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Kaffee, Tee oder Blut? (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 2. Auflage
270 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-52274-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kaffee, Tee oder Blut? -  Moira Lefay
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Das Böse hat viele Gesichter. Im Roman 'Kaffee, Tee oder Blut?' beschreibt die Autorin eine fantastische Welt, in der sich Vampire und Menschen über eine Mauer aus Hass und Vorurteilen anstarren. Der Roman nimmt den Leser mit auf eine rasante Reise durch ein Märchen mit Biss. Manchmal gruselig, manchmal romantisch, manchmal auch mit Humor taucht der Leser ab in die Welt der Vampire.

Briefe aus Atoka

„Liebste Haley, ich bin erleichtert, deinen Brief erhalten zu haben und zu hören, dass es dir gut geht. Es ist schön, zu hören, dass ihr ein neues Haus gefunden habt, in dem ihr euch wohlfühlt! Ich kann mir das Leben in St. Ives gut vorstellen! So wie du es in deinem Brief beschreibst, muss es der Himmel auf Erden sein! Vielleicht werde ich dich ja bald besuchen können, wenn die Kriege in Europa endlich beigelegt sind. Noch wäre es wohl doch zu gefährlich und wir haben zu viel durchgemacht, um erneut in Gefahr zu geraten. Aber du wolltest mehr wissen und du sollst alles erfahren. Mein Teil der Geschichte begann erst im Jahre 2020, aber die von Lorcas und seinen Gefährten begann lange davor…“

Lorcas' Reise als Vampir begann in einem kleinen Ort namens Mangalia, in Rumänien, im Jahre 1441…

„Entfacht die Feuer!“ Die Männerstimme hallte über den Friedhof, durch die dunkle Nacht. „Lasst die Teufel herein…“

Stille. Ein Pferd schnaubte und scharrte etwas unruhig im lockeren Boden nahe den Gräbern. Die herumstehenden Männer hielten gebannt den Atem an.

„Es hat keine Sinn“, flüsterte ein Mann, der eine Fackel hielt. „Seien Sie still, Ruhe jetzt!“ fauchte der Pfarrer ihn an. Er beugte sich vorsichtig über eines der Gräber. Die Erde war hier noch locker aufgehäuft, es war ein ganz frisches Grab, erst einen Tag alt. Und Pfarrer Andrei glaubte, dass es auch nicht viel älter werden würde, denn der darin begraben worden war, würde sich heute Nacht erheben und jene heimsuchen, die ihm nahe standen und ihm noch einen Gefallen schuldeten.

Das Feuer der Fackeln knisterte, hier und da hörte man das Knacken eines Zweiges unter Füßen, das Schnauben eines Pferdes. Ansonsten Stille. Nichts rührte sich in dem Grab, kein Scharren, kein Klopfen. Nichts deutete auf Pfarrer Andreis Vermutung hin, dass unter dieser Erde ein Wiedergänger begraben lag. Ein Wesen, dass im 18. Jahrhundert unter dem Namen Vampir zur Legende werden würde.

„Pfarrer, sehen Sie doch!“ Einer der Männer hielt seine Fackel näher an den Erdboden, auf dem deutlich ein Fußabdruck zu sehen war. Jemand war barfuß auf dieser Erde entlanggelaufen. Pfarrer Andrei griff nach der Fackel und ließ sie entlang des Erdhügels wandern. Da! Noch ein Fußabdruck! Und dort, noch weitere! Zwei Männer schrien und rannten davon. Auch die übrigen Männer waren zutiefst nervös geworden. Ihre schlimmsten Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten: der Tote war wiedergekehrt, er war seinem Grab entstiegen. Der Pfarrer kniete nun neben dem Erdhügel und strich ein wenig Erde beiseite.

„Wir müssen ihn ausgraben, wir brauchen Gewissheit! Bringt mir eine Schaufel, ich mache es selbst. Der Herr wird mich beschützen gegenüber der Macht des Bösen.“ Man reichte dem Pfarrer eine Schaufel und er begann zu graben. Sie brauchten fast die halbe Nacht, bis sie endlich den Sarg so freigelegt hatten, dass sie den Deckel zu öffnen vermochten.

Niemand sprach. Einer der Männer hielt einen eisernen Pflock und einen Hammer bereit. Einige bekreuzigten sich. Pfarrer Andrei holte tief Luft und öffnete den Sarg.

„Heilige Maria, Mutter Jesus!“ rief einer der Männer aus, als sie alle entsetzt in den Sarg blickten. Darin lagen Überreste der Mohnsamen und die vier Kerzenstummel, die man an den Ecken des Sarges angebracht hatte, als man den Toten darin gebettet hatte. Ihr Licht sollte der Seele den Weg ins Jenseits weisen und die Mohnsamen sollten den Toten beschäftigen. Während er die Mohnsamen zählen würde, würde er nicht auf Gedanken der Rache kommen. Doch was immer auch schief gelaufen war, der Tote war nicht mehr in seinem Sarg. Der mit einfachem Tuch ausgeschlagene Sarg war leer.

„Haben Sie ihn denn nicht mit Knoblauch ausgerieben, wie ich es Ihnen gesagt hatte?“ Pfarrer Andrei schaute auf einen der Männer. Dieser war damit betraut worden, den Leichnam auf die Beerdigung vorzubereiten. Sein Name war Vladislav, er war fast so bleich, wie die Leiche gewesen war, als er sie zuletzt gesehen hatte: „Aber nein, Herr Pfarrer!“ Er hob die Hände und schüttelte den Kopf, dass seine braunen Locken nur so um den Kopf flogen: „Ich habe alles gemacht, wie Sie es mir aufgetragen hatten. Ich habe an jeder Sargecke eine Kerze entzündet, ich habe das Holz auf der Sarginnenseite mit Knoblauch eingerieben und ich habe Mohnsamen auf den Sargboden gestreut. Ich kann mir das auch nicht erklären!“ „Wir hätten Linsen statt Mohn nehmen sollen. Oder vielleicht war der Deckel nicht fest genug“, warf ein anderer Mann ein. „Ich habe ihn mit genügend Nägeln befestigt. Mehr als bei üblichen Begräbnissen“, wandte Vladislav ein.

„Gut, es bringt nichts, darüber hier zu streiten“, der Pfarrer raufte sich die Haare. „Wir sollten zurück gehen und morgen früh verständigen wir das Dorf bei der Messe und so Gott will, wird dieser Dämon uns nicht heimsuchen.“

Nicht, dass Pfarrer Andrei auch nur einen Augenblick daran geglaubt hätte, dass sie sicher waren. Aber was brachte es schon, Panik zu verbreiten. Panik war ein schlechter Ratgeber. Nun hieß es, alle Vorsichtsmaßnahmen zum Schutze der Dorfbewohner zu ergreifen und auf das Beste zu hoffen.

Unweit des Friedhofes setzte sich ein blondgelockter Jüngling zu einer dunkelhaarigen Frau auf die Friedhofsmauer: „Draghina, ich danke dir“, flüsterte er und erwiderte ihr scheues Lächeln. Sie schnippte ein paar Mohnsamen von seinem Hemd: „Sie werden bald kommen und dich suchen, Liebster.“ Bedauern schwang in ihrer süßen Stimme mit. „Du musst fliehen.“ „Ich werde noch eine Nacht bleiben“, der Jüngling strich ihr zärtlich über die Wange. „Nein, bitte, geh! Geh, bevor sie dich pfählen!“ Der junge Mann rutschte von der Mauer: „Ich hole dich nach, sobald ich einen sicheren Ort gefunden habe und dann fangen wir von vorne an“, versicherte er der Frau, die ihn mit panischem Blick ansah: „Ich werde zurecht kommen. Ich überlebe ihre Dummheiten seit fast hundert Jahren. Aber dich werden sie suchen, du bist nicht sicher. Geh nun, Lorcas. Geh und behalte mich in guter Erinnerung. Ich werde nie aufhören, dich zu lieben, mein schöner Lorcas! Und zu wissen, dass du Frieden hast, wird mir genug sein.“ Er hauchte einen Kuss auf ihre vollen Lippen, bevor er in die Dunkelheit entschwand.

Viele Jahre gingen ins Land und im Jahr 2020, in einem kleinen Dorf nahe Pula, in Kroatien, ahnte eine junge Frau mit Haar in der Farbe von rostigem Kupfer und grünbraunen Augen noch nicht, welches Abenteuer sie bald erwartete…

„Haben Sie die Rezepte fertig gemacht, Zara?“ Der schlanke Mann mit schon leicht schütterem, aber akurat zurückgekämmten Haar beugte sich durch die Tür ins Hinterzimmer der Apotheke, wo eine junge Frau Ende 20 hektisch unter einem Schreibtisch herumkrabbelte und gerade den Mülleimer inspektionierte. „Ich bin sicher, ich habe die Stühle für einen Zweck angeschafft!“ kam die kühle Stimme des Mannes. Zara ergriff die Tischplatte und zog sich hoch, bis sie wieder auf dem Stuhl Platz genommen hatte. Ihre schulterlangen Haare standen in wilden Strähnen um ihren Kopf: „Entschuldigen Sie, Herr Babic, ich versuche wirklich, sie zu finden.“ Der Apothekenbesitzer zeigte seinen Frust und seine Wut über das Unvermögen seiner Angestellten deutlich mit seinem Blick und einer abwertenden Geste: „Ich bezahle Sie nicht dafür, dass Sie wie ein Kleinkind über den Teppich krabbeln.“ „Nein, das weiß ich doch“, stammelte Zara und wurde wütend, weil sie merkte, wie ihr Gesicht errötete. Sie wollte keine Schwäche zeigen. Einmal im Leben wollte sie diesem Arschloch taff gegenübertreten, aber ihre Wangen begannen bereits zu glühen, als hätte sie stundenlang in der kroatischen Sonne gestanden. Egal, was Zara auch tat, seit sie diesen Job vor einem Jahr angenommen hatte, hatte sie das Gefühl, es ihrem Chef nie recht machen zu können! Ständig schienen Sachen schief zu gehen, wenn es darauf ankam. Manchmal verdächtigte sie Jenni, ihre Arbeitskollegin, aber warum sollte sie Dinge verschwinden lassen, wie jetzt die Rezeptbestellungen für den Abend? Was hätte sie davon? „Wird das heute noch was?“ riss die schneidende Stimme ihres Chefs sie aus ihren Gedanken. „Ich habe sie hier her, auf den Tisch gelegt“, die Stimme des jungen Rotschopfs klang langsam verzweifelt, Tränen erstickten die letzten Silben fast. „Ich will hoffen, ich habe sie in 5 Minuten vorne an der Theke!“ Mit diesen Worten drehte ihr Chef sich um, nicht ohne vorher noch einmal seine Augen zu verdrehen, um zu demonstrieren, was er von unzuverlässigen Angestellten hielt. Zara sackte am Tisch zusammen, vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und begann leise zu schluchzen. Wieder einmal stellte sie sich vor, wie...

Erscheint lt. Verlag 2.1.2022
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Babic • Biss • Blut • Corvinus • Darian • Diamond • Draghina • Herrera • Liebe • Lilia • lorcas • Marissa • Markovic • Menschen • Paar • Rassismus • Rosebud • Sagen • Sastre • Vampir • Vampire • Zandor • Zara
ISBN-10 3-347-52274-5 / 3347522745
ISBN-13 978-3-347-52274-9 / 9783347522749
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