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Seera Collins 2 (eBook)

Im Wald der Sterne

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
396 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-7439-1813-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Seera Collins 2 -  Jan H. Witte
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Die Landung war ein Fiasko gewesen und ihr Raumschiff, mit dem sie beinahe zwanzig Jahre lang unterwegs gewesen waren, vernichtet. Dennoch hatten die Überlebenden der größten und ehrgeizigsten Expedition der Menschheitsgeschichte sich auf dem fern der Erde gelegenen Planeten, den sie einfach nur die 'Neue Welt' nannten, inzwischen notdürftig eingerichtet und Freundschaft mit den einheimischen Völkern geschlossen. Ihre dringlichste Aufgabe besteht nun darin, sich eine dauerhafte Existenzgrundlage zu schaffen. Vor allem aber müssen sie die Erde unbedingt vor einer schrecklichen Gefahr warnen: Von einem Überläufer eines der Menschheit technisch weit überlegenen Volkes wissen sie, dass dieses im Begriff steht, die Erde zu vernichten. Da keinerlei Funkkontakt besteht, bleibt ihnen jetzt nur noch eine letzte gefährliche Möglichkeit, das Unheil abzuwenden. Und so machen sich Seera und ihre Freunde erneut auf eine gefährliche Reise durch Zeit und Raum.

Jan H. Witte ist Rechtsanwalt und schreibt neben Fachartikeln auch historische Sachbücher und Romane

Jan H. Witte ist Rechtsanwalt und schreibt neben Fachartikeln auch historische Sachbücher und Romane

Teil I.


TERRA INCOGNITA


1. Kapitel


„Guten Morgen, Camp Yellow!“, tönten die vor zwei Wochen aufgebauten Lautsprecher um Punkt sieben Uhr morgens über den mit Palmen gesäumten Strand und das dahinter liegende Lager hinweg. Einige tropische Vögel antworteten mit heiserem Gekrächze.

„Das Frühstück steht in zehn Minuten bereit und wird bis Null-Neunhundert ausgegeben. Der Wachwechsel erfolgt um Null-siebenhundertdreißig. Alle nicht für den Wachdienst eingeteilten Mannschaften finden sich um Null-Achthundert im Stabsgebäude zu einer außerplanmäßigen Dienstbesprechung ein. Ab Null-Neunhundert steht allen Bewohnern der neue Wäschereicontainer zur Verfügung, so dass jetzt jeder auch endlich seine Bekleidung vernünftig reinigen kann. Das Wetter wird heute trocken aber heiß und schwül werden. Die Temperaturen klettern auf bis zu zweiunddreißig Grad“, verkündete der Lagersprecher die wichtigsten Tagesinformationen.

„Dienstbesprechung?“, sagte Vici verschlafen und arbeitete sich aus ihrem Schlafsack heraus. „Was denn für eine Dienstbesprechung?“, gähnte sie und reckte sich.

„Ich habe keine Ahnung, aber das war so nicht vereinbart“, murmelte Seera von ihrem Feldbett.

„Ich hasse das Militär“, sagte La Tron. „Jetzt müssen wir uns mit dem Waschen und Frühstücken wieder abhetzen, nur um dann stundenlang irgendeinem Unsinn zu lauschen.“

Sie waren nun schon seit vier Wochen im Camp Yellow untergebracht und ihr Tagesrhythmus hatte sich mittlerweile etwas eingespielt. Sie flogen morgens und nachmittags je eine längere Suchpatrouille und ab und zu auch einen zweitägigen Langstreckeneinsatz.

Bis heute hatten sie allein auf dem Kontinent Atlantis schon knapp einhundert Überlebende der ARGO-Katastrophe eingesammelt und in das Camp geflogen. Dazu hatten sie etliche Container gefunden, die mehrere Vorratslager, Labormodule, eine Wäscherei und zwei komplette Fabrikationsautomaten enthielten.

Nur den Kontinent Gondwana hatte sie dagegen bislang aus Zeitmangel noch gar nicht abgesucht. Dort hofften sie aber in den nächsten Monaten ebenfalls noch viele weitere Überlebende anzutreffen.

Gerade erst gestern waren Seera, Vici und La Tron weit im Süden auf einer Langstreckenpatrouille unterwegs gewesen. Sie hatten auf einer kleinen Insel, mitten in einem herrlich klar schimmernden See, übernachtet, auf dem Rückflug eine Laboreinheit gefunden, diese sogleich an den Haken genommen und in das Camp transportiert.

Heute sollten sie zum Ausgleich für den zweitägigen Einsatz eigentlich einen freien Tag bekommen.

„Haben wir nach dem langen Dienst nicht einen Anspruch auf Freizeit?“, sagte Vici, die heute Vormittag unbedingt Ki Ma besuchen wollte. Auch Seera wäre lieber hinüber in das Lazarett zu Ak Nu gegangen, der, ebenso wie Ki Ma und viele andere Chron, ganz plötzlich erkrankt war.

Rani hatte ihnen erklärt, dass die Chron an diversen Krankheitserregern der Überlebenden der ARGO litten. Die Menschen hatten zwar daran gedacht, sich selbst gegen alle möglichen Krankheitserreger dieses Planeten zu impfen. Sie hatten aber nach der Kontaktaufnahme mit den Chron nicht daran gedacht, umgekehrt auch diese gegen die menschlichen Bakterien und Viren zu immunisieren. Die Krankheitsverläufe waren zwar bislang nicht wirklich bedrohlich gewesen, aber dennoch waren vor allem die jüngeren Chron inzwischen so krank und geschwächt, dass sie vorsichtshalber in das Lazarett eingeliefert worden waren. Der Bau ihres neuen Dorfes kam dadurch kaum noch voran. Allein Tu Ri war offensichtlich vollkommen immun gegen alle Krankheiten und arbeitete scheinbar überall gleichzeitig.

„Na, dann lass uns jetzt losschlappen, sonst gibt es nichts mehr zu beißen“, sagte Vici und stand auf. Sie zogen sich ihre tarnfarbenen Hosen und grünen Tops über, schnappten sich ihre Kulturtaschen und schlenderten aus ihrem Zelt über den sandigen Hauptweg zu dem aus einem Doppelcontainer bestehenden Waschhaus hinüber.

Pelikanähnliche Vögel flogen in Richtung des Strandes tief über sie hinweg und die Sonne namens Kepler 391j stand bereits ein gutes Stück weit über dem westlichen Horizont. Seera blieb mitten auf der Straße stehen, wandte ihr Gesicht der Sonne zu, schloss die Augen und spürte die angenehme Wärme auf ihren Wangen. Dazu drang das Zwitschern unzähliger Vögel an ihr Ohr und irgendwo in weiter Ferne war auch das leise Rauschen des Meeres zu vernehmen; es war einfach herrlich, hier in der bereits warmen Morgenluft zu stehen und für einen Moment inne zu halten.

„Los, komm jetzt, ich habe Hunger!“, rief La Tron, die am Eingang des Waschcontainers auf sie wartete.

Seera öffnete die Augen. „Und schon ist mein kleiner Moment völliger Entspanntheit vorüber“, sagte sie zu sich selbst und setzte sich wieder in Bewegung. „Ich komme ja schon, hetzt mich bloß nicht!“

„Wenn du weniger träumen würdest, könnten wir länger duschen und gemütlicher frühstücken“, erklärte La Tron, als sie unter der Dusche standen.

Die warmen Duschen funktionierten erst seit einer Woche und ihre Installation hatte die Lebensqualität im Camp sogleich um ein Vielfaches erhöht. Wenn sie heute auch endlich ihre Uniformen richtig waschen könnten, würde das ihr Wohlbefinden noch einmal erheblich steigern.

„Als wenn hier jemals etwas „gemütlich“ gewesen wäre!“, sagte Seera und warf La Tron ihr Handtuch an den Kopf.

Nach dem Frühstück setzten sich Vici, La Tron und Seera in der Stabsbaracke auf die hinterste der dort aufgestellten Bänke, da ohnehin noch alle Plätze frei waren.

„Seht ihr, wir hätten gar nicht hetzen müssen. Offenbar sind wir eher die Ersten als die Letzten.“

„Klugscheißer“, maulte La Tron, woraufhin Seera sie in die Seite knuffte.

Während die anderen Mannschaften erst nach und nach hereinschlenderten, sah Seera sich in aller Ruhe um. Was für ein Unterschied zu den Besprechungen an Bord der ARGO, dachte sie. Dort waren immer über einhundert Rekruten im mit Holographie-Projektoren perfekt ausgestatteten großen Hörsaal zusammen gekommen. Jetzt war nur noch ein kleiner Teil von ihnen, bestehend aus den Gruppen der Landestellen Gelb und Grün, in dieser Behelfsbaracke übrig, in der es noch nicht einmal eine einfache Schreibtafel gab.

Vorne am Podium saßen bereits Major van Buuren und, zu Seeras Überraschung, auch Korru, den sie seit ihrer Ankunft im Camp Yellow kaum noch zu Gesicht bekommen hatte. Dann sah sie aus dem Fenster, dass Colonel Togo mit Tu Ri heran geschlendert kam. Die beiden verabschiedeten sich erstaunlich langsam voneinander, bevor Colonel Togo dann das Gebäude betrat.

Als nach weiteren zehn Minuten endlich Ruhe eingetreten und Major van Buuren seine Namensliste abgehakt hatte, trat Colonel Togo an ein kleines Podest und bat um Aufmerksamkeit.

„Meine Damen und Herren, wir haben wie immer nur wenig Zeit, also fangen wir pünktlich an.“

Das war natürlich ein kleiner Seitenhieb auf die zuletzt angekommenen Mannschaften, denn die Uhr zeigte jetzt bereits zehn nach acht an.

„Ich darf mich zunächst dafür entschuldigen, dass wir sie, obwohl sie zum Teil eigentlich dienstfrei hätten, so kurzfristig zu diesem Meeting herbeordert haben.“

Sie schaute links und rechts in ihr Publikum und war offenbar froh, dass sie kein Murren hörte.

„Sie wissen, dass wir zurzeit und wohl auch für die nächsten Jahre noch alle Hände voll damit zu tun haben werden, Überlebende und Ausrüstungsgegenstände der ARGO zu bergen, um dann wenigstens in diesem Camp hier mit dem Aufbau einer richtigen Stadt zu beginnen. Als erstes müssen wir natürlich die Überlebenden retten, weil wir nicht wissen, wie lange sie an ihren Rettungskapseln ohne fremde Hilfe durchhalten werden. Das ist folglich unsere Hauptaufgabe und diese Aufgabe ist bereits mehr als schwierig zu erledigen, da dieser Planet ungeheuer groß ist und wir einfach viel zu wenige GRUNOs zur Verfügung haben, um zeitnah jeden Winkel dieser Neuen Welt abzusuchen.“

„Ist bereits bekannt“, sagte Vici halblaut neben Seera, ohne dass Colonel Togo, die diesen Einwurf in diesem kleinen Raum mit Sicherheit gehört hatte, sich davon irritieren ließ.

„Ist doch wahr, für diese Weisheiten hätten wir ja wohl nicht herkommen müssen“, flüsterte Vici.

„Sekundäre Priorität hat der Transport der restlichen Module in unser Lager sowie die zeitnahe Einrichtung der Stadt, also die planmäßige Verbindung der einzelnen Bauelemente“, fuhr Togo fort. „Außerdem müssen wir...

Erscheint lt. Verlag 20.4.2017
Reihe/Serie Seera Collins
Seera Collins
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Abenteuer • Neue Welten • Raumfahrt
ISBN-10 3-7439-1813-7 / 3743918137
ISBN-13 978-3-7439-1813-9 / 9783743918139
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