Narada Muni (eBook)
176 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7568-1174-8 (ISBN)
Andreas Klabunde, geboren 1968 in Stade. Mit 18 zog er nach Heidelberg und lebt seitdem in der Rhein- Neckar- Region. Neben der Schriftstellerei betätigt er sich als Maler, Illustrator und Grafiker. Inspiriert vom Studium der vedischen Schriften und dem praktizieren von Bhakti Yoga, beschäftigt sich der Künstler mit der Magie des Daseins. Erfahrungen als Krankenpfleger in der Psychiatrie lassen den Autor über den Sinn unserer Existenz nachsinnen.
2 Naradas
vorangegangene Leben
Wer ist Narada Muni und was hat er durchgemacht, um einer der angesehensten Heiligen in der vedischen Tradition zu werden?
Die Geschichte beginnt mit seinen beiden vorherigen Leben. Während des ersten war sein Name Upabarhana, ein Gandharva (Musiker und Sänger) von einem himmlischen Planeten. Upabarhanas schöne Stimme und seine attraktiven Gesichtszüge machten ihn für Frauen anziehend, somit wurde er zum Playboy, verlor seine Stellung und fiel in ein materialistisches Leben.
Eines Tages nahm Upabarhana an einem Fest teil, das von den Prajapatis (Prajapati =Sanskrit prajāpatī „Vater der Geschöpfe“, Herr der Zeugung bzw. Nachkommenschaft, wörtl.: Herr (Pati) der Geschöpfe (Praja). Er schuf aus eigener Kraft unzählige Kinder) veranstaltet wurde.
Sie sind Bewohner höherer Planeten, die für die Besiedlung des Universums verantwortlich sind. Während der Durchführung von sankirtana, dem gemeinschaftlichen Singen der heiligen Namen des Herrn, verherrlichte Upabarhana anstatt Vishnu, die Halbgötter. Die anwesenden Gottgeweihten empfanden diese Aktion als großes Vergehen, denn sankirtana ist nur dazu bestimmt, den Höchsten Herrn zu lobpreisen. Die Devotees verfluchten dann Upabrahana, in seinem nächsten Leben als Sudra (Arbeiter) ohne körperliche Schönheit geboren zu werden.
Glücklicherweise, ob ein Heiliger segnet oder flucht, ist das Ergebnis Segen spendend. Durch die Barmherzigkeit der Heiligen schreitet das Gottesbewusstsein der unglückseligen Seele gereinigt voran.
Das ist es, was schließlich Upabarhana (Narada) in seiner Verblendung und Unwissenheit passierte.
Nachdem der große Weise Vyasadeva eines Tages nach getaner Arbeit aufstand und sich den täglichen Reinigungsritualen unterzog, indem er sich am Ufer der Saraswati niedersetzte, überkam ihn eine tiefe Unzufriedenheit. Sein Ashrama lag an diesem Fluss. Er hatte viele Puranas (religiöse Schriften) und das Epos Mahabharata erschaffen. Sein Geist wurde von tiefer Unruhe getroffen, den trotz all seiner Gelehrtheit, glaubte er das seine Werke unvollständig wären.
Zu dieser Zeit traf Devarshi Narada, so als ob er die Sorgen des Weisen kannte, in Vyasadevas Ashrama ein. Narada grüßte den Verfasser von heiligen Schriften gebührend. Einige Zeit sprachen sie miteinander, wobei Vyasa sein Leid offenlegte.
Vedavyasa sagte: „Narada, ich schuf ein Epos in Form von Geschichten. All mein Geschick trug ich im Mahabharata vor, aber nach Vollendung der Texte erhielt ich keine Zufriedenstellung meines Herzens. Dieses gewaltige Werk führt zur Essenz der Veden.“
Darauf erwiderte Narada Muni wohlwollend: „Das große Mahabharata ist sehr detailliert und offenbart die Essenz der vedischen Schriften, aber … es fehlt etwas außerordentlich Wichtiges, um die Absolute Wahrheit zu preisen.“
„Was habe ich übersehen, großer Weiser Narada?“, fragte Vyasa verblüfft.
Narada lachte und antwortete, glücklich eine solche Frage erhalten zu haben: „Mein lieber Vyasa. Es sind die Taten und Spiele des Herrn, die die Gottgeweihten auf immerdar erfreuen. Durch die Lilas der Höchsten Persönlichkeit Gottes geht das Herz der Geweihten auf. Die Taten des Herrn sind die Quintessenz und fördern die Sehnsucht der Zuhörer. Der Bhakta wird in seiner Hingabe beflügelt. Es gibt keinen besseren Weg, als durch hingebungsvollen Dienst Shri Krishna auf sich aufmerksam zu machen.“
Darauf erzählte Naradaji die Geschichte seines früheren Lebens als Sohn einer Dienstmagd.
„Meine Mutter arbeitete für den Lebensunterhalt ihrer Familie in Häusern der wohlhabenden. Sie arbeitete sehr hart und liebte mich, ihren Sohn, sehr. Da ich ohne Vater war, war es die alleinige Aufgabe meiner Mutter, mich großzuziehen. Eines Tages kam eine Gruppe von Sadhus in unser Dorf. Durch ihre Anwesenheit heiligten sie den Ort. Ich gesellte mich so oft ich konnte zu den Heiligen und fand gefallen daran, diesen Sadhus meine bescheidenen Dienste anzubieten. Ständig folgte ich ihnen und suchte ihre Nähe. Saßen die Weisen zusammen und aßen geheiligte Speisen, so wartete ich darauf die übriggebliebenen Nahrungsreste zu ergattern. Diese nahm ich erfreut zu mir.
An der Seite der Heiligen sitzend, lauschte ich ihren Diskussionen und hörte fasziniert den zahlreichen Geschichten über Bhagavan Shri Krishna zu. Tagelang rezitierten sie Gebete und trugen immer neue Lilas vor. Sie liebten es offensichtlich zu meditieren und den Höchsten Gott anzubeten. Auch ich beteiligte mich am Bhajan und absorbierte meinen Geist in die Taten und Spiele Gottes. Mein Herz wurde auf natürliche Art und Weise bewegt, so dass der Wunsch nach hingebungsvollen Dienst entstand. Ich sehnte mich danach Shri Bhagavan höchst persönlich zu sehen.
Seitdem erinnerte mein Verstand immer wieder die Spiele Gottes. Mein Leben nahm damit eine glückliche Wende. Ich war erst fünf Jahre alt, aber ich interessierte mich nicht mehr für die vergängliche Welt. Damals hatte ich das starke Gefühl, dass ich mit diesen Sadhus gehen sollte. Jedoch wurde ich von der Zuneigung meiner Mutter gestoppt, außer mir, hatte sie niemanden in dieser Welt. Sie arbeitete hart um mir ein angenehmes Leben zu ermöglichen, daher überkam mich das Gefühl ihr verpflichtet zu sein. Einige Tage blieben die Sadhus in meinem Heimatdorf. Mit ihrer Hilfe hatte ich einen Weg gefunden, das Bhavsagar (eine festgefahrene Lebenslage) loszuwerden.
Vyasji, eines Tages kam meine Mutter abends nach der Arbeit nach Hause. Genau in diesem Moment biss eine Schlange meine Mutter und sie starb in meiner Gegenwart. Schließlich halfen mir die Dorfbewohner meine Mutter auf dem Bestattungsplatz einzuäschern. Zu dieser Zeit überwand ich den unerträglichen Schmerz des Todes meiner geliebten Mutter und löste mich von den Leiden des materiellen Daseins. Nach dem Tod meiner Angehörigen hatte ich niemanden mehr und ich suchte Zuflucht bei Shri Krishna. Jetzt gab es niemanden mehr, der mich in dieser Welt aufhalten konnte. Ich war frei zu gehen, wohin ich wollte.
Das Dorf meiner Jugend verließ ich ohne Furcht und ging in den dichten Wald. Dort setzte ich mich unter einen Baum und fing an, über Shri Bhagavan zu meditieren. So vertieft in Hingabe und Meditation sah ich Lord Muralidhar nach einiger Zeit in meinem Herzen. Der Herr lächelte mit einer Flöte in seinen Händen. Ich war überglücklich, die göttliche Gopal-Form Gottes sehen zu dürfen, aber diese göttliche Offenbarung verschwand in nur wenigen Augenblicken. Ich meditierte angestrengt wieder und wieder. Ich wollte diese Form erneut sehen, aber es gelang mir nicht. Viele Tage mühte ich mich, die göttliche Form wiederzusehen, aber sie kam nicht wieder zu mir zurück.
Als Akashvani (Stimme vom Himmel) meine unablässige Bemühung sah, sagte er zu mir: „Du wirst die Gopalaform vorerst nicht wiedersehen. Nicht in diesem Leben. Nachdem dein Karma verbraucht ist, wirst du mit Privilegien im nächsten Leben gesegnet sein. Dann kannst du meine göttliche Form erneut sehen.“
Darauf wartete ich darauf, dass mein Leben endete und erneut im neuen Körper begann.
Vyasji, als die Zeit des Todes nahte, gab ich den Körper auf und wurde in Brahmas Seele vertieft.
Nach dem Ende des vorherigen Zyklus, als Brahmaji diese Schöpfung begann, entstanden seine Söhne Marichi, Prajapati Daksha usw., darauf erschien ich, Narada, als der ehrenwerte Sohn von Lord Brahma. Ich streife durch die Welt und preise Gott seither. Schreibe das Bhagavat Purana, indem du die Taten und Spiele Shri Bhagavans im Detail beschreibst.“
Kommentar:
Das bedingte Lebewesen verstrickt sich in die materielle Matrix so sehr, dass seine Situation mit der eines festen Knotens verglichen wird. Weder der Anfang noch das Ende sind ermittelbar. Aus eigener Kraft die Fesseln der materiellen Bedingungen zu überwinden erscheint schier unmöglich. Naradaji beschreibt anhand seines eigenen Werdeganges die gefährliche Lage. Unüberlegte Schritte und überhebliche Ansichten schaffen die Grundlage für den Abstieg in die Dunkelheit der Unwissenheit. Die Seele wird mehr und mehr von den Schleiern der materiellen Natur bedeckt. Das Lebewesen wird durch seine Sünden und seine frommen Tätigkeiten an die Matrix gebunden. So wandelt die Seele von Körper zu Körper und muss die Früchte seiner Tätigkeiten genießen oder erleiden.
Narada Muni erklärt anhand seines Beispiels eine besondere Barmherzigkeit die hier zum Tragen kommt. „Ajnata sukriti“ bedeutet, das Empfangen des grundlosen Segens von Gott oder eines Gottgeweihten. Ohne sich für diesen Vorgang qualifiziert zu haben, erhält die bedingte Seele eine Chance auf Befreiung von den Bedingungen der Matrix und die Möglichkeit den Kreislauf von Geburt und Tod zu unterbrechen.
Das Wirken Devarshi Naradas in seinem Leben als Sohn Brahmas, ist geprägt vom Wunsch die bedingten Seelen aus der Dunkelheit zu führen. In diesem Zusammenhang wird der Heilige als besonders „gewitzt“ bezeichnet. Er macht keinen...
| Erscheint lt. Verlag | 11.1.2023 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Märchen / Sagen |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie | |
| Schlagworte | Bhagavad Gita • Bhakti Yoga • Hare Krishna • Hinduismus • Radha und Krishna • Vishnuismus |
| ISBN-10 | 3-7568-1174-3 / 3756811743 |
| ISBN-13 | 978-3-7568-1174-8 / 9783756811748 |
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