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Familie mit Herz 144 (eBook)

Das Glück auf dem Pferderücken
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
64 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-4435-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Familie mit Herz 144 -  Marlene Menzel
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Maren Pfalz traut sich seit einem schweren Reitunfall nicht mehr in den Sattel. Für ihre beiden Töchter versucht sie jedoch alles, um den verschuldeten Reiterhof ihres verstorbenen Mannes weiterzuführen. Denn sie hängen sehr an den Pferden und verknüpfen damit viele Erinnerungen an ihren Vater.
Als ins alte Farmhaus nebenan der aufgeschlossene Daniel einzieht, ändert sich Marens Leben komplett. Nicht nur, dass sich der Zugezogene bestens mit Pferden auskennt, er ist auch noch der perfekte Reitlehrer für ihre zwei Mädchen.
Schnell freundet sich Maren mit Daniel an, fasst durch ihn sogar langsam wieder Vertrauen zu den Tieren und fühlt bald immer häufiger in der Nähe dieses Mannes so ein seltsames Flattern in ihrem Bauch. Hat sie sich etwa in ihn verliebt?

Das Glück auf dem Pferderücken

Wie Maren nach ihrem traumatischen Unfall ins Leben zurückfand

Von Marlene Menzel

Maren Pfalz traut sich seit einem schweren Reitunfall nicht mehr in den Sattel. Für ihre beiden Töchter versucht sie jedoch alles, um den verschuldeten Reiterhof ihres verstorbenen Mannes weiterzuführen. Denn die beiden hängen sehr an den Pferden und verbinden viele Erinnerungen an ihren Vater mit dem Hof.

Als ins alte Farmhaus nebenan der aufgeschlossene Daniel einzieht, ändert sich Marens Leben komplett. Nicht nur, dass sich der Zugezogene bestens mit Pferden auskennt, er ist auch noch der perfekte Reitlehrer für ihre zwei Mädchen.

Schnell freundet sich Maren mit Daniel an, fasst durch ihn sogar langsam wieder Vertrauen zu den Tieren und fühlt bald immer häufiger in seiner Nähe so ein seltsames Flattern in ihrem Bauch. Hat sie sich etwa in ihn verliebt?

»Ihr bewegt euch nur innerhalb des Grundstücks. Ich möchte euch nicht schon wieder auf einem Nachbarhof erwischen«, bestimmte Maren Pfalz und strich ihrer jüngsten Tochter Natalie liebevoll über das kastanienbraune Haar.

Die braune Wuschelmähne und auch die großen braunen Mandelaugen der Zehnjährigen erinnerten Maren stets schmerzhaft an Alex, den Vater ihrer beiden Kinder, ihren verstorbenen Mann.

»Ja, Mama«, antwortete ihre vier Jahre ältere Schwester Lisa und half Natalie mit dem Verschluss des Reithelms.

»Und dass ihr auf keinen Fall eure Helme zwischendurch abnehmt!«

Lisa verdrehte die Augen.

Maren war ihr nicht böse. Sie wusste, dass sie eine übervorsichtige Mutter war, die ihre Kinder schnell mit ihrer Sorge erdrückte. Sofort hob sie beide Hände und zog sich zurück. Ihre Töchter brauchten ihren Freiraum, um sich zu entfalten. Alex hätte ihr das Gleiche geraten.

Durch das Zusammenleben mit den Pferden waren sie ausgeglichener und glücklicher als andere Kinder, glaubte Maren. Zudem hoffte sie, dass sie durch die Tiere den schmerzlichen Verlust ihres Vaters besser verarbeiteten. Leider flüchtete sich Lisa seit der Pubertät zunehmend in ihr Handy und vernachlässigte die täglichen Pflichten auf dem Reiterhof meistens.

Noch einmal trat Maren an die Mädchen heran.

»Und es wird nicht aus dem Sattel heraus gepostet«, ermahnte sie insbesondere ihre Ältere.

»Es war nur ein Foto«, beschwerte sich Lisa genervt. »Andere machen das auch.«

»Mir ist egal, was andere machen«, konterte Maren streng. »Ich möchte, dass du dich zu einhundert Prozent auf deine Schwester und eure Pferde konzentrierst. Du hast jetzt eine Verantwortung zu tragen.«

»Ja, weil du nicht mehr selbst reitest. Schon klar.«

»Nicht in diesem Ton, Lisa.«

Ein Schnaufen genügte Maren zur Bestätigung. Sie wusste, dass sich der Rauch verzog, sobald sie mit ihrer Stute über die weiten Wiesen und Felder Brandenburgs ritt.

Als beide Mädchen mit einem eleganten Schwung aufstiegen, fühlte Maren Wehmut und Stolz in sich. Am liebsten wäre sie mit ihnen geritten, doch das war nun seit einem Jahr nicht mehr möglich.

»Mama, weinst du etwa?«, wollte Natalie plötzlich wissen.

Maren wischte sich über die tränennassen Augen und zwang sich zu einem entspannten Lächeln.

»Aber nein, ich vertrage wohl nur die Rapsfelder nicht. Seid pünktlich zum Mittagessen zurück, heute gibt es euer Lieblingsessen.«

»Versprochen«, erwiderte Natalie glücklich und griff die Zügel ihres Fuchses Nexus.

Der irische Warmblüter trippelte unruhig vor und zurück. Maren hoffte, dass das am Wetterumschwung lag und nicht daran, dass er ihre zehnjährige Tochter nicht tragen wollte. Doch Nexus gewöhnte sich sogleich an Natalies stummen Befehle.

Lisa ritt auf ihrer Schimmelstute namens Miss Ellie vorneweg und führte die zwei an. Sie war die Erfahrene von den beiden und kannte sich auf der Koppel bis zur Waldgrenze aus. Lisa war häufig mit Maren und Alex ausgeritten, bevor ein Unglück nach dem anderen die kleine Familie erschüttert hatte.

»Und ruft an, wenn was ist!«, rief sie ihnen noch nach, war sich aber nicht sicher, ob der Wind ihre Worte fortgetragen hatte.

♥♥♥

Marens Kehle wurde trocken, ihre Handflächen schwitzten. Sie konzentrierte sich auf ihre Atmung, wie sie es in der Therapie gelernt hatte, um der Panikattacke entgegenzuwirken. Die Witwe stützte sich dabei auf ihre lebenslange Begleitung in Form einer ärztlich verschriebenen Krücke. Sie sollte Maren das Gehen erleichtern und ihr im Alltag helfen. Ihre Augen hielt sie einen Moment lang geschlossen und lauschte den Singvögeln hoch oben in den Pappeln, die ein wunderschönes Lied anstimmten. Friedvoll lehnte sich Maren auf den Bretterzaun ihrer Weide und träumte sich in eine Zeit zurück, als sie zu viert den Amseln und Meisen gelauscht hatten.

Ein lautes Schnaufen riss sie aus ihren Gedanken. Warme, muffige Luft traf ihre Wangen. Die Frau machte einen ängstlichen Schritt rückwärts, als sich ein riesiger schwarzer Kopf in ihr Blickfeld schob.

Hengst Tronje betrachtete seine Herrin neugierig. Seine Nüstern weiteten sich mehrmals, während er Maren beschnupperte. Natürlich erkannte das Tier seine Besitzerin sofort. Seine Ohren stellten sich aufmerksam auf, aber sie hatte nicht vor aufzusatteln. Vorsichtig streckte sie ihre Hand aus und streichelte ihrem einstigen Lieblingspferd über das weiche Maul. Ihre Finger bebten.

»Nicht heute«, raunte sie traurig und winkte den Mädchen in der Ferne, die auf ihren beiden Connemara-Ponys gerade am Horizont verschwanden.

Maren seufzte. Sie fühlte den Stich in ihrem Herzen. Noch immer sehnte sie sich nach der Freiheit, die man nur auf einem Pferderücken erlebte, doch dann übermannte sie die Panik, sobald sie sich Tronje nur näherte. Sofort schossen Maren Bilder ihres blutigen, herausragenden Knochens durch den Kopf, und sie erinnerte sich an den unbändigen Schmerz, der sie hatte ohnmächtig werden lassen. Nein, sie war noch nicht bereit für den nächsten Schritt und würde es womöglich nie sein, so leid ihr der Holsteiner Rappe auch tat.

Maren kamen Zweifel, weil sie ihre jüngste Tochter mit nicht einmal elf Jahren schon ausreiten ließ, doch die anderen Eltern erlaubten es ihren Kindern im gleichen Alter auch. Zudem war Lisa dabei, um auf sie achtzugeben.

Wenigstens in diesen Momenten löste sich ihre Tochter vom Smartphone, an dem sie fast täglich hing, statt sich auf die Schule zu konzentrieren. Maren wollte nicht, dass ihre Mädchen geärgert oder ausgeschlossen wurden. Ohne Vater hatten sie es schwierig genug. Somit erlaubte sie ihnen Technik und Tiere gleichermaßen, was finanziell zu einem Drahtseilakt wurde.

Seufzend humpelte Maren zurück zum Haus. Der Geruch von Heu und Sonnenmilch lag in der Luft, weil ein paar Urlauber ihre Tiere bei den Pfalzer Pferdenarren untergestellt hatten und heute wieder abholten.

Maren grüßte das Paar und ihre fünfzehnjährige Tochter freundlich, die soeben dabei waren, einen Haflinger in den Pferdehänger zu laden. Das Tier ließ sich nur mit Futter lotsen und entlockte Maren ein Lächeln. Sie liebte Pferde über alles.

Jedes Tier hatte seine ganz eigene Persönlichkeit, ähnlich dem Menschen. Halter und Pferd mussten zueinanderpassen und aufeinander vertrauen, um ein eingespieltes Team zu werden.

Der Hengst bockte jedoch und warf seinen Kopf wild zurück, als er in die enge Box sollte. Stallbursche Jonas Paulsen stellte seine Schubkarre voller Dung beiseite und kam ihnen zu Hilfe. Der Jugendliche geleitete das Tier schließlich erfolgreich hinein. Er hatte ein Händchen für Pferde.

Maren war froh, sich damals für ihn entschieden zu haben. Jonas war der einzige Kandidat ohne brauchbare Zeugnisse oder Vorerfahrung gewesen, aber Marens Bauchgefühl hatte ihr gesagt, dass er der Richtige für ihren Hof war. Sie bereute ihre Entscheidung auch nach vier Jahren nicht.

Jonas trug Gummistiefel und ein kariertes Hemd. Seine verwuschelten roten Haare standen ihm leicht verschwitzt vom Kopf ab, und auf seiner hellen Stirn glitzerten Schweißperlen. Der sommersprossige Tierpfleger war all das Geld wert, das sie ihm zahlte. Maren hätte ihm gern mehr geboten, doch das überstieg ihre Möglichkeiten. Trotz steigender Kosten hatte sie ihn wenigstens nie um Nachsicht gebeten, sein Gehalt heruntergestuft oder ihn gar entlassen. Sie brauchte den jungen Mann immerhin, um die wenigen Kunden im Jahr zufriedenzustellen und überhaupt noch Einnahmen zu haben. Seit Marens Unfall arbeitete Jonas für zwei.

Die junge Witwe betrat das Einfamilienhaus aus beigem Backstein. Noch immer verzauberten sie die dunklen Fensterrahmen, die sich passend zum Dach von der hellen Außenfassade abhoben.

Sie streifte an der Galerie im Flur entlang und blieb an ihrem imposanten Gemälde von Holsteiner Tronje hängen, das sie einst eigenhändig mit Ölfarben direkt an der Koppel gemalt hatte. Marens Talent für die Komposition von Licht und Farbe hatte ihr damals viele Bewunderer beschert. Doch schon lange kamen keine Besucher mehr, um sich ihren Verkaufsstand anzusehen. Seit Alex'...

Erscheint lt. Verlag 24.1.2023
Reihe/Serie Familie mit Herz
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Bestseller • Cora • Deutsch • dr daniel • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familie • Familiengeschichten • Familienromane • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Happy End • Kelter • Kindle • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mama • Mami • martin-Kelter • Mira • Mutter-Kind • Romane • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Serie • Sonnenwinkel • Sophienlust • Urlaubslektüre • Verlag
ISBN-10 3-7517-4435-5 / 3751744355
ISBN-13 978-3-7517-4435-5 / 9783751744355
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