. Doch greifbar war er bereits nicht mehr. Tatsächlich wie ein Traum, der langsam aus dem Gedächtnis verschwand.

In dreißig Minuten war sie mit ihrer Familie verabredet. Supermarkt und dann essen gehen. OK. Gut organisiert war sie. Also duschen, umziehen und vor allem etwas Schönes anziehen. Die alten, viel zu breiten Jeans und das weite T-Shirt der Reise mussten verschwinden. Erst jetzt wurde ihr klar, dass sie genauso vor Leopold getreten war und wurde rot. Das durfte doch nicht wahr sein. Einmal hatte sie in einem Roman gelesen, dass man sich auf Reisen immer gut anziehen müsse. Denn schließlich konnte man nie wissen, wem man so auf den internationalen Flughäfen begegnete. Warum hatte sie diesen Rat nicht befolgt. Sie erinnerte sich, dass sie daheim tatsächlich an diesen Satz gedacht hatte, als sie Ihr Reiseoutfit zusammengestellt hatte. Sie trat vor den Spiegel. Die Haare waren leicht zerzaust. Das störte das Bild nicht. Ihre langen blonden Wellen waren pflegeleicht und sahen irgendwie immer gut aus. Etwas müde blickten ihre blauen Augen in den Spiegel. Doch das war auch irgendwie süß. Aber die Klamotten. Bitte lieber Gott, wie konnte das passieren? Was hatte sie sich dabei gedacht, so bequem zu fliegen? Aber es nützte alles nichts. Duschen und umziehen. Und ab sofort gut aussehen. Außerdem war es doch verständlich, so einen langen Flug möglichst gemütlich zurückzulegen oder?

Nach der Dusche, die kalt war, da sie mit diesem amerikanischen System leider nur kaltes Wasser aus dem Hahn brachte, zog sie sich ein süßes, grünes Spaghettiträgertop und eine sexy Jeans an, die ihre Figur gut betonte. Der Hintern war zu dick, so fand sie. Doch in dieser Jeans sah er gut aus. Da klopfte es auch schon an der Tür. Adrian und Aidan stürzten in ihr Zimmer und zogen den Vorhang zur Seite. „Haha, du hast die gleiche Aussicht wie wir. Eine Hotelwand. Ha ha ha.“ Tatsächlich. Von wegen Aussicht über Los Angeles. Das war eine Wand. Gerade mal 3 Meter entfernt. „Können wir los?“ rief ihr Bruder Max, der in der Tür aufgetaucht war.

Gemeinsam schlenderten sie zum Aufzug und dann aus dem Hotel in Richtung der riesig breiten Straße gegenüber dem Hotel. Im Supermarkt angekommen deckte sich Familie Kaufmann mit den nötigen Lebensmitteln ein. Max und Tanja hatten da eine größere Aufgabe zu bewältigen als Mara, die sich hauptsächlich mit ein bisschen Schokolade, Budweiser Bier im Sixpack und Wasser begnügte. Zu ihrer Freude sah sie gleich nebenan einen Alkohol Store. Das hatte sie gesucht, sie hatte im Reiseführer gelesen, dass bis auf Bier jeglicher Alkohol nur in speziellen Stores verkauft wurde. Dort kaufte sie gleich drei Flaschen kalifornischen Merlot, das würde für ein paar Abende reichen. Max und Tanja hatten ebenfalls Wasser und Bier im Einkaufswagen. Zusätzlich Kekse, Nüsse, Cracker, Äpfel, Bananen, Orangen und Blaubeeren. Vitamine für die Kinder.

Mit den Einkaufstaschen beladen, beschlossen sie, die Beute erst einmal im Hotelzimmer abzuladen und dann essen zu gehen. Bewegung tat nach dem Flug gut. Doch, auf einmal, Mara verspürte keinerlei Hunger mehr. Im Gegenteil. Der Reiseleiter kam ihr wieder in den Sinn, so deutlich und klar. Wie ein Blitz schoss Adrenalin durch ihren Körper und ihr Magen zog sich schmerzlich zusammen. Als säße sie in einer Achterbahn, die in die Tiefe stürzte und nicht enden wollte. Schon jetzt hatte sie nur eines im Auge. Würde sie diesen Mann nicht bekommen, wäre ihr Leben ruiniert. Verschwunden schien ihr Leben in Deutschland und ihre Vergangenheit. Als hätte sie nie existiert. Meine Güte, was war da nur passiert? In dem Bruchteil der einen Sekunde, in der sie Leopold das erste Mal...

Erscheint lt. Verlag 12.2.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7549-9051-9 / 3754990519
ISBN-13 978-3-7549-9051-3 / 9783754990513
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