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Horizont der Dunkelheit (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
309 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-68631-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Horizont der Dunkelheit -  Silas Breuer
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Es geht in dem Buch um eine Gruppe von Jugendlichen, die aus Abenteuerlust ein altes deutsches Kriegsgefangenenlager in deutsch französischem Grenzgebiet besuchen. Dort treffen sie auf dunkle Mächte aus der Vergangenheit und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Silas Breuer wurde am 14. Januar 1978 in Völklingen geboren. Er studierte zunächst Jura und arbeitete danach als Immobilienhändler und später als Kundenberater im Bereich Vertragsmanagement. Wegen einer schweren Erkrankung musste er jedoch seine Arbeit aufgeben und widmet sich seitdem dem Schreiben. "Spiegelscherben" ist sein erster Roman.

Silas Breuer wurde am 14. Januar 1978 in Völklingen geboren. Er studierte zunächst Jura und arbeitete danach als Immobilienhändler und später als Kundenberater im Bereich Vertragsmanagement. Wegen einer schweren Erkrankung musste er jedoch seine Arbeit aufgeben und widmet sich seitdem dem Schreiben. "Spiegelscherben" ist sein erster Roman.

1. Teil: Das vergessene Lager

I.

Samstag, 15. November 2003, Völklingen/Saar

Der 17-jährige Lars und seine Freundin Marie waren beim Surfen im Internet eher zufällig auf Berichte über das alte Lager Stalag XII G in der Nähe von Boulay gestoßen.

Für Lars begann der Tag mit dem Klingeln des Weckers um 6.00 Uhr früh. Orientierungslos schlug er nach ihm. Es war noch mitten in der Nacht. Draußen war es dunkel, aber als Schüler musste man sich damit abfinden. Der Gedanke, dass es sein letztes Schuljahr war, beruhigte ihn etwas. Nach der mittleren Reife sollte Schluss sein. Ohnehin hatte er schon ein Jahr wegen einer Wiederholung verplempert. Schlimm genug, aber davon ging die Welt auch nicht unter.

Er schälte sich gerade aus dem Bett, als ihm einfiel, dass das völlig unnötig war. Heute war ja Samstag. Er musste vergessen haben, den Wecker abzustellen. Damit war das unsanfte Aufwachen doppelt ärgerlich. Er legte sich noch mal hin und machte die Augen zu. Erst am Nachmittag hatten er und einige seiner Freunde noch etwas vor. Die Geisterstadt Ban-Saint-Jean wartete auf sie. Außer Martin, der eine Schwäche für alles Paranormale hatte und sich mit Okkultismus auskannte, glaubte kaum einer von ihnen ernsthaft an Spukgeschichten oder Poltergeister. Den Besuch machten sie auch nicht aus Interesse an deutscher Geschichte zu der Zeit des Zweiten Weltkrieges, sondern aus Abenteuerlust. Das alte, verfallene Kasernengelände galt unter vielen saarländischen Gruseltouristen als die Geisterstadt schlechthin.

Die Tatsache, dass es verboten war, das Sperrgebiet um das Strafgefangenenlager zu betreten, machte die Sache spannend. Dass die Gendarmerie öfter Kontrollgänge durchführte, um genau solche Leute wie sie abzuschrecken, war ihnen herzlich egal. Auch die Gefahr einer Geldstrafe wollten sie in Kauf nehmen.

Laut dem Wetterbericht von gestern Abend sollte es nicht besonders gut werden. Bedeckt und gerade mal ein paar Grad über null. Die Temperaturen und der leichte Regen von letzter Nacht würden wahrscheinlich zu einigen schlammigen Passagen führen, aber das konnte sie nicht aufhalten. Und vielleicht – nur vielleicht – wurde ihr Ausflug in das Lager aufregend. Lars glaubte zwar nicht an Gespenster, aber dass so viele Leute Mysteriöses darüber geschrieben hatten, versprach zumindest etwas Gänsehauterfahrung, und sei es nur wegen der unheimlichen Atmosphäre, die dort angeblich herrschte.

Die ursprüngliche Idee, nachts hinzugehen, hatten sie schnell verworfen. Das alte Gelände war in der Dunkelheit zu unsicher. Schon öfter hatten selbst ernannte Geisterspezialisten das Gelände nachts besucht und sich schwer verletzt, was zu einem Krankenhausaufenthalt und einer saftigen Geldstrafe geführt hatte. Die Peinlichkeit eines solchen Unfalls wollten sie sich ersparen. Als neuer Termin war heute Nachmittag ins Auge gefasst worden und die Wetterbedingungen schienen so schlecht zu sein.

Nach ausgiebigem Herumlungern im Bett beschloss er, aufzustehen. Einschlafen konnte er ohnehin nicht mehr. Wenigstens war es jetzt hell. Die Uhr neben seinem Bett zeigte 8.15 Uhr an. Das war immer noch zu früh für einen Samstag, aber nicht so grausam wie 6.00 Uhr.

Seine Eltern waren nicht zu Hause. Die befanden sich seit Donnerstag auf einem Wellness-Kurztrip im Süden Frankreichs. Solche Urlaube könnten die beiden dauernd machen, wenn es nach Lars ging. Sein Vater und seine Mutter schienen nicht ganz normal zu sein – zumindest empfand Lars das so.

Was sollte er schon von einer Mutter halten, die anscheinend der Meinung war, er wäre erst vier, und ihm gleichzeitig damit in den Ohren lag, dass er endlich Verantwortung übernehmen müsste. Würde er gern machen, wenn sie ihn nur lassen würde. Ein paar Tage ohne ihr Geschwätz waren jedes Mal die pure Erholung.

Was seinen Vater betraf, wusste er oft nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Der stand dermaßen unter der Fuchtel seiner Frau, dass er sich manchmal nicht mal traute, den Mund aufzumachen. Sein Vater war genau die Art Mann, die Lars niemals werden wollte. Wenn er schon eine Beziehung hatte, wollte er auch der dominante Part sein. Absolute Kontrolle des Partners. Nicht aus Eifersucht. Eifersucht war etwas für Waschlappen, die sich zu sehr an einen anderen Menschen banden.

Seine Freundin Marie war genau das, was er sich wünschte: blond, hübsch, naiv und eine echt versaute Bombe im Bett. Die perfekte Mischung eben.

Auch sie würde heute dabei sein. Da Marie ansatzweise an Spukgeschichten glaubte, konnte sie eine lustige Bereicherung für die Gruppe werden.

Er musste seine Freundin ohnehin noch anrufen, um ihr zu sagen, wann es losging. Genau wusste er es selber noch nicht. Letztendlich was es Stefans Entscheidung. Er war als Einziger ihrer Gruppe über 18 und somit auch der Einzige mit einem Führerschein. Glücklicherweise war es ihm gelungen, seinen Eltern ihren VW-Bus für heute abzuschwatzen, sonst würde es schwer werden, acht Leute nach Boulay zu schaffen.

Neben dem Gespräch mit Marie stand also vorher noch eines mit Stefan an. Aber nicht jetzt. Bestimmt lagen alle noch im Bett und schliefen. Sie taten genau das, was er eigentlich tun sollte. Wäre er bloß nicht so bescheuert gewesen, den Wecker zu vergessen.

Während er sich noch über das unnötig frühe Aufstehen ärgerte, schleppte er sich ins Bad. Ein Blick in den Spiegel machte deutlich, dass er dringend eine Dusche brauchte, um die Müdigkeit zu vertreiben. Im Moment sah er nicht aus wie der Womanizer, als den er sich gerne betrachtete, sondern eher wie ein Gespenst.

Es war geradezu belebend, wie das warme Wasser über ihn lief. Genau so was hatte er jetzt gebraucht. Die Müdigkeit verschwand, und als er anschließend erneut in den Spiegel sah, gefiel er sich viel besser. Die Wassertropfen glänzten auf seinem athletischen Körper und seine dunkelbraunen Augen machten einen wacheren Eindruck als noch vor ein paar Minuten.

Er trocknete sich ab, kämmte seine dunkelbraunen Haare, ging in die Küche und bereitete sich sein Frühstück zu: Müsli mit Milch, dasselbe wie jeden Morgen. Das sprach zwar nicht gerade für eine besonders ausgeprägte Fantasie, aber es schmeckte ihm. Warum sollte man also etwas ändern?

Gut gestärkt konnte der Tag eigentlich losgehen. Die Frage war nur, was er mit diesem Vormittag anfangen sollte. Die beiden Telefonanrufe konnten noch warten. Vor 11.00 Uhr hatte er nicht vor, irgendeinen der beiden zu stören. Bei Stefan konnte man ohnehin nicht sicher sein, ob er um 11.00 Uhr schon auf war. Sein Freund war tatsächlich in der Lage, den ganzen Tag im Bett zu verbringen, wenn es nicht unbedingt nötig war, aufzustehen. Lars schlief zwar auch gern mal länger, aber man musste es ja nicht gleich übertreiben.

Inzwischen war es kurz vor 9.00 Uhr und ihm war noch immer nicht eingefallen, was er tun sollte. Da klingelte es an der Tür.

Wer zum Geier störte um diese Zeit?

Er ging zu Sprechanlage. „Hallo?“

Wehe, es war nicht wichtig!

„Die Post“, kam die Antwort von draußen. „Ein Paket für Herr Becker.“

Aha, wieder so ein Schrott für seinen Vater. Der ersteigerte bei eBay wirklich alles, was man nicht brauchen konnte. Etwas Nützliches war noch nie dabei gewesen. Das wäre allerdings nicht so schlimm, wenn Geld dafür da wäre. Diese Kaufsucht jedoch schränkte die Familie finanziell immer mehr ein. Und diese Wochenendtrips seiner Eltern finanzierten sie grundsätzlich auf Pump. Auch deshalb herrschte in der Familienkasse chronische Ebbe.

Lars wollte gerade öffnen, als ihm einfiel, dass er nur ein Handtuch um die Hüften trug. Anziehen wollte er sich erst, wenn er wusste, was er heute Vormittag machen würde.

Aber eigentlich war’s auch egal, in welchem Aufzug er dem Postboten aufmachte. Der hatte bestimmt schon Schlimmeres gesehen.

Er ging zur Haustür und öffnete. Der Briefträger wirkte tatsächlich überrascht, dass Lars fast nackt vor ihm stand, verbiss sich jedoch jeglichen Kommentar. Lars nahm das Paket entgegen, unterschrieb die Empfangsbestätigung und schloss wortlos die Tür.

Zumindest wusste er jetzt, wie er die nächsten Minuten verbringen würde: mit Anziehen!

In Anbetracht ihres geplanten Ausfluges in das Lager wählte er eine etwas ältere Jeans, ein warmes Hemd und ausgetretene Schuhe. Wenn die dreckig wurden, war das nicht so schlimm.. Immerhin hatte es letzte Nacht geregnet. Zwar nur leicht, aber genug, um den Boden aufzuweichen. Heute sollte es jedoch trocken bleiben.

Nach einem Blick in die Fernsehzeitung, ob vielleicht etwas gesendet wurde, womit er die Zeit totschlagen konnte, stellte er fest, dass das Programm an Körperverletzung grenzte. Seine Gedanken sprangen unerwartet und abrupt zu noch unerledigten Hausaufgaben für Montag, aber solche Arbeiten erledigte er grundsätzlich am Sonntagabend oder gar nicht. Das kam bei den Lehrern weniger gut an. Nur manchmal konnte er die Hausaufgaben von einem Mitschüler abschreiben, wobei der...

Erscheint lt. Verlag 28.7.2022
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Angst • Antwort • Augen • Blick • Eltern • Ende • finden • Frau • Gedanken • Gesicht • Glaube • Hand • Kopf • Körper • Licht • Mann • Moment • Nacht • oft • Paar • Recht • Sagen • SOFORT • Tag • Tür • Tut • Welt • Wissen • Zeit • Zimmer
ISBN-10 3-347-68631-4 / 3347686314
ISBN-13 978-3-347-68631-1 / 9783347686311
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