Panteona (eBook)
474 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9683-0 (ISBN)
Patrizia K. Werner, geboren 1985 in Bromberg, studierte in Düsseldorf und Bochum Biologie. Neben Aufträgen zu einem kleinen Lokalblatt, begann sie 2016 ihren ersten Science-Fiction-Roman zu schreiben. Mit 'Panteona - Die Erinnerung', der die Fortsetzung der dreibändigen Serie ist, zeigt sie, dass für sie, trotz ihres wissenschaftlichen Interesses, die Charaktere und besonders die spannenden Handlungen im Vordergrund stehen.
Patrizia K. Werner, geboren 1985 in Bromberg, studierte in Düsseldorf und Bochum Biologie. Neben Aufträgen zu einem kleinen Lokalblatt, begann sie 2016 ihren ersten Science-Fiction-Roman zu schreiben. Mit "Panteona - Die Erinnerung", der die Fortsetzung der dreibändigen Serie ist, zeigt sie, dass für sie, trotz ihres wissenschaftlichen Interesses, die Charaktere und besonders die spannenden Handlungen im Vordergrund stehen.
KAPITEL 1
Dichter Nebel schwebte über dem Waldboden, als Phian in der Begleitung von fast einhundert Überlebenden die verschwommenen Umrisse Herodiens entdeckte.
Erleichtert ihr Ziel erreicht zu haben, sog sie die kühle Morgenluft ein. Der Geruch nach Erde und Moos stieg ihr in die Nase.
Gemeinsam mit den Herodiern und Panteonern an ihrer Seite trat sie näher an die gewaltige Höhlenstadt heran, als ein Alarm aufheulte.
Schrill schallte es zu ihnen vor und die dünner werdende Nebelbank gab den Blick auf den Höhleneingang frei, in dem sich in Windeseile herodische Wachen postierten. Kurzerhand spannten sie Pfeile in ihre Bögen und richteten sie auf die Gruppe Herannahender.
Abrupt blieben Phian und die Übrigen stehen. Hinter ihr rief jemand etwas in der herodischen Sprache. Eisig lief ihr der Schweiß den Nacken hinab. Da wirbelte der Wind den Nebel zu einem durchscheinenden Schleier auf und gab ihre Gesichter frei.
Sofort senkten die Streiter ihre Waffen. Einige begannen euphorisch zu lachen, während andere direkt auf sie zu rannten oder in die Höhle hineinliefen und etwas Unverständliches herausschrien.
Erschöpft näherten sich Phian und die anderen weiter der Stadt, worauf sich der Höhleneingang mit unzähligen Herodiern füllte. Ihre Augen wanderten dabei suchend nach ihren Angehörigen und Freunden über die Gesichter der Überlebenden, als sie augenblicklich zurückschreckten.
Phian sah zu ihrer rechten und linken Seite, um zu sehen, was sie so beunruhigt hatte, und erkannte, dass es die Panteoner sein mussten. Mit ihrer bleichen Haut, schmalen Statur und den für die Herodier ungewöhnlichen Gewändern, wirkten sie wie Außerirdische.
Auf der Stelle begannen einige zu tuscheln, als in dem Moment jemand unter ihnen »Zaro!« rief. Eine kräftige Gestalt löste sich aus der Menge und schritt direkt auf den jungen Mann zu Phians Rechten zu.
»Zaro«, stieß der Stämmige abermals erleichtert aus und blieb vor ihm stehen.
»Swadev«, brachte Zaro geschwächt hervor, woraufhin der Mann seine Hand in Zaros Nacken legte und ihn zu sich heranzog. Dann sagte er freudestrahlend etwas auf Herodisch und ließ Zaro wieder los, der erschöpft lächelte und nickte.
Als Swadev daraufhin auf Herodisch fortfahren wollte, unterbrach ihn Zaro jedoch abrupt. »Wir sind nicht unter uns. Wir haben Gäste, die der herodischen Sprache nicht mächtig sind. Also sprich bitte in der alten Weltsprache.« Er deutete mit einem Kopfnicken zur Seite, wo Phian mit den anderen stand.
Swadev nickte verständnisvoll. »Von ursprünglich dreihundert Losgezogenen kehren nur diese Wenigen zurück?«, sagte er schließlich und seufzte schwer, während seine Augen schnell die Männer und Frauen durchkämmten, die sich verwundet, müde und mit von Trauer gezeichneten Gesichtszügen hinter Zaro sammelten.
Abermals nickte Zaro, doch das Lächeln war verschwunden.
»Wer sind diese Fremden, eigentlich? Doch nicht etwa diese Panteoner?«
»Doch«, antwortete Zaro und warf einen kurzen Blick über die Schulter zu Phian und den anderen.
»Das wird Gaeah sicher nicht gefallen. Sie ist ziemlich aufgebracht. Diese Situation ist einfach …« Swadev schaffte es nicht, seinen Satz zu beenden, als in dem Moment wie aufs Stichwort eine grelle Stimme die Aufmerksamkeit aller auf sich lenkte.
Es war eine rundliche Frau in einem blaugemusterten Kleid und mit Edelsteinen verziertem Schmuck um ihren Hals. Während Gaeah Terral Varush, die Stimme des herodischen Volkes, abermals etwas auf Herodisch brüllte, hetzte sie geradewegs und völlig außer Atem auf Zaro zu. Vorbei an mehreren Herodiern, die nach ihren geliebten Verwandten und Freunden unter den Überlebenden Ausschau gehalten hatten und nun nach und nach weinend zusammenbrachen, als die Trauer sie nach erfolglosem Suchen überwältigte.
Kaum war Gaeah bei ihnen angekommen, brüllte sie abermals etwas auf Herodisch, woraufhin die Wachen erst verwirrt aufblickten und dann langsam wieder ihre Waffen zum Angriff hoben.
Mit spitzen Schwertern und Pfeilen stießen sie an den herodischen Bürgern vorbei, die ängstlich zur Seite sprangen, und bauten sich vor Phian und den Panteonern auf.
»Es geht keine Gefahr von ihnen aus, verehrte Varush!«, sagte Zaro in einem beherrschten Ton und stellte sich zwischen die Fronten, um die aufgebrachte Frau zu beruhigen. »Sie haben genau wie wir gegen den Feind gekämpft.«
»Doch wer gibt Euch das Recht, sie nach Herodien zu führen?«, reagierte Gaeah empört.
Phian, die immer noch neben Zaro stand und sich bisher nicht getraut hatte, sich auch nur bemerkbar zu machen, holte nun tief Luft, um darauf zu antworten.
Da griff Zaro nach ihrem Handgelenk und schenkte ihr einen mahnenden Blick. Gaeah beobachtete dies mit Argwohn und Zaro ließ Phian los, ehe er erneut das Wort ergriff.
»Diese Panteoner haben bei der Schlacht ihr Zuhause verloren. Deshalb habe ich entschieden, ihnen vorerst Unterschlupf zu gewähren.«
»Und wer gibt Euch das Recht, dies eigenmächtig zu entscheiden?«
Zaro sah sie ernst an. »Das gebietet uns schon allein unsere Pflicht der Umwelt gegenüber, zu denen auch diese Fremden gehören.« Gaeah sah von ihm empört auf die Panteoner, als Zaro in einem entschiedenen Ton fortfuhr. »Falls die Berater entscheiden sollten, dass dieses fremde Volk hier nicht bleiben kann, werden sie selbstverständlich gehen. Doch bis dahin sollten sie, wie auch die Herodier, medizinische Versorgung und Nahrung erhalten.«
Mit einem Ruck blickte die stolze Frau zurück auf Zaro. Einige Sekunden verstrichen, in denen sie scheinbar irritiert von seinem bestimmenden Auftreten nach den richtigen Worten suchte, bevor sie in einem schnaubenden Ton zu ihrem Assistenten neben ihr sagte: »Also gut, schickt die Verletzten in die medizinische Abteilung und gebt allen etwas zu essen.« Mit einer Handbewegung gab sie dabei den Wachen den Befehl, ihre Waffen wieder herunterzunehmen.
»Wirklich allen?« Die Augen des Assistenten mit der viel zu großen Nase unter der Brille verloren sich in der Menge.
Gaeah folgte seinem Blick zu den Fremden, die sich nur vorsichtig trauten, die Plattform vor dem Höhleneingang zu betreten. »Ja, allen«, sagte sie in einem schneidenden Ton und mit einem Schnauben Richtung Zaro wies sie ihren Assistenten noch an, die Berater sofort in ihr Büro zu bestellen, da sie nun Wichtiges zu besprechen hätten.
»Und Sie, Herr Hodura,« sie wandte sich wieder Zaro zu, »sollten besser aufpassen, mit wem Sie hier reden. Noch haben Sie meine Nachfolge nicht angetreten.« Mit einem Satz wirbelte sie herum und eilte davon.
»Ich werde mit ihr gehen«, sagte Zaro zu Phian, ohne seinen Blick von der davonstürzenden Volksstimme abzuwenden.
»Soll ich auch mitkommen?«, fragte Phian und zog wenige Schritte mit ihm mit, als Zaro abrupt stehen blieb. »Nein, hierbei brauchen wir deinen Rat nicht. Das ist eine Sache, über die Herodien selbst entscheiden muss. Außerdem, vergiss nicht, die Berater haben dich damals gewarnt, sie noch einmal unaufgefordert aufzusuchen.«
Phian nickte. Sie wusste, worauf er ansprach. Damals hatte Merloun, Arawns rechte Hand, sie mit einigen von Arawns Leuten in Herodien aufgesucht. Er wollte sie zurückholen, um ihren Vater weiter unter Druck setzen zu können, nachdem er sie entführt hatte.
Doch Phian konnte fliehen und wurde dabei von den Herodiern entdeckt, die sie bei sich festhielten, da sie annahmen, sie sei eine Spionin aus der Kuppelstadt Panteona. Nachdem Phian und die Herodier den Angriff mit großen Verlusten überstanden hatten, musste Phian mit Gaeah um ihre Freilassung sprechen, um einen weiteren Versuch Arawns, sie zu sich zu holen, zu verhindern. Dabei platzte sie in eine Besprechung der Berater mit Gaeah und Zaro. Erst noch freundlich, wollten sie alles von ihr wissen.
Jedoch zum Schluss machten sie ihr deutlich, dass ihr Auftreten dennoch unangemessen war und sie sich diesen Fehltritt nicht ein zweites Mal erlauben dürfte.
»Wenn wir dich brauchen, werden wir dich holen. Aber bis es so weit ist, solltest du versuchen, mit den Panteonern so wenig wie möglich aufzufallen.« Zaros Augen wanderten besorgt an Phian entlang, bevor sie an ihrer verletzten Schulter verweilten. »Zudem solltest du dich jetzt besser auch untersuchen lassen«, fügte er noch an und strich ihr sachte die weißblonden Strähnen von der behelfsmäßig verbundenen Wunde. Für einen Moment schien sein Blick dabei im luftleeren Raum zu versinken.
»Zaro?«, begann Phian leicht verwirrt und legte ihre Hand auf seine.
»Phian, ich würde mich gerne bei dir bedanken, dass du in die Tunnel zurückgekommen bist, um mich zu holen, aber ich kann es nicht«, sagte er schließlich und zog seine Hand unter ihrer weg. »Es war dumm von dir, dich dieser Gefahr auszusetzen.«
»Ich wollte dich doch nur da rausholen.«
»Was wenn du es aber nicht aus den Tunneln geschafft hättest? Oder wenn Arawn dich …« Zaro schluckte und seine Stimme wurde leiser. »Phian, was wenn ich dich verloren hätte.« Er sah sie flehend an. »Versprich mir, dass du so etwas Dummes nie wieder tun wirst.«
Phian wich zurück und sah ihn ungläubig an. »Du machst mir Vorwürfe, weil ich dein Leben gerettet habe?«
Zaro stieß die Luft laut aus. »So wie du es sagst, klingt es, als ob es etwas Schlechtes wäre. Dabei mache ich mir doch nur Sorgen. Also versprich es mir, bitte.«
»Das kann ich nicht«, murmelte Phian und sah in seinem Ausdruck, dass er ihre Wehr nicht nachvollziehen konnte. »Verstehst du denn nicht, dass auch ich mir Sorgen gemacht habe? Und zwar um dich!?«
...| Erscheint lt. Verlag | 3.8.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Panteona | Panteona |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | action • Dystopie • Freundschaft • Liebe • Spannung |
| ISBN-10 | 3-7541-9683-9 / 3754196839 |
| ISBN-13 | 978-3-7541-9683-0 / 9783754196830 |
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