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Die Legende von Skirek -  K. A. Stone

Die Legende von Skirek (eBook)

Das Attentat

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
604 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9219-1 (ISBN)
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4,49 inkl. MwSt
(CHF 4,35)
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Auftakt der Trilogie 'Die Legende von Skriek' Man nennt mich Skriek - ich bin ein Bastard, halb Mensch, halb Echse. Einem Zauberer darf man niemals vertrauen, hat meine Mutter immer gesagt. Ich hätte auf sie hören sollen. Stattdessen bin ich nun im Auftrag eines Zauberers unterwegs, um König Angrias zu meucheln. Mich begleiten ein Trupp sturer Amazonen, zwei selbstherrliche harbaische Brüder und eine übellaunige Zauberschülerin; und sie alle sehen in mir nicht mehr als ein dumpfes Tier. Doch das wird ihnen noch leid tun. Zu lange bin ich als Mischwesen, als Bastard verachtet und verhöhnt worden.

K. A. Stone lebt am Rande einer kleinen Stadt in einem kleinen Haus mit einem großen Garten. Mrs. Stone ist seine Frau und sie haben vier Kinder. Im Winter sitzt K. A. Stone oft vor seinem Holzofen, sieht den Flammen zu und denkt sich Geschichten aus. Im Sommer liegt er gern im Gras, sieht den Wolken zu und denkt sich Geschichten aus. K. A. Stone mag Sagen, Märchen und Mythen; das Meer und die Sonne, dicke Schneeflocken und unerfüllbare Träume.

K. A. Stone lebt am Rande einer kleinen Stadt in einem kleinen Haus mit einem großen Garten. Mrs. Stone ist seine Frau und sie haben vier Kinder. Im Winter sitzt K. A. Stone oft vor seinem Holzofen, sieht den Flammen zu und denkt sich Geschichten aus. Im Sommer liegt er gern im Gras, sieht den Wolken zu und denkt sich Geschichten aus. K. A. Stone mag Sagen, Märchen und Mythen; das Meer und die Sonne, dicke Schneeflocken und unerfüllbare Träume.

01



Meine Mutter war eine Skriek. Groß, stark, schnell, mit üppigen weiblichen Formen und frei von jeglichem Haar. Ihren Körper bedeckten, wie es für Skriekfrauen typisch ist, unzählige kleine, rotgoldene, lederne Schuppen. Wenn direktes Sonnenlicht auf ihre Schuppen fiel, glitzerten sie in bunten Farben. Sie hatte ovale, schräg stehende Augen von einem intensiven, dunklen Blau. Ich habe ihre Augen geerbt.

Ein Skriekauge hat keine Pupille und keine Iris, dennoch ist es jedem menschlichen Auge weit überlegen.

Meine Mutter hatte schöne Hände und Füße. Ihre Schuppen waren dort von einem besonders dunklen Rot. Schlanke, hornige Krallen, die sich zum Ende hin verjüngten und nach unten bogen, schmückten ihre Finger und Zehen und erlaubten ihr, steile Felswände mühelos zu erklimmen. Ihre Zähne waren spitz und weiß, die Nase schmal und lang. Unförmige Nasenflügel, die die Gesichter der Menschen so verunstalten, fehlen den Skriek. Meine Mutter hatte ausgeprägte, hohe Wangenknochen und kleine, rundliche Ohren, die eng an ihrem Kopf anlagen. Meist trug sie bunt gefärbte Kleider aus leichten Baumwollstoffen. Ein breiter Gürtel mit zahlreichen Taschen umschloss ihre Hüften, sodass sie all die Gerätschaften, die eine Skriekfrau benötigte, stets bei sich hatte. Nach ihrem Tod nahm ich den Gürtel an mich. Ich trage ihn seither jeden Tag voll Stolz und seine Taschen sind stets gut gefüllt.

Meine Mutter war eine Künstlerin und verstand es vortrefflich, auf einer Knochenflöte zu musizieren. Sie spielte traurige Weisen und fröhliche Tänze. Manches Lied hat sie allein für den Mond komponiert. Die große Göttin Bahluna hat sie in dieser Hinsicht mit reichlich Talent gesegnet. Meine Mutter war aber auch gütig, klug und weise. Sie kannte die alten Geschichten und lachte gerne. Aber das Wunderbarste an ihr war, dass eine wahrhaft große Seele ihren Körper bewohnte.

Ich glaube aus ganzem Herzen, dass die Seele meiner Mutter nun im großen Mondschloss weilt und neben Bahluna im Garten der Freuden an einem stillen Weiher sitzt und glücklich ist.

Ich vermisse sie jeden Tag.


Alle Skriek sind groß, über zwei Meter, und stark. In einem Ringkampf kann ein einzelner, egal ob Skriekfrau oder Skriekmann, es leicht mit drei, vier Menschenmännern aufnehmen.

Skriek leben in losen Familienverbänden. Meist ziehen sie in kleinen Gruppen durch das Alltanische Gebirge. Manchmal wandern sie auch entlang der zahlreichen Flüsse Embriens und durchqueren die Lungerischen Tiefebenen. Stets folgen sie dem Ruf Bahlunas, auf der Suche nach einem Lied oder einer Geschichte. Die Menschen würden sie wohl als ausgesprochen neugierig einstufen. Die Skriek hingegen bezeichnen sich selbst als mahamsanazu; es weist auf ihr unstillbares Interesse an all den Dingen hin, die Bahluna erschaffen hat, und an all den Begebenheiten, die sich im Leben ereignen können. Da alle Skriek von ihrer Göttin Bahluna eine große, weite Seele geschenkt bekommen haben, sind sie stets auf der Suche nach Schönheit, Wahrheit und Liebe, um ihre Seelen zu erquicken. Die niederen Triebe der Menschen widern sie an. Kein Skriek hat Freude am Kampf oder gar am Töten. Habgier und Neid sind ihnen fremd. Macht und Besitz streben sie nicht an, Stadtmauern und Burgen engen sie ein. Vorschriften und Gebote gibt es unter ihnen nicht.

Die Skriek mögen auch kein Eisen und keinen geschmiedeten Stahl. Sie haben zum Schutz und zur Abwehr lediglich Stöcke aus Holz. Das muss genügen. Vielleicht gibt es aber auch deswegen nur mehr so wenige Skriek? Oder es liegt daran, dass die Skriek kein Talent zum Überleben haben. Nur wenige werden älter als fünfzig Jahre, obwohl es ihren Körpern möglich wäre, viele Jahrhunderte zu überdauern.

Viele Völker verabscheuen die Skriek. Manche hassen sie sogar und halten sie für Mörder und Leichenschänder. Darum werden die Skriek auch so oft gejagt und getötet. Doch das ist ein großes Unrecht! Die Skriek achten alle Wesen. Niemals würden sie mit einem Troll oder Gnom Streit suchen. Selbst den Menschen begegnen sie friedvoll und mit Achtung vor deren Seelen, obwohl sie wissen, dass die Seelen der Menschen klein und kümmerlich sind.

Die Skriek jagen und essen keine Tiere, sei es nun Reh, Wildschwein oder Fisch, sondern sie ernähren sich von Pflanzen, Wurzeln und Kräutern. Ich selbst esse Fleisch. Es hat aber viele Jahre gebraucht, bis ich akzeptierte, dass mein Körper nach gegartem und gekochtem Fleisch verlangt. Dieses Verlangen verdanke ich meinem Vater.

Skriek sind, im Gegensatz zu den Menschen und Riesen, auch über alle Maßen treu. Haben sie einmal ihren Seelenpartner gefunden, bleiben sie ein Leben lang mit ihm verbunden.

Der Seelenpartner meiner Mutter hieß Soltanisono. Er war von hohem, schlankem Wuchs und hatte wie jeder Skriekmann breite Schultern und dunkelblaue Schuppen. Seine Augen waren golden, und meine Mutter erzählte mir einst, dass sie sich zuerst in seine Augen verliebte. Das erste Mal trafen sie sich vor über dreißig Jahren an den Hängen des Taltorron. Soltanisono kam mit seiner Sippe einen schmalen Weg entlang. Meine Mutter und ihre beiden Schwestern saßen auf einem großen Felsen und spielten mit ihren Knochenflöten eine alte Weise. Soltanisono hielt an und lauschte der Melodie. Nach einer Weile trat er vor meine Mutter, grüßte höflich und sah ihr lange in die Augen.

Meine Mutter erzählte mir oft, dass sich in diesem Moment ihre Seelen berührt hätten. Lächelnd kletterte sie vom Felsen und ergriff seine krallenbewehrte Hand. Das war der Beginn ihrer Liebe. Viele Monde zogen Soltanisono und meine Mutter durch die Länder des allunischen Kontinents. Sie durchstreiften Wälder und Auen, Steppen und Ebenen, aber am liebsten waren ihnen die verschlungenen Bergpfade Masturiens. Sie fertigten Knochenflöten, aßen Pilze und Knollen, tranken edle Weine, suchten nach Silber und liebten sich inniglich. Nach zwei Jahren war die Zeit des gegenseitigen Erkennens endlich vorbei und Soltanisono und meine Mutter wollten ihren ewigen Bund vor Bahluna zelebrieren. Meine Mutter zog sich in eine Klause des Masturischen Waldes zurück, band einen Kranz aus Wiesenblumen, spielte ihre Knochenflöte und wartete. Sie war aufgeregt und glücklich. Und sie spürte, dass ihr Leib bereit war, zu empfangen. In ein, zwei Monden würde neues Leben in ihr heranwachsen.

Soltanisono ging währenddessen zu den Kathlonischen Furten, um dort nach Silber zu suchen, das er meiner Mutter schenken wollte. So war es Brauch bei den männlichen Skriek, wenn sie sich mit ihrer Seelenpartnerin auf ewig verbinden wollten. Die Höhlen rund um die Kathlonischen Furten waren bekannt für ihren Silberreichtum. Man wusste aber auch, dass dort entflohene telberische Soldaten ihr Unwesen trieben und auf der Suche nach Sklaven für die vinbonischen Märkte waren. Soltanisono schreckten diese Gefahren aber nicht. Er wollte so viele Silberstücke wie möglich für meine Mutter finden. So tief ging seine Liebe zu ihr, dass er kein noch so großes Risiko scheute.

Die Skriek sind das wundervollste Volk unter der Sonne, aber ich sagte es schon, sie haben leider kein Talent zum Überleben. Kurz bevor Soltanisono die Kathlonischen Furten erreichte, stieß er auf drei telberische Soldaten. Sie zogen ohne Vorwarnung ihre Schwerter und hielten sie an Soltanisonos Hals. Er wusste, was das bedeutete: Gefangenschaft und Sklaverei!

Soltanisono dachte an meine Mutter und spürte die unendliche Liebe, die er für sie empfand, tief in seinem Herzen. Er konnte ohne sie nicht leben. Daher beschloss er zu kämpfen. Aber auch wenn er viel größer und stärker als die menschlichen Soldaten war, so war er in seiner Seele doch vor allem ein Sänger und Künstler und im Kampf völlig unerfahren. Es gelang ihm zwar mit einem raschen, kraftvollen Hieb einem Soldaten mit seinem Holzstab den Schädel einzuschlagen, als er jedoch die gebrochenen, toten Augen des Menschen sah, erfüllte Trauer seine Seele und er zögerte. Diesen Moment nutzten die beiden anderen Soldaten, um ihre Schwerter in seine Brust zu treiben. Soltanisono starb mit einem lauten Ruf nach meiner Mutter. Dann entschwebte seine Seele zu Bahluna.

So eng und innig waren die Seelen meiner Mutter und ihres Geliebten verbunden, dass sie den Augenblick seines Todes unmittelbar miterlebte. Und sogar seinen verzweifelten Ruf nach ihr vermeinte sie zu spüren.

Tiefe, schwarze Trauer erfüllte meine Mutter. Langsam nahm sie den Blumenkranz von ihrem Kopf. Dunkle Tränen rannen über ihre Wangen und ihr Herz war voll Leid. Stunden vergingen. Schließlich erhob sie sich und machte sich auf den Weg. Nach kurzer Suche fand sie Soltanisonos Leichnam. Die Soldaten hatten ihn gehäutet und seine schuppige Lederhaut mit sich genommen, um sie an einen fahrenden Händler für goldene Taler zu verkaufen. Meine Mutter harrte bei ihrem Liebsten aus, bis der erste Tag des Vollmondes gekommen war. Dann nahm sie all ihr Silber aus ihren Gürteltaschen und legte es auf seine Brust, dort wo einst seine edle Seele gewohnt hatte. Sie übergoss ihn mit reichlich Fackelöl und zündete ihn an. Es dauerte lange, bis alle Flammen erloschen waren. Mit bebenden Fingern ergriff meine Mutter eines von den angerussten, verschmolzenen Silberstücken und verwahrte es als Andenken an ihren geliebten Soltanisono in einer ihrer Gürteltaschen. Sie nahm Stab und Knochenflöte an sich und ging los. Bahluna hatte ihre Seele berührt und ihr eine klare Botschaft geschenkt. Meine Mutter sollte Allunien verlassen und sich nach Euptonien, dem Kontinent der Menschen, begeben, um dort aus einem menschlichen Oberschenkel eine neue Knochenflöte zu Ehren Soltanisonos anzufertigen.

Tagelang war sie unterwegs....

Erscheint lt. Verlag 19.5.2022
Reihe/Serie Die Legende von Skirek
Die Legende von Skirek
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Attentat • Fantasy • Hexen • König • Magie • Mythen • Ritterr • Skriek • Zauberer • Zwerge
ISBN-10 3-7541-9219-1 / 3754192191
ISBN-13 978-3-7541-9219-1 / 9783754192191
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