Der magische Adventskalender (eBook)
396 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-8593-9 (ISBN)
Homepage www.manuel-neff.de Pseudonym Sophie Lang Geboren 06. August 1973 in Offenburg (Baden-Württemberg). Abschluss Diplom Kaufmann 1999 an der Universität des Saarlande Genre Fantasy-Genres / Dystopie Urban-Fantasy Fantasy spielt immer in anderen Welten? Nicht in der Urban Fantasy. Schon seit den 80er Jahren bevölkern Orks und Elfen auch Rom und Berlin. Bei mir sind es Freiburg, New-York, München, etc. Dystopie
Homepage www.manuel-neff.de Pseudonym Sophie Lang Geboren 06. August 1973 in Offenburg (Baden-Württemberg). Abschluss Diplom Kaufmann 1999 an der Universität des Saarlande Genre Fantasy-Genres / Dystopie Urban-Fantasy Fantasy spielt immer in anderen Welten? Nicht in der Urban Fantasy. Schon seit den 80er Jahren bevölkern Orks und Elfen auch Rom und Berlin. Bei mir sind es Freiburg, New-York, München, etc. Dystopie
2. Marmeladenbrotmatsch
Kalte Füße tapsten über den eisigen Küchenfußboden. Paolo war sehr gespannt darauf herauszufinden, ob er das zweite Türchen seines Adventskalenders heute Morgen öffnen können würde. Seine Eltern schliefen noch fest, als er ganz leise seine rote Taschenlampe anknipste.
Er stand in der Küche und sie warf einen Strahl hellen Lichts auf das dunkle Holz. Das erste Türchen war offen und machte ihn zuversichtlich. Paolo suchte das Nächste und fand die goldene Ziffer Zwei rechts unten, direkt neben einer kleinen, strahlenden Sonne.
Er hatte sich vor dem Einschlafen eine Strategie überlegt, wie er sich verhalten würde, falls er das Türchen wieder nicht aufbekommen sollte.
Konzentriert machte er sich ans Werk. Mit dem Fingernagel kratzte er an dem 2. Türchen herum. Seine Zungenspitze bewegte sich dabei von einem Mundwinkel zum anderen. Die Öffnung war jetzt schon so breit, dass er seinen Finger wie einen Türstopper hinein schieben konnte.
»Ich hab’s geschafft! Bin ich gut!«, jubelte Paolo leise. »Das Ding geht jetzt nicht mehr zu!« Kaum waren die Worte über seine Lippen gehüpft, durchfuhr seine Fingerkuppe ein fürchterlicher Schmerz.
»Aaaahh, verflucht tut das weh«, japste Paolo und zog seinen pochenden Finger heraus. Im Licht der Taschenlampe schaute er ihn an. Aus zwei winzigen Löchern quoll etwas Blut hervor.
»Blut! Das ist ja echtes Blut. Es hat mich gebissen! Es hat nur darauf gewartet, meinen Finger abzubeißen«, dachte Paolo.
Er kochte vor Wut. Er wollte auf seine Mutter warten und dann würde er ihr alles sagen und sie würden zusammen das Türchen aufreißen und dem kleinen Mistkäfer mal zeigen, wo der Hammer hing. Aber was, wenn dann wieder nur ein Schokoherz hinter dem Türchen wäre? Was, wenn das kleine Monster sich versteckt? Was dann? Seine Mutter würde wohl sicher glauben, dass er spinnen oder das seine Fantasie mit ihm durchgehen würde und dann würde sie schimpfen, dass er zu wenig Schlaf hätte. Sie würde sagen, er müsse abends früher ins Bett gehen und das wollte er auf gar keinen Fall. Also beschloss Paolo, seinen Eltern nichts zu erzählen und alles erst einmal für sich zu behalten.
Irgendwie musste er es schaffen, dieses verflixte Türchen aufzubekommen! Doch zuerst lutschte er das Blut von seinem Finger. Es schmeckte nach Eisen.
Danach legte Paolo die Taschenlampe, wie am Tag zuvor, auf den Küchentisch. Sie ließ die Planeten goldgelb erstrahlen. Paolo sah Richtung Küchentür. Niemand außer ihm war wach.
Jetzt kam seine Strategie zum Einsatz.
»Na gut, dann wollen wir mal sehen, was du drauf hast«, sagte Paolo und klopfte sachte an das Türchen. Nichts geschah.
Er versuchte es noch einmal, jetzt stärker.
Als Echo auf sein Klopfen hörte er etwas rumpeln.
Paolo beugte sich gefährlich nahe an den Kalender heran. Sein rechtes Ohr war jetzt ganz nah am 2. Türchen. Dahinter machte sich das Wesen eindeutig zu schaffen und gerade, als er ein drittes Mal anklopfen wollte, hörte er die Stimme des kleinen Monsters.
»Was gibt’s denn?«
Paolo war stolz und überrascht. Sein Plan hatte Erfolg. Er war einen Schritt weiter gekommen. Aber was ihn am meisten freute war, dass er es nicht mit Gewalt, sondern mit Freundlichkeit geschafft hatte. Das erinnerte ihn an die Worte seiner Oma:
»Denk immer daran mein Kind, man erntet, was man sät. Also sei allzeit freundlich, herzlich und nett zu Anderen und sie werden es auch zu dir sein.«
Paolo hatte jetzt aber ein ganz anderes Problem. Er hatte sich leider nicht überlegt, was er machen wollte, falls seine Höflichkeitsstrategie tatsächlich erfolgreich wäre.
»Äh, nun … ich, ich wollte eigentlich das zweite Türchen an meinem Adventskalender aufmachen, aber, aber du lässt mich nicht«, stolperte Paolo über seine eigenen Worte. Er dachte, es wäre jetzt das Beste, einfach die Wahrheit zu sagen.
»An deinem Adventskalender?«, fragte das Wesen. »Dieser Kalender gehört tatsächlich dir? Bist du dir sicher, was du da sagst?«
»Ja bin ich. Mein Vater hat ihn mir gekauft und wer oder was bist du eigentlich? Und was gibt dir das Recht, mich einfach daran zu hindern, die Türchen aufzumachen?«, fragte Paolo streng und vergaß dabei ganz, freundlich zu bleiben. Natürlich wartete er vergebens auf eine Antwort. Stattdessen ging das Türchen des Adventskalenders auf. Das kleine Wesen schaute heraus und Paolo konnte es für einen Augenblick sehen.
Sein ganzer Körper war mit einem braunen, weichen Fell bedeckt und es hatte dunkle, fast schwarze, sehr große, runde Augen. »Sieht eigentlich echt süß aus«, dachte Paolo. Er holte Luft, um sich für das Öffnen zu bedanken, da streckte der kleine pelzige Kerl seine rosa Zunge heraus und schwupps, klappte die Tür wieder zu.
Das Ganze ging so schnell, dass Paolo nur doof den Kalender anglotzen konnte.
Eine Sekunde später ging das Licht in der Küche an.
»Paolo was…? Du bist ja schon wieder wach!«, stellte seine Mutter fest. Paolo starrte immer noch ganz baff auf den Adventskalender. »Was machst du da? Hast du vor, das Ding zu hypnotisieren? Na ja, ist ja auch egal, wenn du schon mal wach bist, kannst du mir helfen. Wir decken zusammen den Frühstückstisch. Was hältst du davon? Und, hast du schon das zweite Türchen aufgemacht?«
»Nö, hatte noch keine Lust«, sagte Paolo launisch. Dann ging er zum Kühlschrank, holte die Butter heraus und klatschte sie samt Verpackung laut auf den Tisch.
»Na du hast aber eine gute Laune. Trotz alledem glaube ich kaum, dass die Butter etwas dafür kann«, lächelte seine Mutter freundlich. »Bitte stell das auch auf den Tisch, aber pass auf, es könnte beim Hinklatschen kaputt gehen. Und schau nach, ob Jojo schon da ist. Er hat bestimmt Hunger«, sagte sie und reichte Paolo die Erdbeermarmelade.
Als Paolo die Haustür öffnete, saß Jojo auf dem Treppenabsatz und leckte sich sein getigertes Fell.
»Miau, miauuu«, begrüßte ihn der gut genährte Kater und schmuste energisch an seinem Bein herum.
»Ist ja gut. Komm schon her Dicker, jetzt gibt es Fresschen«, sagte Paolo und hievte den übergewichtigen Kater in die Höhe.
Als er Jojo in die Küche schleppte, stieß er beinahe mit seinem Vater zusammen, der gerade aus dem Bad stolperte. Sein Gesicht war voller Rasierschaum und er machte noch einen ziemlich verschlafenen Eindruck.
»Guten Morgen Paps. Du hast da was Weißes im Gesicht.«
»Hallo Paolo, sag mal, hast du meinen Rasierer gesehen?«
»Nö, sorry, habe ich nicht. Ich glaube, gestern lag er noch neben den Zahnbürsten. Hast du dort schon nachgesehen?«
»Mhm, ja, aber da war er nicht«, sagte sein Vater und marschierte mürrisch zurück ins Bad.
Paolo setzte seinen Weg samt Kater in die Küche fort. Das Teewasser blubberte auf dem Herd und der Tisch war mit Brot, Butter, Käse und Marmelade reich gedeckt. Paolo kippte Katzenfutter mit Lamm-Hühnchengeschmack in Jojos Napf und kraulte den Kater zwischen den Ohren, der sich dabei schnurrend auf seine Hinterbeine stellte.
Ein paar Minuten später nahmen alle am Küchentisch Platz und seine Mutter goss dampfenden Tee ein. Der Duft von süßen Früchten kitzelte in Paolos Nase.
»Eigentlich trinke ich lieber Kaffee, aber dieser Tee riecht köstlich. Habe ich schon erwähnt, dass ich deine selbst gemachte Erdbeermarmelade liebe«, schmeichelte sein Vater seiner Mutter und biss ein viel zu großes Stück von dem üppig beschmiertem Brot ab. Dann sah er hinüber zum Adventskalender.
»Pamolo gefällt dir dein Amventskalemder eigentlisch nischt? Du hascht ja das zweite Türschen noch gar nischt aufgemacht?«, schmatze er mit vollem Mund und nahm dazu noch einen großen Schluck Tee.
»Ich mache es lieber auf, wenn ihr dabei seid. Das macht mehr Spaß«, meinte Paolo. Diese Antwort hatte er sich zurechtgelegt, als er Jojo beim Fressen zugeschaut hatte. Er hatte nämlich schon mit so einer Frage von seinem Vater gerechnet.
Dann drehte sich Paolo zum Adventskalender um. Das zweite Türchen schaute ihn herausfordernd an. Erst schob Paolo ganz langsam seinen Finger in den Spalt und dann riss er es ruckartig auf. Der Kalender wurde von der Wand weggerissen und flog wie ein Geschoss quer über die Köpfe seiner Eltern hinweg.
Jojo, der es sich gerade auf dem Lammfellteppich bequem gemacht hatte, sprang in die Höhe und galoppierte aus der Küche. Seine Mutter stierte mit herunterhängender Kinnlade auf ihren Sohn. Sein Vater spuckte Tee zusammen mit einer ordentlichen Menge Erdbeermarmeladenbrot auf den Frühstückstisch, direkt auf den Teller seiner Mutter. Igitt.
Paolo verhielt sich so, als ob nichts Außergewöhnliches geschehen wäre. Er schlenderte durch die Küche, hob den völlig unversehrten Kalender vom Boden auf und prüfte den Inhalt des zweiten Türchens. Dieses Mal war es kein Herz, sondern eine Schokoladenglocke. Er steckte sie in den Mund, lief schweigend an seinen, zur Salzsäule erstarrten, Eltern vorbei, drückte erst den Nagel zurück in die Wand und hing dann den Kalender wieder daran auf. Schließlich setzte er sich, ohne ein Wort zu sagen, zurück an den Tisch und roch genüsslich an seinem Früchtetee.
Am nächsten Morgen war Paolo sehr gespannt auf das 3. Türchen. Die ersten beiden Türchen standen offen. Paolo und Kater Jojo, der auf der Küchenbank geschlafen hatte, schauten auf das Dritte. »Heute ist der 1. Advent«, dachte Paolo. Die Sonntage in der Adventszeit waren für ihn immer ganz besonders schöne Tage. Es wurden Kerzen angezündet, Adventslieder gesungen und meistens gab es auch sein...
| Erscheint lt. Verlag | 11.12.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Der magische Adventskalender | Der magische Adventskalender |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Advent • Adventsbuch • Adventsgeschichte • Adventsgeschichten • Adventskalender • Adventskalenderbuch • Geschenk • Weihnachten • Weihnachtsbuch • Weihnachtsgeschichte |
| ISBN-10 | 3-7549-8593-0 / 3754985930 |
| ISBN-13 | 978-3-7549-8593-9 / 9783754985939 |
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