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Panteona (eBook)

Das Erwachen
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
487 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9667-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Panteona -  Patrizia K. Werner
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Ihr Leben lang wünscht sich Phian, ihrem goldenen Käfig zu entfliehen. Zu ihrer eigenen Sicherheit von ihrem Vater in der Residenz festgehalten, lernt sie somit ihre außergewöhnliche Stadt Panteona auf verbotenen Ausflügen kennen. Doch ihr Vater sollte recht behalten und sie gerät schon bald in Gefahr. Auf ihrer darauffolgenden Flucht gelingt ihr allerdings etwas, womit sie niemals gerechnet hätte. Sie verlässt Panteona. Die Stadt, der angeblich niemand entkommen kann. Phians plötzliche Freiheit eröffnet ihr auf ungeahnte Weise neue Wege. Wege, die sie nicht nur zur Wahrheit über ihre Stadt führen, sondern auch zur Wahrheit über sich selbst.

Patrizia K. Werner, geboren 1985 in Bromberg, studierte in Düsseldorf und Bochum Biologie. Neben Aufträgen zu einem kleinen Lokalblatt, begann sie 2016 ihren ersten Science-Fiction-Roman zu schreiben. Mit 'Panteona', der der Auftakt für eine dreibändige Serie ist, zeigt sie, dass für sie, trotz ihres wissenschaftlichen Interesses, die Charaktere und besonders die spannenden Handlungen im Vordergrund stehen.

Patrizia K. Werner, geboren 1985 in Bromberg, studierte in Düsseldorf und Bochum Biologie. Neben Aufträgen zu einem kleinen Lokalblatt, begann sie 2016 ihren ersten Science-Fiction-Roman zu schreiben. Mit "Panteona", der der Auftakt für eine dreibändige Serie ist, zeigt sie, dass für sie, trotz ihres wissenschaftlichen Interesses, die Charaktere und besonders die spannenden Handlungen im Vordergrund stehen.

KAPITEL 2




Den Kopf umnebelt von verworrenen Gedanken schreckte Phian am Frühstückstisch auf, als die archaische Standuhr zu sieben Uhr schlug. Mit ihren penetranten Schlägen erinnerte sie Phian daran, dass sie für diese Zeit eine Verabredung hatte. Abwesend blickte sie zu den Zeigern. Doch ihr Ausflug war nicht mehr wichtig. Zu laut hallten die Worte ihres Vaters in ihrem Kopf nach.

Sie wandte sich ihrem Vater zu, der seine Kaffeesoda schlürfte. Dabei rang sie mit sich selbst, ihn nach der Bedeutung seiner Unterredung zu fragen. Doch wie sollte sie ihm erklären, woher sie diese kannte, ohne ihren Aufenthalt außerhalb der Residenz und somit sich selbst zu verraten?

Meine Tochter hätte die Lösung dieses Problems sein sollen.‹

Sie schüttelte unmerklich den Kopf. Die Frage brannte zu sehr und sie entschied, dass sie es darauf ankommen lassen musste.

Sie öffnete ihren Mund, doch ihr Vater kam ihr zuvor.

»Heute findet deine Beurteilung statt.« Seine Augen wanderten von dem Tageblatt auf seinem Propad, einem gläsernen Tablett, zu ihr rüber.

»Ja«, antwortete sie knapp.

»Ich möchte, dass du dein Bestes gibst.« Er legte seine Hand auf die ihre und lächelte ihr ermutigend zu.

»Das werde ich.« Sie schluckte und schaute auf die schwere Hand, die ihre Finger umschlossen.

»Hör zu, ich weiß, dass du dir Sorgen machst. Du hättest die Tests auch schon längst hinter dir. Doch mir blieb keine andere Wahl, als es für dich zu verschieben.« Er holte tief Luft. »Du bist schließlich meine Tochter und ich habe gespürt, dass du noch nicht bereit warst. Aber noch länger kann ich es für dich nicht hinauszögern. Das verstehst du doch?«

Phian hob den Kopf und nickte.

»Wenn du das geschafft hast, wartet eine ganz besondere Aufgabe auf dich«, fügte er dann mit einem Leuchten in seinen Augen hinzu.

»Eine besondere Aufgabe?«, wiederholte Phian und für einen flüchtigen Moment herrschte eine unbehagliche Stille zwischen den beiden.

»Natürlich, du bist schließlich meine Tochter!«

Verwirrung zeichnete sich auf Phians Gesicht ab. »Aber wird meine Aufgabe denn nicht von meiner Beurteilung bestimmt?«

Er zog seine Hand zurück. »Hak nicht weiter nach, Phian. Konzentriere dich nur auf deine Tests.«

Ehe Phian dem etwas erwidern konnte, stand ihr Vater auf. »Du wirst alle Antworten bekommen. Aber erst nach deiner Beurteilung«, erklärte er und sah auf seine Armbanduhr.

»Ich weiß, die Arbeit ruft«, murrte Phian und wandte sich von ihm ab. Die Beziehung zu ihrem Vater war noch nie einfach gewesen. Als Präsident einer Stadt dieser Größe hatte er so viele Verpflichtungen, dass er kaum Zeit für sein einziges Kind hatte. Nachdem ihre Mutter gestorben war, ist es sogar weit schwieriger geworden. Die Hausangestellten und Kindermädchen wurden zu ihrem Familienersatz. Und die Bindung zu ihrem Vater wurde stetig brüchiger. Selbstverständlich liebte sie ihn, doch das änderte nichts an der Distanz zwischen ihnen beiden.

»Ich werde dieses Gespräch nicht noch einmal mit dir führen, Phian.« Zenkos harscher Ton jagte Phian einen Schauer durch die Glieder.

»Es tut mir leid.« Sie senkte den Blick.

»Ich weiß, Phian. Wir sehen uns nach deiner Beurteilung. Dann können wir reden.«

Phian nickte und ohne weitere Worte verließ ihr Vater hallenden Schrittes den Raum. Gleichzeitig nahm er auch die vermutlich wichtigste Antwort mit, nach der Phian sich zuvor nicht getraut hatte zu fragen.

Eines der Dienstmädchen kam zu ihr. »Noch etwas Tee, Liebes?« Sie griff nach der Kanne, die in der Mitte des Tisches stand.

»Nein, danke«, murmelte Phian, nahm rasch den letzten Schluck aus ihrer Tasse und eilte hinaus.

Auf dem Weg in ihr Zimmer blickte sie auf die Uhr. Sie war bereits eine halbe Stunde zu spät. Farin würde nicht ohne sie gehen, dessen war sie sich sicher. Dennoch wollte sie ihn nicht zu lange warten lassen.


Kurz Zeit später schloss Phian die Tür hastig hinter sich, legte ihren weißen Mantel mit dem goldenen Emblem Panteonas an dessen Ärmel ab und steuerte auf ihren Kleiderschrank zu, wo sie den Überwurf eines Dienstmädchens unter ihren Unterröcken hervorzog.

Wieder stieg sie über ihr Fenster nach draußen.

Bei Tageslicht war es zwar, wie sie erwartet hatte, schwerer, unentdeckt durch den Innenhof zu gelangen. Doch sobald sie im Gemeinschaftspark war, konnte sie sich mit dem blauen Kapuzenmantel ohne Schwierigkeiten unter die Menschen mischen, die auf dem Weg zu ihrer Arbeit waren.

»Phianola!«

Phian schreckte hoch. Es war Farin, der auf der anderen Straßenseite stand. »Beeil dich. Wir sind schon spät dran.«

Mit ihren grünen Augen funkelte sie ihn zornig an und trat auf ihn zu. »Wehe, du nennst mich noch einmal so.«

»Ok, Phiiiaaan.« Mit einem Grinsen zog er die Kurzform ihres Namens in die Länge.

Am liebsten hätte sie ihm dafür einen Hieb verpasst, aber sie wollte erwachsener wirken, als er es war. Also schnalzte sie mit der Zunge und drehte sich von ihm weg.

Farin lachte auf, was Phian das Gefühl gab, dass ihr Verhalten doch kindisch war. »Wollen wir los?«, fragte sie schnippisch.

»Ja, komm. Wir müssen zur Haltestelle.« Er wandte sich nach rechts zur Hauptstraße, auf der sich der Verkehr staute.

»Farin, warte!« Sie hielt ihn zurück. »Zur Haltestelle? Das heißt, wir fahren mit der Bahn?«

»Natürlich. Hast du etwa gedacht, wir gehen zu Fuß?«

»Ja … nein … aber wenn ich meine Kennkarte nutze, wird mein Vater sofort wissen, dass ich hier war.«

»Entspann dich.« Er holte eine Kennkarte aus seiner Tasche, auf dem eine Frau mittleren Alters mit dunkelblonden Haaren abgebildet war. »Von meiner Mutter. Sie braucht sie heute sowieso nicht.« Er reichte ihr die Karte und Phian betrachtete das winzige Abbild genauer. Das Lächeln der Frau schien ihr einen Vorwurf zu machen, dass sie ihren Ausweis nutzte, um gegen die Regeln zu verstoßen.

»Steck sie gut ein. Sie bringt mich um, wenn ich sie verliere.«

Phian verstaute die Karte in ihrer Manteltasche. »Ich hoffe, es geht alles gut.«

»Was soll denn schon schief gehen?« Farin zuckte mit den Schultern und ging los.

Phian sah sich noch einmal zur Residenz um und folgte ihm schließlich.


Eine Brise wehte ihnen von den Ventilatoren entgegen und Phian atmete tief ein. Obwohl sie Farin vertraute, konnte sie ihr Herzklopfen vor Spannung auf das, was sie erwartete, aber auch vor Sorge, dass sie erwischt werden könnte, nicht beruhigen. Und dann waren da noch die Worte ihres Vaters. Sie musste mit jemandem darüber reden.

»Farin, ich muss dir etwas erzählen«, begann sie und ihr Freund sah sich zu ihr um. Doch ehe sie weitersprechen konnte, hielt ihr Freund sie mit einer Hand zurück.

»Was ist los?« Nervös sah sie sich zu allen Seiten um.

»Dir hängt eine Strähne heraus.«

»Oh!« Sie hob ihre Hände, doch Farin war schneller. Vorsichtig steckte er ihr silbrigblondes Haar hinter das Ohr und zog die Kapuze tiefer in ihr Gesicht. Jemand drängte sich dabei an ihnen vorbei und knurrte etwas Unverständliches.

»Danke.« Sie lächelte und richtete ihre Kapuze gerade, damit sie wieder mehr sehen konnte. Zum Glück wusste niemand, wie die Tochter des Präsidenten aussah. Trotzdem war einmal durchgesickert, dass sie hellblondes Haar hatte, dass ungewöhnlich silbrig glänzte.

»Ist doch klar«, erwiderte Farin und wandte sich wieder nach vorne, als Phian dieses Mal ihn aufhielt.

»Was ist?«, stieß jetzt er überrascht hervor.

»Farin ich muss dir unbedingt etwas erzählen.« Weitere Panteoner schoben sich murrend an ihnen vorbei und Phian trat näher an Farin heran. »Es ist wichtig. Ich habe gestern etwas mitbekommen, dass ich hätte gar nicht hören sollen. Und nun geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Aber schlimmer ist, dass ich es nicht einmal verstehe.« Sie schluckte. »Mein Vater …«

»Immer diese jungen Leute!«, schimpfte ein Passant in dem Moment, lief um sie herum und hetzte zur nächsten Bahn.

Farin schürzte die Lippen und drehte sich zum Gehen um. »Im Zentrum kenne ich ein Fleckchen, wo wir ungestört reden können.«

Phian nickte und setzte den Weg mit ihm fort.


In der unterirdischen Station reihten sie sich in die Massen von Panteonern ein, als eine stählerne Hochschwebebahn summend vor ihnen zum Stehen kam. Geräuschlos glitten die Türen auf und Farin hielt seine Kennkarte an den Scanner der Bahn. Phian tat ihm mit der Kennkarte seiner Mutter gleich und stieg hinter ihm in das sich füllende Abteil ein.

Zusammengedrängt blieben sie am Fenster stehen, als die führerlose Bahn sich langsam wieder in Bewegung setzte. Phian packte nach der Halterung vor ihr und schaute gespannt hinaus. Immer schneller schossen die Tunnellichter an ihr vorbei. Ihr Magen rebellierte. Scheinbar von der ungewohnten Bewegung des Bodens.

Alles in Ordnung?‹, formte Farin mit dem Mund.

Phian nickte und zwang sich zu einem Lächeln, als die Sonne sie im nächsten Moment blendete. Sie blinzelte und erkannte, dass sie den Tunnel hinter sich ließen. Mit aufgerissenen Augen blickte sie in die Ferne. Hochhäuser, Stahlgerüste, Autobahnbrücken und Parks rasten an ihr in einer bunten Mischung aus Farben vorbei. Sie kniff die Augen zusammen, versuchte, mehr zu erkennen, und da erfasste sie auf der gläsernen Fassade eines Hochhauses das Abbild einer menschlichen Gestalt mit Flügeln – die Schwingen von einer unsichtbaren Kugel zusammengehalten. In...

Erscheint lt. Verlag 1.8.2022
Reihe/Serie Panteona
Panteona
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte action • Dystopie • Freundschaft • Liebe • Spannung
ISBN-10 3-7541-9667-7 / 3754196677
ISBN-13 978-3-7541-9667-0 / 9783754196670
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