Linien (eBook)
107 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9894-0 (ISBN)
Geboren wurde ich in Leipzig im Jahr 1979. Nach dem Abitur habe ich eine Lehre als Elektriker gemacht, der danach ein Ingenieursstudium folgte. Die Freizeit hab ich viel gezeichnet oder mich mit allerlei Tieren befasst, zu denen ich viel Wissen angehäuft habe. Daneben zeichne ich gerne und mache Kampfsport und Parkour. Mein erstes Buch habe ich 2020 aufgrund einer eigenen Comicidee geschrieben. Es trägt den Titel: 'Incubus expeditus'
Geboren wurde ich in Leipzig im Jahr 1979. Nach dem Abitur habe ich eine Lehre als Elektriker gemacht, der danach ein Ingenieursstudium folgte. Die Freizeit hab ich viel gezeichnet oder mich mit allerlei Tieren befasst, zu denen ich viel Wissen angehäuft habe. Daneben zeichne ich gerne und mache Kampfsport und Parkour. Mein erstes Buch habe ich 2020 aufgrund einer eigenen Comicidee geschrieben. Es trägt den Titel: "Incubus expeditus"
Pläne
Sobald der Körper absorbiert worden war, glitt Saat – so nannte sich das, was einst den Namen Stefan Höfer trug – in einen Zustand einer Dissoziation oder Trance über.
Saat war bewusst – fast. Allerdings war Saat nicht mehr in der Lage, Dinge direkt wahrzunehmen – zu sehen, zu hören, zu riechen oder zu tasten. Nur noch über Kameras, Mikros oder sämtliche andere Sensoren war dies möglich. Den Zugriff auf alle elektronischen Systeme zu erlangen, die in Betrieb waren, war kein Problem.
Gefühle oder Gedanken waren allerdings eine Sache für sich, selbst in diese Verfassung konnte Saat alles verarbeiten und gelegentlich darauf reagieren. Jedoch nicht emotional, sondern rational.
Das war irgendwie merkwürdig, vor allem, weil Saat dadurch in der Lage war, gleichzeitig alles mögliche aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und zu hören.
Saat war nicht vor Ort. Saat war überall zugleich, aber gleichzeitig auch nirgends.
Kör... per... ist... weg... Gefühl ist... seltsam... Fremd... Anders... Was bin... ich?
Das filigrane Netzwerk, welches aus einem Geflecht bestand, dessen Einzelstränge nur einen Durchmesser von wenigen Nanometern hatte, war im Grunde alles, was Saat ausmachte. Damit musste Saat erst einmal umgehen lernen.
Es war sein Körper, auch wenn damit nichts wirklich manipuliert werden konnte – im Sinne von Händen. Oder herumreisen, ohne Füße unmöglich, aber überflüssig, weil Saat sich auf der ganzen Welt verbreitet hatte.
Das Gebilde war im Grunde eher eine Erweiterung seiner Sinne und zugleich Nervensystem und Gehirn. Naniten wurden dadurch ausgesandt und wieder resorbiert.
Proben von Lebewesen konnten so entnommen werden oder etwas an einem bestimmten Punkt direkt nachgebessert werden. Gab es in einem Wald ein chemisches Ungleichgewicht oder verschwand eine Fläche durch Brand oder Rodung, konnte dieser Umstand schnell behoben werden.
War wahrzunehmen, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangten oder die Biodiversität bedroht war, konnte sofort interveniert werden.
Dasselbe galt, wenn Saat sich mithilfe des regulären Internets in dieses einhackte, um dort die Dinge zu regeln.
Unzählige Informationen nahm Saat auf diese Weise in sich auf. Ungefiltert. Aber ohne Beschränkungen, die ein einfaches menschliches zerebrales System, was ein Gehirn nun einmal war, mit sich brachte.
Saat verarbeitete jede von ihnen innerhalb von Mikro- oder sogar Nanosekunden. Parallel. Und fand sich bald darauf in dem Dschungel, besser gesagt seiner imaginären ‚Stadt‘, die aus allen Daten und Ordnern und Verbindungen von Rechnern und Servern weltweit bestand, zurecht.
Das war schließlich auch kein Neuland, war nur wesentlich intensiver und ganzheitlicher als zuvor. Selbst ein Mensch, der eine Woche ununterbrochen im Internet surfte – selbst wenn er nur ein Onlinerollenspiel zockte – könnte diese Erfahrung niemals nachvollziehen.
Zugleich auf einer Ebene des Biochemischen und des Elektronischen agierend, eröffneten sich Saat als eine Art Schnittstelle ungeahnte Möglichkeiten, die zuvor keinem Andere zuteil wurden.
Saat hatte einige Pläne, die auf diese Weise besser vorangetrieben werden konnten. Saat wollte die Menschheit zu einer Weiterentwicklung bringen.
Und am Besten geschah dies über Mangel. Indem ihnen die Bodenschätzen, nach denen sie gierten entzogen wurden. Sowieso musste Saat, um selber zu wachsen, dem Boden einiges entziehen. Aber nur ein Bruchteil würde gebraucht, von dem was die Menschen täglich abbauten.
Einiges beließ Saat, beziehungsweise füllte das Geflecht manche Adern wieder auf, indem es von der Gesamtmenge der Bodenschätze in der Erdkruste einiges entnahm und anderes in andere, für Saats Zwecke geeignete Höhlenverstecke einlagerte, die so tief lagen, dass es sich für die Menschen nicht lohnen würde, danach zu schürfen.
Den Großteil wurde noch tiefer in der Erdkruste versteckt und leerte die Minen oder Fundstellen vieler Minen fast vollständig.
Auch die Manganknollen des Meeres und alle anderen unterseeischen Bodenschätze hatte Saat entweder in den Tiefseegräben der Verwerfungszonen verschwinden lassen oder für eigene Absichten verwendet.
Erdöl wurde in für Menschen wertlose Substanzen aufgelöst.
Ein Teil wurde als Spurenelemente im Boden freigesetzt.
Saats versteckte Botschaft an die Menschheit lautete: Schluss jetzt mit eurer Gier nach Mehr! Kommt mit dem aus, was ihr bereits jetzt zur Verfügung habt! Die Müllberge sind hoch genug! Wozu gibt es schließlich Recycling? Oder geht neue Wege!
Auch politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich hatte Saat einiges vor: Waffensysteme sämtlicher Staaten hacken und zudem Langstrecken-Atomsprengkörper unschädlich machen, indem die Kodes geändert und auch die Raketen an sich unwirksam gemacht würden.
Die Abschussrampen sollten sich dazu wie von Geisterhand hermetisch verschließen, dass man sie erst aufschweißen müsste, wenn man die Flugkörper abfeuern würde. Wenn man es denn noch könnte. Am Ende waren es ohnehin nur noch nutzlose Metallröhren.
Saat horchte nun von Beginn seiner neuen Lebensphase auch die Kommunikation der Staatsoberhäupter mit.
Ebenso wollte Saat mit geheimen Forschungseinrichtungen für biologische oder chemische Waffen verfahren. Diese empfand Saat als effektiver, das Leben an sich nachhaltig zu schädigen. Und vor allem unschuldige Menschen. Das durfte einfach nicht sein!
Forschungen, die nur ansatzweise mit Nanotechnik zu tun hatte, beabsichtigte Saat von vorn herein zu unterbinden. Die Menschen waren dafür noch nicht reif genug. Selbst Saat war es nicht, als Saat noch ein Mensch war... Niemandem wäre es von Nutzen, wenn sich alle Materie in graue, sich selbst unkontrolliert replizierende Masse umwandelte.
Bionische Forschung, Bioinformatik, -physik oder -chemie hingegen hatte Saat vor zu unterstützen. Unmerklich wurden digitale Aufzeichnungen, vor allem Formeln oder Notizen, die mittels Touchpad gemacht wurden, verändert, dass sie einen leisen Wink in die richtige Richtung weisen würden. Nichts war effektiver, beziehungsweise energiesparender als die Natur, die im Grunde der beste Lehrmeister war – wenn man sie denn erhielt, nutzte und aus ihr lernte.
Das galt ebenso bei Architektur-, Industrie- oder Agrarforschungsprojekten. Auch hier würde Saat seine Finger, beziehungsweise die Ausläufer vom Netzwerk, welches aus ihm gebildet wird, im Spiel haben.
Zum Beispiel was seine Entwürfe zur Fassadenbegrünung anging oder Bauten, die die Natur mit einbezogen, wie zum Beispiel Animal Aided Design, senkrechte Farmen in der Stadt, des weiteren direkte Wiederverwendungskreisläufe, die dafür sorgen würden, dass die Abfälle des einen direkt ohne lange Lieferwege zu Rohstoffen des anderen wurden.
Solchen Projekten, die die Natur außer Acht ließen, würde Saat die Suppe versalzen, während diejenigen, die die Umwelt mit integrierten, gefördert würden.
Saat hatte vor, viel Geld zu transferieren. Unmerklich. Viele Etats würden solcherart ausgeblutet, während die Beträge nicht mehr nachverfolgt werden konnten. Statt, dass ein Projekt eine Million zur Verfügung hatte, würden weltweit mehrere hunderttausend Projekte je zehn Euro bekommen, die, wie vorher schon durch zig Konten und Unterkonten gewandert waren.
Saat war ein Netzwerk und verband sich zu diesem Zweck mit einem anderen Netzwerk, welches die Menschen gebaut hatten: Dem World Wide Web.
Aus einer recht spontanen Eingebung heraus griff Saat auf alle Computer zu, tiefgründiger, als je zuvor. Daten wurden gelesen und viele soziale Communities gaben Saat einen neuen Eindruck von den Menschen.
Von den kulturellen Hintergründen her waren sie vielleicht verschieden, auch von den Sprachen her, aber im Inneren waren sich alle ziemlich ähnlich. Immer noch sehr instinktbehaftet. Auch wenn einige sich besser im Griff hatten als andere, oder besser mit sich, anderen oder ihrer Umwelt umgingen.
Saat erstellte in allen erdenklichen Foren mehrere Fakeaccounts, die eifrig versuchten, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Manche direkter und manche subtiler. Dazu wurden Sprachmuster anderer Diskutanten analysiert und integriert, bis die jeweilige Sprache passte.
Saat war kein Bot und war gleichzeitig überall, sodass einige seiner Profile gelegentlich sogar miteinander diskutierten, ohne, dass das gesamte Gefüge, zu dem sein Selbst geworden war, es sofort mitbekam. Erst durch eigentümliche Gesprächsfetzen oder ungewöhnliche Begriffe wurde augenscheinlich, dass soeben Selbstgespräche geführt wurden.
In einem kleinen isolierten Staat begann er sogar von Null ein Netzwerk aufzubauen, welches sich der Kontrolle des Regimes entzog, solange man es nur zu Hause über das Handy benutzte und damit nicht...
| Erscheint lt. Verlag | 15.9.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Linien | Linien |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Evolution • Konflikt • Natur • Philosophie • Science-fiction • Umwelt • Unsterblichkeit • Wissenschaft • Zwiespalt |
| ISBN-10 | 3-7541-9894-7 / 3754198947 |
| ISBN-13 | 978-3-7541-9894-0 / 9783754198940 |
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