Ca-Daan: Das Gesetz der Galaxis (eBook)
650 Seiten
mainebook Verlag
978-3-948987-76-3 (ISBN)
Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis. Mit 'Patrouillenschiff P-47' gibt er sein Debüt im SF-Genre.
Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis. Mit "Patrouillenschiff P-47" gibt er sein Debüt im SF-Genre.
DER SPEER DER MACHT
1
»Wo ist das Kind?« General Kry hob seine Laserlanze. Rauchschwaden umgaben das scharfkantige Gesicht des Heerführers, hinter dessen Rücken sich die brennenden Ruinen der Siedlung Glen`lo erhoben. Das Geschützfeuer eines Schlachtschiffes, das tausend Fuß über dem Boden schwebte, hatte sämtliche Häuser in Flammen aufgehen lassen. Die Bewohner waren im Schlaf durch den Angriff überrascht worden, unfähig, sich zu wehren. Schreiend rannten sie zwischen den Trümmern ihrer zerstörten Heimat umher und wurden von Krys Soldaten wie Schafe zusammengetrieben. Ein heißer Wind fegte durch das bergige Tal, ließ den blutroten Umhang des Generals flattern und zerrte an seinen schwarzen Haaren, die im Nacken zu einem Zopf geflochten waren. In den Wind mischte sich ein Flüstern, als würde er mit Zungen sprechen. Kry hörte die Stimme seiner Meisterin, der Königin Bellezia. Erfülle meinen Auftrag, und du wirst bekommen, wonach dein Herz begehrt.
»Wo ist das Kind?«, fragte Kry erneut, diesmal in einem noch schärferen Ton. Dunkle, tiefliegende Augen bohrten sich in das Gesicht seines Gegenübers. Es war ein Androide mit der Kennnummer A-64. Ein unwissender Beobachter hätte ihn für einen Menschen gehalten, doch die braune Silikonhaut wies A-64 als eines jener Maschinenwesen aus, die auf dem Planeten Prao im Rang von Dienern und Arbeitssklaven standen. Krause Locken zierten seinen Kopf, ein schwarzer Bart bedeckte Oberlippe und Kinn. Der breitschultrige Körper steckte in einem grauen Overall, bestickt mit goldenen Sternen. Ein Zeichen, dass er Praos Königshaus diente.
»Was hab Ihr mit dem Kleinen vor?«, fragte A-64, dessen Stimme an ein wärmendes Kaminfeuer erinnerte.
»Für eine intelligente Maschine stellst du reichlich dumme Fragen.« General Kry grinste grimmig. »Ich werde den Bastard töten, was sonst?«
»Ihr habt meinen Herrn ermordet und die Frau, die er liebte. Ist Euer Blutdurst noch nicht gestillt? Müsst Ihr Euch auch noch an einem wehrlosen Säugling vergreifen? Wie tief wollt Ihr sinken, General?«, fragte A-64 kopfschüttelnd.
»Tah hatte den Tod verdient«, erwiderte Kry. »Er hat Königin Bellezia verraten. Und sein Sohn ist eine Bedrohung für die Zukunft Praos.«
»König Tah war Euer Freund. Aber Ihr seid blind, das zu erkennen, weil Ihr unter dem Einfluss der Hexe steht, die sich Königin nennt.«
Krys Mundwinkel zuckten. »Zum letzten Mal, wo hast du den Bastard versteckt?« Drohend richtete er die Laserlanze auf A-64.
Der Androide imitierte ein menschliches Lächeln. »Packt Euren Zahnstocher wieder weg. Wie Ihr richtig bemerkt habt, bin ich eine Maschine. Ich kenne keine Angst vor dem Tod wie die Menschen.«
Kry reagierte mit einem überheblichen Blick. »Deine eigene Vernichtung mag dir gleichgültig sein. Doch ich kenne deine schwache Stelle. Deine Programmierung verbietet dir, ein Menschenleben zu gefährden.« Er winkte einen seiner Untergebenen heran. Der Soldat kam im Laufschritt näher, wobei seine silberne Gesichtsmaske und die Körperpanzerung klapperten.
»Wie lautet Euer Befehl, Exzellenz?«
»Bring mir eine Frau aus Glen`lo. Egal welche. Ich töte sie vor den Augen der Maschine. Mal sehen, ob sich dann ein paar Schrauben in ihrem Hirn lockern.«
Der Soldat salutierte und lief los, um den Befehl auszuführen.
A-64`s künstliche Pupillen funkelten. »Ihr seid eine Schande für Eure Spezies.«
Kry lachte. »Aus deinem Mund ist das ein Kompliment, Sklave.«
Im Computerhirn des Maschinenmannes arbeiteten die Prozessoren auf Hochtouren. Einerseits wollte er sein Geheimnis nicht preisgeben. Andererseits war er darauf programmiert, menschliches Leben zu schützen. Was sollte er tun?
A-64 hob die Hände. »Also gut, Ihr habt gewonnen. Ich verrate Euch, wo der Junge ist.«
»Schön, dass du Vernunft annimmst«, nickte Kry. »Wo steckt er?«
Die Antwort fiel knapp aus. »Dort, wo Ihr ihn niemals finden werdet.«
Ohne Vorwarnung drückte Kry den Abzug der Laserlanze und jagte einen neongelben Blitz in das linke Bein seines Widersachers. Funken stoben aus dem klaffenden Brandloch. A-64 stürzte auf die Knie.
»Hochmut kommt vor dem Fall, merk dir das«, grinste der General. Aus dem Kommunikator an seinem Handgelenk drang ein statisches Knistern. Dann ertönte die heisere Stimme eines Mannes.
»Hier spricht Captain Gabor. Unsere Sensoren haben eine Raumfähre geortet, die den Orbit verlässt. An Bord befindet sich ein einzelner Passagier. Ein Knabe, sechs Monate alt, in einer Hyperschlafkammer.«
»Ausgezeichnet, Captain. Ich komme zu Ihnen auf die Mondblitz, und wir nehmen die Verfolgung auf.« Belustigt blickte Kry zu A-64.
»Wo ich ihn niemals finden werde, hast du gesagt? Ha! Falsch gedacht, Blechgehirn. Steh auf, du kommst mit mir! Du darfst zusehen, wie ich Tahs Sohn in tausend Stücke sprenge.«
*
Wie der Körper eines Riesenalligators schob sich der Schlachtkreuzer Mondblitz durch das nachtschwarze All. Das Raumschiff war ein Ungetüm aus Stahl und Kunststoffen, angetrieben von einem Kernreaktor am Heck, der nukleare Energie lieferte. Zu beiden Seiten des Rumpfs ragten Abschussrampen hervor, bestückt mit todbringenden Neutronen-Torpedos. Am Bug befand sich die halbrunde Kommandozentrale, in der General Kry vor dem Hauptschirm stand. Die Hände hinter dem Rücken gefaltet, starrte er auf die kastenförmige Raumfähre, die allmählich in Sichtweite kam.
»Wie weit noch bis zum Ziel?«, fragte Kry.
Ein kahlköpfiger Leutnant an der Sensorenbank betrachtete eine Reihe blinkender Balkendiagramme.
»Der Abstand beträgt viertausend Fuß, verringert sich stetig. Die Nussschale ist viel zu langsam für uns«, fügte der Offizier hämisch hinzu. »Sie hält Kurs Richtung K-308.«
»Das ist ein toter Planet. Da gibt es nichts außer Mondgestein und Kraterlöchern«, sagte Kry. Sein Blick fiel auf A-64, der neben ihm auf der Brücke stand, die Hände mit Elektrohandschellen gefesselt.
»Lass mich raten, du wolltest den kleinen Bastard auf K-308 verstecken, um ihn später heimlich nach Prao zurückzuholen, habe ich recht? Kein übler Plan. Stammt er von dir oder meinem alten Freund Tah?«
A-64 presste die Lippen aufeinander.
»Nun ja, es spielt auch keine Rolle, wer die Idee hatte«, fuhr Kry fort. »Weil ich sie jetzt vereiteln werde. Captain Gabor!Ziel erfassen und Neutronen-Torpedo Nummer Eins schussbereit machen. Feuer auf meinen Befehl.«
»Aye, General.« Gabor, ein hagerer Mann mit einem struppigen Backenbart, drückte einige Knöpfe auf der Armlehne seines Kommandanten-Sessels. »Torpedo klar. Ziel ist im Sucher.«
»Abstand auf zweitausend Fuß gesunken«, meldete der Glatzkopf an der Sensorenkontrolle. »Günstige Gelegenheit für einen Blattschuss.«
»Danke, Soldat. Dessen bin ich mir bewusst«, gab Kry zurück. Unter seinem Umhang ballte er eine Hand zur Faust. Er starrte auf die Fähre, deren Umrisse sich deutlich vor dem Hintergrund der Sterne abzeichneten. Die Augen des Generals glänzten wie im Fieber. »Feuer!«, brüllte er.
Der Torpedo schoss aus der Rampe, fegte auf sein Ziel zu - und verfehlte es um Längen, weil das Shuttle im letzten Moment ein Ausweichmanöver flog.
Kry blies die Wangen auf. »Verflucht! Wie konnte das geschehen?«
Captain Gabor wand sich auf seinem Stuhl wie ein Fisch an einem Angelhaken. »Ich … äh … Ich begreife es auch nicht, Exzellenz«, stammelte er. »Es war nicht meine Schuld, das schwöre ich. Die Fähre hat ganz plötzlich einen Haken geschlagen.«
»Denken Sie, ich bin blind? Ich habe selbst gesehen, dass sie ausgewichen ist«, fauchte Kry. »Aber wie war das möglich? Kein Raumschiff dieser Größenordnung verfügt über einen intelligenten Auto-Piloten. Und das Kind kann die Steuerung wohl nicht übernommen haben. Bleibt nur eine Möglichkeit. Sabotage.« Er sah A-64 in die gutmütigen Augen. »Du hattest deine Finger im Spiel, Maschine.«
»Meine Finger?« Der Androide präsentierte seine gefesselten Hände.
»Wie hätte ich dieses Kunststück fertig bringen sollen?«
Kry ließ sich nicht beirren. »Dein Elektronenhirn hat sich in das Steuerungssystem des Shuttles eingeloggt und die Kontrolle übernommen, gib es zu!«
»Kompliment, General. Ihr habt Euer letztes Quäntchen Verstand doch noch nicht in Bellezias Schlafgemach verloren«, lobte A-64...
| Erscheint lt. Verlag | 31.1.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Frankfurt am Main |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Aliens • climate fiction • climate science fiction • Edmond Hamilton • Erich von Däniken • Fremde Welten • Kampfstern Galactica • Klimakatastrophe • Raumpatrouille Orion • Raumschlachten • Science-fiction • Sci-fi • Space Opera • Superhelden |
| ISBN-10 | 3-948987-76-9 / 3948987769 |
| ISBN-13 | 978-3-948987-76-3 / 9783948987763 |
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