Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Kalt wie der Nebel ... (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
272 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-7345-2951-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kalt wie der Nebel ... -  Alfred Zech
Systemvoraussetzungen
3,99 inkl. MwSt
(CHF 3,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Der Versicherungsdetektiv Erwin Müller wird aus seinem Urlaub zurückgerufen, um einen besonderen Fall in Bremerhaven aufzuklären. Er bewegt sich zwischen Betrügern, der High Society und falschen Fährten, die gelegt werden, um ihn in die Irre zu führen. Ein spannender und teils melancholischer Krimi, über Versicherungsbetrug, Mord, Lügen, Wahrheit und Intrigen.

Autor, Singer, Songwriter Alfred Zech wurde im Oktober 1950 in Bremen geboren. Schon als Kind träumte er davon Bücher und Songs zu schreiben und zu komponieren. Mit 12 Jahren begann er seinen Gesang selbst auf der Gitarre zu begleiten und gründete seine erste Band. Die selbstgemachte Musik, in Richtung - Swing-Jazz-Blues-Rock, begleitet ihn sein ganzes Leben. Sein erstes Buch "Die Chance zu leben..." (eine Autobiografie) ist im Januar 2016) erschienen. Das zweite Buch "Unfassbar" Schönheit und Verbrechen, wurde im November 2016 veröffentlicht. Weitere Bücher und Songs werden folgen!

Autor, Singer, Songwriter Alfred Zech wurde im Oktober 1950 in Bremen geboren. Schon als Kind träumte er davon Bücher und Songs zu schreiben und zu komponieren. Mit 12 Jahren begann er seinen Gesang selbst auf der Gitarre zu begleiten und gründete seine erste Band. Die selbstgemachte Musik, in Richtung - Swing-Jazz-Blues-Rock, begleitet ihn sein ganzes Leben. Sein erstes Buch "Die Chance zu leben..." (eine Autobiografie) ist im Januar 2016) erschienen. Das zweite Buch "Unfassbar" Schönheit und Verbrechen, wurde im November 2016 veröffentlicht. Weitere Bücher und Songs werden folgen!

1. Kapitel


An diesem Tage ereignete sich nichts Besonderes. Das Schicksal, das drohend über Wremen hing und es weithin bekannt machen sollte, brach erst in der Nacht herein.

Hella saß in der Halle und las. Sie war gerade bei ihrem Vater oben gewesen, um ihn für die Nacht zu versorgen, denn Herr Nielsen hatte den Rat der Ärzte gewissenhaft befolgt und sein Zimmer nicht verlassen, seitdem ich ihn gewarnt hatte.

Sie blätterte gerade eine Seite um, als sie ein leises Klopfen am Fenster hörte. Einen Augenblick lauschte sie, da sie glaubte, sich getäuscht zu haben. Vielleicht tropfte der Wasserhahn in der Küche. Aber dann vernahm sie wieder deutlich dasselbe Geräusch, legte das Buch nieder und stand auf. Sie war keineswegs ängstlich, denn Artur Willert hatte sich früher häufig auf diese Weise bemerkbar gemacht.

Sie zog den Vorhang beiseite und schaute in den Garten hinaus, konnte aber nichts sehen.

Düstere Wolken waren schon am Nachmittag von Südwesten heraufgezogen, und der Mond war nicht zu sehen. Sie ging zur Haustür und wollte eben öffnen, als sie einen Brief auf dem Boden liegen sah. Er musste unter der Tür durchgeschoben worden sein. Es stand keine Adresse auf dem Umschlag, und nachdem sie einen Augenblick gezögert hatte, riss sie ihn auf. Es war ein vier Seiten langes Schreiben. Zuerst dachte sie, der Brief käme von Artur. Sie hatte in den letzten Tagen noch verschiedene Briefe von ihm erhalten, aber sie hatte sie alle ungelesen vernichtet. Sie las die Unterschrift, hielt einen Augenblick bestürzt inne, begann dann aber doch zu lesen. Je weiter sie kam, desto größerer Schreck ergriff sie. Sie ging in die Küche und trank ein Glas Wasser. Sie las weiter. Jeder Satz traf sie wie ein Dolchstoß. Voller Zorn warf sie das Schreiben ins Feuer. Dann öffnete sie die Schublade eines Schrankes und nahm einen kleinen Revolver heraus, der ihrem Vater gehörte. Vor langer Zeit hatte sie die Waffe einmal weggeschlossen, als sie sich noch von den Drohungen einschüchtern ließ, die er in seiner Trunkenheit rausbrüllte. Sie zog auch eine kleine grüne Pappschachtel hervor, die mit Patronen gefüllt war. Mit einem Staubtuch reinigte sie den Revolver, öffnete ihn und lud ihn mit drei Patronen. Dann ging sie in ihr Zimmer, zog einen dunklen, weiten Mantel an und steckte die Waffe in die Tasche.

Als sie wieder unten in der Halle stand, tat es ihr leid, dass sie den Brief in ihrer Erregung verbrannt hatte. Jetzt war sie wieder vollkommen kühl und ruhig. Sie warf noch ihren Schal um und überzeugte sich, dass sie den Hausschlüssel in der Tasche hatte, bevor sie die Tür zuschlug.

An der Gartenpforte blieb sie stehen und schaute zum Gästehaus hinüber. Einen kurzen Augenblick war sie versucht, all ihre Sorgen und ihren Kummer, Erwin Müller anzuvertrauen – aber sie überwand sich. Wie absurd wäre es gewesen, einem Polizeibeamten zu beichten.

Sie ging hinaus ins Dunkel. Es kam ihr zum Bewusstsein, dass ihr nun auch der letzte Hoffnungsschimmer genommen war.

Ich hatte meine Pläne an diesem Tag schon zum dritten Mal geändert. Morgen würde ich endlich abreisen. Ich war eben doch ein sentimentaler Mensch. Dieses Eingeständnis war wirklich beschämend für einen vernünftigen Mann von fünfunddreißig Jahren.

Ich ging zu Nielsens Haus hinüber. Doch als ich sah, dass kein Fenster erleuchtet war, kehrte ich wieder in mein Zimmer zurück und versuchte zu lesen. Aber bald legte ich das Buch weg und ging ins Bett. Ich bin wahrscheinlich schon nach wenigen Minuten fest eingeschlafen.

Ein heftiges Klopfen an der Tür weckte mich plötzlich auf. „Wer ist dort?“ Ich sah aus dem Fenster.

„Janssen, der Hausmeister – kann ich Sie einen Augenblick in einer sehr dringenden Sache sprechen?“

Ich machte Licht, und sah auf die Uhr – es war viertel vor Eins. Was mochte vorgefallen sein? Ich vermutete, dass eine telefonische Nachricht von der Polizeidirektion Nord für mich gekommen sei. Wahrscheinlich brauchte man ihn wegen „Hähnchens“ Verhaftung, und ich verwünschte den armen Menschen. Als ich aber das Gesicht des Hausmeisters sah, wusste ich, dass etwas anderes geschehen sein musste. Janssens Gesicht war aschfahl, und seine Lippen zitterten.

„Sir“, sagte er atemlos, „es ist etwas Fürchterliches passiert. Ich dachte, erst Sie zu rufen, bevor ich zur Polizei ginge.“

„Was gibt es denn?“ fragte ich schnell.

„Herr Mager – Herr Mager“, wimmerte der Mann.

„Erzählen Sie doch.“

„Tot – ermordet, es ist schrecklich.“

„Mager – ermordet? Warten Sie einen Augenblick, in ein paar Minuten komme ich hinunter, die Tür ist nicht verschlossen. Machen Sie mir bitte eine Tasse Tee, wenn es möglich ist.“

Ich zog mich mit größter Eile an und stürzte den heißen Tee hinunter, den mir der Hausmeister an der Treppe reichte. Jemand anders musste bereits die örtliche Polizei benachrichtigt haben, denn ein Polizeibeamter öffnete die Tür, nachdem ich angeklopft habe.

„Ich bin froh, dass Sie gekommen sind, Sir. – Das ist eine böse Geschichte. Ich habe alle Polizeistationen alarmiert.“

„Ist er tot?“

„Ja. Es ist sicher schon eine Stunde her, dass er gestorben ist. Ich habe Doktor Grandel angerufen.“

Ich nickte.

„Wo liegt er?“

„Dort.“ Der Beamte zeigte auf das Arbeitszimmer.

Ich öffnete die Tür und betrat den langgestreckten Raum. Alle Lichter waren eingeschaltet. Unwillkürlich wandte ich mich nach rechts, wo Herrn Magers Schreibtisch stand. Aber dort lag der Tote nicht, sondern am anderen Ende des Zimmers mit den Füssen zum Fenster. Die Arme lagen nach oben, als ob er einen Angreifer abwehren wollte, und die Gesichtszüge waren entsetzlich verzerrt.

Er musste aus nächster Nähe erschossen worden sein, denn ich sah Pulverspuren auf seiner weißen Weste.

Es war nicht nötig, ihn noch genauer zu untersuchen. Ein Blick auf die leblose Gestalt sagte alles.

Ich ging in die Diele zurück.

„Wo sind die Dienstboten?“ fragte ich.

„Der Hausmeister beruhigt die Mädchen, Sir.“

„Lassen Sie ihn sofort holen“, sagte ich kurz.

Der Hausmeister hatte nichts gehört. Herr Mager hatte ihn und die anderen Angestellten früh zur Ruhe geschickt und gesagt, dass er selbst alle Lampen ausschalten und das Haus abschließen werde. Er pflegte das häufiger zu tun.

„Hatte er heute Abend irgendwelchen Besuch?“

Der Hausmeister zögerte.

„Das kann ich nicht genau sagen. Einmal hörte ich unten Stimmen. Ich ging die Treppe hinunter, um etwas zu holen, und ich glaube, ich habe ihn sprechen hören.“

„Mit wem hat er gesprochen?“

„Soweit ich es beurteilen konnte, war es eine Dame.“

„Haben Sie ihre Stimme erkannt?“

„Nein, Sir.“

„Wann war das?“

„Zwischen halb elf und elf.“

„Haben Sie denn keinen Schuss gehört?“

„Nein. Irgendetwas weckte mich auf – vielleicht war es der Knall. Die Köchin sagt, sie habe ein Geräusch gehört, als ob eine Tür laut zuschlug. Sie kam herauf und weckte mich. Sie kam aber nicht gleich, da sie sich entsetzlich fürchtete und glaubte, es seien Einbrecher im Hause. Schließlich stand sie aber doch auf und klopfte an Herr Magers Tür. Und als sie keine Antwort erhielt, kam sie zu mir. Ich habe dann Herrn Mager tot aufgefunden.“

„Waren die Fenster offen oder geschlossen, als Sie eintraten?“

„Sie waren geschlossen.“

„Gibt es außer der vorderen Tür noch einen anderen Ausgang?“

„Ja, man kann auch durch die Küche gehen.“

Beide Ausgänge waren verriegelt und zugeschlossen. Ich ging in das Arbeitszimmer zurück. Das geschnitzte chinesische Schränkchen kam mir sonderbar vor. Die Tür schien nicht ganz zu schließen – ich zog daran, und sie öffnete sich. Plötzlich wurde mir der eigentliche Sinn des Möbels klar, denn ich fand im Innern einen Stahlsafe verborgen. Auch dessen Tür stand auf, und ein Schlüsselbund hing am Schloss. Der Safe war leer. Im Kamin entdeckte ich verbrannte Papiere, die teilweise noch qualmten. Vorsichtig nahm ich die nicht verbrannten Stückchen heraus und rettete dabei auch ein kleines, in Leder gebundenes Tagebuch, das erst halb verkohlt war. Ich legte es behutsam auf ein Stück Papier.

„Niemand darf die Asche anrühren – verstanden, Sergeant?“

„Vollkommen, Sir.“

Ich untersuchte die vorderen Fenster, sie waren alle fest verschlossen. Von den Fenstern auf der Rückseite war, wie er erwartet hatte, eins nicht verriegelt. Der Fensterflügel war nur angelehnt.

„Entschuldigen Sie“, sagte der Sergeant,...

Erscheint lt. Verlag 5.12.2017
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Sonstiges Geschenkbücher
Schlagworte Bremerhaven • Detektiv • dunkle Geheimnisse • Erkenntnis • Feind oder Freund • Kriminalroman • Leben • Liebe • Momente • Mord • Versicherungsbetrug
ISBN-10 3-7345-2951-4 / 3734529514
ISBN-13 978-3-7345-2951-1 / 9783734529511
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Adobe DRM)

Kopierschutz: Adobe-DRM
Adobe-DRM ist ein Kopierschutz, der das eBook vor Mißbrauch schützen soll. Dabei wird das eBook bereits beim Download auf Ihre persönliche Adobe-ID autorisiert. Lesen können Sie das eBook dann nur auf den Geräten, welche ebenfalls auf Ihre Adobe-ID registriert sind.
Details zum Adobe-DRM

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen eine Adobe-ID und die Software Adobe Digital Editions (kostenlos). Von der Benutzung der OverDrive Media Console raten wir Ihnen ab. Erfahrungsgemäß treten hier gehäuft Probleme mit dem Adobe DRM auf.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen eine Adobe-ID sowie eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich