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Hamish Macbeth verschlägt es die Sprache (eBook)

Kriminalroman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
238 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7517-4214-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Hamish Macbeth verschlägt es die Sprache -  M. C. Beaton
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Mord ist nicht nur ihr Hobby, sondern ihr Beruf

Die betagte Schriftstellerin Patricia Martyn-Broyd ist entsetzt, als sie erfährt, dass ihre Protagonistin Lady Harriet in den Verfilmungen ihrer Krimis als kiffender Hippie dargestellt werden soll. Dass der Drehbuchautor für seine skurrilen Drehbücher bekannt ist und Lady Harriet von der moralisch fragwürdigen Penelope Gates gespielt werden soll, macht die Sache nicht besser. Aber Vertrag ist Vertrag, lernt die Autorin schnell. Plötzlich überschlagen sich jedoch die Ereignisse, und Patricia wird beschuldigt, Drehbuchautor und Hauptdarstellerin ermordet zu haben. Um ihre Unschuld zu beweisen, wendet sie sich an ihren einzigen Freund in Lochdubh: den Dorfpolizisten Hamish Macbeth ...



M. C. Beaton ist ein Pseudonym der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, beschloss sie, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit ihren Krimi-Reihen um die englische Detektivin Agatha Raisin und den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth feierte sie weltweit große Erfolge. Sie verstarb im Dezember 2019 im Alter von 83 Jahren.

M. C. Beaton ist ein Pseudonym der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, beschloss sie, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit ihren Krimi-Reihen um die englische Detektivin Agatha Raisin und den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth feierte sie weltweit große Erfolge. Sie verstarb im Dezember 2019 im Alter von 83 Jahren.

Leider sollte dieser Frühling mit der Rose verschwinden!
Und der Jugend süß duftendes Manuskript sein Ende finden!

Edward Fitzgerald

Patricia Martyn-Broyd hatte seit Jahren keinen Krimi mehr geschrieben.

Sie hatte sich mit Anfang siebzig in die Highlands von Sutherland zurückgezogen, wo sie ein gepflegtes, niedriges Bauern-Cottage im Dorf Cnothan besaß. Inzwischen lebte sie seit fünf Jahren am Rand des Ortes. Sie hatte gehofft, die raue Landschaft und die abgeschiedene Lage würden sie inspirieren, wieder zu schreiben, doch jedes Mal, wenn sie sich an ihre alte Remington-Schreibmaschine setzte, spürte sie das enorme Gewicht des Scheiterns auf ihren Schultern, und es wollten ihr keine Worte einfallen.

Seit fünfzehn Jahren waren ihre Bücher vergriffen, obwohl ihr letzter Krimi, Der Fall der steigenden Fluten um die schottische adlige Detektivin Lady Harriet Vere, 1965 erschienen, ein kleiner Erfolg gewesen war.

Für ihr Alter sah Patricia bemerkenswert aus. Sie hatte dichtes schneeweißes Haar, war von schlanker, muskulöser Gestalt und hielt sich stets sehr gerade. Sie besaß die breiten Schultern einer Bogenschützin. Ihre Nase war schmal und wie ein Schnabel gebogen, und ihre blassblauen Augen spähten unter schweren Lidern hervor. Sie war die Tochter eines Grundstücksmaklers, der seit Jahren tot war, ebenso wie ihre Mutter.

In ihrer Jugend war Patricia Schulsprecherin an ihrem Internat gewesen, das eher für die Titel seiner Schülerinnen berühmt gewesen war, denn für seine Bildungsstandards. Damals hatte sie sich in ihren Englischlehrer verliebt, wodurch sie zum Krimilesen kam. Dann, nach einer erfolglosen Zeit als Debütantin in London, hatte sie sich entschlossen zu schreiben.

Sie hatte nie vergessen, wie aufregend es gewesen war, als ihr erstes Buch veröffentlicht wurde. Ihre Handlungen waren komplex und gründlich recherchiert. Am liebsten waren ihr Plots, in denen Zugfahrpläne, Tidezeiten und Londoner Busrouten vorkamen. Ihre Protagonistin, Lady Harriet Vere, war wie Patricia selbst in einer Welt aufgewachsen, in der jeder seinen Platz in der Gesellschaft kannte und Höhergestellten mit Respekt zu begegnen wusste. Ein wenig aufgelockert wurde alles durch humorvolle Bedienstete oder finstere Butler und Gärtner sowie durch ungeschlachte Polizisten, die grundsätzlich Bauklötze über Lady Harriets Sachverstand staunten.

Doch während sich die Welt veränderte, blieb Patricia dieselbe, ebenso wie ihre Figuren. Immer weniger ihrer Bücher wurden verkauft. Sie verfügte über ein privates Einkommen aus einem Familientrust, sodass sie sich keine andere Arbeit suchen musste. Dennoch beschloss sie letztlich, dass ihr ein Umzug in den schottischen Norden zu neuen Eingebungen verhelfen würde.

Obwohl ihre Protagonistin, Lady Harriet, Schottin war, war Patricia vor ihrem Umzug nie in Schottland gewesen. Und ihr Trotz ließ sie nicht zugeben, dass sie einen furchtbaren Fehler gemacht hatte, da zu ihrem Versagen nun auch noch die Bürde der Einsamkeit hinzukam.

Vor Kurzem war sie von einem Urlaub in Athen zurückgekehrt. In Griechenland war es sonnig gewesen. Abends waren die Straßen der Hauptstadt hell erleuchtet, und es wimmelte dort von Menschen. Doch allzu schnell war es zurück nach London und von dort mit einem Flugzeug nach Inverness gegangen.

Der Flieger aus Athen war schon beim Landeanflug nach Heathrow durch eine dicke Wolkendecke gesunken. Wie dunkel und elend alles gewirkt hatte! Wie kalt und verregnet! Wie grimmig und missgelaunt die Leute waren! Dann folgten in Inverness noch mehr Regen und Dunkelheit auf der langen Fahrt nach Hause.

Die Grafschaft Sutherland ist mit ihren Lochs, den Bergen und den weiten Mooren die größte und am dünnsten besiedelte Gegend in Westeuropa. Als Patricia ihre Haustür aufschloss, heulte der Wind schaurig schrill um ihr Cottage. Flüchtig kam ihr der Gedanke an Selbstmord in den erschöpften Sinn, den sie jedoch gleich wieder verwarf. Eine Martyn-Broyd nahm sich nicht das Leben.

Patricia ging in die hiesige Church of Scotland, obgleich sie Anglikanerin war, denn zur nächsten episkopalen Kirche war es eine lange, ermüdende Fahrt. Sie hätte Freunde finden können, nur wollten die, die sie für ihresgleichen hielt, nichts von ihr wissen, und die, die sich für sie interessierten, betrachtete sie als unter ihrem Stand. Sie war nicht auffallend kalt oder versnobt, und sie war einsam, aber so war sie nun einmal erzogen worden. Sie hatte Bekannte im Dorf, Einheimische, die auf einen kurzen Plausch mit ihr stehen blieben, doch überhaupt keine engen Freunde.

Eine Woche nach ihrer Rückkehr aus Athen war sie immer noch rastlos und beschloss, sich ein Abendessen im Tommel Castle Hotel zu gönnen. Das Hotel war einst das Zuhause von Colonel Halburton-Smythe gewesen, der es zu einem erfolgreichen Hotel umgebaut hatte, als er in Finanznöte geraten war. Bis heute allerdings mutete das Hotel wie ein komfortabler Highland-Landsitz an, und Patricia fühlte sich dort heimisch.

Es ging ihr schon besser, als sie im Speisesaal Platz nahm und sich umblickte. Es war Juni, und nach einem strengen Winter und einem eisigen Frühling mit sibirischen Ostwinden, die Schneestürme und Frostbeulen herbeitrugen, kam der Wind plötzlich aus Westen und brachte einen Vorgeschmack auf besseres Wetter mit.

Der Speisesaal war recht voll, und eine laute Anglergruppe besetzte den Haupttisch in der Mitte. Es waren Leute von Patricias Stand, die indes kaum auf eine alte Jungfer in der Ecke achteten.

Dann kamen Kellnerinnen und begannen, die restlichen Tische zusammenzuschieben, um eine lange Tafel zu schaffen. Eine Busgruppe trat ein, laut und aufgedreht, und verteilte sich um diesen langen Tisch. Patricia runzelte die Stirn. Wer hätte gedacht, dass das Tommel Castle Hotel Busreisende aufnahm?

Tatsächlich besuchten der Colonel und seine Frau für einige Tage Freunde, und ihre Tochter war in London, also hatte der Manager, Mr. Johnson, beschlossen, dass eine Gruppe Touristen mittleren Alters nicht schaden konnte.

Patricia war eben mit ihrer Suppe fertig und wünschte, sie hätte den Mut, den Rest ihres Dinners zu stornieren, als ein großer, schlaksiger Mann in den Speisesaal kam, stehen blieb und sich umschaute. Er hatte feuerrotes Haar und kluge braune Augen. Sein Anzug war gut geschnitten, und er trug ein leuchtend weißes Hemd und eine Seidenkrawatte. Dazu hatte er jedoch klobige, hässliche Stiefel an.

Der Oberkellner ging auf ihn zu, und Patricia hörte, wie er missmutig sagte: »Es ist kein Tisch mehr frei, Macbeth.«

»Für Sie, Jenkins, Mr. Macbeth«, hörte sie den Rothaarigen leicht amüsiert erwidern. »Sicher wird bald etwas frei.«

Beide hatten sich weiter in den Saal bewegt, sodass sie nun neben Patricias Tisch standen.

»Nein, das dauert noch lange«, konterte der Oberkellner.

Der Mann namens Macbeth bemerkte auf einmal, dass Patricia sie beobachtete, und lächelte ihr zu.

Sie wollte selbst kaum glauben, was ihr über die Lippen kam, doch sie hörte sich allen Ernstes sagen: »Der Herr darf sich gern zu mir an den Tisch setzen, wenn er möchte.«

»Das wird nicht nötig …«, begann Jenkins, aber der Rothaarige nahm prompt ihr gegenüber Platz.

»Gehen Sie, Jenkins«, sagte er, »und starren Sie jemand anderen böse an.«

Patricia bereute ihre Einladung und wünschte, sie hätte sich ein Buch mitgenommen.

»Gestatten, Hamish Macbeth«, stellte er sich mit einem weiteren charmanten Lächeln vor. »Ich bin Polizist in Lochdubh, und Sie sind Miss Patricia Martyn-Broyd und wohnen drüben außerhalb von Cnothan.«

»Ich glaube nicht, dass wir uns schon begegnet sind«, erwiderte Patricia.

»Sind wir nicht«, antwortete Hamish. »Aber Sie wissen ja, wie es in den Highlands ist. Jeder kennt jeden. Wie ich gehört habe, waren Sie verreist.« Während er sprach, nahm er die Speisekarte, die eine Kellnerin ihm hinhielt, und überflog sie rasch. »Ich nehme die Suppe und eine Forelle«, sagte er.

»Ich bin gerade aus Griechenland zurück«, erzählte Patricia. »Kennen Sie Griechenland?«

»Außer den schottischen Highlands kenne ich insgesamt nicht viel«, antwortete Hamish bedauernd. »Ich bin ein Sesselreisender. Mich erstaunt, wie lange Sie es hier oben aushalten.«

»Warum?«, fragte Patricia.

»Es kann sehr einsam sein. Für gewöhnlich sind die einzigen Engländer, die herkommen, Trinker oder Romantiker, und ich würde sagen, auf Sie trifft beides nicht zu.«

»Wohl kaum«, bestätigte Patricia mit einem hohen, nicht amüsierten Lachen. »Ich schreibe.«

»Was?«

»Krimis.«

»Die lese ich viel«, gab Hamish zurück. »Sie müssen unter Pseudonym veröffentlichen.«

»Leider muss ich gestehen, dass meine Bücher schon seit einiger Zeit vergriffen sind.«

»Ah, ach so«, erwiderte Hamish unsicher. »Dann finden Sie hier oben sicher neue Ideen.«

»Ich glaube kaum, dass sich in Sutherland die Verbrecher gegenseitig auf die Füße treten.«

»Nein, aber es ist eine merkwürdige Landschaft, die seltsame Fantasien gebären kann.«

»Mein letzter Krimi spielte in Schottland, doch die anderen waren meist im Süden angesiedelte Dorfkrimis.«

»Wie die Kriminalromane von Agatha Christie?«

»Ein bisschen besser konstruiert, wenn ich mich selbst loben darf.« Wieder lachte Patricia eigenartig.

»Dann ist es ein Wunder, dass Ihre...

Erscheint lt. Verlag 28.7.2023
Reihe/Serie Schottland-Krimis
Schottland-Krimis
Übersetzer Sabine Schilasky
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Death of a Scriptwriter
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Agatha Christie • agatha raisin • Ann Granger • Cosy Crime • England • Englisch • Ermittler • Häkelkrimi • Highlands • jessica campbell • Krimis • Landhauskrimi • Miss Marple • Mitchell und Markby • Mord in bester Tradition • Polizei • Polizist • Schottland • Wohlfühlkrimi
ISBN-10 3-7517-4214-X / 375174214X
ISBN-13 978-3-7517-4214-6 / 9783751742146
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