Nur eine unbedeutende Affäre (eBook)
160 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-2214-4 (ISBN)
Finger weg von Angestellten und Single-Müttern - war immer Max' eiserner Grundsatz. Warum hat er sich jetzt auf diese heiße Affäre eingelassen - ausgerechnet mit der hübschen Jane, die für ihn arbeitet, jung, sexy und auch noch alleinerziehend ist? Das muss ja Ärger geben ...
Kara Lennox hat mit großem Erfolg mehr als 50 Liebesromanen für Harlequin/Silhouette und andere Verlage geschrieben. Vor ihrer Karriere als Liebesromanautorin verfasste sie freiberuflich Hunderte Zeitschriftenartikel, Broschüren, Pressemitteilungen und Werbetexte. Sogar Drehbücher hat sie geschrieben, die das Interesse von Produzenten in Hollywood, New York und Europa weckten. Wegen ihrer bahnbrechenden, sehr eigenen und ausgefallenen Themen werden Karas Bücher häufig hervorgehoben. Sie hat über Straußenfarmen, Maya Archäologie, Gehirntumore, Kindesaussetzungen, Kopfgeldjäger, Betrüger und Hexerei geschrieben. Ihre Romane wurden für zahlreiche Auszeichnungen nominiert. Gewonnen hat sie den Kritikerpreis der Romantic Times. Kara ist Mitglied der Romance Writers of America und der Romance Writers von Dallas. Sie leitet häufig Schreibworkshops und tritt als Rednerin auf Konferenzen im ganzen Land auf. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch arbeitet, genießt sie es, zu reisen oder querfeldein mit dem Rad zu fahren.
1. KAPITEL
Mit zittrigen Knien ging Jane Selwyn über den heißen Asphalt des Parkplatzes auf das dreistöckige Bürogebäude zu, in dem sich die „Remington Agency“ befand. Die Werbeagentur war ihre letzte Chance auf eine bezahlte Festanstellung in Port Clara. In nur wenigen Wochen hatte sie sich von der verwöhnten Gattin eines reichen Mannes in eine Frau verwandelt, die ausgerechnet bei dem Mann um einen Job betteln musste, der unwissentlich ihre Ehe zerstört hatte.
Nicht dass ihre Ehe nicht ohnehin schon in den letzten Zügen gelegen hatte, aber Max Remingtons Flirtversuch mit ihr, Jane, hatte ihr endgültig den Todesstoß versetzt.
In der kühlen Lobby überprüfte sie ein letztes Mal ihr Spiegelbild. Nervös zupfte sie sich das Revers ihres roten Businessanzugs zurecht und trug nochmals Lippenstift auf. Obwohl ihr die Seidenbluse bereits feucht am Körper klebte – der August in Südtexas war sogar an der Küste unerträglich heiß –, sah sie professionell aus. Ihre erbärmlich dünne Bewerbungsmappe machte diesen guten Eindruck jedoch wieder zunichte.
In den letzten sechs Jahren hatte Jane ihre Tage damit verbracht, sich und ihr Heim zu verschönern und ihre Tochter zu erziehen. Scott war jedes Mal ausgeflippt, wenn sie auch nur andeutete, sie wolle sich nach einem Job umsehen. Daher stand sie jetzt mit der dreijährigen Kaylee völlig mittellos da. Sie brauchte die Stelle als Grafikerin dringend.
Alle hatten sie für verrückt erklärt, weil sie bei der Scheidung nicht mehr Geld verlangt hatte, aber sie wollte einfach nur ungeschoren aus der Ehe rauskommen. Jetzt war sie immerhin stolze Besitzerin eines schicken Kajütbootes – ihre einzige Abfindung – und hatte das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter.
Nie hätte sie sich bei der „Remington Agency“ beworben, wenn sie nicht schon alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hätte.
Die Werbeagentur lag im zweiten Stock von Port Claras schönstem Bürogebäude. Vor der Tür blieb Jane einen Augenblick stehen und schickte ein Stoßgebet gen Himmel. Hoffentlich würde Max über die für ihn demütigenden Umstände ihres Kennenlernens und über die wenigen Referenzen, die sie vorweisen konnte, hinwegsehen und ihr eine Chance geben.
Entschlossen straffte sie die Schultern, trat ein und schnappte überrascht nach Luft. Nie hätte sie ein so edles Ambiente in einer Kleinstadt-Werbeagentur erwartet. Der Empfangsbereich war zwar klein, hatte jedoch mit seinen Granitfliesen, den verputzten Wänden und dem Wasserfall Klasse. Die vielen Farne und das gedämpfte Licht gaben ihr das Gefühl, sich im Regenwald zu befinden. Eine schick gekleidete Frau unbestimmbaren Alters saß an einem halbrunden Schreibtisch, der aussah, als wäre er direkt dem Fußboden entsprungen. Sie lächelte freundlich.
„Kann ich Ihnen behilflich sein?“
„Mein Name ist Jane Selwyn. Ich bin um eins mit Mr. Remington verabredet.“
Die Empfangsdame, laut Namensschild Carol Washington, sah sie mitfühlend aus braunen Augen an.
„Haben Sie denn meine Nachricht nicht erhalten?“
Oh nein! Der Akku ihres Handys war leer. Sie lud ihn gerade im Auto auf. „Ich habe meine Mailbox nicht abgehört“, erklärte Jane. „Gibt es denn ein Problem?“
„Mr. Remington musste plötzlich aus dem Haus – irgendwelche Probleme mit der Druckerei. Er hat mich gebeten, ihn zu entschuldigen.“
„Oh.“ Jane ließ enttäuscht die Schultern sinken. „Kann ich vielleicht einen neuen Termin vereinbaren?“
„Eigentlich hat Mr. Remington sich schon für einen Grafiker entschieden.“
„Ohne mit allen Bewerbern gesprochen zu haben?“
Carol zögerte. „Vielleicht sieht er sich Ihre Mappe ja aus Höflichkeit noch einmal an.“
Aus Höflichkeit? Das war ja wohl die Höhe! Max Remington hatte immerhin ihre Scheidung verursacht oder zumindest beschleunigt. Da konnte er ihr wenigstens eine Chance geben. „Ich werde hier auf ihn warten.“
„Warum vereinbaren wir nicht einen anderen Termin?“, fragte Carol glatt.
Damit er wieder absagen konnte? Auf keinen Fall. „Ich ziehe es vor zu warten.“ Jane war fest entschlossen, Max Remington noch an diesem Tag gegenüberzutreten, ganz egal wie.
Carol nickte. Im gleichen Augenblick öffnete sich hinter ihr eine Tür, und Max erschien auf der Bildfläche.
„Carol, hat John Canfield …“ Überrascht starrte er Jane an, als er sie erkannte. „Jane? Was machst du denn hier?“
„Ich bewerbe mich um die Stelle als Grafikerin.“
„Du bist Jane Selwyn? Ich dachte, dein Nachname lautet Simone.“
Jane atmete scharf ein. Max sah sogar noch besser aus als in ihrer Erinnerung. Nach mehreren Monaten in Port Clara war er braun gebrannt, und sein dunkles Haar war ausgeblichen. Er trug eine tief sitzende Jeans und ein am Kragen offenes Hemd ohne Krawatte.
Sie kam sich in seiner Gegenwart plötzlich lächerlich overdressed vor. Normalerweise trug kaum jemand in dem verschlafenen Küstenstädtchen Anzug, aber immerhin war das hier ein Vorstellungsgespräch. Gott sei Dank schien es ihm nicht weiter aufzufallen. Seinem Blick nach zu urteilen gefiel ihr Anblick ihm sogar – wenn auch vielleicht nicht gerade auf professioneller Ebene.
Sie wurde rot.
„Ich habe meinen Mädchennamen wieder angenommen.“
„Ich habe Mrs. Selwyn mitgeteilt, dass der Job schon vergeben ist“, warf Carol ein.
Max, der seine Überraschung inzwischen überwunden zu haben schien, lächelte sie charmant an, wobei er schöne weiße Zähne zeigte.
„Jedenfalls freue ich mich, dich wiederzusehen“, sagte er.
Jane musste sich erst ihre Arbeitsmappe unter den Arm klemmen, bevor sie die Hand ausstrecken konnte. „Ich bin überrascht, dass du dich schon entschieden hast, ohne mit allen Bewerbern gesprochen zu haben.“
„Nun ja, ich tendiere zu einem bestimmten Bewerber, aber die endgültige Entscheidung steht noch aus.“
Carol musterte ihn skeptisch über den Rand ihrer Lesebrille hinweg.
„Warum folgst du mir nicht einfach in mein Büro?“, fragte Max. „Entschuldige bitte das Durcheinander – die Handwerker sind noch nicht ganz fertig.“
Es war wirklich chaotisch. Im Flur wurde gerade der Teppichboden verlegt, Wände wurden gestrichen und Lampen installiert. Mehrmals musste Jane Trittleitern und Farbeimern ausweichen und kam einmal fast ins Stolpern, weil sie den Blick nicht vom Po ihres potenziellen Arbeitgebers losreißen konnte.
Sie hatte ihrem Ex-Mann Stein und Bein geschworen, dass sie an dem schicksalhaften Tag ihrer ersten Begegnung vor ein paar Monaten nicht mit Max geflirtet hatte. Max jedoch hatte eindeutig mit ihr geflirtet, und irgendwie hatte sie darauf reagiert. Wie auch nicht? Welche Frau würde sich nicht zu einem so tollen Mann hingezogen fühlen?
Max hielt ihr die Tür zu seinem Büro auf, und sie trat ein. Der Raum war groß, wenn auch nicht überdimensioniert, und ein bisschen unordentlich. Im Gegensatz zum Flur war er zumindest schon mit Teppichboden, Farbe und Möbeln ausgestattet.
Max räumte einen kleinen Tisch frei und zog ihr einen Stuhl heran. „Tut mir leid, dass unser Gespräch so informell abläuft, aber die Möbel für das Konferenzzimmer wurden noch nicht geliefert.“
„Kein Problem. Auf jeden Fall sieht hier alles erstklassig aus.“ Jane setzte sich und nestelte nervös an ihrer Handtasche und ihrer Mappe herum. Warum war sie nur so verunsichert? Als Frau eines Geschäftsmanns hatte sie nie Probleme mit Small Talk gehabt, ganz egal ob auf Festessen, Beerdigungen oder Kaffeekränzchen.
„Bei einer Werbeagentur ist das Image entscheidend.“ Max setzte sich ihr gegenüber.
„Diese Einstellung sieht man dem Empfangsbereich an.“
„Findest du ihn übertrieben?“ Er klang fast besorgt.
Herrgott, warum interessierte ihre Meinung ihn überhaupt? „Nein, ich finde ihn wunderschön. Ich liebe das Geräusch von plätscherndem Wasser.“
„Wundert mich nicht, wo du doch auf einem Boot lebst.“
Jane wünschte, Max würde nicht so viel über sie wissen, aber seinem Cousin Cooper gehörte das Angelcharterboot gleich neben ihrem Kajütboot, auf dem sie seit der Scheidung lebte, und sie selbst war eng mit dessen Frau Allie befreundet. Sie und Max waren beide auf Coopers und Allies Hochzeit gewesen, auch wenn sie dort kaum ein Wort miteinander gewechselt hatten. Sie war an diesem Tag wegen ihrer bevorstehenden Scheidung nicht in bester Stimmung.
„Ich zeige dir am besten mal meine Mappe“, sagte sie betont lässig, um das Schlimmste endlich hinter sich zu bringen. Ihre Arbeiten sprachen für sich selbst. Entweder erkannte er ihr Talent und gab ihr eine Chance oder eben nicht.
Sie öffnete den Reißverschluss der schwarzen Lederhülle und klappte sie vor Max auf. Schweigend blätterte er ihre Arbeiten durch.
„Die Kunden sagen mir nichts. Kannst du mir etwas über sie erzählen?“
„Sie sind fast alle fiktiv“, platzte es aus ihr heraus.
„Wie bitte?“
„Das meiste hier sind Studienarbeiten. Die Firmen existieren nicht. ‚Remington Charters‘ war bisher mein einziger wirklicher Kunde.“ Jane hatte das Logo für Allies Charterunternehmen entworfen, bevor Cooper auf der Bildfläche erschienen war.
Sie atmete aus. Jetzt hatte sie das Schlimmste überstanden.
„In deinem Lebenslauf steht, dass du nach deinem Abschluss freiberuflich gearbeitet hast.“
„Ich habe etwas übertrieben, damit ich einen Fuß in...
| Erscheint lt. Verlag | 20.4.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Baccara | Baccara |
| Übersetzer | Valeska Schorling |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Alleinerziehende • Autor • Belletristik • Berufliche • beste • Beziehungen • Buch • bücher für frauen • Büroliebe • büroromanze • chef-mitarbeiter-romanze • Cora • cora baccara • cora bücher • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • Dating • Deutsch • eBook • Ebook Erotik • ebook liebesroman • Eltern • Erfolgsautor • Erotik • Erotik Literatur • Erotik Roman • erotische • Erotischer Liebesroman • Familie • firmenromanze • Frauenroman • Geschichte • Geschichten • karriereromanze • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Moderne • Mutter • Roman • Romantische Bücher • Romanze • Sexy • Single-Mutter • SpringSale24 • SummerSale24 • Top • Top-Titel • verbotene • Wilde Affäre oder wahre Liebe? • Zeitgenössische |
| ISBN-10 | 3-7515-2214-X / 375152214X |
| ISBN-13 | 978-3-7515-2214-4 / 9783751522144 |
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