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Dandelia Dorca - Hexe aus Avalon (Sammelband) (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
290 Seiten
tolino media (Verlag)
978-3-7546-6995-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dandelia Dorca - Hexe aus Avalon (Sammelband) -  Marlies Lüer
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Kann eine mächtige Hexe in Großbritannien ein normales Leben führen? Dandelia Dorca wünscht sich nichts mehr, seit sie die verborgene Insel Avalon verlassen hat. Für ihr Glück mit ihrem Mann Oliver und ihrem Sohn Artan unterdrückt sie ihre magische Natur, was sie zunehmend krank macht. Aber dann bricht eine Katastrophe über Avalon herein, die Dandelia keine Wahl mehr lässt, als ihre Kräfte einzusetzen.


Dieser Sammelband beinhaltet:
Das wahre Leben der Dandelia Dorca
Dandelia Dorca und die Wunschkekse
Dandelia Dorca und das Ungeheuer von Loch Ness
Dandelia Dorca und der Drachenkönig von Anterra
(mit langer Leseprobe aus dem Sequel 'Der Fluch von Rosegarden Manor') ******************************************************************** Achtung! Ab Oktober gibt es einen finalen Band zu dieser Reihe (hier nicht enthalten) 'Das neue Leben der Dandelia Dorca' *********************************************************************

Die Autorin lebt am Rande der Lüneburger Heide. Das ist fast so gut, wie ein Hobbithaus im Auenland zu bewohnen, wo sie eigentlich mit ihrem Mann leben möchte. Aber bekanntlich kann man nicht alles haben ... Sie liebt alles war grünt und blüht und sammelt - Drachen!

Die Autorin lebt am Rande der Lüneburger Heide. Das ist fast so gut, wie ein Hobbithaus im Auenland zu bewohnen, wo sie eigentlich mit ihrem Mann leben möchte. Aber bekanntlich kann man nicht alles haben ... Sie liebt alles war grünt und blüht und sammelt - Drachen!

-3-


Nachdem sie den Ständer mit den Zauberstäben wieder in eine aufrechte Stellung gebracht hatte, räumte sie die Stäbe, die einem Mikado gleich auf dem Boden verteilt lagen, in ihre Halterungen zurück, ergänzte die Lücken mit der neuen Lieferung. Verträumt hielt sie eine original lizensierte Nachbildung von Hermine Grangers Zauberstab vor ihre Augen und bewunderte die zarte Blumenranke, die ihn anmutig umschlang. Die Stäbe von Harry und Dumbledore hingegen mochte sie nicht besonders. Waren einfach zu grob für ihren Geschmack. Als sie mit dem Ständer zufrieden war, wandte sie sich der nächsten Kiste zu, hierin waren Drachenskulpturen und Hörner von Einhörnern, die sie auf den ersten Blick als lachhafte Fälschungen erkannt hatte. Überhaupt war es ihr peinlich, dass ihr Chef neben all dem Tand und den Büchern fast nur Fälschungen verkaufte, bis auf seltene Ausnahmen, die fast alle im Tresor lagen. Sie erkannte das mit Sicherheit, weil den gefälschten Gegenständen das magische Fluidum fehlte. Doch die Kundschaft war damit zufrieden. Wie anspruchslos die Leute dieser Stadt doch waren! Apropos seltene Ausnahmen … Daniela fiel das Päckchen aus Tibet ein, sie deponierte es rasch unter der Ladentheke im Geheimfach.

Kurz darauf kam der erste Kunde dieses Tages und fragte nach Tarotkarten.

„Ich hoffe, Sie haben die alten Klassiker im Angebot“, sagte der ältliche Mann, der schmale Lackschuhe an seinen Füßen und einen roten Künstlerschal locker um den faltigen Hals trug. „Nicht das Zeug, was man bei Amazon bekommt. Richtige Tarotkarten, Gnädigste, wenn Sie verstehen, was ich meine.“

Auch wenn der Kunde der Typ „blasierter Besserwisser“ zu sein schien, nickte Daniela angemessen freundlich und führte ihn zu einem schmalen Regal, das über den Runensteinen und den schwarzen Kerzen an der Wand befestigt war. In die Seitenwände des Regals waren lauter Köpfe von Waldtieren geschnitzt: Bären, Füchse, Marder, Eber und Eulen – eins ging ins andere über. Angeblich war das Ebenholzregal an die dreihundert Jahre alt. Zielsicher griff sie nach einem Original der Marseillekarten aus der Werkstatt des Nicolas Conver, nachdem sie sich weiße Handschuhe übergestreift hatte.

„18. Jahrhundert. Und wenn Ihnen das noch nicht alt genug ist, haben wir auch ein äußerst seltenes Exemplar aus dem alten Ägypten, was aber im Tresor liegt. Der Inhaber des Ladens dürfte am Montag wieder zu sprechen sein.“

Dass im Tresor auch ein Original aus Atlantis lag, verschwieg sie noch. Das zu offenbaren, lag allein in der Entscheidung des Ladeninhabers. Der Kunde überlegte. Er machte einen überraschten Eindruck und bekam kleine hektische Flecken am Hals, die lustigerweise dieselbe Farbe wie der Seidenschal hatten. Ein Sammler, ordnete Daniela ihn ein.

„Und was kostet dieses Deck von Conver?“

„320 Pfund für Marseille, die ägyptischen kosten etwa das Doppelte.“

Der Kunde zeigte sich unbeeindruckt. Andere Kunden zuckten im Allgemeinen etwas zusammen, wenn sie die Preise nannte.

„Es ist eine echte Antiquität“, versicherte sie.

„Angeblich gibt es hier auch atlantische Decks?“, fragte er lauernd.

„Durchaus.“ Ein gieriges Funkeln in seinen Augen sagte Daniela, dass sie ihn am Haken hatte. „Ich überlasse es meinem Arbeitgeber, Ihnen die Summe zu nennen. Ich kann Ihnen aber versichern, dass sie sechsstellig ist.“

„Hier ist meine Karte“, sagte er mit rauer Stimme. „Bitte übergeben Sie sie an Ihren Arbeitgeber. Er möge mich alsbald kontaktieren.“

Als Daniela die Karte annahm, sah sie, dass Severus im Bücherregal in einer Lücke lag. Er fixierte den Mann, sein Schwanz schlug hin und her und die Öhrchen zuckten. Was ihn wohl so aufregte? War etwa eine Maus im Laden? Daniela schaute sich unauffällig um, als sie den Kunden freundlich und zuvorkommend verabschiedete. Kaum hatte dieser das Geschäft verlassen, kam ein magerer Mann um die Vierzig herein. Er sah ungepflegt aus und nervös. Unter den Fingernägeln starrte schwarzer Dreck. Auch seine Schuhe hatten schon bessere Zeiten gesehen. Mal abgesehen davon stank der Kerl säuerlich und jagte ihr aus irgendeinem Grund eine Heidenangst ein. Er ging langsam zur Theke, wo die Kasse stand. Daniela zog die Handschuhe aus, drehte unruhig den silbernen Ring an ihrem kleinen Finger, nahm ihren Mut zusammen und ging zur Theke, stellte sich Schutz suchend dahinter, bereit, in den abschließbaren Flur zu fliehen, wenn nötig. Der Kerl nickte ihr kurz zu, tippte mit den Fingerknöcheln auf die Theke und sah sie bedeutungsvoll an.

„5 Gramm.“

Daniela zog fragend die Augenbrauen hoch.

„5 Gramm wovon?“

„Na das da!“ Er deutete wieder auf die Theke, schaute sich nervös um. „Nun mach schon, Alte. Du wirst doch wohl wissen, was dein Boss hier vertickt.“

Daniela schüttelte den Kopf.

„Vielleicht gehen Sie lieber. Mein Chef ist nicht da.“

Im selben Moment merkte sie, dass sie eben eine große Dummheit begangen hatte. Zuzugeben, dass sie allein war, war so ziemlich das Dämlichste, was sie hatte tun können. Der Kerl grinste sie schmierig an und wischte mit dem Handrücken den Schweiß von seiner Stirn. Im nächsten Moment warf er sich auf den Tresen und griff zielstrebig ins Fach unter der Steinplatte, doch griff seine Hand ins Leere. „Wo sind die verdammten tibetischen Pilze?“ Er hatte kaum den Satz ausgesprochen, da sprang ihm Severus mit ausgefahrenen Krallen ins Genick und zerfetzte ihm mit aller Macht das Gesicht. Wütend vor Schmerz aufheulend, packte der Mann das Tier und riss es von sich los, warf es mit Karacho gegen die Wand. Fluchend und blutend rannte er aus dem Laden. Daniela lief sofort zur Katze und hob sie vom Boden auf.

„Katerchen, geht es dir gut? Hat der böse Mann dir wehgetan?“

Besorgt untersuchte sie das Tier auf Verletzungen, aber er schien unbeschadet davongekommen zu sein, zitterte allerdings. Mit tröstenden Worten hielt sie das Tier in ihren Armen, streichelte es zärtlich.

„Du lieber, tapferer Kater. Du hast mich gerettet! Dafür hast du dir eine zweite Portion Fisch verdient, eine gaaaanz große“, schmeichelte sie ihm. „Du bist ein richtiger Held, weißt du das?“

„Miau.“

Severus rieb seinen Kopf an ihrer Halsbeuge und sah sehr zufrieden aus, während seine Pfote auf ihrer Brust lag. Daniela schnupperte verblüfft. Roch sein Fell wirklich nach Zimt? Hatte er sich etwa über ihre Keksvorräte hergemacht? Er schaute ihr mit seinen smaragdgrünen Augen tief in die Augen und schnurrte. Auf seinem Schädel, zwischen den Ohren, zog sich eine kleine Spur der Verwüstung in Form einer Brandnarbe, die er Waldemar Waldmeister zu verdanken hatte, wie Daniela wusste. Die beiden waren spinnefeind. Warum, war ihr nicht klar. Seit dem Vorfall vor zwei Wochen ließ sie ihren Drachen nicht mehr in den Garten. Severus hatte dort ältere Rechte.

***

Der Rest des Tages verlief ruhig mit freundlichen, höflichen Kunden, die ein dickes Portemonnaie mit sich führten. Es war, als wolle der Tag sich bei ihr für den schlechten Start entschuldigen. Daniela war am Abend nach dem Kassensturz zufrieden. Sie hatte guten Umsatz gemacht. Das Geld wanderte, bis auf das Wechselgeld für den nächsten Tag, in den zweiten Tresor im oberen Stockwerk, wo Olivero sein Domizil hatte. Der Tresor war nicht hinter dem obligatorischen Ölgemälde versteckt, sondern in den Boden eingelassen, verdeckt von einem dicken Teppich. Wenn sie auch sonst sehr vergesslich war, die Kombination war ihr förmlich hinter der Stirn eingraviert. Flink drehte sie das Zahlenschloss hin und her und verstaute das Geld, legte den Teppich wieder darüber. Neugierig sah sie sich um. Sie war noch nicht oft hier oben gewesen. Normalerweise legte ihr Chef selbst das Geld in den Tresor. Er verreiste nur selten. Wo wohl der andere Tresor mit den teuersten Waren sein mochte? Daniela suchte den Raum nach Auffälligkeiten ab. Wo würde sie hier einen Tresor verbergen? Da ihr nichts ins Auge fiel, was ihr diese Frage beantworten konnte, richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf die skurrile Einrichtung. Auf dem Sideboard stand ein silberner Ritterhelm. Der war ihr neu! Hübsches Ding, aber eigentlich zu klein für einen authentischen Helm des Mittelalters. Sie nahm ihn in Augenschein und fummelte daran herum. Zu ihrer Freude ließ er sich aufklappen und entpuppte sich als Mini-Bar. Neugierig entstöpselte sie die Flasche, zu der auch vier kleine Gläser gehörten, und schnupperte daran. Mandellikör! Severus strich ihr plötzlich um die Beine und schnurrte laut, biss sie aber gleich darauf leicht ins Bein.

„Au! Was sollte das denn? Ich werde deinem Herrchen schon nichts wegtrinken, du Kratzbürste“, schalt sie und stieß ihn sanft mit dem Fuß von ihr weg. Ihr fiel nun die Visitenkarte des Sammlers wieder ein, fischte sie aus ihrer Hosentasche und legte sie auf den Schreibtisch aus Mahagoni, der schöne Messingbeschläge an jeder Schublade aufwies. Der Tisch hatte eine hochwertige 3-Felder-Schreibeinlage in tiefschwarz mit goldfarbener Umrandung. Seine Schönheit wurde durch eine Staubschicht beeinträchtigt. Und auch sonst war es hier oben eher schmuddelig und unordentlich. Daniela zog kritisch die Nase kraus und schaute ungeniert in alle Ecken. Der Mann brauchte eine Frau. Ohne Zweifel. Und zwar eine Putzfrau. Oder einen Putzmann im Sinne der Gleichstellung von Mann und Frau. Oder einfach nur einen Tritt in den Allerwertesten. Schließlich hatte er gesunde Hände und konnte selbst saubermachen. Für einen kurzen Moment kam sie in Versuchung, hier noch schnell mit dem Staubsauger und einem nebelfeuchten Lappen durchs Zimmer zu gehen und vor allem dem Tisch seine natürliche Schönheit wiederzugeben – doch ein...

Erscheint lt. Verlag 21.7.2022
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Avalon • Drachen • episch • Familie • Fantasy • Hexe • High Fantasy • Humor • Katastrophe • Magie • Schottland • Urban Fantasy
ISBN-10 3-7546-6995-8 / 3754669958
ISBN-13 978-3-7546-6995-2 / 9783754669952
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