Linien (eBook)
126 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9660-1 (ISBN)
Geboren wurde ich in Leipzig im Jahr 1979. Nach dem Abitur habe ich eine Lehre als Elektriker gemacht, der danach ein Ingenieursstudium folgte. Die Freizeit hab ich viel gezeichnet oder mich mit allerlei Tieren befasst, zu denen ich viel Wissen angehäuft habe. Daneben zeichne ich gerne und mache Kampfsport und Parkour. Mein erstes Buch habe ich 2020 aufgrund einer eigenen Comicidee geschrieben. Es trägt den Titel: 'Incubus expeditus'
Geboren wurde ich in Leipzig im Jahr 1979. Nach dem Abitur habe ich eine Lehre als Elektriker gemacht, der danach ein Ingenieursstudium folgte. Die Freizeit hab ich viel gezeichnet oder mich mit allerlei Tieren befasst, zu denen ich viel Wissen angehäuft habe. Daneben zeichne ich gerne und mache Kampfsport und Parkour. Mein erstes Buch habe ich 2020 aufgrund einer eigenen Comicidee geschrieben. Es trägt den Titel: "Incubus expeditus"
Wie es dazu kam:
Stefan Höfer machte seine übliche kleine Pause, um wie so oft über seine Lebenssituation nachzusinnen oder darüber zu hadern. Er saß zu dem Zweck in einer Klokabine seiner Arbeitsstelle als Physiker in einem Forschungsunternehmen für Biotechnologie und Bionik.
Ein Mann, der sich somit straff auf die Fünfzig zu bewegte, unterdurchschnittlich groß, etwas untersetzt, also um die Körpermitte herum etwas aus dem Leim gegangen. Seine hellbraunen Haare lichteten sich im Stirnbereich bereits und nahmen stellenweise eine graue Farbe an.
Zudem trug er Klamotten, die durch das lange Tragen schon etwas zerknittert und muffig waren und zu allem Überfluss schon aus der Mode gekommen waren: Eine braune Tuchhose, ein helles mit blauen Streifen kariertes langärmeliges Hemd und darüber einen grauen, ärmellosen, wollenen Pullover. Über die Art und den Zustand der Unterwäsche mochte man spekulieren oder auch nicht.
Er zündete sich einen Joint, gestreckt mit Tabak, an, um zu entspannen oder seine Gedanken kreisen zu lassen. Die Lüftung hier war hervorragend, sodass davon keine spürbaren Gerüche wahrnehmbar blieben, wenn er die Kabine wieder verließ. Kaum jemand verirrte sich hierher, weil es für die meisten der Belegschaft zu abgelegen war. Hier gingen normalerweise die Reinigungskräfte hin, um ihr Geschäft zu verrichten und weniger die Elite der Belegschaft, von denen etliche ebenfalls – trotz strengem Verbot – heimlich rauchten oder kifften.
Das war ihm nur recht. Er hatte schon seit langem genug von dem Job, weil er seit längerem das Gefühl hatte, mal wieder aufs Karriereabstellgleis geschoben worden zu sein. Er wusste, dass er der beste war im Programmieren und der Material- und Strukturanalyse am Elektronenmikroskop. Außerdem konnte er manche Rechnungen, die der Computer machte, im Kopf nachvollziehen und war auch von früher Kindheit an an vielen Vorgängen der Natur, Biologie, Physik, Chemie und Mathematik interessiert und wusste diese Fachgebiete meisterhaft miteinander in Beziehung zu setzen.
Er nahm seine Brille von seiner Nase, um diese zu putzen. Die Sehhilfe war recht stark, etwa acht Dioptrien minus, also starke Kurzsichtigkeit, und sprach, genau wie seine Textilien, von seinem... etwas eigenen... Modegeschmack.
Der Mann nahm noch einen Zug von seinem Tütchen. Und dachte an das Gespräch mit seinem Vorgesetzten von letzter Woche, worin er bat, doch einmal in dem Bereich zu arbeiten, an dem er schon lange interessiert war. Die Spezialabteilung, die mit Schwarmintelligenzen und winzigen Maschinen arbeitete. Dort suchte man jemanden für die weitere Forschung, für die er eigentlich bestens qualifiziert wäre, wenn dieser blöder Ochse von Chef nicht wieder jemand Jüngeren mit mehr Biss vorgezogen hätte. Dieses dämliche, dreimal verfluchte Arschloch!
Wenn er dran dachte, dass ebendieser ihm bei seiner Bewerbung mit höchsten Flötentönen wer weiß was für Möglichkeiten eröffnet hatte, wurde ihm jetzt schlecht. Ärger und Ernüchterung, die sich schon lange in ihm breit machten, suchten sich in der jüngsten Zeit ihre Bahn.
Fast 15 Jahre und immer noch derselbe Posten... Wird vielleicht Zeit für eine Veränderung! Aber wer würde mich alten Sack noch nehmen?
Vor allem war er doch zuverlässig und arbeitete oft auch in seiner Freizeit an der Vervollkommnung seiner Fähigkeiten. Er programmierte und bastelte sich selber elektronische Zubehörteile für seinen Rechner und stellte in Eigenregie theoretische Berechnungen für die unglaublichsten Materialien an, die er einerseits lieber geheim hielt und die sich andererseits mit den vorhandenen Möglichkeiten nicht produzieren ließen.
Leider nützt einem Zuverlässigkeit oder Strebsamkeit nichts, wenn man sozial minderbemittelt war. Wenn die Typen mit dem größten Maul die meisten Erfolge für sich verbuchen konnten, die oft genug nicht mal auf deren eigenen Mist gewachsen waren, sind geniale Köpfe auf verlorenem Posten. Ein Wunder, dass wir als Spezies überhaupt aus der Savanne heraus gekommen waren...
Stefan inhalierte weiter seinen Stoff, welcher langsam die erhoffte Wirkung zeigte: Er fing an zu schmunzeln und sein Frust relativierte sich ein wenig. Er dachte an den Feierabend und das Wochenende, welches er wieder in seiner Stammkneipe verbringen würde und damit, seine Vorräte an Gras wieder aufzustocken. Und den Rest davon vor dem Rechner zu sitzen und zu programmieren, während der Fernseher lief.
Kommt heute nicht mal wieder eine Doku? Und morgen läuft doch der Science-Fiction-Film, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe!
Das selbe Spiel wie fast jedes Wochenende... Peng! Die Wirkung war wieder abgesackt und der Verdruss kehrte zurück. Er nahm noch einen Zug von seinem Haschisch...
Hektische Finger tippten Befehle in die Tastatur des Rechners eines speziellen Labors, welche versuchten, die gerade etwas prekär werdende Lage in den Griff zu bekommen.
„Gehen Sie an den freien Computer und überprüfen Sie den Quellkode noch einmal! Irgendwie muss der Fehler doch zu beheben sein!“, rief der Forschungsleiter mit schnellen und nuscheligen Worten zu seinem einen Assistenten, während er hastig seine nächsten Befehle in den Rechner eingab.
Zeile für Zeile überflog der Angesprochene die Programmierung. Und fand auf den ersten Blick nichts. Er stöhnte auf, denn es waren doch etliche tausend Zeilen Text, die er durchsuchen musste.
Der Abteilungschef Professor Doktor Menke, ein älterer Mann von Mitte Fünfzig fuhr sich mit einer Hand nervös durch seine schon sehr früh weiß gewordenen Haare, während er mit der anderen hektisch und planlos weitertippte. Er geriet dabei etwas ins Schwitzen und seine Nervosität übertrug sich auf seine Unterlinge.
Einer davon überwachte den Behälter mit der zähflüssigen grauen Masse, die wie lebendig zu wabern schien. Eine gutaussehende Frau in den Dreißigern gab mit besonneneren Händen ebenfalls Befehle in einen Rechner ein. Und der Dritte war mit der Überprüfung des Quelltextes beschäftigt. Alle drei dachten bei sich: Wenn der Alte doch wenigstens die Ruhe bewahren würde...
Die Substanz schien sich zu vermehren.
Stefan in seiner Toilettenkabine rauchte genüsslich weiter und besah sich neugierig die neuesten Klonachrichten. Es gab immer jemanden, der die Wände der Kabinen mit mehr oder weniger kreativen Sprüchen oder Kritzeleien verzierte. Es reichte von: „Wer das liest ist doof!“ (Kindergarten), „Auch Makaken müssen ma’ kacken!“ (Welcher mit dem dazu passenden Bild eines Affen unterlegt war und einen Schmunzler bei dem heimlich kiffenden Forscher auslöste), „Fünf Minuten wird geschissen, wer länger scheißt wird rausgeschmissen!“ (War sicherlich auch lustig gemeint, hatte aber einen ernsthaften Unterton.) Ebenfalls vertreten waren die obligatorischen Bilder von weiblichen oder männlichen Geschlechtsteilen oder generell nackten Frauen.
Letztere mochte er allerdings nicht gern sehen, weil es leise und dumpfe Erinnerungen an seine Exfrau hervorrief, die seine einzige und zum Ende hin nicht die beste Erfahrung auf diesem Gebiet war. Und nach der unschönen Trennung, bei der sie ihn einfach sitzen ließ ohne, dass sie ihm überhaupt einen Ton davon gesagt hatte, warum, wieso, weshalb.
Nach knapp neun oder zehn Jahren Ehe wäre doch wenigstens ein Vorwurf besser gewesen als das..., dachte er verbittert.
Den Grund für ihr Verschwinden klärte sich nach über einem halben Jahr. Als sie einen Wagen mit einem fast frisch geschlüpften Baby schob. Dieses konnte nicht von ihm sein, denn Juliane wurde von ihm einfach nicht schwanger. Was sie nach etlichen Fehlversuchen dazu veranlasste, ihn mit Vorwürfen zu überschütten. Er ahnte, dass er der Grund dafür war. Vielleicht lag eine Zeugungsunfähigkeit bei ihm vor.
Der Mann seufzte und nahm noch einen Zug...
„Gebt Alarm!“, schrie der Forschungsleiter Menke zu seinen Untergebenen.
„Nein, Professor, Sie kennen das Prozedere! Sie haben den Schlüssel und die Vollmacht, nachdem alle Anwesenden das Labor verlassen haben und hermetisch abgeriegelt haben! Noch ist nichts von der Substanz ausgetreten. Also gilt erst einmal die unterste Alarmstufe.“, sagte die Assistentin im ruhigen und dennoch resoluten Tonfall.
Der ältere Mann mochte es nicht, wenn einer seiner Leute den besseren Überblick als er selbst hatte, sah aber ein, dass die Frau recht hatte und sagte: „Sie haben es gehört. Alle raus hier!“
Unter einigem Stolpern verließen sie das Labor. Der Spezialschlüssel wurde in die Alarmeinrichtung eingeführt und umgedreht. Eine vierstellige Zahl wurde eingegeben, bevor überall ein Alarmsignal ertönte...
… welches sämtliche Angestellten und Arbeiter des Forschungskomplexes dazu veranlasste, umgehend alles stehen und liegen zu lassen und ihre Arbeitsplätze zu räumen.
Der Treff- und Sammelpunkt, an dem sich alle nach und nach einfanden, war die Wiese am Eingang zu dem Gelände.
Stefan selber bekam davon nichts mit, so vertieft war er in seinen Gedanken, in den er schon langsam sehr tief in die Welt der mathematischen Gleichungen, des Binärkodes, der atomaren Chemie und Physik eintauchte.
Diese Formel da! Sie erklärt anscheinend einen Teil der Stringtheorie! Wie genial ist das denn?
„piep...“
Je tiefer er eindrang, umso weniger nahm er die Außenwelt um sich herum wahr und umso größere Geheimnisse offenbarten sich ihm für kurze Zeit, die er im nüchternen Zustand zu seinem...
| Erscheint lt. Verlag | 31.7.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Linien |
| Linien | Upgrade # 1: Menschlich |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Evolution • Konflikt • Natur • Philosophie • Science-fiction • Umwelt • Unsterblichkeit • Wissenschaft • Zwiespalt |
| ISBN-10 | 3-7541-9660-X / 375419660X |
| ISBN-13 | 978-3-7541-9660-1 / 9783754196601 |
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