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SitterCats 2.0 (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
349 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-8448-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

SitterCats 2.0 -  Dieter Aurass
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Frankfurt im Jahr 2029: Nicht jede Erfindung ist zum Besten der Menschheit! Eine intelligente Katze, die die Betreuung und Beaufsichtigung von Kindern übernehmen kann? Das ist in wenigen Jahren von heute keine Utopie mehr und eine billigere Lösung als eine Vollzeit-Nanny. Die Familie Abel schafft sich deshalb eine dieser sogenannten 'SitterCats' an und ahnt nicht, zu welchem Albtraum sich diese anfangs so genial erscheinende Lösung entwickeln wird, denn ... ... die Anbieter der SitterCats setzen ihre intelligenten Katzen für kriminelle Zwecke ein. Aber eine Katze ist intelligenter als ihre Herren es je für möglich gehalten hätten.

Dieter Aurass wurde 1955 in Frankfurt/Main geboren und war 41 Jahre lang Kriminalbeamter: 30 Jahre beim BKA und danach 11 Jahre bei der Bundespolizei. Kurz vor der Pensionierung 2015 begann er zu schreiben. Dass daraus mal ein Beruf werden könnte, hätte er kaum zu hoffen gewagt. Inzwischen hat er 16 Romane, 2 Sachbücher geschrieben, von denen bisher 15 veröffentlich wurden. Dieter Aurass ist seit 37 Jahren verheiratet und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Koblenz.

Dieter Aurass wurde 1955 in Frankfurt/Main geboren und war 41 Jahre lang Kriminalbeamter: 30 Jahre beim BKA und danach 11 Jahre bei der Bundespolizei. Kurz vor der Pensionierung 2015 begann er zu schreiben. Dass daraus mal ein Beruf werden könnte, hätte er kaum zu hoffen gewagt. Inzwischen hat er 16 Romane, 2 Sachbücher geschrieben, von denen bisher 15 veröffentlich wurden. Dieter Aurass ist seit 37 Jahren verheiratet und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Koblenz.

2 - Heidelberg



3 Jahre zuvor


Tierlabor der Universität Heidelberg

27. Februar 2024, 08:00 Uhr


Maunz 241 B war eine zierliche, getigerte Hauskatze, an der grundsätzlich nichts Außergewöhnliches festzustellen war.

Rainer Sädele, der junge Laborassistent, hatte sich fürsorglich um die Katze gekümmert, als sie aufgrund der Serum-Injektion wie alle bisherigen Versuchstiere erkrankt war. Sie hatte über den Zeitraum von zwei Wochen apathisch in ihrem Käfig gelegen und musste durch eine intravenöse Infusion ernährt werden. Er hatte seinen Professor, den er eigentlich vergötterte, verflucht, denn obwohl er die Notwendigkeit von Tierversuchen einsah, war er so tierlieb, dass ihm das Leid der Versuchstiere sehr an die Nerven ging.

Oft hatte er darüber nachgedacht, seinen Job aufzugeben – hatte sich aber dann vor Augen gehalten, dass ein liebevoller Umgang mit den Tieren das einzig Positive in deren Leben war und ein Nachfolger unter Umständen ein kaltherziger, nüchterner und tierverachtender Kollege sein könnte. Er hätte es nicht übers Herz gebracht, seine Lieblinge einer solchen Person anzuvertrauen und seine »Schützlinge« so jemandem auszuliefern.

Als er sich nun über Maunz 241 B beugte, meinte er eine Reaktion festzustellen, mit der nicht mehr gerechnet und schon gar nicht darauf zu hoffen gewagt hatte. Sie hatte soeben erstmals seit über eine Woche den Kopf angehoben, ihn direkt angesehen und sogar seine Hand geleckt, als er sie leicht und liebevoll kraulte. »Na, wenn das mal kein Lichtblick ist«, dachte er bei sich und wandte sich an die anderen beiden Katzen, denen es ebenfalls besser ging.

Auch bei Maunz 33 C und Maunz 120 A stellte er eine deutliche Verbesserung des bisherigen Zustands fest. Mit einem Hauch von Hoffnung machte er sich an die Versorgung aller drei Tiere und sandte ein kurzes Stoßgebet zum Himmel, um die Rettung seiner drei Lieblinge bittend. Nur zwei Tage später waren die drei Katzen so weit wiederhergestellt, dass Sädele eine vollständige Gesundung für möglich hielt und den Professor dahingehend informierte. Sofort wurde er aufgefordert zahlreiche Proben zu entnehmen – Blut, Gewebe, Rückenmark etc. –, und auch Computerscans zu veranlassen, in welchen Hirnveränderungen oder andere organische Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Dies stellte insgesamt keine besonders angenehme Prozedur für die Drei dar – aber so war das nun einmal mit Versuchstieren.

Sädele hatte wie fast jeder Tierliebhaber angefangen, die Tiere dahingehend zu vermenschlichen, dass er mit ihnen sprach, als erwarte er eine Antwort. Zum Teil war das sicherlich auch auf seine relativ einsame Tätigkeit als Laborassistent und gleichzeitig als Pfleger der Tiere zurückzuführen. Als er sich vier Wochen nach Beginn der intensiven Untersuchungen den drei Käfigen näherte, in den die Katzen getrennt voneinander gehalten wurden, sprach er wie gewöhnlich vor sich hin: »So, Maunzi B, jetzt werden wir dir mal wieder ein Aufbaupräparat spritzen.«

Er hatte sich schon seit langem von den Nummernbezeichnungen der einzelnen Versuchstiere getrennt und sprach die Tiere immer nur mit einem »Maunzi« plus Buchstabe an.

Obwohl er nicht genau hingesehen hatte, bemerkte er aus dem Augenwinkel, dass Maunzi B ruckartig herumgefahren war, sich ihre Nackenhaare sträubten, die Ohren sich eng an den Kopf legten und sie ihn nun mit beiden Augen fixierte. Sowohl Maunzi A als auch Maunzi C hatten sich keinen Millimeter bewegt und dösten nach wie vor still vor sich hin. Lediglich an der Bewegung der Ohren konnte man erkennen, dass sie bei weitem nicht schliefen, sondern aufnahmefähig für Umgebungsgeräusche waren.

Die kann doch nicht verstanden haben, dass sie gemeint war, oder?, dachte er verwundert. Er konnte später nicht sagen, was ihn dazu veranlasste, aber in einem Anflug von Irrationalität bemerkte er laut: »Ach, weißt du, ich hab’s mir überlegt. Ich gebe dir lieber leckeres Futter, statt einer Spritze.«

Maunzi Bs Reaktion verblüffte ihn dermaßen, dass sein Kiefer überrascht nach unten sank, ihm die vorbereitete Spritze aus der Hand fiel, auf dem Boden zerschellte und er mit offenem Mund auf die Katze in ihrem Käfig starrte.

Maunzi B hatte nicht nur deutlich hörbar, sondern auch sichtbar die angehaltene Luft aus den Lungen gestoßen. Sie entspannte den gebuckelten Rücken und ihre Ohren stellten sich aufrecht. Wenn er jemals eine Verhaltensweise, die einer Erleichterung glich, gesehen hatte, dann war es genau diese. Er stand weiter, ohne einen Muskel zu bewegen, wie erstarrt da und sah die Katze unverwandt an, ohne zu registrieren, welche Gedanken ihm gerade durch den Kopf gingen.

Später gefragt, wie er auf die Idee gekommen sei, gab er an, der Gedanke sei ihm wie von selbst durch den Kopf geschossen. Laut sagte er: »Ich denke, ich gebe die Spritze heute mal Maunzi A!«

Erschrocken machte er einen Satz nach hinten und stieß sich schmerzhaft den verlängerten Rücken in Höhe des Steißbeins an der Tischkante des Labortisches hinter ihm. Direkt nach seiner Bemerkung war Maunzi A in ihrem Käfig aufgesprungen und stand nun fauchend mit der gleichen Mimik wie zuvor B in ihrem Gefängnis.

Nach einer Schrecksekunde wandte sich Sädele um und rannte wie von Furien gehetzt aus dem Labor. Im Nebenzimmer setzte er sich auf einen Stuhl und versuchte, seine zitternden Hände unter Kontrolle zu bekommen. Die Gedanken überschlugen sich in seinem Kopf und er hatte Mühe, einen klaren Gedanken zu fassen oder Überlegungen in geordneter Reihenfolge anzustellen. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass die Katzen nicht nur ihren Namen verstanden und sich selbst zugeordnet hatten, sondern auch noch das Wort ‚Spritze‘ mit der negativen Erfahrung von Blutentnahmen oder Medikamentenverabreichungen assoziierten?

Er rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht und schob es auf seine Erschöpfung. Gedankenverloren verließ er den Nebenraum in Richtung der Umkleiden, wo er seinen Laborkittel gegen sein Jackett tauschte und sich auf den Heimweg machte. Dabei fiel ihm zu keiner Zeit auf, dass er längst noch nicht sein Arbeitspensum absolviert hatte. Außerdem hatte er die Tür zum Labor nicht zugeschlossen. Auf dem Weg zum Ausgang des Gebäudes sahen ihm mehrere Personen, die ihn persönlich kannten, überrascht nach. Einige sprachen ihn sogar an, erhielten aber zu ihrer Überraschung keinerlei Reaktion.

Am nächsten Morgen erschien er zwei Stunden vor Arbeitsbeginn im Forschungsgebäude ... völlig übernächtigt nach einer schlaflosen Nacht. Nachdem er sich wieder in seinen Laborkittel geworfen hatte, näherte er sich dem Labor und stellte zu seinem Erschrecken fest, dass die Tür sperrangelweit offenstand. Ein eisiger Schauer lief ihm über den Rücken. Die Angst davor, dass irgendetwas abhandengekommen sein könnte, ließ ihn erneut unkontrolliert zittern.

Bedächtig und langsam näherte er sich der offenen Tür und spähte vorsichtig um die Ecke, um festzustellen, ob nicht vielleicht jemand im Labor war. Was er dabei sah, verschlug ihm erneut den Atem. Die drei Käfige standen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und im mittleren Käfig saß Maunzi A, während Maunzi B in ihrem Käfig direkt an der dem Nachbarkäfig zugewandten Seite saß und ... die beiden tauschten leise Laute aus, die eine Mischung aus Miauen und fauchenden Geräuschen waren, wie er sie nie zuvor von Katzen gehört hatte. Unwillkürlich schoss ihm der Gedanke an eine Unterhaltung durch den Kopf.

Erneut näherte er sich mit dem Kopf dem Türrahmen und beobachtete weiter. Er sah gerade noch, wie sich Maunzi A, die im mittleren Käfig saß, umwandte und an die andere Seite ihres Käfigs ging. Im Nachbarkäfig erhob sich Maunzi C und ging ebenfalls an die Seitenwand ihres Geheges. Danach entwickelte sich das gleiche Geschehen wie zuvor. Es wurden Laute ausgetauscht und Sädele konnte den Eindruck nicht länger unterdrücken, dass es sich um eine Art Unterhaltung handelte. Er spürte, wie ein Prickeln seinen Rücken hinunterlief und sich auf seinen Armen sich eine deutliche Gänsehaut entwickelte.

Was nun?, fragte er sich und zog sich in den Sichtschutz hinter dem Türrahmen zurück. Wenn es wirklich wahr sein sollte, was er vermutete, müsste er es auch beweisen können.

Er wägte verschiedene Möglichkeiten gegeneinander ab, verwarf einige Ideen als verrückt, andere als wenig erfolgversprechend und wurde sich schließlich mit sich selbst einig. Der direkte Weg erschien ihm auf jeden Fall als der Beste. Er verließ sein Versteck, räusperte sich laut und ging in das Labor. Er kam sich unendlich blöd vor und es wäre im höchst peinlich gewesen, wenn irgendjemand ihn jetzt hätte beobachten können.

»Hallo Jungs«, begann er und musste im selben Moment lachen, weil ihm die Idee die drei Katzen als ‚Jungs‘ anzusprechen absolut bescheuert vorkam. »Okay, okay, ich fang noch mal von vorne an. Ich habe euch erwischt. Ich bin sicher, dass ihr mich versteht – zumindest zu einem gewissen Anteil ... äh ... glaub ich wenigstens.«

Peinlich betreten machte er eine Pause und überlegte sich die nächste Äußerung, während ihn die drei Katzen unverwandt und reglos in ihren Käfigen sitzend anstarrten.

Mein Gott, wenn dich jetzt jemand hören würde. Bestimmt kämen innerhalb der nächsten Viertelstunde die Jungs mit den weißen Jacken, bei denen man die Ärmel auf dem Rücken zusammenbinden konnte.

Ach, Scheiße, mach es einfach.

»Also Kameraden ... klare Ansage: Wenn ihr nicht euer Futter riskieren wollt ... nun ja ... ihr seid da ja ein wenig auf mich...

Erscheint lt. Verlag 19.11.2022
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Katzen-Ermittler • Katzen-Thriller • Zukunftsvision
ISBN-10 3-7549-8448-9 / 3754984489
ISBN-13 978-3-7549-8448-2 / 9783754984482
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