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Secundum adventum de viridi magi (eBook)

Edition: Sternenfunkel deluxe
eBook Download: EPUB
2023
580 Seiten
TWENTYSIX EPIC (Verlag)
978-3-7407-2380-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Secundum adventum de viridi magi - Qayid Aljaysh Juyub
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Als Basis ein Abenteuerspiel mit eingebetteten Novellen und Texten. Nicht Mainstream und keinesfalls für jeden.

Eigentlich mein 'nom de guerre'. Hat schon vieles erlebt und gesehen - the good, the bad and the ugly. Mein Motto ist: Besser lachen als weinen, auch wenn es noch so bescheiden aussieht.

-2-

Einst errichteten braune Honoratioren den Gelsumer Stadtgarten, um der Fascho-Jugend eine Ertüchtigungsstätte und der sonstigen Bevölkerung ein Naherholungsgebiet zu bieten. Mittlerweile hatten sich die Abkömmlinge besagter Ehrenmänner rot-grün lackiert, während die Jugend zwar weniger Fascho war, aber in Teilen die Lokalität aufsuchte, um bei freundlich dealenden Apothekern bewusstseinserweiternde Substanzen käuflich zu erwerben. Was nun sonstige Zeitgenossen anging, die aus unerfindlichen Gründen dieses spezielle Biotop besuchten, so bestand eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Gratisaufenthalt in diversen Krankenhäusern oder bei der Gerichtsmedizin zu ergattern.

Mit heißem Reifen fuhr Ramazan mit seinem Porsche Carrera vor dem Südeingang selbigen Parks in der Man-Zikert-Straße 10/71 vor.

Hier fand übrigens vor einiger Zeit eine gewaltige Schlacht zwischen den Legionen des Kaisers der Rhomäer, Romanos, und Alp Arslan, dem legendären Gründer der gleichnamigen Gang, statt. Der seldschukische Bandenchef ließ gegenüber dem geschlagenen Romanos Gnade walten, wohl wissend, dass des Kaisers Unterführer, Michael und Django, bereits ein Komplott gegen ihren Herrn schmiedeten. So wurde der unglückliche Monarch vor seinem Lieblingswohnwagen von den Verrätern geblendet und erlag später seinen Wunden im Exil auf einer kleinen Insel in der Emscher. Der mächtige Seldschuke jedoch entriss den Rhomäern jedoch den größten Teil Gelsums, sodass sie sich hauptsächlich in ihrer Wohnwagensiedlung auf dem Byzantion-Hügel verschanzten und ihre Aktivitäten in den Westen verlegten. Arp Arslan wandte sich danach im Auftrag seiner sikanischen Gönner anderen Zielen zu und überließ Gelsum seinem Statthalter Hayreddin, einer erfahrenen Fachkraft im Freibeuterwesen – aber zurück zu unserer Geschichte.

Beflissen flitzte Schulze aus dem edlen Automobil und öffnete mit einer Verbeugung die Fahrertür. Ramazan entstieg gravitätisch dem Gefährt und würdigte seinen Assistenten, der geräuschlos hinter ihm die Tür wieder schloss, keines Blickes, obwohl sich die Stimmung des stolzen Seldschuken zum Positiven geändert hatte. Während der Fahrt kam den Gefährten nämlich ein uniformierter Repräsentant der Staatsmacht auf seinem bescheidenen Dienstfahrrad entgegen, der beim verzweifelten Ausweichmanöver in einem Haufen stehender Mülltonnen landete, dies wiederum löste beim rasenden Ramazan einen gewaltigen Heiterkeitsausbruch aus.

„Ali, Zigarette!“

Gehorsam steckte der treue Teutone seinem Meister eine von seinen Edelzigaretten ins Mäulche und zündete diese mit einer routinierten Bewegung an.

„Gut Ali, ich bin großzügiger Stimmung, Du darfst meinen Rauch schnuppern! Dann schnappen wir uns einmal den Zulu. Du folgst mir in drei Schritten Entfernung, wie es sich für einen guten hizmetkarım gehört!“

Wie Sultan Suleiman der Prächtige persönlich schritt der Eintreiber durch den heruntergekommenen Stadtgarten, begleitet von seinem devoten Haremschef, der zwar nicht so mächtig wie sein historisches Vorbild, aber mit Sicherheit genauso eierlos war. „Verflucht!“

„Leck mich an ne Trüffel, dat Ramazan mit seine Ratte! Wir ham Dir schon erwartet!“

Der Katiller und sein Gehilfe erstarrten förmlich angesichts der Szenerie, die sich ihnen bot. Statt dem erwarteten, farbigen Dealer standen ihnen nach einer Wegbiegung fünf mit Baseballschlägern bewaffnete Skinheads gegenüber. Ihr Anführer, der den unbeteiligten Beobachter unweigerlich an den Golem des berühmten Rabbi Löw erinnerte und im Gegensatz zu diesem offensichtlich einer Art Sprache mächtig war, hielt obendrein einen in einer kleinen SS-Uniform gewandeten Kampfhund an der Leine und grinste die Neuankömmlinge mit höhnischer Einfältigkeit an.

„Dreckige Nazis, was habt ihr mit dem Zulu gemacht?“

Den Eintreiber interessierte zwar nicht wirklich das Schicksal seines farbigen Schutzbefohlenen, aber der erfahrene Straßenkämpfer hoffte damit Zeit zu gewinnen, um die Schwächen seiner Gegner besser einschätzen zu können. Leider sah es in der Beziehung eher schlecht aus, da die übrigen Skins nicht schmaler gebaut waren als ihr unförmiger Führer.

Hämisch grinste der Golem und kratzte sich mit seiner freien Hand die Glatze, die ein gewaltigen Tattoo in Form eines Hakenkreuzes schmückte.

„Tja, dat Bimbo, dat feige Aas, is weggerennt. Da der Schwatte aber den Stoff und die Kohle und dat Handy mit seine Koffer dalassen tat, haben wir dat laufen lassen. Schließlich haben wir ja auch nen Tänzken mit euch! Töte Rommel!“

Hämische grinsend ließ der Herr der Swastika unter dem Gejohle der anwesenden Oger den heftig an der Leine ziehenden Hund des Krieges frei. Gierig stürzte das Untier das Horst-Wessel-Lied kläffend auf Ramazan zu, der die Nazi-Töle jedoch kaltblütig mit einem gezielten, letalen Tritt in einen halbvollen Mülleimer entsorgte und blitzschnell sein geliebtes Bowiemesser hervorholte.

„Los Ali, übernimm den am rechten Rand! Ali?“

Statt den Angriff zu starten, entschloss sich Schulze nach Abwägung der Chancen in alter Offizierstradition sich für spätere Siege aufzusparen und möglichst schnell abzuhauen.

„Dat Ratte is wohl schlauer als-wie Du! Rübezahl, Du fangst dat Ratte. Killi, Filli und Thorin wir mache dat Kanake platt!“

„Dann komm, Du Sohn einer Sau!“

Während ein selbst für die niedrigen Hygienestandards der Gefolgschaft des Hakenkreuzes recht ungepflegter Skinhead die Verfolgung Schulzes aufnahm, griff der restliche Mob in alter Wehrmachtstradition den hoffnungslos unterlegenen Gegner an.

Bevor wir nun auf den, sagen wir einmal ‚taktischen‘, Rückzug des treuen aber kampfesunlustigen Teutonen eingehen, sind hier einige, erklärende Worte angebracht. Wie der geneigte Leser wohl schon bemerkt haben dürfte, fand unser einseitiger Kampf lediglich mit Hieb- und Stichwaffen statt. Gangster, da denkt man doch direkt an Schusswaffen, Raketenwerfer und entsprechende Massaker im Holywood-Style. Gerne hätten sich wohl die hier am Konflikt beteiligten Parteien auf diese Weise abgemetzelt, aber leider hatten die Hintermänner der Kombattanten etwas gegen derartiges Aufsehen und Presseberichte erzeugendes Herumgeballere. So waren die Mitglieder der Alp-Arslan-Gang mit Ausnahme Hayreddin Paschas nicht berechtigt, Schusswaffen zu tragen. Die wenigen Jobs, die diese Art von Gewaltanwendung erforderten, wurden diskret von Don Genoveses Leuten erledigt. Einige Underdogs, die sich gegenseitig erschlugen oder abstachen interessierten keinen so richtig, aber wenn Feuerwaffen ins Spiel kamen, reagierten damals noch die korruptesten Politiker; schlecht fürs Geschäft, gelle!

Während Ramazan sich heldenhaft verteidigte, konnte unser Flüchtender seinen Vorsprung dem schwerfälligen Verfolger gegenüber ausbauen. Schon geriet der Schauplatz des ungleichen Kampfes außer Sicht und die Geräusche desselben wurden allmählich schwächer.

„Wat rennse denn so flink rum, Ratte. Ne,ne! Bleib doch ma stehen!“

Seines Vorsprunges gewiss, drehte sich Schulze angesichts der schnaufend im Mezzosopran schnaufend hervorgestoßenen Worte lachend um und rutschte prompt aus, während sein Gegner gnadenlos heranwalzte. Auf dem Hosenboden sitzend, erkannte der tief Gefallene entsetzt, dass sein Verfolger ihn inzwischen eingeholt hatte.

„Jetze bisse dran, Ratte. Ick werde Dir zerreissen wie nen Broiler von ne Pommesbude!“

„Ich könnte einer der eurigen sein!“

„Wat?“

„Ich will mich euch anschließen, denn Blut und Boden ist stärker als der schnöde Mammon! Ich bin doch ein echter Teutone wie Du! Außerdem weiß ich eine Menge über die Seldschukenbastarde. Kann ich Dir alles verraten!“

Eher aus Verzweiflung startete der listige Teutone seinen Rettungsversuch, der den schlichten Verstand Rübezahls sichtlich überforderte, doch insoweit Erfolg zeitigte, als das der einfältige Riese zunächst nur verwirrt dastand.

„Wat denn, wat is denn? Mammo, dat tut Mama heißen, Alter. Wat würde dat Führer tun? Au ja, dat tu ick auswendig kennen: Bist Du auch reinen Blutes?“

„Ich sehe, Du bist sehr klug. Klar, ich bin kein verdammter Kanaaniter!“

Langsam öffnete die übelriechende Zierde aller beknackten Nazi-Wissenschaftler seine Hose und holte zum Entsetzen Schulzes sein stinkendes Gemächt hervor.

„Jau, ick bin schlau. Dat is jetze dat Ritual, wat alle bei dat Führer machen müssen tun. Du musst dat in ne Mund nehmen und saugen! Darfst mir danach Chef Rübe nennen!“

„Jawohl, mein Führer!“

Vorsichtig näherte sich der willige Rekrut auf den Knien der selig lächelnden Nazi-Rübe und rammte seinen Schädel in die teilweise erigierten Weichteile. Während der enttäuschte Galan mit schrill kreischender Stimme als Folge...

Erscheint lt. Verlag 12.1.2023
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Adventure+ • Groteske • Novellen • skurril • Unkonventionell
ISBN-10 3-7407-2380-7 / 3740723807
ISBN-13 978-3-7407-2380-4 / 9783740723804
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