Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Das Lied der zwei Völker (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
400 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7546-7318-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Lied der zwei Völker -  Saskia Diepold
Systemvoraussetzungen
6,99 inkl. MwSt
(CHF 6,80)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Drei Monde Zwei verfeindete Völker Eine Prophezeiung Arden arbeitet als Fischer, doch schon seit geraumer Zeit bleibt der Ertrag aus. Stürme und Gewitter ziehen über das Land und Streit mit seinem Freund hat er auch. Als er eines Tages einen fremden Mann aus dem Meer fischt, der Ardens Sprache nicht spricht und der so ganz anders aussieht als die Menschen der Küste, droht die Stimmung im Dorf zu kippen. Shivan wurde bestraft. Mit der höchsten Strafe, die es in Silmariv gibt. Degradiert und gebrochen findet er sich in einer fremden Stadt wieder, in der er ebenso wenig erwünscht ist wie in seiner einstigen Heimat. Schließlich fordern die Stürme Menschenleben und Gerüchte werden unter den Dorfbewohnern laut. Von der ewigen Nacht ist die Rede, dem Untergang der Welt, und der Fremde muss dafür verantwortlich sein ... Das Taschenbuch umfasst 576 Seiten.

Fantastische Geschichten, ein bisschen (viel) Liebe und nichts Geringeres als die Rettung der Welt. Saskia Diepold, geboren am 30.09.1983 in Düsseldorf, hat Deutsch und Kunst auf Lehramt studiert und schon fantasievolle Geschichten geschrieben, lange bevor die Idee aufkam, diese auch einmal zu veröffentlichen. Aktuell lebt sie mit ihrem Mann, den zwei Kindern und drei Katzen im Kreis Heinsberg und nutzt die Zeit neben der Schule, um ihre Ideen auf Papier zu bannen.

Fantastische Geschichten, ein bisschen (viel) Liebe und nichts Geringeres als die Rettung der Welt. Saskia Diepold, geboren am 30.09.1983 in Düsseldorf, hat Deutsch und Kunst auf Lehramt studiert und schon fantasievolle Geschichten geschrieben, lange bevor die Idee aufkam, diese auch einmal zu veröffentlichen. Aktuell lebt sie mit ihrem Mann, den zwei Kindern und drei Katzen im Kreis Heinsberg und nutzt die Zeit neben der Schule, um ihre Ideen auf Papier zu bannen.

Kapitel 1 - Arden

„He Arden, dein Onkel fährt gleich ohne dich.“

Mühsam rollte ich mich auf die andere Seite des Bettes und vergrub meine Nase in den Kissen, die immer noch nach Beron dufteten, obwohl er mich längst allein in den Laken hatte liegen lassen.

„Levi würde nie ohne mich rausfahren“, brummte ich und schlug trotzdem die Augen auf. Beron stand bereits vollständig bekleidet am Fenster mit einem Becher Tee in der Hand und warf einen Blick über die Schulter zurück zu mir. „Sieht aber ganz so aus, als hätte er es eilig.“

Ächzend erhob ich mich und schlang meine Arme um seine Brust. Wie so oft in letzter Zeit erwiderte er meine Umarmung nicht und starrte stattdessen weiter nach draußen. Seufzend folgte ich seinem Blick. Tatsächlich hatte Levi den kleinen Kahn schon bereitgemacht. Immer wieder prüfte er ungeduldig den Stand der Sonne und den der drei Monde, die gerade am Himmel über Adastead ihre Bahnen zogen. Dann schirmte er seine Augen mit der Hand ab und beobachtete unser Häuschen, als könnte er Beron und mich trotz der Entfernung am Fenster stehen sehen.

Ich stöhnte und Beron streifte meine Arme ab. „Ich hab’s dir gesagt.“

„Ja, ja.“ Gähnend ließ ich von Beron ab, um mich anzuziehen. „Warum bei den drei Schwestern muss Levi denn so früh raus heute?“

„Das werden dir die drei Weißen auch nicht beantworten können.“

Ernst beobachtete er, wie ich mir ein getragenes Hemd über den Kopf zog.

„Warum so ein Gesicht?“, fragte ich und hoffte zumindest auf ein Lächeln, das ihm sonst Grübchen in den Wangen bescherte. Aber selbst, als ich unbeholfen auf einem Bein hüpfend versuchte, in die Stiefel zu schlüpfen, schüttelte er nur seufzend den Kopf und stellte seine Tasse auf dem Tisch ab, auf dem noch das dreckige Geschirr vom Vortag stand. Statt meine Frage zu beantworten, sagte er: „Ich habe gestern bei Onto noch eine Bestellung aufgegeben. Kannst du die Sachen nachher bitte abholen? Du kommst am Laden vorbei.“

Ich gähnte ein weiteres Mal und pickte mir einen Rest Brot vom Tisch, bevor ich mich auf den Weg nach draußen machte. „Ja, klar.“

„Arden?“

Ich drehte noch einmal um, bereit für einen Abschiedskuss.

„Ich mein’s ernst. Denk dran. Vergiss das nicht wieder. Wenn der Korb nicht rechtzeitig abgeholt wird, gibt Onto die Sachen an wen anders und wir können wieder gucken, wie wir eine Woche ohne Gemüse auskommen.“

„Richtig, ja! Ich denk dran. Versprochen.“ Rasch drückte ich ihm einen Kuss auf die Lippen. „Bis nachher.“

 

„Du kommst spät“, brummte Levi.

„Oder du bist viel zu früh dran“, erwiderte ich und gähnte ein weiteres Mal herzhaft. Der gewohnte Geruch von Algen, Salzwasser und Fisch strömte aus jeder Bohle des Fischerbootes und ich ließ mich, weiterhin müde, auf einem der noch leeren Fässer nieder. Levi schnalzte missbilligend mit der Zunge und machte sich daran, unseren Kahn aufs offene Meer hinauszulenken. „Das Wetter gefällt mir nicht. Letzte Nacht hat es auch wieder gestürmt und ich fürchte, es wird über den Tag eher schlimmer als besser. Wir sollten die wenigen Sonnenstrahlen noch nutzen, solange wir können.“

Ich betrachtete nach seinen Worten den verhangenen Himmel und musste ihm leider recht geben. Ohne Sonne würden die Schimmerlinge gar nicht herauskommen, aber für andere Arten, auf die wir uns sonst in den sonnenärmeren Jahreszeiten konzentrierten, war es noch deutlich zu früh.

Im aufgewühlten Wasser trieb allerlei Unrat. Alles, was der Sturm in den letzten Tagen aufs Meer hinausgetragen hatte. Beim Vorbeifahren sahen wir, wie Verhan den Mast seines Bootes reparierte. Der würde wohl heute nicht mehr rausfahren.

„Vermisst auch ein Ruderboot“, erklärte Levi mit einem Nicken in Verhans Richtung. „Kommt davon, wenn man seinen Kram bei dem Wetter nicht besser sichert.“

 

Im Laufe des Tages wurde es nicht besser. Es blieb wolkenverhangen und windig. Unsere Ausbeute fiel entsprechend gering aus und viel zu tun gab es auch nicht. Gelangweilt sah ich hinüber zu Levi, der an die Reling gelehnt erst missmutig auf das trübe Wasser und dann in den düsteren Himmel starrte. Er klopfte zweimal auf das Holz vor sich und wandte sich anschließend zum Steuer. „Wir drehen um, Arden. Genug Zeit verschwendet. Hol die Netze ein.“

 

Levi steuerte uns, trotz des stärker werdenden Windes sicher in Richtung Land, während ich in Gedanken versunken die wenigen Schimmerlinge aus dem Netz zupfte, die sich dennoch zu uns verirrt hatten. Auf keinen Fall durfte ich nachher das Gemüse vergessen. Die letzte Woche war in der Tat äußerst eintönig gewesen und mein Magen knurrte beim Gedanken daran, endlich wieder etwas anderes zu essen als Räucherfisch und Brot. Ob Beron auch ein paar Pilze bestellt hatte? Ich mochte sie zwar nicht besonders, aber ich wusste, dass er einem duftenden Pilzomelett nicht widerstehen konnte. Vielleicht könnte ich ihn heute Abend damit überraschen. Nachdem er in den letzten Wochen so schlechte Laune gehabt hatte, würde das seine Stimmung sicher heben.

„Arden. Sieh mal!“

Levis Ruf riss mich aus den Gedanken und ich folgte seinem Fingerzeig. Wir passierten eine Sandbank in einiger Entfernung, aber unsere Aufmerksamkeit galt dem ramponierten Boot, das halb auf dem Sand, halb im Wasser hing und von den Wellen sanft geschaukelt wurde.

Ich erhob mich und kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. „Könnte das Verhans Ruderboot sein?“

„Möglich, aber da ist nicht mehr viel dran zu retten“, erwiderte Levi und recht hatte er. Ein großer Riss zog sich von der Backbordseite über den Rumpf, sodass der Kahn schon bedenklich tief im Wasser lag. Vermutlich wurde er nur dadurch über Wasser gehalten, dass er halb auf der Sandbank auflag.

„Sollen wir es trotzdem mitnehmen?“, fragte ich, doch Levi schnaubte nur. „Verhan kann sich selbst um seinen Kram kümmern.“

Eine weitere Welle schwappte gegen das kleine Ruderboot und ich sah etwas im Inneren schimmern. War es Stoff? Ich zog mir eine Kiste heran und stellte mich darauf, um einen besseren Überblick zu haben. Wieder schaukelte der Kahn und überrascht schnappte ich nach Luft.

„Onkel Levi, warte! Da liegt jemand drin.“

„Bei den drei Weißen, was –“ Levi beugte sich ein Stück vor und kniff ebenfalls die Augen zusammen, aber ich war mir mittlerweile sicher. Da lag ein Mensch in Verhans Boot. Ohne zu zögern, streifte ich mir das Hemd über den Kopf, die Stiefel ab und setzte bereits einen Fuß auf die Reling.

„Arden!“ Ich konnte nicht ausmachen, ob in Levis Stimme eher ein warnender oder ein überraschter Unterton mitschwang. Seine Überlegungen wollte ich ohnehin nicht abwarten. Stattdessen tauchte ich mit einem beherzten Kopfsprung in das kühle Nass und hatte nach wenigen Schwimmzügen die Sandbank erreicht. Im Boot und bereits halb im Wasser lag ein Mann, bewusstlos, aber atmend. Eine Platzwunde zierte seine blasse Schläfe.

Levi rief wieder nach mir und ich winkte ihn näher. „Er lebt, aber er ist verletzt.“ Rasch zog ich den schlaffen Körper aus dem Boot.

Immerhin handelte auch Levi endlich, denn er manövrierte das Fischerboot so nah wie möglich an die Sandbank, damit ich den Mann an Deck bringen konnte. Ich schlang die Arme um die schmale Brust des Fremden und schleppte ihn bis zu unserem Kahn ab.

„Hast du ihn?“, fragte ich außer Atem, als ich ihn meinem Onkel übergab. Levi brummte nur, aber als mir klar war, dass er den Mann über Wasser halten konnte, zog ich mich erst selbst ins Boot, bevor wir ihn gemeinsam an Bord zerrten.

Trotz seiner Unterstützung wirkte Levi verunsichert und trat nun kopfschüttelnd ein paar Schritte zurück. „Arden, das gefällt mir nicht!“

„Mir auch nicht,“ erwiderte ich. „Sieh dir nur die Platzwunde an!“

Levi schnaubte verächtlich und aus dem Augenwinkel bekam ich mit, wie er sich mit hochgezogenen Schultern umsah. „Das meine ich nicht. Wo kommt der Kerl her? Und was hat er in Verhans Ruderboot zu suchen?“

„Können wir uns darüber vielleicht später Gedanken machen?“, fragte ich, auch wenn ich mir insgeheim ähnliche Fragen stellte.

Erst blickte Levi skeptisch in den weiterhin mit Wolken verhangenen Himmel, aber dann griff er doch nach einer rauen Decke, die auf einer der Kisten lag, und hockte sich vor den Fremden. Während er das Gesicht des Mannes studierte, warf er etwas ungelenk den Stoff über die schmalen Schultern. Fast so, als wollte er ihn auf keinen Fall berühren. Seufzend wickelte ich den Unbekannten in die Decke und rutschte so weit um ihn herum, dass ich seinen Kopf auf meinen Schoß betten konnte.

„Hat wohl einen ordentlichen Schlag abbekommen“, brummte Levi und deutete auf die blutverkrustete Schläfe des Mannes. „Sicher ist er deswegen bewusstlos.“ Ächzend drückte er sich wieder hoch und sah auf mich herab. „Trotzdem. Geheuer ist mir das nicht.“ Für einen Moment zögerte er. „Hab bloß ein Auge auf ihn.“ Dann wandte er sich von uns ab und kümmerte sich um die Netze, die ich eben achtlos fallengelassen hatte.

Ich nutzte die Zeit, um den Unbekannten eingehender zu betrachten.

Sein langes Haar wirkte fast schwarz, aber vielleicht täuschte das nur, weil es nass war. Seine Haut war eher blass, beinahe wie Alabaster. Das allein zeigte deutlich, dass er ein Fremder war. Die Bevölkerung in Adastead hatte durchweg bronzefarbene, wettergegerbte Haut. Auch seine Statur unterschied sich von der der Küstenbewohner. Weniger stämmig, eher schmal, doch nicht mager.

Levi hatte die Fangnetze eingeholt und warf mir mein Hemd zu, das ich...

Erscheint lt. Verlag 6.8.2022
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte divers • episch • Fantasy • High Fantasy • Liebe • Liebesroman • Prophezeihung • Queer • Romance • Romantasy • Weltuntergang
ISBN-10 3-7546-7318-1 / 3754673181
ISBN-13 978-3-7546-7318-8 / 9783754673188
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40