Sohos Welten (eBook)
998 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9144-6 (ISBN)
Oliver W. Matthias, geboren 1974 nahe Zürich, besuchte die Realschule. Er arbeitete in verschiedensten Jobs, ohne seine Berufung zu finden. Nebenbei war er für die Online-Plattform Yelp tätig und reiste in ferne Länder. Dabei entdeckte er nicht nur fremde Kulturen, sondern fand auch die Inspiration zum Schreiben. Sein Debüt-Roman 'Jaden - Zeit des Erwachens' veröffentlichte er 2005 beim Machtwort-Verlag. Heute lebt er mit seiner Familie in der Türkei am Rande der Stadt Antalya in den Bergen.
Oliver W. Matthias, geboren 1974 nahe Zürich, besuchte die Realschule. Er arbeitete in verschiedensten Jobs, ohne seine Berufung zu finden. Nebenbei war er für die Online-Plattform Yelp tätig und reiste in ferne Länder. Dabei entdeckte er nicht nur fremde Kulturen, sondern fand auch die Inspiration zum Schreiben. Sein Debüt-Roman 'Jaden – Zeit des Erwachens' veröffentlichte er 2005 beim Machtwort-Verlag. Heute lebt er mit seiner Familie in der Türkei am Rande der Stadt Antalya in den Bergen.
„Das führt zum Bürgerkrieg!“, entfuhr es Wong, darum bemüht, ihre Überraschung zu verbergen.
„Wir haben keine andere Wahl, Tara! Mit der Erhöhung der Handelssteuer führt Konstantin dasselbe herbei: Einen Bürgerkrieg! Ich vermute, er will die Welten ablenken, um ungehindert Gottes Thron zu besteigen. So lange die Meute beschäftigt ist, hat er freie Hand. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir die Meute auf unsere Seite bringen. Und das tun wir, indem wir ihnen geben, was sie dringend benötigen!“
„Sie brauchen Güter, Nahrung und Medikamente und Kleider!“, erhob Wong ihre Stimme, „sie brauchen ...“
„Nein, sie brauchen einen Schuldigen!“, schnitt Pucci ihr das Wort ab. „Der Zorn in den Herzen der Bürger ist groß, meine Freunde! Die Ausbeutung über die vielen Jahrhunderte hinweg sitzt tief. Dieser Zorn klingt nicht einfach so ab, er muss herausbrechen! Wir sorgen dafür, dass er das an der richtigen Stelle tut! Es reicht nicht, Konstantin und seine Pax zu besiegen! Wir müssen die Bürger auf das ‚danach‘ vorbereiten. Sie werden sich sowohl an ihre Despoten, als auch an ihre Helfer erinnern. Dies ist nötig, um die Bürger auf Linie zu halten, wenn es vorbei ist! Außerdem zwingen wir Konstantin damit, zu handeln! Wer weiß! Vielleicht liefert uns den Beweis, um den Phelps-Beschluss zur Anwendung zu bringen!“
Alle schiegen.
Pucci fuhr sich durch das Haar, befeuchtete sich die Lippen und befahl: „Beseitigt Neso Carme so rasch als möglich. Es darf nichts von ihm übrig bleiben, verstanden. Verbrennt ihn, versenkt ihn im Aequor, ist mir egal!“ Ihr harter Blick wanderte zu Wong. „Vielleicht sieht er tatsächlich etwas, dass uns verborgen bleibt! Möglicherweise hat er sich wirklich absichtlich festnehmen lassen! Trotzdem ist das Risiko zu hoch für uns! Eliminiert ihn!“, befahl sie kalt.
Ich nahm Kontakt mit unserem Offizier auf der Erde auf. Als die Verbindung hergestellt war, zeichnete sich ein verkniffenes Gesicht eines älteren Mannes in meinen Clustereinheiten ab. Er stierte mich mit wachen Augen aus tiefen Höhlen an. Ich übermittelte ihm den Abschussbefehl für das Subjekt: Neso Carme, und beendete die Übertragung.
„Erledigt!“, sagte ich, „Pater Petrovic vom Militärordinariat kümmert sich drum, sobald die TG Neptun im UH Atlantis anlegt. Er ist Soldat, wie Carme.“
„Da wir nicht sicher sind, ob Simon hinter der Festnahme von Carme steckt, wir uns das Risiko nicht leisten können, abzuwarten, erteile ich hiermit Order, Anschläge auf Sanctus durchzuführen. Trefft den Bastard von Götterboten dort, wo es ihn am meisten schmerzt – mitten ins Herz der Datenkerne. Er rechnet nicht damit, dass wir davon Kenntnis haben und uns Zugang verschafften! Möglicherweise gelingt es uns, seine Parser auszuschalten. Und tötet Kaiserin Sarina von Sanctus. Sie sollen wissen, dass wir dazu in der Lage sind! Stört den Dataport-Nexus, dass die Berechnungen der Dimensionen nicht mehr reibungslos funktionieren.“
Pandora nickte entzückt und rückte sich zurecht.
„Ich werde mein Bestes geben, Pascaline! Das wird ein Spaß! Ich habe viele nette Überraschungen in petto.“ Sie klatschte aufgedreht in die Hände. „Kaiserin Sarina ist so gut wie erledigt! Ich mochte diese hinterlistige Schlange noch nie!“
„Tue es, nachdem ich im Palast angekommen bin, Pandora. Starte zeitgleich die Anschläge auf St. Paulus, Nahal-Hever, Makka und Bouillon. Lasst ein wahres Feuerwerk in den Welten erschallen, dass alle sehen und hören! Fordert die Bürger auf, sich gegen die Communis Delubrum zu erheben! Immerhin geht es hierbei um ihre Seelen! Also übertreib es nicht, klar? Die Bürger sollen erwachen, nicht sterben! Öffnet ihnen die Augen, auf dass sie erkennen, dass der Krieg der Himmel nicht nur eine Geschichte ist, sondern die Wahrheit! Der Götterrat muss daran erinnert werden, dass seine einzige Legitimation seines Herrscherdaseins im Unsterblichkeitsprinzip liegt. Die Götter haben nie einen wirklichen Zweck erfüllt, waren nur Vorzeigeinstrument für den Gottpapst, um die Masse in Schach zu halten! Weckt den Zorn des Volkes und richtet ihn gegen seine Unterdrücker!“
Wong flüsterte: „Das gibt ein Bürgerkrieg!“
„Ja!“, stimmte Pucci emotionslos zu, „es ist unumgänglich!“
Pandora geriet ins Stocken und straffte ihre Gestalt.
„Ähm, alle? Zeitgleich? Anschläge meine ich! Auf allen Welten, Monden und Raumstationen?“, hakte sie überrascht nach, wobei sie sich bemühte, ihre Begeisterung zu verbergen.
„Ja, alle. Die Umstände verlangen es. Wie Tara sagt: Es ist Krieg, Freunde! Es ist an der Zeit, dass das alle wissen! Die Götter und Bürger müssen begreifen, was für sie auf dem Spiel steht! Legt einen Datenfeed zu Philiat Monbase. Lasst es aussehen, als wäre der Befehl über ihn gelaufen. Es soll ordentlich in den Welten krachen, meine liebe Pandora.“
Scholl neben ihr, sabberte und zuckte heftig, dass der Stuhl unter seinem Gewicht mit knarrenden Geräuschen nachzugeben drohte. Seine Augäpfel drehten sich krampfhaft nach oben, als versuche er, seine Stirn zu begutachten.
„Wie weit sind wir mit unserer Streitmacht gegen die falschen Götter?“, wollte Pucci wissen.
„713’000 auf St. Paulus, 183’000 auf Nahal-Hever, und mehr als zehn Million Bürger in der Trinitates-Handelszone sind indes vom Dataport, und somit aus Simons Fängen befreit“, meinte Wong. „Sie werden in geheimen Lagern, ohne Dataport-Technologien von der Indoktrination entwöhnt. Danach statten wir sie mit Idn aus. Alles mit den Krediten aus den Handelssteuern!“, sagte sie in meine Richtung. Ich schwieg.
Puccis Blick wanderte zu Scholl und sie stoppte die Stromstöße.
„Dies hier ist meine Traummatrix!“, schnitt ihre Stimme scharf durch die Luft, „gehorche, und alles wird gut! Hab ich mich verständlich genug ausgedrückt? Oder willst du mehr?“
„Ge-e-nug!“, keuchte Scholl und rotzte haltlos neben sich auf den Steinplattenboden.
Pucci nickte, „unterdrücke deine cholerische Ader künftig, halte sie im Zaum. Und jetzt erstatte mir Bericht über die neuen Golem.“
Scholl furchte die Stirn und schnaubte wie ein Stier, der des Kämpfens müde war.
„Alles nur Impulse, mein Freund!“, sagte Pucci mit Spott in der Stimme, „reiß dich zusammen!“
Meine Liebste, überkam mich leiser Stolz.
Scholl räusperte sich, streckte sich vorsichtig und teilte uns mit:
„Wir haben im Asteroidengürtel von Kalva einige 100’000 neue Golem-Modelle bereitstehen. Sie sind den alten Modellen gleich, basieren aber auf der Idn-Technologie. Mit den Dataport-Routinen kommen sie nach wie vor klar.“ Brummte er mit seiner Bassstimme.
„Außerdem sind 42’000 weitere Lichtbogengleiter fertiggestellt und einsatzbereit. Ich bezweifle jedoch, dass sie gegen die Sternenschiffe der Pax ankommen. Die Idn-Nexus-Schnittpunkte sind gesetzt, funktionieren aber nicht ordnungsgemäß. Wir arbeiten daran das Problem so rasch als möglich zu beseitigen.“
Pucci rieb sich grübelnd den Nasenrücken.
„Mhm, wie sieht es mit der Kontaktaufnahme abtrünniger Feuerschweife aus? Gibt es Hinweise darauf, dass die Mythen wahr sind, oder bleiben es, mhm, Geschichten!“
Die Runde blieb stumm.
Pandora schaute auf den Tisch und rutschte unruhig hin und her. Ich sah deutlich, wie ihr Hochmut aus ihrem Gesicht wich, die Selbstsicherheit.
Pucci beobachtete sie ebenso dabei und ließ ihr einen Moment Zeit. Schließlich wurde es ihr zu bunt.
„Hast du was auf dem Herzen, Pandora? Kotz dich aus, jemand Besseres dafür wirst du nicht finden!“
„Unser Spionagesatellit über der Erde hat ein Feuer aufgezeichnet, das nach ein paar Sekunden von der Fäulnis verschlungen wurde. Möglicherweise ein Feuerschweif!“ Sie sah niemanden an. „Wie Ihr wisst, berichten seit Wochen Bürger, dass plötzlich Gegenstände verschwinden und verändert wieder auftauchen! So, wie Elon Patera beispielsweise! Informanten aus Chronos behaupten, dass dies auf die Wechselwirkung zwischen den Dimensionen zurückzuführen ist.“ Pandora schaute auf. „Sie befürchten, dass die Dimensionsbarrieren zusammenbrechen, weswegen nicht wenige Designer bereit sind, zu uns überzulaufen. Durch die Berechnung der Pforte der Himmel sind sie dabei, sich durch ihre Rechenschuld aufzulösen. Allerdings bräuchten sie eine geeignete Schnittstelle, um die Golem mit Idn zu übernehmen. Ich habe ihre Schuld überprüft, die Informationen stimmen. Sie leben außerhalb der Datenstadt in winzigen Clustern und warten auf ihr Ende. Die Kaiser scheint es nicht sonderlich zu kümmern, dass Ihresgleichen dahinsiechen. Kaiser Hanzo ist damit beschäftigt, sich selbst zu stärken und dem Gottpapst zu gefallen! Ebenso Kaiser Suliman von St. Paulus und Kaiserin Sarina von Sanctus. Sie führen ihre Netzwerke mit eiserner Hand. Die Designer, die ihnen untertan sind, sind vor ihrer Gier nicht sicher! Wir haben mehrere Zellen auf Chronos etabliert, die für uns arbeiten! Die abtrünnigen Designer sind uns gegenüber loyal.“
„Das ist zwar riskant, hört sich dennoch vielversprechend an!“, antwortete ich.
„Könnten Spione der Kaiser sein!“, wandte Wong ein und Scholl grunzte zustimmend, „Kaiser Hanzo ist berüchtigt für seine Hinterlistigkeit. Wie gesagt, die neuen Golem haben eine Schnittstelle für die Dataport-Technologie. Von daher gibt es keine Probleme.“
„Simon hat eine Waffe gegen abtrünnige Designer entwickelt“, schnatterte Pandora, „den i-Predator. Soweit ich in Erfahrung brachte, löst die Waffe die Struktur der Architektur auf.“
„Wenn es für uns...
| Erscheint lt. Verlag | 7.5.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7541-9144-6 / 3754191446 |
| ISBN-13 | 978-3-7541-9144-6 / 9783754191446 |
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