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Kleinstadt-RAVE (eBook)

Ein Roman wie ein Rausch: eine emotionale und packende Zeitreise in die Techno- und Drogenszene der Neunzigerjahre
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
368 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-8841-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kleinstadt-RAVE -  Derek D. Linsch
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Ein Buch wie ein Rausch: eine emotionale und packende Zeitreise in die Techno- und Drogenszene der Neunzigerjahre. Ein authentischer Coming-of-Age-Roman zwischen Rausch, Liebe und echter Freundschaft. --- Deutschland, Mitte der 90er Jahre. Kurt Cobain ist tot und das ganze Land ist im Technofieber. In seinen Tagträumen ist der sechzehnjährige Tilmann ein gefeierter Musiker. In der Realität stehen Bauernpartys, Joints und Stress mit Nazis auf dem Plan. In der örtlichen Technoszene um den charismatischen Finn scheint er zu finden, wonach er sucht: Zugehörigkeit, Abenteuer und eine Menge Spaß. Mit seiner ersten Ecstasy-Pille taucht Tilmann in eine Welt ein, die geprägt ist von einem neuen Gefühl der Verbundenheit und dem Soundtrack seiner Zeit. Ein exzessiver Ritt auf dem Techno-Beat der Neunzigerjahre beginnt, der ihn und seine neue Feierfamilie mit jedem Wochenende mehr von der Realität entfernt. Doch nach und nach zerbricht daran seine Beziehung und auch die Fassade der Technoszene bekommt erste Risse. Der Drogenkonsum seines mittlerweile besten Freundes Finn wird immer unkontrollierter. Nach einem heftigen Streit verschwindet Finn spurlos und Tilmann ahnt nicht, dass alles noch viel schlimmer kommen wird. Über die Sinnlosigkeit der Jugend und ihre berauschende Wirkung! Ein ehrlicher und kurzweiliger Roman über die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens...zum Schmunzeln und Nachdenken. --- Eine 90er Jahre Erinnerung Millionen von Menschen waren in den Neunzigerjahren Teil der Technokultur, deren jährliche Highlights in Berlin, Dortmund oder Hamburg sie nie vergessen werden. Doch abseits der großen Städte und Events waren es die kleinen Clubs, in denen sie ein Zuhause fanden - in denen sie großartige Momente und entsetzliche Tragödien erlebten. Wie an vielen anderen Orten auf dem gesamten Planeten haben sie dort ihre eigene Parallelwelt erschaffen. Verbunden durch ein gemeinsames Lebensgefühl und den Soundtrack ihrer Zeit: ihren Kleinstadt-RAVE. Tilmann war einer von ihnen - Kleinstadt-RAVE ist seine Geschichte. --- Das perfekte 90er Jahre Geschenk - eine Zeitmaschine in die aufregendste und bunteste Zeit unseres Lebens Kleinstadt-RAVE ist ein Roman wie eine Zeitreise, die dich in die Zeit zurückbringt, die für viele von uns so viel bedeutete. Ein Roman über das Erwachsenwerden, Techno, Drogen, Liebe und Freundschaft im bunten Winkel der Gesellschaft der 90er Jahre. Ein Buch über Rave, das von einem Soundtrack der Neunzigerjahre begleitet wird, der in die Handlung einfließt und die emotionalen Hoch- und Tiefpunkte des Protagonisten musikalisch unterlegt. Eines dieser Coming of Age Bücher, das man nicht mehr weglegen möchte. --- Begib dich auf eine Achterbahn der Gefühle und beginne noch heute deinen Lese-RAVE!

AUTOR UND MUSIKER DEREK D. LINSCH Wäre sein Lebenslauf ein Buch, so hätte es Eselsohren, einige herausgerissene Seiten, um es seinen Eltern zeigen zu können und auf dem Cover sind Spuren der letzten Party zu erkennen. Nicht geradeaus, dafür Kurven, fast serpentinenartig - eine authentische Reise zwischen Vernunft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz und Rebellion. Weitere Infos auf https://dereklinsch.de

AUTOR UND MUSIKER DEREK D. LINSCH Wäre sein Lebenslauf ein Buch, so hätte es Eselsohren, einige herausgerissene Seiten, um es seinen Eltern zeigen zu können und auf dem Cover sind Spuren der letzten Party zu erkennen. Nicht geradeaus, dafür Kurven, fast serpentinenartig – eine authentische Reise zwischen Vernunft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz und Rebellion. Weitere Infos auf https://dereklinsch.de

Wenn Träume platzen


Mein Kopf liegt schwer in meinen Händen und ich verstecke mich vor den Tausenden jungen Menschen vor mir. Mehrere Tropfen Schweiß rollen meine Nase herunter und zerplatzen auf dem Boden vor meinen Füßen. Zwischen den Fingern blicke ich den schmalen Gang entlang zur Bühne und fühle, was sich dort draußen abspielt. Die Menge in der ausverkauften Halle wartet ungeduldig darauf, dass es losgeht. Ich atme einmal flach ein. Die Luft riecht nach Bier, Teenagerschweiß und Gras. Dann seufze ich in die Dunkelheit. Ein Lichtkegel fliegt wie ein UFO von links nach rechts und zeichnet Figuren in den aufsteigenden Rauch. Dann passiert es: Ein in alle Körperregionen gehender Groove aus Schlagzeug und Bass setzt ein. Die Meute gerät in Ekstase und bricht in Jubel aus. Der willkürlich herumirrende Lichtkegel teilt sich auf und fokussiert die beiden Jungs auf der Bühne. In der Mitte sitzt der Drummer. Seine langen schwarzen Haare fliegen umher und verdecken sein Gesicht. Wie ein Irrer hämmert er auf die Elemente seines roten Schlagzeugs und treibt den Groove nach vorn. Rechts vor ihm steht der hochgewachsene Bassist. Er hat sein Arbeitsgerät auf Kniehöhe hängen und schafft es gerade so, mit seinen langen Armen die Saiten zu bearbeiten. Wie eine zähe Honigmasse bewegt sich der vor der Bühne gebildete Moshpit zum Beat der beiden Musiker hin und her. Trotz der Hitze habe ich Gänsehaut, als ich im Backstagebereich hinter der Bühne aufstehe. Ich laufe den Gang entlang, bis Musik und Schreie lauter werden. Aufgeregt, wie ich vor jedem Konzert bin, atme ich tief ein und aus. Aus zitternden Händen nehme ich einen letzten Zug von meiner Zigarette und benetze den trockenen Mund mit einem großen Schluck Bier. Auf den letzten Metern vor der Treppe zur Bühne checke ich ein weiteres Mal den Gurt meiner Gitarre – einer braunen Fender Jaguar. Scheint alles in Ordnung zu sein. Ich halte mich an der Bierflasche fest und trabe wie ein nervöses Rennpferd auf die Bühne. Der Lichtkegel fokussiert mich und ich steige mit einem verzerrten Oktavlauf ein. Showtime! Die Menge ist aus dem Häuschen! Mit kratziger Stimme beginne ich zu singen:

 

All my life I’ve been searching for anything

all night long I dream of the day

Something to hold when I lose my breath again

a feeling fills me I cannot resist

 

Von den Tausenden Teens steht jetzt keiner mehr still. Ich fühle eine befreiende Erleichterung, als ich vereinzelte Blicke der Jungen und Mädchen erhasche, deren pubertierende Gesichter von langen Haaren umrahmt sind. Sie sind unseretwegen hier, um unsere Songs zu hören und mit uns zu feiern. Der Refrain setzt ein und alle singen mit mir:

 

Sometimes I wish I wouldn’t need anything

I’d like to leave it all behind

Eventually I will be back again – to you and I

 

Der immer größer werdende Moshpit verdichtet sich in der Mitte vor der Bühne. Die Menschen heben ihre Arme nach oben und das Licht der Scheinwerfer lässt eine einladende Erwartung in ihren Gesichtern erkennen. Die Rhythmusgruppe jammt derweilen auf dem Mittelteil des Songs herum. Adrenalin schießt mir durch die Adern und ich fühle die Verbundenheit mit dem Publikum. Sie rufen mich zu sich. Mit beiden Händen wische ich mir durch das nasse Gesicht und streife mir die langen Haare nach hinten. Mit drei großen Schritten renne ich bis zum Rand der Bühne und springe hoch. Der kurze Moment in der Luft, bevor ich eine halbe Drehung um meine Längsachse mache, ist das Beste am Stagediving. Hier überkommt mich für den Bruchteil einer Sekunde eine Stille, in der ich ganz bei mir bin. Dann falle ich in die ausgestreckten Arme.

 

Mit einem lauten RUMMS knalle ich auf den Boden und die Musik ist aus. Anstatt der Gesichter meiner Fans erscheint nun meine Mutter mit viel zu geringem Abstand vor meinem Kopf.

»Du sollst den Krach leiser machen!«, schnauzt sie mich an.

»Sammaaa! Warum machst du die Musik aus und nervst hier rum?«, bölke ich zurück. »Ich habe dir tausendmal gesagt, dass du anklopfen sollst, bevor du in mein Zimmer kommst!«

»Jetzt zieh dich endlich an und räum dein Zimmer auf! Das sieht hier schon wieder aus wie im Saustall!«, motzt Muddern. »Außerdem ist Ostern und Onkel Peter, Tante Biggi und Oma kommen gleich zum Essen - los jetzt!«

»Raus jetzt!«, erwidere ich. »Und mach die Tür zu - von außen!«

Die Tür knallt zu, sodass ein mittelschwerer Windstoß durch mein knapp zwanzig Quadratmeter großes Zimmer weht. An der Wand fängt das rote Poster an zu flattern, welches die englische Queen Elizabeth II mit einem Joint im Mund zeigt. Erschöpft von meinem Tagtraum und der Erkenntnis, in der Realität weder Kurt Cobain noch Teil irgendeiner anderen Grungeband zu sein, lasse ich mich auf mein Bett fallen. Wie vom Donner erschlagen liege ich hier und starre meine Gitarre an, die an der Wand hängt. Da sich mein Wunsch, Musiker zu werden, bisher nicht erfüllt hat, hat das gute Stück Staub angesetzt. Manchmal bin ich einfach zu faul und vertraue zu sehr auf mein Talent. Fleiß und Talent sind wichtig, meinte mein Gitarrenlehrer, der nun leider weggezogen ist.

Scheiß Familienessen! Es wird sowieso nur um das eine Thema gehen. Der große Fall des einstigen Hoffnungsträgers der Familie: um mich, Tilmann Schrader. Ich atme tief durch, schaue an die Decke und nehme den Hacky Sack, der rechts neben mir auf meiner mit Coca-Cola-Bettwäsche bezogenen Decke liegt. Ich werfe ihn hoch und fange ihn auf. Die Kunst ist, den Ball so dicht wie möglich an die Zimmerdecke zu werfen, sodass er diese gerade nicht berührt, und ihn danach wieder aufzufangen. Mittlerweile und vor allem aus Langeweile habe ich dieses Spiel perfektioniert.

 

Mit gleichgültigem Ausdruck betrete ich das Wohnzimmer. Es ist der größte Raum in dem alten Haus, welches zu Opas Zeiten noch Teil eines Bauernhofs war. Echtes Eichenparkett mit zwei orientalisch anmutenden Teppichen, eine Schrankwand aus Nussholz, die eine Minibar versteckt, auf der Ablage rechts eine dicke Bibel, eine passende Anrichte und ein Sofa aus Lederimitat. Der Esstisch, auf dem eine weiße, frisch heißgemangelte Decke liegt, ist an beiden Enden ausgeklappt. So wird es gemacht, wenn Besuch zum Essen kommt. Herzlich willkommen bei den Schraders! Papa, Mama, Oma – und zwei Straßen weiter wohnen noch Tante und Onkel mit ihren zwei erwachsenen Kindern. Alle verstehen und mögen sich. Alles wie immer in unserem kleinen Dorf im flachen Niedersachsen, wo es manchmal nach dem Klärwerk aus der benachbarten Kreisstadt und oft nach Kleinbürgertum riecht. Die schöne heile Welt - und ICH!

Alle sind da und sitzen an ihren gewohnten Plätzen. Würde sich nur eines der Familienmitglieder mal auf einen anderen Platz setzen, hier würde ein großer Tumult ausbrechen.

»Da ist er endlich!«, ruft Onkel Peter und nimmt einen großen Schluck aus seiner Haake-Beck-Flasche.

»Wird auch Zeit! Wir warten seit 15 Minuten mit dem Essen auf dich«, schließt sich meine Mutter an.

»Jaja, macht mal locker!«, murmle ich vor mich hin und setze mich zwischen meine Mutter zu meiner Rechten und Tante Biggi, Mamas Schwester, zu meiner Linken. »Krieg ich ein Bier?« Ich blicke zu meiner Mutter.

»Schmeckt es denn schon wieder?« Meine Tante schaut mich mit erwartungsvoll-lustigem Gesichtsausdruck an, als hätte sie einen Witz gemacht.

Die Sause mit meinem Kumpel Steffen vom letzten Wochenende ist mittlerweile bei allen angekommen, denke ich.

»Hahaha, du bist eine lustige Frau!«, sage ich ohne eine Regung im Gesicht. Ich starre meine Mutter an, um meiner Frage nach dem Bier mit einem fordernden Blick Nachdruck zu verleihen.

»Darfst du überhaupt schon Bier trinken?«, fragt meine Oma, die zwei Plätze weiter links vom Kopfende des Tisches sitzt, mit zerbrechlicher Oma-Stimme.

»Oma, ich bin 16! Na klar darf ich ein Bier«, sage ich selbstbewusst.

Mein Vater holt mir eine Knolle und stellt sie geöffnet auf einem Korkuntersetzer vor mir auf dem Tisch ab, dabei zwinkert er mir zu und lächelt. Soll wohl Verbundenheit mit mir signalisieren.

»Na denn mal Prost!«, sage ich.

»Prost!«, erwidern alle.

Der Esstisch füllt sich langsam mit Essen, für das meine Mutter den ganzen Tag in der Küche gestanden hat. Es gibt überbackene Schnitzel mit Pilzen, Zwiebeln und Sahne, dazu Reis und Gurkensalat. Beim Essen ist erst einmal Sendepause und wir reden glücklicherweise nicht viel. Ganz nach meinem Geschmack, resümiere ich und beiße in mein Schnitzel. Aber zu früh gefreut, bemerke ich, als mich Onkel Peter, leicht angelutscht vom vierten Bier, fragt:

»Was machst du nach dem Sommer, jetzt, wo du nicht versetzt wirst?«

»Weiß nicht«, erwidere ich mit nicht mehr ganz so selbstbewusster Stimme.

»Früher wollte er Musiker werden, aber er hat zu wenig geübt. Mit dem Pastor hat er sich auch überworfen«, stichelt meine Mutter.

»Und ich dachte, dass du studieren willst?«, wirft meine Oma ein und schaut mich mit ihren großen Oma-Augen an. Auf Plattdeutsch wendet sie sich jetzt an meine Eltern: »He hett doch seggt. Un de Noten weern doch ok ganz goot.«

Ich rolle mit den Augen.

»Das ist schon eine Weile her«, grummelt mein Vater in seinen Vollbart und fährt fort: »Die letzten Jahre hat er eher durch Flausen im Kopf geglänzt statt durch gute Noten. Jetzt muss er die Klasse wiederholen.«

»Der ist zu faul!«, ergänzt meine Mutter.

»Das mit dem Studieren haben wir dir eh nicht zugetraut«, murmelt meine Tante vor sich hin und schaut auf ihren Teller.

Ich werde still und schaue auf die Uhr.

»Mach doch eine...

Erscheint lt. Verlag 20.1.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 90er-jahre-erinnerung • 90er-jahre-geschenk • Coming-of-age • Drogen • Neunzigerjahre • Rave • Techno • techno-buch • techno-roman
ISBN-10 3-7549-8841-7 / 3754988417
ISBN-13 978-3-7549-8841-1 / 9783754988411
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